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Brouchaud

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Brouchaud
Brochau
Brouchaud (Frankreich)
Brouchaud (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Nontron
Kanton Isle-Loue-Auvézère
Gemeindeverband Isle-Loue-Auvézère en Périgord
Koordinaten 45° 12′ N, 1° 0′ OKoordinaten: 45° 12′ N, 1° 0′ O
Höhe 127–232 m
Fläche 11,94 km²
Einwohner 224 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 19 Einw./km²
Postleitzahl 24210
INSEE-Code
Website www.brouchaud.fr

Kirche Saint-Pierre-ès-Liens

Brouchaud (Aussprache [bʁuʃo], okzitanisch Brochau) ist eine französische Gemeinde mit 224 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle-Loue-Auvézère en Périgord. Die Bewohner werden Brouchaudois und Brouchaudoises genannt. Die Gemeinde besteht aus dem gleichnamigen Ort sowie mehreren Weilern (hameaux) und Einzelgehöften (fermes).

Quelle des Blâme
Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Brouchaud liegt etwa 44 Kilometer südöstlich von Nontron, etwa 39 Kilometer nordnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 22 Kilometer ostnordöstlich von Périgueux in der Région naturelle des Périgord central im touristisch benannten Landesteil des Périgord blanc. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von den Flüsschen Blâme, das in seinem äußersten Süden entspringt, und Soue, das in der Nähe des Zentrums in den Blâme mündet.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Brouchaud liegt auf der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, die aus dem Känozoikum stammen, sowie Sedimentgesteine aus dem Mesozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine recht bewaldete Hügellandschaft, die durch die Flusstäler markant eingeschnitten wird. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 232 m Höhe in der Nähe des Lieu-dit Bellevue im äußersten Westen. Das Zentrum liegt an einem Hang oberhalb des Blâme-Tals auf etwa 144 m Höhe.

Rund 60 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, etwa 39 % werden landwirtschaftlich, zumeist heterogen genutzt, 1 % entfällt auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.[2]

Brouchaud wird von folgenden vier Gemeinden umgeben:

Cubjac-Auvézère-Val d’Ans
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Gabillou
Montagnac-d’Auberoche Limeyrat Ajat
Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Brouchaud

Natürliche Risiken

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Naturrisiken manifestieren sich in Brouchaud als

  • Dürren
  • Waldbrände
  • Bodensetzungen.

Im gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, ist das Gemeindegebiet bis auf kleinere Flächen im Westen und Nordosten von einer geringen Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]

Toponymie und Geschichte

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Der Name des Dorfes erschien in den Schriften des 13. Jahrhunderts in den Schreibweisen Brochat und Brochalh. Die Form Brochaut wurde ab dem 16. Jahrhundert vermerkt (1566). Als Ursprung wurde ein gallisches Wort vorgeschlagen, das einen felsigen Sporn bezeichnete. Brochaud wäre ein Dorf, das auf einem Felsvorsprung gegründet wäre. Aber wenn die Weiler der Gemeinde sich auch auf Hügeln befinden, so ist das Dorf selbst doch im Tal gelegen. Eine überzeugendere Hypothese sieht in den ersten Formen des Namens eine nordokzitanische Variante im Maskulinum von brocalha (deutsch Gestrüpp). Dieses Wort kommt aus bròc (deutsch Dorn, Busch), möglicherweise gallischen Ursprungs.[5]

Neolithische Funde belegen eine frühe menschliche Besiedlung des Ortes Brouchaud. Im Mittelalter unterstand das Dorf der Kastellanei Ans.[6]

Bevölkerungsentwicklung

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Brouchaud: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
  
321
1800
  
403
1806
  
377
1821
  
529
1831
  
537
1836
  
495
1841
  
564
1846
  
532
1851
  
528
1856
  
540
1861
  
510
1866
  
501
1872
  
506
1876
  
525
1881
  
532
1886
  
528
1891
  
535
1896
  
510
1901
  
464
1906
  
440
1911
  
438
1921
  
381
1926
  
376
1931
  
321
1936
  
338
1946
  
266
1954
  
251
1962
  
232
1968
  
200
1975
  
194
1982
  
161
1990
  
212
1999
  
178
2006
  
206
2013
  
221
2020
  
211
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Der Bevölkerungsrückgang im 20. Jahrhundert ist im Wesentlichen auf die Mechanisierung der Landwirtschaft und die Aufgabe von bäuerlichen Kleinbetrieben zurückzuführen.

