Luftwaffe (Bundeswehr)
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Luftwaffe der Bundeswehr | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Aufstellung | 9. Januar 1956 | ||||
| Staat | |||||
| Streitkräfte | |||||
| Typ | Teilstreitkraft (Luftstreitkräfte) | ||||
| Gliederung | |||||
| Stärke | Aktive Soldaten: 28.620 (April 2026) davon Frauen: 3.017[1] | ||||
| Unterstellung | |||||
| Hauptsitz Kommando Luftwaffe | Berlin-Gatow | ||||
| Leitung | |||||
| Inspekteur der Luftwaffe | Generalleutnant Holger Neumann | ||||
| Stellv. Inspekteur der Luftwaffe | Generalleutnant Lutz Kohlhaus | ||||
| Insignien | |||||
| Flugzeugkokarde | |||||
| Hoheitszeichen (Seitenleitwerk) | |||||
| Schwinge | |||||
| Waffensysteme | Herkunft | Verwendung | Typ | Anzahl aktuell | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| Kampfflugzeuge | |||||
| Eurofighter Typhoon | Deutschland / UK / Italien / Spanien | Mehrzweckkampfflugzeug | Tranche 1 Tranche 2 Tranche 3A Tranche 4 Tranche 5 |
33 77 31 0 0 |
insgesamt 143 geliefert; 2 der Tranche 2 abgestürzt[30] Tranche 1 wird ersetzt durch 38 der Tranche 4 (Projekt „Quadriga“)[31][32] Mitte Oktober 2025 wurden 20 weitere Maschinen der neuen Tranche 5 bestellt, die in den Jahren 2031–2034 ausgeliefert werden sollen.[33] |
| Panavia Tornado | Deutschland / UK / Italien | • Jagdbomber (auch nukleare Teilhabe), abbildende Aufklärung • Bekämpfung feindl. Flugabwehr, elektronische Aufklärung |
IDS/Recce ECR |
68 21 |
Ersatz durch 35 F-35A (bestellt)[34] Ersatz durch 15 Eurofighter EK (geplant)[35] |
| Lockheed Martin F-35 | Vereinigte Staaten | Mehrzweckkampfflugzeug (auch Einsatz im Rahmen der nuklearen Teilhabe) | F-35A | 0 | 35 bestellt; Ersatz für den Tornado in der Rolle als Jagdbomber.[36][37] |
| Transportflugzeuge | |||||
| Airbus A400M | Europa | strategisches und taktisches Transportflugzeug, Luftbetankung, Verwundetentransport | A400M | 53[38] | |
| Lockheed Martin C-130J | Vereinigte Staaten | • taktisches Transportflugzeug • Luftbetankung |
C-130J-30 KC-130J |
3 3 |
Stationiert bei der binationalen Lufttransportstaffel „Rhin/Rhein“ in Évreux, Frankreich[39][40] |
| Airbus A319 | Europa | • Personen- und VIP-Transport • abbildende Aufklärung (v. a. im Rahmen Open Skies), Verwundetentransport[41][42] |
A319-133CJ A319-133CJ |
2 1 |
Beschriftung „Offener Himmel“ am Seitenleitwerk[43] |
| Airbus A321 | Europa | • Personen- und VIP-Transport • Personen- und Verwundetentransport |
A321-200 A321LR |
1 2[44] |
|
| Airbus A330 | Europa | Fracht- und Personentransport, Luftbetankung, Verwundetentransport | A330 MRTT | / | 50 % Finanzierungs- und Nutzungsanteil an 10 bestellten Maschinen unter dem Kommando der NATO-Multinational MRTT Unit; davon werden 4 in Köln/Wahn stationiert. Auslieferung der letzten Maschine geplant 2026.[45][46] |
| Airbus A350 | Europa | Personen- und VIP-Transport | A350-900 | 3 | |
| Bombardier Global 5000 | Kanada | Personen- und VIP-Transport | Global 5000 | 3 | ursprünglich 4, davon 1 Totalschaden |
| Bombardier Global 6000 | Kanada | • Personen- und VIP-Transport • signalerfassende Aufklärung |
Global 6000 Global 6000 |
3[47] 0 |
