Aalter
| Aalter | ||
|---|---|---|
| Staat: | ||
| Region: | Flandern | |
| Provinz: | Ostflandern | |
| Bezirk: | Gent | |
| Koordinaten: | 51° 5′ N, 3° 27′ O | |
| Fläche: | 119,19 km² | |
| Einwohner: | 29.787 (1. Jan. 2024) | |
| Bevölkerungsdichte: | 250 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 9880, 9881 | |
| Vorwahl: | 09 | |
| Bürgermeister: | Pieter De Crem (CD&V) | |
| Adresse der Kommunal- verwaltung: | Gemeentehuis Europalaan 22 9880 Aalter | |
| Website: | www.aalter.be | |
| Name | Fläche (km²) | Einwohnerzahl (01/01/2006) |
|---|---|---|
| Aalter -Aalter -Aalter-Brug -Maria-Aalter | 46,35 | 13.771 |
| Bellem | 12,08 | 2.265 |
| Knesselare | 16,55 | ? |
| Lotenhulle | 17,66 | 2.314 |
| Poeke | 5,82 | 535 |
| Ursel | 20,77 | ? |
- Quelle:Gemeinde Aalter
Die Gemeinde liegt in Flandern auf halber Strecke zwischen Gent und Brügge, in der Mitte des Dreiecks Eeklo-Deinze-Tielt.
Aalter-Brug
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Der Flecken ist auf halbem Wege zwischen Gent und Brügge als Zwischenstoppmöglichkeit entstanden. Bereits 1624 gab es ein Marktschiff zwischen Aalter und Gent. Das führte zur Einrichtung von Herbergen und zur Entstehung eines Wohndorfs. 1775 wurde die erste Brücke über den Kanal gelegt, von der sich der Name des Wohnkerns ableitet. 1938 wurde eine eigene Kirche errichtet, seit 1950 Kirche der St. Godelievepfarrei. Funde reichen hier bis in die Vorgeschichte zurück. Unter anderem hat man einen eisenzeitlichen Kultplatz und zahlreiche Spuren der mittelalterlichen Bewohnung des Ortes gefunden. Hier befand sich auch das sogenannte Woestijnegoed, Residenz der Herren van de Woestijne, die während des Ancien Regimes Herren von Aalster und Knesselare waren. Die erhaltenen Bauten in Aalter-Brug gehen maximal bis 1895 zurück.

Maria-Aalter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Maria-Aalter, auch Sint-Maria-Aalter genannt, liegt an der Grenze zu Westflandern. Obwohl hier schon einige Hufen im Mittelalter existierten, wurde das Gebiet 1578 während des Geusenaufstandes zu einer Wüstung und verlassen. Der heutige Siedlungskern entwickelte sich erst mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts und gipfelte im Bau der neuen Kirche. Auf die Bevölkerung von Maria-Aalter wurde bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts herabgesehen. Viele Bewohner verdienten ihr Auskommen durch Saisonarbeit in Frankreich. Aus diesem Landstrich kam es auch zu einer regelrechten Massenauswanderung in die Vereinigten Staaten.
Bellem
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Dorfkern von Bellem liegt südlich des Kanals Gent – Brügge. Das Dorf ist bekannt für seine alten Landbaugründe im nördlichen Gebietsteil. Das Gebiet liegt im westlichen Ausläufer der flachen Landschaft der flämischen Vallei.
Sehenswert ist das Grammenshaus, Geburtshaus von Flor Grammens (1899–1985). Das ursprüngliche historische Museum des flämischen Streits („Historisch Museum van de Vlaamse Strijd“) ist 1995 in das IJzerbedevaartmuseum in Diksmuide integriert worden, weil vor Ort dafür zu wenig Interesse bestand. Heute beherbergt das Geburtshaus daher noch eine biographische Ausstellung über Flor Grammens und sein Wirken.
