Wladikawkas
Stadt
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| Liste der Städte in Russland | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1897 | 43.740 |
| 1939 | 130.755 |
| 1959 | 164.420 |
| 1970 | 236.200 |
| 1979 | 278.930 |
| 1989 | 300.198 |
| 2002 | 315.608 |
| 2010 | 311.693 |
Anmerkung: Volkszählungsdaten
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eisenbahn
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Strecke der privaten Wladikawkas-Bahn erreichte 1875, ausgehend von Rostow am Don, die Stadt. Die Strecke gehört heute zum Netz der Nordkaukasischen Eisenbahn. Es werden tägliche direkte Verbindungen nach Moskau (Zug 33/34), Sankt Petersburg (121/122), Noworossijsk (677/678) und Adler (679/680) angeboten, im Sommer auch nach Anapa. Darüber hinaus existiert ein S-Bahn-Verkehr (Elektritschka) über Beslan und Prochladny nach Mineralnyje Wody.
Luftverkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wladikawkas besitzt keinen eigenen Flughafen. Der Luftverkehr wird über den 20 km vor der Stadt gelegenen Flughafen Beslan (IATA: OGZ, ICAO: URMO) abgewickelt. Es werden Flüge nach Moskau-Domodedowo, Moskau-Wnukowo und St. Petersburg angeboten (Stand 2018). Eingesetzt werden nur maximal Flugzeuge bis zur Größe eines Airbus A320 bzw. Boeing 737.
Fernstraßen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wladikawkas liegt an der georgischen Heerstraße, der russischen A161 (bis 2010: A301), die als Teil der E117 Russland mit Georgien und Armenien verbindet. In Beslan besteht Anschluss an die R217 Kaukasus (bis 2010: M29), welche hier Teil der E50 von Brest bis ans Kaspische Meer ist.
Nahverkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Hauptlast des Nahverkehrs wird von der Straßenbahn getragen. Daneben existieren Buslinien sowie russlandtypische Marschrutkas.

Nach einem erfolglosen Versuch eine Pferdestraßenbahn zu errichten, vergab die Stadt 1897 eine Konzession, welche letztendlich von der in Belgien registrierten privaten „Société Anonyme Les tramways Vladikavkaz et l'éclairage électrique“ wahrgenommen wurde. 1902–1904 wurde die erste Strecke in Meterspur errichtet und im August 1904 eröffnet. Bereits im ersten vollen Betriebsjahr (1905) wurden auf den drei Linien (8,5 km Strecke) 1,5 Mio. Passagiere befördert. 1913 betrug die Streckenlänge 12,5 km und es wurden mit 19 Trieb- und fünf Beiwagen bereits 3,3 Mio. Passagiere befördert. Der Betrieb wurde 1918 verstaatlicht. Aufgrund der Revolutionswirren und dem folgenden russischen Bürgerkrieg musste der Betrieb 1920 eingestellt werden und kam nur sporadisch vor. Erst ab dem 7. November 1924 erfolgte wieder ein fahrplanmäßiger Verkehr.
Zwischen 1933 und 1937 erfolgte eine Umstellung auf russische Breitspur (1524 mm). 1970 erreichte das Netz mit zehn Linien auf 46 km seine größte Ausdehnung. Es wurden über 51 Millionen Fahrgäste gezählt, das deutlich längere Busnetz beförderte nur 30 Mio. Passagiere. Die Bedienung der Linien erfolgt ausschließlich durch Solo-Triebwagen, von welchen 1989 49 im Bestand waren. Im Zuge des Aufbaus des O-Busnetzes wurden zwei Strecken komplett eingestellt, so dass heute acht Linien auf 59 km Gleislänge betrieben werden (Stand 2015). Der Fuhrpark besteht seit 2006 aus Rollmaterial des Herstellers Tatra vom Typ T3D und T4D, das zwischen 1996 und 2003 aus Leipzig, Chemnitz, Dresden und Magdeburg übernommen wurde.[5] Aktuell werden über 60 Mio. Fahrgäste pro Jahr gezählt.
