Der Ort wurde im Jahre 1847 von Nomaden aus Ossetien gegründet und auf Ossetisch Бесланыхъӕу/Beslanychjæu, „Siedlung von Beslan“ (nach dem örtlichen Adligen Beslan Tulatow) genannt. Im offiziellen russischen Sprachgebrauch war das Dorf nach dessen Nachnamen als Тулатово/Tulatowo oder Тулатовское/Tulatowskoje bekannt. Eine westlich des Dorfes und der Bahnstrecke entstandene Siedlung trug wie die Bahnstation den offiziellen Namen Beslan und erhielt 1938 den Status einer Siedlung städtischen Typs. 1941 wurde das Dorf in Иристон/Iriston (ossetisch für Ossetien) umbenannt.
In den 1940er-Jahren wurde eine große Fabrik („Produktionskombinat“) zur Maisverarbeitung errichtet: Das „Beslankombinat“ stellt Maisstärke, Glukosesirup und Maiskeimöl her. 1950 wurden Siedlung und Dorf zusammengeschlossen und erhielten unter dem Namen Beslan die Stadtrechte.
Am 1.September 2004 nahmen tschetschenischeTerroristen in einer örtlichen Schule am ersten Schultag des Jahres mehr als 1200 Geiseln, darunter ein Großteil Kinder, angeblich, um die Entlassung von in Inguschetien inhaftierten tschetschenischen Gesinnungsgenossen zu erwirken. Bei der Erstürmung der Schule kamen nach offiziellen Angaben 331 Geiseln ums Leben, die meisten von ihnen Minderjährige.
Julia Jusik: Die Schule von Beslan. Das Wörterbuch des Schreckens. Mit einem Vorwort von Swetlana Alexandrowna Alexijewitsch (Originaltitel: Beslanskij slovar. Übersetzt von Helmut Ettinger). Dumont, Köln 2006, ISBN 3-8321-7994-1.
12Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)