Sehenswürdigkeiten

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  • Die im 19. Jahrhundert im neogotischen Stil erbaute Kirche Saint-Pierre-ès-Liens ist dem durch einen Engel aus dem Gefängnis befreiten Apostel Petrus geweiht. Kirchenschiff und Apsis sind aus Bruchsteinen gemauert; die Ecksteine sind exakt bearbeitet. Der Westturm ist mit Hausteinen verkleidet.
  • Zwei Herrensitze (Manoir de Saint-Just und Manoir de la Gilardie) aus dem 17./18. Jahrhundert befinden sich in Privatbesitz.
  • Nur nach starken oder lang anhaltenden Regenfällen sprudelt die ca. ein Kilometer südlich des Ortes gelegene Quelle des Blâme (Puits de Bontemps) aus einer runden Einfassung. Höhlenforscher haben mehrere unterirdische Kavernen erforscht.
  • In einem Wäldchen südlich des Weilers Prunerède befinden sich die Reste eines megalithischen Dolmens.
  • Überbleibsel einer ehemaligen Abtei

Erwerbstätigkeit

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Im Jahre 2022 waren 79 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Brouchaud erwerbstätig, entsprechend 67,1 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Frauen (70,0 %) höher lag als der der Männer (64,1 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit neun Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (15). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 15,6 % (2016) auf 11,9 % (2022).[11]

Branchen und Betriebe

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15 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Brouchaud wirtschaftlich aktiv:[11]

Branche
Anzahl %
Gesamt 15
Fertigung, Bergbau und andere Industrien 1 6,7 %
Baugewerbe 4 26,7 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie 6 40,0 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten 2 13,3 %
Andere Dienstleistungen 2 13,3 %

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[12] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 16 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 4 in den Jahren 2000 und 2010 auf schließlich einen im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 93,8 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich drastisch von 282 Hektar im Jahre 1988 auf 8 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb sank entsprechend von 17,6 Hektar auf 8,2 Hektar.[13][14][15]

Brouchaud liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die Departementsstraße D 68 von Sorges et Ligueux en Périgord über Cubjac-Auvézère-Val d’Ans nach Ajat durchquert das Gemeindegebiet ohne direkte Anbindung des Zentrums. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen hingegen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit weiteren Nachbargemeinden.

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Brouchaud – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Géologie de la Dordogne-Périgord. Esprit de Pays, abgerufen am 6. November 2025 (französisch).
  2. Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 6. November 2024 (französisch).
  3. Dossier des Départements der Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 6. November 2025 (französisch).
  4. Les risques près de chez moi. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 6. November 2025 (französisch).
  5. Tanet, Hordé, Seiten 72–73
  6. Brouchaud (französisch) (Memento vom 9. September 2016 im Internet Archive)
  7. Notice Communale Brouchaud. EHESS, abgerufen am 6. November 2025 (französisch).
  8. Populations légales 2006 Commune de Brouchaud (24066). INSEE, abgerufen am 6. November 2025 (französisch).
  9. Populations légales 2013 Commune de Brouchaud (24066). INSEE, abgerufen am 6. November 2025 (französisch).
  10. Populations légales 2020 Commune de Brouchaud (24066). INSEE, abgerufen am 6. November 2025 (französisch).
  11. a b Dossier complet Commune de Brouchaud (24066). INSEE, abgerufen am 6. November 2025 (französisch).
  12. Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 6. November 2025 (französisch).
  13. Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Brouchaud. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 6. November 2025 (französisch).
  14. Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 6. November 2025 (französisch).
  15. Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 6. November 2025 (französisch).