3 für signalerfassende Aufklärung im Rahmen von PEGASUS im Zulauf[48] |
| Hubschrauber | |||||
| Sikorsky CH-53 | Vereinigte Staaten | mittlere Transportaufgaben | CH-53GA CH-53GS CH-53GE |
40 20 6 |
Ersatz durch 60 CH-47F beschlossen. |
| Eurocopter AS532 | Frankreich | Personen- und VIP-Transport | AS532U2 | 3 | |
| Airbus Helicopters H145M | Europa | Transport und Unterstützung von Spezialkräften | H145M | 15 0 |
Der H145M ist auch bei den Heeresfliegern im Einsatz. Weitere 5 H145M laufen der Luftwaffe aus einer Bestellung über insgesamt 62 Hubschrauber dieses Typs ab Ende 2025 zu.[49] |
| Boeing-Vertol CH-47 | Vereinigte Staaten | schwere Transportaufgaben | CH-47F | 0 | 60 Hubschrauber sind zur Auslieferung ab 2027 bestellt[50][51] |
| Schulflugzeuge | |||||
| Grob G 120TP | Deutschland | Pilotenausbildung Grundschulung bei der 3. Deutschen Luftwaffenausbildungsstaffel in USA[52] | G-120TP | 5 | Betrieben von Lufthansa Aviation Training |
| Beechcraft T-6 | Vereinigte Staaten | Pilotenausbildung beim Euro NATO Joint Jet Pilot Training in USA[53] | T-6 Texan II | 69 | |
| Northrop T-38 | Vereinigte Staaten | Fortgeschrittene Pilotenausbildung beim Euro NATO Joint Jet Pilot Training in USA | T-38C | 41 | ursprünglich 46 |
| Unbemannte Luftfahrzeuge | |||||
| IAI Heron TP | Israel | Aufklärung, Luftnahunterstützung | German Heron TP | 5 | geleast; bereitgestellt durch Airbus. 4 zur Ausbildung in Israel, 1 in Deutschland stationiert.[54] |
| Flugabwehrsysteme | |||||
| Patriot | USA | Flugabwehrraketensystem | 8 | Bis Juli 2024 wurden drei von 13 Systemen an die Ukraine abgegeben.[55] Im August 2025 entschied die Bundesregierung, bis Ende Oktober zwei weitere Einheiten abzugeben. Das US-Verteidigungsministerium sicherte im Gegenzug die beschleunigte Lieferung neu produzierter Systeme zu.[56] Im März und Juli 2024 hatte die Bundeswehr je vier Systeme bestellt.[57] | |
| IRIS-T SLM | Deutschland | Flugabwehrraketensystem | 1[58] | 5 weitere Systeme sind zur Auslieferung bis 2027 bestellt[59] | |
| Arrow | Israel | Raketenabwehrsystem | 1/2 | Das System wird an drei Standorten stationiert. Die Auslieferung begann 2025 und soll bis 2030 abgeschlossen sein.[60] Das erste System wurde am 3. Dezember 2025 auf dem Fliegerhorst Holzdorf in Betrieb genommen.[61][62] | |
| Ozelot | Deutschland | Leichtes Flugabwehrsystem | 3 | ||
| Radaranlagen | |||||
| Ground Master 406F | Frankreich/USA | Luftraumüberwachungsradar | 6 | ||
| HADR | USA | Luftraumüberwachungsradar | 4 | ||
| RRP 117 | USA | Luftraumüberwachungsradar | 8 | ||
| RAT 31DL | Italien | Luftraumüberwachungsradar | 2 | verlegbar | |
| LÜR | Deutschland | Luftraumüberwachungsradar | 5[63] | verlegbar | |
| ASR-S | Deutschland | Flugplatz-Überwachungsradar | 17 | 20 insgesamt | |
Als Führungs- und Waffeneinsatzsystem der Luftwaffe (NATO-Bezeichnung: Air Command and Control System (ACCS)) wird seit Ende 2010 GIADS III benutzt.




Modernisierungsvorhaben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die politische Kontroverse vor Entscheidungen zur Entwicklung und Beschaffung von Großgerät der Luftwaffe ist aufgrund der technischen Risiken und insbesondere der hohen Kosten groß.
