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Unimog

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Unimog 404 S (1955 bis 1980). Heute gilt dieser Unimog als das bekannteste Modell.[1]
Zweiwegefahrzeug zur Vegetations­bekämpfung auf Unimog-Fahrgestell
Unimog der aktuellen Modellreihe 405, Typenbezeichnung U529

Der Unimog (Akronym für Universal-Motor-Gerät) ist eine Fahrzeugmarke aus der Markenfamilie von Mercedes-Benz, des Herstellers Daimler Truck. Erfunden wurde er von Albert Friedrich. Konstruiert ist der Unimog als allradgetriebener Geräteträger und Klein-Lkw mit Portalachsen und wird vor allem in Land- und Forstwirtschaft, beim Militär und für kommunale Aufgaben in 160 Ländern eingesetzt. Einige Unimogmodelle sind klassische Dual-Use-Güter und werden auch für andere Aufgaben in unwegsamem Gelände, z. B. als Bohrfahrzeug oder bei der Katastrophenhilfe verwendet. Die Fahrzeuge sind als „Frontsitztraktor mit Allradantrieb“ klassifiziert.[2]

Nachdem die ersten Prototypen ab 1945 bei Erhard & Söhne in Schwäbisch Gmünd entwickelt wurden, wechselte die Produktion aus Kapazitätsgründen 1948 zur Gebr. Boehringer GmbH nach Göppingen, wo 1949 die Serienfertigung anlief. Nach der Übernahme der Produktion durch den bisherigen Motorenlieferanten Daimler-Benz im Jahr 1950 wurde der Unimog ab 1951 im Werk Gaggenau gebaut, bevor 2002 die Produktion ins Mercedes-Benz-Werk Wörth wechselte. In Argentinien wurde der Unimog in Lizenz aus angelieferten Teilesätzen montiert. Das argentinische Unimog-Werk befand sich in González Catán am Stadtrand von Buenos Aires. Die ursprünglich für die argentinische Armee vorgesehene Produktion begann dort im Jahr 1968.

Der Name Unimog

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Der Ingenieur Hans Zabel vermerkte auf einer Zeichnung den Namen „Universal-Motor-Gerät“, der zum Akronym „Unimog“ zusammengezogen wurde. Offiziell erhielt das Fahrzeug den Namen am 20. November 1946.[3] Seit 1950 ist Unimog eine eingetragene Wortmarke der Daimler AG.[4]

Boehringer-Unimog 70200 mit Frontanbaugerät und Mähbalken. Weitere An- bzw. Aufbauräume bilden die Hilfsladefläche und der Heckkraftheber
Antriebsstrang eines Unimog 411
Fahrgestell eines Unimog 404 demonstriert die Verwindungsfähigkeit des Leiterrahmens, die diese starke Achsverschränkung möglich macht. Die Kröpfung des Rahmens in der Mitte trägt maßgeblich zu dieser hohen Verwindungsfähigkeit bei.

Der unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg konzipierte Unimog war ursprünglich als rein landwirtschaftliches Fahrzeug gedacht.[5] Er sollte einem zweiachsigen Traktor ähneln, aber vier gleich große Räder, Allradantrieb mit Differenzialsperren, schraubengefederte Portalachsen, geschützte Antriebswellen in Schubrohren, Trommelbremsen an allen Rädern und einen Leiterrahmen haben. Darüber hinaus waren eine mittig angeordnete, 1,5 m² große Ladefläche für eine Nutzmasse von 1000 kg, ein wettergeschütztes zweisitziges Fahrerhaus, eine Schleppvorrichtung am Heck des Fahrzeuges sowie eine Riemenscheibe und die Möglichkeit, Anbaugeräte in drei Anbauräumen anzubringen und mit einer Zapfwelle anzutreiben, vorgesehen.[6] Um den Unimog für Hackfruchtkulturen einsetzen zu können, wurde die Spurweite auf 1270 mm festgelegt, was zwei Kartoffelreihen entspricht.[3] Der Motor sollte 25 PS (18,5 kW) leisten, sodass die Höchstgeschwindigkeit 50 km/h betragen würde.[7] Als solches Fahrzeug kam der Unimog 1949 auf den Markt.

