Büschel aus goldbraunem, nadeligem Yofortierit neben weißem, tafeligem Mikroklin aus der Grube Demix-Varennes, Saint-Amable, Québec, Kanada (Sichtfeld6,9mm×4,3mm)
Yofortierit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt faserige bis nadelige Kristalle, die meist in radialstrahligen, büscheligen oder kugeligen Aggregaten angeordnet sind und einen seidenähnlichenGlanz zeigen. Das Mineral kommt in verschiedenen Farben von rosa bis violett, rötlich bis orangebraun sowie beige bis dunkelbraun bzw. bronzefarben vor. Seine Strichfarbe ist allerdings immer hellrosa.
Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. VIII/H.33-030. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort der Abteilung „Schichtsilikate“, wo Yofortierit zusammen mit Falcondoit, Ferrisepiolith, Kalifersit, Loughlinit, Palygorskit, Sepiolith, Tuperssuatsiait und Windhoekit die unbenannte Gruppe VIII/H.33 bildet.[4]
Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Yofortierit in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung der „Schichtsilikate: modulierte Lagen“ ein. Hier ist er zusammen mit Palygorskit, Tuperssuatsiait und Kalifersit in der „Palygorskit-Sepiolithgruppe (Palygorskit-Untergruppe)“ mit der System-Nr. 74.03.01a innerhalb der Unterabteilung „Schichtsilikate: modulierte Lagen mit verbundenen Streifen“ zu finden.
Neben seiner Typlokalität Mont Saint-Hilaire, genauer im Steinbruch Poudrette, trat das Mineral in Kanada bisher nur noch im Steinbruch Demix-Varennes zwischen Saint-Amable und Varennes in der Provinz Québec zutage.
Guy Perrault, Yves Harvey, Raymond Pertsowsky:La yofortierite, un nouveau silicate hydraté de manganése de St-Hilaire, P.Q. In: The Canadian Mineralogist. Band13, 1975, S.68–74 (französisch, rruff.info[PDF; 1,1MB; abgerufen am 12.Dezember 2022] mit englischer Kurzbeschreibung).
Michael Fleischer, George Y. Chao, J. A. Mandarino:New mineral names. In: American Mineralogist. Band61, 1976, S.341 (englisch, [PDF; 543kB; abgerufen am 12.Dezember 2022]).
Yofortierite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 12.Dezember 2022(englisch).
12345Frank C. Hawthorne, Yassir A. Abdu, Kimberly T. Tait, Malcom E. Back:The crystal structure of yofortierite. In: The Canadian Mineralogist. Band51, 2013, S.243–251, doi:10.3749/canmin.51.2.243 (englisch).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.681 (englisch).
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Yofortierite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 84kB; abgerufen am 12.Dezember 2022]).
1234Yofortierite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 12.Dezember 2022(englisch).