Neben zahlreichen Maßnahmen zur Verbesserung der Einsatzfähigkeit sind die Projekte mit dem aktuell (Stand Juni 2022) größten finanziellen Umfang die fortlaufende Beschaffung weiterer Eurofighter als Ersatz für ältere Eurofighter der Tranche 1 (Projekt „Quadriga“) sowie für Teile der Tornado-Flotte in der ECR-Rolle[64], die Fortführung der Beschaffung des A400M und der geplante Kauf von 35 F 35 von Lockheed Martin für die Ablösung des Tornado in der Aufgabe der Nukleare Teilhabe[65], wie auch der Erwerb von 60 CH-47F als schwere Transporthubschrauber[66]. Darüber hinaus wird die Entwicklung des Future Combat Air System gemeinsam mit Frankreich und Spanien fortgeführt.[67]
Ursprünglich sollten 180 Eurofighter in drei Tranchen bestellt werden. Von den ursprünglich 68 Eurofightern der dritten und letzten Tranche wurden im Juli 2009 jedoch nur 31 Flugzeuge als Tranche 3A bestellt. Am 30. Juni 2019 waren 138 von 143 bestellten Eurofightern von Airbus geliefert.[68] Die 33 ältesten Eurofighter der Tranche 1 sollen in den nächsten Jahren sukzessive ausgemustert und durch eine neue Tranche 4 ersetzt werden, die dann den modernsten Stand des europäischen Kampfjets darstellt. Als Tornado-Nachfolger stehen der Eurofighter und die F 35 von Lockheed Martin[69] fest. Die Luftwaffe plant, 35 F-35A und 15 Eurofighter ECR zu beschaffen.
Die Militärische Luftfahrtstrategie 2016 sieht vor, dass das Next Generation Weapon System in einem Future Combat Air System (FCAS)[70] die Tornados ersetzen und die Eurofighter ergänzen soll. Es handelt sich um ein „System der Systeme“ (System of systems), welches mit Drohnen und anderen Kampfeinheiten, Satelliten und Bodenstationen vernetzt werden soll (siehe Network-Centric Warfare).[71][72] Auf der Pariser Luftfahrtschau 2019 in Le Bourget unterzeichneten Frankreich und Deutschland weitere Verträge für das Projekt Future Combat Air System (FCAS), mit dem ab 2040 die heutigen Kampfjets abgelöst werden sollen. Zugleich trat Spanien offiziell der FCAS-Entwicklung bei.[73][74]
Seine Aufgaben umfassen
- Abriegelung aus der Luft (Air Interdiction (AI)),
- Luftnahunterstützung Close Air Support (CAS),
- Joint Time Sensitive Targeting (JTST), und
- Überwasserseekrieg aus der Luft (Anti Surface Warfare (ASuW)).[75]
Von den 53 bestellten Transportflugzeugen vom Typ A400M befanden sich im August 2025 49 Stück im Bestand der Luftwaffe[76]. Ursprünglich waren 40 Maschinen sind für den Standort Wunstorf vorgesehen. Weitere A400M sollten ab 2025[veraltet] auf dem Fliegerhorst Lechfeld stationiert werden, wo eine multinationale Einheit angestrebt wurde.[77] Diese Pläne wurden 2022 jedoch verworfen, nachdem sich keine nennenswerte Beteiligung anderer Nationen ergeben hat und der Ausbau des Flughafens insgesamt teurer gewesen wäre als die Konzentration aller Maschinen in Wunstorf.[78]
Als Ersatz der 4 A310MRTT ist im Rahmen des Multinational MRTT Fleet-Programms die Beschaffung von mehreren Airbus A330 MRTT geplant. Deutschland finanziert im Rahmen dieses Programms 5500 von 11000 jährlichen Flugstunden, die durch 10 Flugzeuge dieses Typs erbracht werden sollen.[79][80] Alle Maschinen dieses Programms werden von der Multinational MRTT Unit[81] betrieben und geführt. Die A310PAX wiederum wurden im Jahr 2022 durch 2 A321LR ersetzt.