Schon bald wurde das Konzept des Unimogs überdacht, da sich der Einsatzbereich von der Landwirtschaft hin zu vielfältigeren Bereichen erweiterte. Früh wurde sein Potenzial als Militärfahrzeug erkannt, schon im September 1950 beschaffte die Schweizer Armee den Boehringer Unimog 70200.[8][9] Die Unimog-Baureihe 404 wurde Anfang der 1950er-Jahre als erster Unimog speziell als militärisches Fahrzeug entwickelt.[1] Aber auch Zusatzgerätehersteller und insbesondere landwirtschaftliche Kunden wünschten sich von Daimler-Benz eine schwere Unimog-Baureihe, da der ursprüngliche Unimog, inzwischen mit 34 PS (25 kW) Motorleistung, den Anforderungen nicht mehr genügte. Daimler-Benz entwickelte deshalb die seinerzeit schwere und aus heutiger Sicht mittelschwere Baureihe 406 mit größeren Abmessungen und leistungsstarkem Motor,[10] von der eine ganze Modellfamilie mit leichten bis mittelschweren Modellen unterschiedlicher Radstände und Motorleistungen abgeleitet wurde, die bis 1994 in Produktion blieb.[11] Die Baureihe 406 gilt heute als beste Verkörperung des Unimogs.[12]

1974 führte Daimler-Benz die schwere Unimog-Reihe mit komplett neuem Erscheinungsbild ein, die das Unimogprogramm nach oben abrunden sollte.[13] Heute werden die vormals schweren Unimog als Unimog hochgeländegängig[14] bezeichnet und sind im Wesentlichen unverändert geblieben; das charakteristische kantige Fahrerhaus wurde bis heute beibehalten.[13] Kennzeichen dieser Unimog ist, dass sie Böschungen mit Neigungen von bis zu 44° befahren können, eine Wattiefe von 800 mm ohne bzw. 1200 mm mit Schnorchel haben[15] und die Achsverschränkung bis zu 30° beträgt.[16] Mit Ausnahme der nun hochgeländegängigen Baureihe wurden alle anderen Unimog im Jahr 2000 von der Baureihe 405 abgelöst, die primär Geräteträger ist.[17] Heute stellt Daimler nur mehr die hochgeländegängige Baureihe sowie den Geräteträger her.

Konstruktion und Technik

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Wichtigstes Konstruktionsmerkmal ist das Fahrgestell des Unimog: Der Unimog hat einen Leiterrahmen, der sich auf an Schubrohren und Querlenkern geführte Portalachsen stützt, die mit Schraubenfedern abgefedert werden. Diese Konstruktion erlaubt eine sehr große Achsverschränkung, wodurch der Unimog sehr geländegängig wird.[16] Durch die Vorgelege an den Radnaben kann die Drehfrequenz des Antriebsstranges erhöht werden, wodurch zum Übertragen derselben Leistung weniger Drehmoment benötigt wird, was eine einfachere Konstruktion des Antriebsstranges ermöglicht. Die vier Räder sind gleich groß. Die Portalachsen ermöglichen trotz der geringen Raddurchmesser eine hohe Bodenfreiheit.[18]

Eine wichtige Entwicklung war der gekröpfte Leiterrahmen des Unimog (siehe Bild rechts), der eher zufällig entstand: Weil das französische Militär nicht wollte, dass das Reserverad des Unimog 404 Platz auf der Ladefläche einnähme, wurde der Leiterrahmen in der Fahrzeugmitte gekröpft, sodass das Reserverad unter der Ladefläche montiert werden konnte. Ursprünglich war der Unimog mit einem ebenen Leiterrahmen konstruiert, doch bietet der gekröpfte Leiterrahmen neben dem neuen Platz für das Reserverad auch bessere Verwindungseigenschaften, sodass der Unimog noch geländegängiger wurde.[19]