1960 wurde vom Stadtrat die Installation eines O-Busnetzes beschlossen. Der Aufbau begann 1969 mit dem Depot und sollte bis 1975 abgeschlossen werden. Die Fahrausbildung der ersten Fahrer begann daher bereits im Frühjahr 1975 im Betrieb von Astrachan. Die Lieferung der vier ZIU-628B aus dem Urizki-Werk verzögerte sich jedoch bis Dezember 1976, so dass die erste Fahrt am 29. Dezember 1976 durchgeführt werden konnte. Reguläre Testfahrten fanden ab Februar 1977 statt, die erste Linie wurde am 15. Februar 1977 eröffnet. Zum 1. Januar 1980 umfasste das Netz bereits vier Linien auf 34 km Strecke. 1987 erreichte das Netz mit sechs Linien auf 63 km die größte Ausdehnung.
1995 verfügte ein Präsidialdekret den Bau einer O-Bus-Linie zum Flughafen Beslan sowie eines zweiten O-Bus-Depots, die jedoch aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten nicht abgeschlossen wurden. Insbesondere der O-Busbetrieb wurde stark vernachlässigt. Der Fahrzeugbestand erreichte 2001 einen Tiefpunkt mit 36 Straßenbahntriebwagen und 15 Trolleybussen. 2001/02 wurden zehn neue ZIU-682G-O-Busse beschafft, dies konnte aber aufgrund der maroden Situation des Oberleitungsnetzes keine Verbesserung bringen. 2003 wurde der Betrieb der Linie 5 durch den Bus 51, die Linie 2 durch den Bus 52 ersetzt. Mit dem leihweisen Einsatz zweier neuer CTW-321-Busse im Januar 2010 wurde endgültig klar, dass die bestehende Infrastruktur nicht für einen modernisierten Betrieb brauchbar war. Zum 8. August 2010 wurde daher der O-Bus-Betrieb auf der letzten Linie eingestellt und durch mehrere kleine Buslinien ersetzt. Laut Stadtratsbeschluss von 2010 sollte das Oberleitungsnetz komplett erneuert werden. Tatsächlich wurde jedoch der Betrieb komplett eingestellt und bis 2013 alle Oberleitungsabschnitte, inklusive Depot und Betriebsstrecken, abgebaut.
Sehenswürdigkeiten
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Wladikawkas verfügt über eine Universität, Museen, Theater, Philharmonie, Planetarium und ein Fernsehzentrum. Sehenswert ist die 1908 erbaute Sunnitische Moschee. 35 Kilometer südwestlich der Stadt befindet sich auf 1500 Meter über dem Meeresspiegel der Kurort Karmadon. Er liegt im Tal des Genaldon-Flusses, inmitten von Almen.
Aus Karmadon führt der Weg zum Dorf Dargaws, wo es sehr alte Gräberstätten in für den mittleren Nordkaukasus typischer Bauweise gibt, die sogenannte Totenstadt mit über 90 unter der Erde befindlichen Grüften verschiedener Typen und Formen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert sowie einem mittelalterlichen Wachturm und Verteidigungsanlagen[6]. Eine weitere Totenstadt befindet sich in Tsimiti[7].
In Wladikawkas befindet sich ein Fernsehsendemast ungewöhnlicher Bauweise. Er ist eine abgespannte Stahlrohrkonstruktion, die mit sechs in zwei Ebenen angeordneten, mit Laufstegen versehenen Querträgern ausgestattet ist, die von der Mastkonstruktion zu den Abspannseilen führen.[8]
Im Süden der Stadt existiert seit 1966 eine Pioniereisenbahn mit 2,2 km Streckenlänge und 3 Haltestellen. Die Bahn ist nach der Kosmonautin Walentina Wladimirowna Tereschkowa benannt. Das Fahrmaterial besteht aus den Loks TU2-056, TU7A-2991, TU10-009 sowie 7 Personenwagen. Der Betrieb erfolgt von Mai bis Oktober, eine Rundfahrt dauert ca. 15 Minuten. Bis 1977 gehörte die Pionierbahn zum Straßenbahnbetrieb der Stadt, heute wird sie durch die Nordkaukasischen Eisenbahnen verwaltet.
Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der 1937 unter dem Namen Spartak gegründete Fußballclub Alanija Wladikawkas gewann 1995 die russische Meisterschaft (Oberste Liga), musste jedoch 2014 Insolvenz anmelden und wurde aufgelöst. Das Republik-Stadion Spartak wurde 1962 nach Tamara Butajewas Projekt gebaut.
Söhne und Töchter der Stadt
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- Pjotr Swjatopolk-Mirski (1857–1914), Politiker, Gouverneur und Innenminister
- Raissa Nitabuch (1859–unbekannt), Pathologin
- Iwan Prochanow (1869–1935), Ingenieur und Theologe
- Jewgeni Wachtangow (1883–1922), Theaterregisseur und -schauspieler
- Boris Alexandrow (1889–1973), sowjetischer Wasserbauingenieur und Hochschullehrer
- Alexander Chuhaldin (1892–1951), kanadischer Geiger, Dirigent, Komponist und Musikpädagoge
- Juri Semjonow (1894–1977), Geograph und Schriftsteller
- Alexander Anaschkin (1902–1985), Luftfahrtingenieur
- Wladimir Schtscherbina (1908–1989), Literaturkritiker
- Pawel Lisizian (1911–2004), Opernsänger
- Paul Swiridoff (1914–2002), deutscher Fotograf, Essayist, Publizist und Verlagsgründer
- Oleg Penkowski (1919–1963), Agent
- Alexander Kemurdschian (1921–2003), Ingenieur
- Boris Christoforow (1931–2020), Schauspieler
- Ilia II. (1933–2026), georgischer Geistlicher
- Norat Ter-Grigorjants (* 1936), sowjetisch-armenischer Generalleutnant
- Juri Gussow (1940–2002), Ringer
- Wissarion Guguschwili (* 1945), georgischer Politiker und Staatsmann
- Wjatscheslaw Brjuchowezkyj (* 1947), ukrainischer Philologe, Literaturkritiker und Universitätsrektor
- Soslan Andijew (1952–2018), Ringer, zweifacher Olympiasieger
- Waleri Gergijew (* 1953), Dirigent
- Waleri Gassajew (* 1954), Fußballspieler und -trainer
- Jelena Tschepurnych (* 1955), Pädagogin und Politikerin
- Ruslan Zalikow (* 1956), Politiker, stellvertretender Verteidigungsminister
- Alexander Totoonow (* 1957), Politiker
- Alexander Moschajew (* 1958), Degenfechter
- Larissa Zagarajewa (* 1958), Fechterin
- Taimuras Dsgojew (* 1961), Ringer, Weltmeister
- Wladimir Tuganow (* 1961), Springreiter
- Nelia Eremenko (* 1964), finnlandschwedische Turntrainerin
- Olga Welitschko (* 1965), Fechterin
- Jewgeni Aleinikow (1967–2024), Sportschütze
- Achmed Kotijew (* 1968), Boxer
- Anatol Larukou (* 1970), russisch-belarussischer Judoka
- David Musuľbes (* 1972), Ringer, Olympiasieger
- Aslanbek Fidarow (1973–2020), ukrainischer Ringer
- Wjatscheslaw Woronin (* 1974), Leichtathlet
- Wadym Tassoew (* 1975), russisch-ukrainischer Ringer
- Agunda Kulajewa (* 1975), Opernsängerin
- Tugan Sochijew (* 1977), Dirigent
- Tamerlan Tmenow (* 1977), Judoka
- Alan Zagaew (* 1977), bulgarischer Gewichtheber
- Rohō Yukio (* 1980), Sumōringer in Japan
- Spartak Gognijew (* 1981), Fußballspieler
- Irbek Farnijew (* 1982), Ringer, Weltmeister
- Taimuras Tigijew (* 1982), kasachischer Ringer
- Hakurozan Yuta (* 1982), Sumōringer in Japan