Aufgrund der im Jahr 2018 bei der Flugbereitschaft aufgetretenen technischen Probleme an den Maschinen des Typ Airbus A340 wurde im Januar 2019 bekannt gegeben, dass man drei neue Maschinen vom Typ Airbus A350 von Airbus beschaffen wird. Kostenpunkt ca. 180 Millionen Euro pro Maschine, mit Umbau und extra Ausrüstung ca. 280 Millionen Euro pro Maschine.[82]
Im April 2014 wurde bekannt, dass das deutsch-französische Projekt „Future Transport Helicopter“ (FTH) von den Partnernationen nicht weiter betrieben wird. Die Bundeswehr erwog daraufhin als Nachfolge der 66 Sikorsky CH-53, entweder die CH-53K oder die CH-47F zu beschaffen.[83] Am 28. Februar 2019 eröffnete das BAAINBw die Ausschreibung für das Nachfolgeprojekt STH (Schwerer Transporthubschrauber). Gefordert wurde ein Hubschrauber mit einem maximalen Abfluggewicht von über 20 Tonnen und es war die Beschaffung von mindestens 44 und maximal 60 Hubschraubern geplant. Die Einführung des neuen Hubschraubers sollte 2023 beginnen und 2031 abgeschlossen sein. Das Ausschreibungsverfahren wurden jedoch aufgehoben, was zu einem Rechtsstreit mit Lockheed Martin und erheblichen Verzögerungen führte.[84] Im Juni 2022 gab das Bundesministerium der Verteidigung schließlich bekannt, 60 Maschinen des Model CH-47 Chinook beschaffen zu wollen. Der Kauf soll als direktes Regierungsgeschäft mit den USA abgewickelt werden.[85] Die Defense Security Cooperation Agency des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten hat die dafür notwendige Zustimmung für den Kauf im Wert von 8,5 Milliarden Dollar im Mai 2023 erteilt.[86]
Für die Signalverarbeitende Luftgestützte Weitreichende Überwachung und Aufklärung (SLWÜA) war die Einführung eines hochfliegenden unbemannten Luftfahrzeug – UAV mit großer Reichweite (HALE) des Typs RQ-4E Euro Hawk mit einem Aufklärungssystem (Integrated SIGINT System – ISIS) als Ersatz für die ausgesonderte Breguet 1150 M Atlantic der Marine geplant.[87] Im Jahre 2013 wurde das Projekt wegen Zulassungsproblemen und daraus resultierenden Kostenrisiken aufgegeben,[88] daher wurde nur ein Prototyp gekauft.
An Stelle der RQ-4E sollen (Stand 2018) drei Exemplare der moderneren Baureihe MQ-4C Triton beschafft und mit den Sensoren der RQ-4E ausgerüstet werden. Der Vertrag könnte Ende 2019 unterschrieben werden.[89][90] Diese modifizierten MQ-4C Triton-Drohnen werden unter der Bezeichnung „Pegasus“ (für Persistent German Airborne Surveillance System) vermutlich ab 2025, auf dem Fliegerhorst Schleswig stationiert werden, wo bereits Infrastrukturmaßnahmen zur Aufnahme der Maschinen getroffen worden waren.[91]
Am 13. Juni 2018 hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die Anmietung von fünf IAI Heron TP beschlossen. Die Heron TP ist als Aufklärungssystem für mittlere Höhen (Medium Altitude Long Endurance – MALE) als Ergänzung zu den bemannten Flugzeugen (Tornado Recce) sowie als Nachfolger der geleasten Aufklärungsdrohne Heron 1 geplant. Die Wartung wird von Airbus übernommen. Die Anmietung läuft bis 2027 und wird mindestens 900 Millionen Euro kosten. Die Maschinen werden zunächst als Aufklärungsdrohnen eingesetzt, sie haben aber die Option bewaffnet und als Kampfdrohnen eingesetzt zu werden.[92]
Am 9. Juni 2015 gab Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in Berlin gemeinsam mit Generalinspekteur Volker Wieker bekannt, dass das zukünftige Taktische Luftverteidigungssystem (TLVS) der Bundeswehr auf dem Luftverteidigungssystem MEADS (Medium Extended Air Defense System) basieren soll.[93][94] Eine Beschaffung des Systems erfolgte jedoch nicht.