Die Liebfrauenkirche stammt mit ihren ältesten Teilen aus dem 16. Jahrhundert. Die Kirche wurde auf dem Gebiet erbaut, an dem im 13. Jahrhundert die Pfarrei Betlehem bestand. Die Kirche bestand lange Zeit nur aus einem Mittelschiff und einem nördlichen Kirchenschiff. Im Laufe der Zeit wurde an der Südseite ein Kapellenschiff angebaut. Im Jahre 1847 wurden große Veränderungen vorgenommen, als das fünfjochige südliche Schiff angebaut und das nördliche Seitenschiff um ein Joch verlängert wurde. Der zuvor alleinstehende Westturm wurde so Teil der Kirche. 1872 wurde die Kirche renoviert und erweitert. 1944 wurde die Kirche von Angehörigen der deutschen Wehrmacht auf ihrem Rückzug in Brand gesteckt. Nach dem Krieg wurde sie wiederhergestellt und dabei nochmals vergrößert.
Während der Restaurierungsarbeiten an der Kirche wurde die Kapelle von Bellem teilweise angepasst, um das kirchliche Leben Bellems vorübergehend zu beherbergen. Heute ist diese Kapelle, die schon vor längerer Zeit profaniert wurde, zu einer Familienwohnung umgebaut.
Auch ein historisch wichtiges Denkmal ist der Bellemer Taubenturm. Er ist einer von drei typischen und seltenen Taubentürmen.
Lotenhulle
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Der Name hat einen fränkischen Ursprung. Lo kommt von Lauha, was „kleines waldreiches Gebiet“ bedeutet, und hulle kommt von hulja, was sandiger Grund oder Gefälle/Helling bedeutet. Zur Unterscheidung von Lochristi, welches ursprünglich Lo hieß, wurde ten Hulle an den Namen hinzugefügt. Örtlich wird noch stets von Lue gesprochen. Ten hulle oder Ta Hulja (auf dem Hügel) verweist auf den Vegetationskamm, der nach der letzten Eiszeit übrig blieb. Die Römer bauten darauf eine Heerstraße. An die römische Heerstraße erinnert die heutige „Heirstraat“, die streckenweise deren Verlauf folgt. Die Heirstraat ist ein Überbleibsel des alten Weges zwischen Brügge und Oudenaarde.
Sehenswert ist die Heiligkreuzkirche von Lotenhulle.
Poeke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Poeke wird 1139 als Poca genannt. Verschiedenen Quellen zufolge bezeichnet Poeke zu viel wie beek (Bach), einer anderen Quelle zufolge könnte Poca von einem keltischen Wort für „angenehm“, „schön“ abgeleitet sein.
Nördlich vom Dorfzentrum verläuft der Poekebeek. Das Wappen der ehemals eigenständigen Gemeinde zeigt einen gespaltenen Schild, mit einem goldenen rotbewehrten und -bezungten nach rechts blickenden Adler auf blauem Grund im rechten Felde, stehend für die Familie de Preud’homme d’Hailly de Nieuport, Burggrafen von Nieuwpoort und Herren von Poeke. Im linken Feld befindet sich das Wappen der „here van Pooc“ aus dem 14. Jahrhundert, ein schwarzer Löwe mit roter Bewehrung und Bezungung auf goldenem Grunde. Das Wappen wurde durch Dekret der niederländischen Regierung vom 3. Dezember 1817 zuerkannt.[5]

- Dorfplatz mit St. Lambertkirche
- Hendrik Van Doorne.
- Das einstige Gotteshaus von 1896.
- Das Schloss von Poeke
- Wappen von Poeke
Sehenswert in Poeke sind:
- Das Wasserschloss von Poeke sowie dessen zugehörige Domänen, das Natuureducatief Centrum (NEC), der Poekepark und der Hondenkennel.
- Die Artemeersmühlen wurden 1810 in der jetzigen Artemeersstraat auf der Grenze zwischen Poeke und Kanegem als Korn- und Ölmühlen errichtet.