- Wladimir Gabulow (* 1983), Fußballspieler
- Ruslan Karajew (* 1983), Kickboxer
- Dmitri Chomitsch (* 1984), Fußballspieler
- Wasgen Safarjanz (* 1984), belarussischer Boxer armenischer Abstammung
- Georgi Tibilow (* 1984), russisch-ukrainischer Ringer
- Rustam Totrow (* 1984), Ringer
- Maria Amelie (* 1985), Autorin
- Alan Kassajew (* 1986), Fußballspieler
- Marina Nichișenco (* 1986), moldauische Hammerwerferin
- Nikita Schabalkin (* 1986), Basketballspieler
- Aida Schanajewa (* 1986), Florettfechterin, Weltmeisterin und Olympiasiegerin
- Soslan Dschanajew (* 1987), Fußballspieler
- Swetlana Zarukajewa (* 1987), Gewichtheberin
- Ruslan Albegow (* 1988), Gewichtheber
- Angelina Gabujewa (* 1988), Tennisspielerin
- Alan Chugajew (* 1989), Ringer
- Wladislaw Baizajew (* 1990), Ringer
- Arsen Chubulow (* 1990), Fußballspieler
- Ruslan Kambolow (* 1990), Fußballspieler
- Asamat Kudsajew (* 1990), Rapper
- Ibragim Zallagow (* 1990), Fußballspieler
- Otar Bestajew (* 1991), russisch-kirgisischer Judoka
- Saurbek Plijew (* 1991), Fußballspieler
- Serghei Marghiev (* 1992), moldauischer Leichtathlet
- Ritschard Musajew (* 1992), Tennisspieler
- Aslan Karazew (* 1993), Tennisspieler
- Murat Gassijew (* 1993), Boxer
- Witali Gudijew (* 1995), Fußballspieler
- David Qarayev (* 1995), aserbaidschanisch-russischer Fußballspieler
- Soslan Burnazew (* 1995), Rapper
- Konstantin Plijew (* 1996), Fußballspieler
- Chetag Chossonow (* 1998), Fußballspieler
- Batras Gurzijew (* 1998), Fußballspieler
- Stanislaw Magkejew (* 1999), Fußballspieler
- Dawid Kobessow (* 2000), Fußballspieler
- Artur Tschorny (* 2000), Fußballspieler
- Dsambolat Zallagow (* 2000), Fußballspieler
- Wladimir Chubulow (* 2001), Fußballspieler
- Stanislaw Agkazew (* 2002), Fußballtorwart
- Alibek Katschmasow (* 2002), Tennisspieler
- Dawid Kokojew (* 2002), Fußballspieler
- Artur Sochijew (* 2002), Fußballspieler
Klimatabelle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Wladikawkas | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Wladikawkas
Quelle: Roshydromet | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Webpräsenz der Stadt (russisch)
- Wladikawkas auf mojgorod.ru (russisch)
Fußnoten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
- ↑ Kriegstagebuch des OKW, Hg. Percy Ernst Schramm, Bd. 4.2, Bonn 2005, S. 864 ff.
- ↑ Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977.
- ↑ Том4. Таблица 4. Национальный состав РСОА по муниципальным образованиям по переписи 2010 года ( des vom 5. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (ZIP; 6,3 MB)
- ↑ http://www.strassenbahn-online.de/Betriebshof/Tatra/T6B5/index.html#Wladikawkas
- ↑ Sladkevich, Alexandre: Faszinierende Archäologie: In den Totenstädten des Kaukasus Spiegel Online, 16. Mai 2015
- ↑ Sladkevich, Alexandre: Turmsiedlungen im Kaukasus Spiegel Online, 16. Mai 2015
- ↑ Foto des Sendemasts