Der Russische Überfall auf die Ukraine seit Februar 2022 führte jedoch zum Umdenken in der Bundesregierung und zur Planung eines umfassenden Ausbaus der Flugabwehrfähigkeiten der Bundeswehr. So bewilligte der Haushaltsausschuss des Bundestages am 14. Juni 2023 rund 950 Millionen Euro für den Kauf von sechs Flugabwehrsystemen des Typs IRIS-T SLM. Die Serienauslieferung ist ab Ende 2025 geplant und soll 2027 abgeschlossen werden.[95] Am 18. Oktober des gleichen Jahres folgte die Zustimmung zur Beschaffung des Raketenabwehrsystems Arrow aus israelischer Produktion. Da das Waffensystem marktverfügbar ist, will die Bundeswehr bereits 2025 eine Anfangsbefähigung mit Arrow erreichen. Der weitere Ausbau soll bis 2030 abgeschlossen werden.[96] Diese Beschaffungen sind eingebettet in die, durch die Bundesregierung im August 2022 ins Leben gerufene, European Sky Shield Initiative.
Fliegerhorste
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Insgesamt stehen der Luftwaffe derzeit zehn aktive Fliegerhorste sowie drei militärisch mitbenutzte zivile Flughäfen zur Verfügung.
Kennzeichnungen
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- Hoheitszeichen: Als Hoheitszeichen auf Luftfahrzeugen und Gefechtsfahrzeugen der Bundeswehr wurde 1956 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss das Eiserne Kreuz festgelegt.[97] Auf Luftfahrzeugen befindet sich zusätzlich die aufgemalte deutsche Flagge.
- Flugzeugkennzeichen: Die Kennzeichen deutscher militärischer Luftfahrzeuge bestanden zunächst aus zwei Buchstaben, aus deren Kombination sich auf die Teilstreitkraft, den Einsatzbereich und das Geschwader schließen ließ, und drei Ziffern, die sich in der Regel aus der Staffelzugehörigkeit und der laufenden Nummer ergaben.[98] Ab 1968 wurde das System dahingehend geändert, dass lediglich ein Rückschluss auf Typ und Seriennummer des Luftfahrzeugs möglich ist. Dazu werden für die Flugzeugkennzeichen zwei jeweils zweistellige Ziffernblöcke, die durch das Eiserne Kreuz getrennt werden, verwendet. Bei Angabe der Kennzeichen wird dabei das Kreuz als „+“ mitgeschrieben.[99]
- Ehemaliges Kennzeichen an einem damaligen Schulungsflugzeug T-6
- Kampfflugzeug Tornado mit dem Kennzeichen 45+76
- T-6 II-Trainingsflugzeug mit US-amerikanischen Hoheitsabzeichen
- Ein Hubschrauber der Flugbereitschaft für besonderen Flugbetrieb
Einsätze
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Luftwaffe ist an allen Auslandseinsätzen der Bundeswehr beteiligt. Die Hauptlast tragen die Lufttransportverbände und die Flugbereitschaft BMVg mit der Verlegung von Personal und Material der Bundeswehr und befreundeter Staaten und der Bereitstellung der Fähigkeit zur Evakuierung von Verwundeten. Auch die Objektschutztruppe ist in nahezu allen Einsatzgebieten vertreten.
Darüber hinaus wurden und werden Kräfte der Luftwaffe im Rahmen ihrer jeweiligen Fähigkeiten eingesetzt:
Luftverteidigung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Sicherstellung der Lufthoheit über Deutschland ist eine Dauereinsatzaufgabe der Luftwaffe. Die Einsatzführungsverbände überwachen in Zusammenarbeit mit den angrenzenden Staaten und den zivilen Kontrollstellen den Luftraum. Unregelmäßigkeiten oder ungewöhnliches Verhalten eines Flugzeugs melden sie an ihren vorgesetzten Gefechtsstand, der dann entscheidet, wie weiter zu verfahren ist. Für eine nähere Überprüfung sind rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche im Norden (Wittmund) und im Süden (Neuburg an der Donau) jeweils eine Alarmrotte mit je zwei Abfangjägern in hoher Alarmbereitschaft (QRA (I) – Quick Reaction Alert (Interceptor)).[100] Diese Jäger können auch bei Luftnotlagen zur Unterstützung eingesetzt werden.