- Die St. Lambertkirche wurde 1842 am Standort einer älteren gotischen Kirche errichtet. Über dem Hauptaltar hängt ein bekanntes, von P. Beenaerts gemaltes Bildnis des hl. Lambertus aus dem Jahre 1662. Von ihm stammt auch das Bildnis des hl. Hubertus über dem Altar Johannes des Täufers. Der Hauptaltar selbst enthält als Antependium einen aus dem arduinen Prachtgrab Jans III. von Poeke stammenden Stein, er war der letzte Abkömmling der ursprünglichen Herren von Poeke. Schöne Grabmonumente von Abkömmlingen der Familie Preudhomme d’Hailly befinden sich im hinteren Teil der Kirche und an der Außenseite am Chorgemäuer. Die Orgel aus dem Jahre 1831 ist durch den Neveler Orgelbauer Leo Lovaert (1802–1872) geschaffen worden.
- Het Kasteelke an der Knokstraat wurde durch Alfred und Isabelle Preudhomme im Jahre 1872, als die Familia das Wasserschloss von Poeke an die Familie Pycke de Peteghem verkaufte, errichtet.
- Das vormalige Rusthuis oder Godshuis wurde zwischen 1894 und 1896 erbaut. Teilweise dient es als Gemeindebibliothek, teilweise wird es untervermietet.
Der bekannte westflämische Dichter Guido Gezelle kam regelmäßig auf Besuch nach Poeke. Er verblieb dann im Kloster, wo er Gedichte schrieb. Auch Poeke wird in einem gleichnamigen Gedicht beschrieben. Dafür wurde er mit einem Straßennamen geehrt. Sein getreuer Schüler Pfarrer Hendrik Van Doorne wurde dort als Sohn eines Notars 1841 geboren und starb auch 1914 dort.
Bevölkerungsentwicklung
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- Quellen:NIS, www.meetjesland.be und Gemeinde Aalter – Anmerkung:1806 bis 1991=Volkszählungen; 1977, 2002 und 2007=Einwohnerzahl am 1. Januar
- 1977: Eingemeindung von Bellem, Lotenhulle und Poeke
Verkehr
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Aalter hat Anschluss zur A10 (E40), zum Kanal Gent – Brügge und zur Eisenbahnlinie 50A (Ostende – Brüssel). Der IC Ostende – Antwerpen hält in Aalter, wie auch die RB Brügge – Gent. Auf der Höhe von Aalter schließt die N44, die die A10 mit der N49 verbindet, an die A10 an. 2007 bis 2008 wurde unter der N44 bei Aalter ein Tunnel angelegt.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Robert de Kerchove (1847–1942), Benediktiner, Abt von Maredsous
- Pieter De Crem (* 1962), Politiker
- Jan De Crem, Politiker
- Flor Grammens, Politiker und Sprachaktivist
- August Meiresonne, Bierbrauer und Bürgermeister
- Jef Tavernier, Politiker
- Wendy Van Wanten, Sängerin
- Gertjan De Mets (* 1987), Fußballspieler bei KV Kortrijk (seit Saison 2010/11)
- Kenny Belaey, vielfacher Weltmeister im Biketrial
Trivia
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1974 feierte Aalter sein tausendjähriges Bestehen.
- Das Rathaus wird spottend nach Bauherr und Bürgermeister Pieter De Crem das „Cremlin“ genannt.
- Aalter hat den einzigen Fanclub von Carlos Sastre: Die Amigos Carlos Sastre.
Partnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aalter pflegt Partnerschaften mit den Städten Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen in Deutschland (seit 1974) und mit La Creuse in Frankreich (seit 1979).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website der Gemeinde (niederländisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Aalter. The towns of our Meetjesland in Flanders, Belgium. In: freepages.genealogy.rootsweb.ancestry.com. 28. Januar 2014, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 6. November 2012; abgerufen am 7. Mai 2014 (englisch): „Archaeological finds of the last 40 years prove that humans lived here already in prehistory.“ Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Plaatsnamen verklaard
- ↑ Luc Stockman: Historische geografische ontwikkeling van de Villa Haleftra. Aalter 1968, blz. 8.
- ↑ — ( vom 12. Januar 2012 im Internet Archive)
- ↑ Wapenschilden en vlag. Voor 1977 (fusie van gemeenten). In: www.aalter.be. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 18. September 2014; abgerufen am 20. Juli 2013 (niederländisch).