Im Rahmen der Überwachung des NATO-Luftraums wurden deutsche Jagdverbände und Soldaten des Einsatzführungsdienstes zwischen 2005 und 2025 insgesamt 15 Mal zur Durchführung des Air Policing über dem Baltikum (Estland, Lettland und Litauen) in Litauen stationiert. Der längste dieser Einsätze dauerte vom 1. August 2022 bis zum 1. Dezember 2023.
Lufttransport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit 1960 waren die Lufttransportverbände der Luftwaffe mit ihren Transportflugzeugen und Hubschraubern in jedem Jahrzehnt mehrfach im Rahmen von humanitärer Hilfe oder zur Katastrophenhilfe nahezu weltweit im Einsatz (zum Beispiel 1960 Marokko (Erdbeben), 1962 Iran, 1965 und 1969 Algerien, 1969 Tunesien (Hochwasser), 1973 Sahelzone, 1984 Äthiopien, 1988 Armenien, 1990 Russland, 1991 Irak (UNSCOM), 1992 Somalia (UNOSOM), 1992–1996 Bosnien-Herzegowina (UNPROFOR/IFOR/SFOR), 1994 Ruanda (UNAMIR), 1998 Sudan, 1999 Australien/Osttimor (INTERFET), 2000 Mosambik (Hochwasserkatastrophe), 2003 Kongo (Operation Artemis)).[101]
Auch zur Amtshilfe und zur direkten Unterstützung deutscher Staatsbürger werden Kräfte des Lufttransports zum Einsatz gebracht. Hier können die Hubschrauber wertvolle Beiträge leisten (wie 1962 bei der Sturmflut in Norddeutschland, 1978/1979 dem Schneechaos in Norddeutschland, 1995/1997/2002/2006 bei der Hochwasserhilfe). Doch auch Flächenflugzeuge kommen zum Einsatz. Die C-160 Transall flogen mit Rüstsätzen (in der Folge der Waldbrände von 1975/1976 entwickelt) als Löschflugzeuge zur Bekämpfung von Wald- und Flächenbränden:
- 1980 Frankreich
- 1983 auf Sardinien/Italien
- 1983 (bei Ehra-Lessien, Niedersachsen) und
- 1988 (bei Voigtei, Niedersachsen)
Die Flugbereitschaft BMVg unterstützte Evakuierungsoperationen (zum Beispiel 1998 in Eritrea) und holte unter anderem Opfer der Tsunami-Katastrophe 2004 in die Heimat.
Aufklärung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Rahmen von Amtshilfe unterstützte das Aufklärungsgeschwader 51 Behörden zum Beispiel bei der Suche nach vermissten Personen, Massengräbern aus dem Zweiten Weltkrieg oder als Unterstützung bei Katastrophen (wie 2002 nach der Flugzeugkollision von Überlingen und 1995 und 2006 bei den Hochwasserkatastrophen). In die Kritik geriet der Einsatz der Luftwaffe im Rahmen der Amtshilfe beim G8-Gipfel in Heiligendamm 2007.[102][103]
Tornado-Aufklärungsflugzeuge der Luftwaffe wurden von 1995 bis 2001 in Piacenza (Italien) stationiert, um 1995 zunächst UNPROFOR (1995), IFOR (1995/1996) und SFOR (1996–1999) und im Kosovo-Krieg die Operation Allied Force (1999) und KFOR (1999–2001) zu unterstützen. Am 9. März 2007 wurde vom Deutschen Bundestag die Entsendung von sechs Aufklärungs-Tornados im Rahmen der ISAF-Mission nach Masar-e Scharif in Afghanistan beschlossen. Der Einsatz wurde am 30. November 2010 mit der Landung der Maschinen auf dem Heimatflugplatz beendet. Seit 2010 werden durch die Luftwaffe drei unbemannte Aufklärungssysteme vom Typ Heron 1 zur Unterstützung der Landstreitkräfte von Masar-e-Scharif aus betrieben.
Kampfeinsätze
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1991 erfolgte während des Golfkriegs im Rahmen der NATO-Operation Ace Guard die Verlegung von achtzehn Alpha-Jet-Jagdbombern des Jagdbombergeschwaders 43 als Teil der Allied Command Europe Mobile Forces (AMF) nach Erhac (Türkei) zur Sicherung der NATO-Südflanke gegen mögliche Angriffe des Irak. Zusätzlich wurden HAWK-Systeme des Flugabwehrraketengeschwaders 36 und Roland-Systeme der Flugabwehrraketengruppe 42 nach Dyarbakir und Erhac zur Verstärkung der Luftverteidigung in dieses Gebiet verlegt. Dies führte zu heftigen Diskussionen über die Zulässigkeit derartiger Auslandseinsätze und schließlich zu einer Klärung durch das Bundesverfassungsgericht am 12. Juli 1994.[104]
ECR-Tornados des Jagdbombergeschwader 32 wurden mit der Unterdrückung der jugoslawischen Luftverteidigung in der Operation Deliberate Force 1995 zur Unterstützung von UNPROFOR und der Operation Allied Force 1999 während des Krieges gegen das ehemalige Jugoslawien beauftragt.
In Ausnahmefällen beteiligen sich sogenannte Austauschoffiziere der Luftwaffe an Einsätzen der Staaten, in denen sie verwendet werden. So wurde zum Beispiel ein deutscher Waffensystemoffizier einer Tornado-Staffel der Royal Air Force von Oktober 2009 bis Januar 2010 in Afghanistan eingesetzt.[105]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Eberhard Birk, Heiner Möllers, Wolfgang Schmidt: Die Luftwaffe zwischen Politik und Technik (= Schriften zur Geschichte der Deutschen Luftwaffe. Band 2). Hartmann, Miles-Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-937885-56-8.
- Eberhard Birk, Peter Andreas Popp (Hrsg.): LwOffz21. Das Selbstverständnis des Luftwaffenoffiziers zu Beginn des 21. Jahrhunderts (= Schriften zur Geschichte der Deutschen Luftwaffe. Band 5). Hartmann, Miles-Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-945861-32-5.
- Hans-Werner Jarosch (Hrsg.): Immer im Einsatz. 50 Jahre Luftwaffe. Mittler, Hamburg u. a. 2005, ISBN 3-8132-0837-0.
- Bernd Lemke, Dieter Krüger, Heinz Rebhan, Wolfgang Schmidt: Die Luftwaffe 1950 bis 1970. Konzeption, Aufbau, Integration (= Sicherheitspolitik und Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland. Band 2). Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2006, ISBN 3-486-57973-8.
- Douglas Peifer: The Luftwaffe's role in Expeditionary Bundeswehr Missions since Unification. In: Bernhard Chiari (Hrsg.): Auftrag Auslandseinsatz: Neueste Militärgeschichte an der Schnittstelle von Geschichtswissenschaft, Politik, Öffentlichkeit und Streitkräften. Rombach Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-7930-9694-8 (englisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Bundesministerium der Verteidigung: Personalzahlen der Bundeswehr. Mai 2026, abgerufen am 19. Mai 2026 (Stand: 30. April 2026.).
- ↑ Tagesprotokoll des Inspekteurs der Luftwaffe vom 29. März 1966: 170 F-84 F, 32 RF-84 F, 45 F-86 F, 14 F-86 K und 21 Fouga Magister, nach Die Luftwaffe 1950 bis 1970. München 2006, S. 614. Siehe auch Republic F-84#Entwicklung und Einsatz letzter Abschnitt.
- ↑ Gunnar Digutsch: Die NVA und die Armee der Einheit. In: Frank Nägler: Die Bundeswehr 1955 bis 2005. Rückblenden, Einsichten, Perspektiven. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2007, ISBN 978-3-486-57958-1, S. 470.
- ↑ Roland Schriefer: Hochmotiviert trotz aller Einschnitte. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 14. Januar 2015, abgerufen am 30. März 2015.
- ↑ Luftfahrtamt der Bundeswehr wird aufgestellt – was ergibt sich daraus für die Luftwaffe? (PDF) In: Neue Horizonte. Februar 2014, abgerufen am 8. April 2018.
- ↑ Neue Führungsorganisation in der Luftwaffe. Bundesministerium der Verteidigung, Leiter des Presse- und Informationsstabes, 30. Juni 2015, abgerufen am 1. Juli 2015.
- ↑ Weiterentwicklung der Führungsorganisation der Luftwaffe aus Neue Horizonte (Sonderausgabe). (PDF) Kommando Luftwaffe, Presse- und Informationsstab der Luftwaffe, abgerufen am 7. Juli 2015.
- ↑ Carl Schulze/Frank Bötel: Bodengebundene Luftverteidigung: Von Kooperation zu Integration. Bundesministerium der Verteidigung, Leiter des Presse- und Informationsstabes, 5. April 2018, abgerufen am 7. April 2018.
- ↑ Weißbuch 2016 zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr ( vom 25. Januar 2021 im Internet Archive).
- ↑ Die Organisation der Luftwaffe. Bundesministerium der Verteidigung, Leiter des Presse- und Informationsstabes, 28. November 2017, abgerufen am 7. August 2019.
- ↑ Stefan Bitterle: CAMOBw: Standardisierung bei der Lufttüchtigkeit aller Teilstreitkräfte. Europäische Sicherheit & Technik (ESUT.de), 1. August 2025, abgerufen am 12. November 2025.
- ↑ Melanie Hanz: Weniger in Upjever – mehr in Wittmund. In: NWZ online. 5. März 2015, abgerufen am 20. April 2016.
- ↑ Mission accomplished – well done! Bundesministerium der Verteidigung, Leiter des Presse- und Informationsstabes, 26. Juli 2016, abgerufen am 28. Juli 2016.
- ↑ Thomas Wiegold: Die Grobstruktur steht. Augen geradeaus!, 21. September 2011, abgerufen am 21. September 2011.
- ↑ Trendwende Personal. Bundesministerium der Verteidigung, abgerufen am 10. August 2019.
- ↑ Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten der Fraktion der AfD – Drucksache 19/3261 –. (PDF) Deutscher Bundestag, 30. Juni 2018, abgerufen am 22. August 2018.
- ↑ Dienstgradabzeichen der Luftwaffe
- ↑ Peter Hanke: Michael Giermeier. Der Engel von Sarajevo. In: geschichte.luftwaffe.de. Luftwaffe, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 14. Juni 2015; abgerufen am 9. Dezember 2020.
- ↑ Ute Kindler: Tornados aus Holloman fliegen bald an der Nordseeküste. Bundesministerium der Verteidigung, Leiter des Presse- und Informationsstabes, 13. April 2016, abgerufen am 13. April 2016.
- ↑ D. Jennert: Mekka der Transall-Piloten. Schleswig-Holsteinische Landeszeitung, 3. April 2014, abgerufen am 19. April 2014.
- ↑ Anthony Osborne: Germany, France To Embark On Joint A400M Training. In: aviationweek.com. 1. Oktober 2013, abgerufen am 19. September 2014 (englisch).
- ↑ Eurofighter auf der offiziellen Luftwaffenwebsite
- ↑ Tornado auf der offiziellen Luftwaffenwebsite ( des vom 24. August 2019 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Neues Flugzeug für Flugbereitschaft des BMVg. Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw), 5. Januar 2017, abgerufen am 7. Januar 2017.
- ↑ Ministerin bei Übergabe von A319 OH Offener Himmel. Bundesministerium der Verteidigung, Leiter des Presse- und Informationsstabes, 21. Juni 2019, abgerufen am 22. Juni 2019.
- ↑ Volker Mais: Letzte Global 5000 an Flugbereitschaft ausgeliefert. Bundesministerium der Verteidigung, Leiter des Presse- und Informationsstabes, 9. Januar 2012, abgerufen am 7. August 2019.
- ↑ Flugrevue: „Heon 1 fliegt weiter in Mali und Afghanistan“ vom 21. Dezember 2017; eingesehen am 5. August 2019
- ↑ Jan Christoph Reichmann: Drohne German Heron TP: Die Verstärkung aus der Luft startet in die Testphase. In: bundeswehr.de. 15. Mai 2024, abgerufen am 30. Juli 2024.
- ↑ HENSOLDT verbessert Flugsicherung auf deutschen Fliegerhorsten. Hardthöhen-Kurier, 15. Juli 2019, abgerufen am 11. August 2019.
- ↑ Absturz zweier Eurofighter. Spiegel Online, 25. Juni 2019, abgerufen am 29. Juli 2019.
- ↑ Ersatz für Tornados: Bundeswehr setzt auf Teillösung. In: FAZ.net. 26. März 2020, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 19. April 2020]).
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