Angetrieben wird der Unimog von einem längs eingebauten Dieselmotor. Ursprünglich wurde ein Pkw-Motor (Typ OM 636) eingesetzt,[20] seit den 1960er-Jahren werden Industriemotoren eingebaut.[21] Eine Ausnahme bildet der Unimog 404, der aufgrund militärischer Anforderungen mit einem Ottomotor ausgerüstet ist. Das Getriebe ist mittig im Unimog eingebaut und hat keinen Rückwärtsgang, stattdessen hat der Unimog ein Wendegetriebe, die Fahrtrichtung wird mit einem separaten Hebel gewählt.[22] An das Getriebe kann bei einigen Unimog auch ein Nebenantrieb angeflanscht werden.[23]

Unimogfamilien, -baureihen und Modelle

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Im Laufe der Zeit entwickelten sich aus dem Boehringer-Unimog eine Vielzahl an Baureihen. Sie werden in mehrere Reihen eingeteilt.[24.1] Dabei war die Einteilung der Reihen nie ganz einheitlich und ist im Laufe der Zeit geändert worden. Die Baureihe ist jedoch eindeutig aus der Fahrgestellnummer eines jeden Unimog abzulesen. Innerhalb einer Baureihe wiederum gibt es verschiedene Baumuster, die sich vor allem durch Radstand, Fahrerhaustyp und Motorisierung unterscheiden.[25.1] Seit dem Unimog 401 geben die ersten drei Ziffern der Fahrgestellnummer die Baureihe an und die ersten sechs Ziffern das Baumuster. Die Baureihe beginnt seither immer mit einer 4.[25.2] Die Modellbezeichnung (auch Verkaufs- oder Handelsbezeichnung) lässt bei den meisten Modellen auf die (gerundete) Motorleistung in PS schließen. Im Gegensatz zu Baureihe und -muster wurden die Modellbezeichnungen mehrmals verwendet und sind somit für eine eindeutige Zuordnung ungeeignet. Aus der Baureihe 406 entstanden mehrere sehr ähnliche Baureihen, weshalb diese als Modellfamilie bzw. Fahrzeugfamilie zusammengefasst werden.[25.3] Siehe hierzu: Modellfamilie 406

Der Boehringer-Unimog 70200 und seine sehr ähnlichen Mercedes-Benz-Nachfolger Unimog 2010, Unimog 401, Unimog 402 und Unimog 411 werden als Ur-Unimog bezeichnet. Aus ihnen entstand die LBU, die Leichte Baureihe Unimog,[24.2] zu der später der Unimog 421, Unimog 407 und Unimog 408 zählten.[24.1] Oberhalb dieser Reihe wurde 1963 der Unimog 406 platziert. Ursprünglich wurde er als schwere Baureihe bezeichnet.[25.1] Nachdem 1975 mit dem neuentwickelten Unimog 425 sowie den kurz darauf folgenden Unimog 424 und Unimog 435 eine noch größere Reihe auf den Markt gebracht wurde, die als SBU, also Schwere Baureihe Unimog, bezeichnet wurde, wurde die Reihe der Modellfamilie 406 und ihrer Nachfolger Unimog 417 sowie Unimog 418 zur Mittleren Baureihe Unimog, kurz MBU.[24.2] Die Baureihen der MBU waren, wie die der LBU, Weiterentwicklungen des Ur-Unimogs. Signifikanter Unterschied zwischen LBU und MBU ist, neben den höheren Leistungsdaten, der Motor und die Konstruktion des Rahmens. Während bei der LBU bis zum Unimog 407 der kostengünstige[24.3] gerade Leiterrahmen des Ur-Unimog beibehalten wurde, war der Rahmen der MBU nach Vorbild des Unimog 404 in der Mitte gekröpft ausgeführt. Die LBU wurde mit einem Pkw-Vorkammer-Dieselmotor ausgerüstet, während die MBU, mit Ausnahme der ersten Fahrzeuge der Baureihe 406,[25.2] mit einem Direkteinspritzungs-Diesel-Industriemotor ausgerüstet wurde.

Der 1955 eingeführte Unimog 404 (auch Unimog S) nimmt gemeinsam mit dem von ihm abgeleiteten Unimog 405.110 (auch Unimog SH und Unimog T) eine Sonderstellung ein. Er wurde zu keiner der oben genannten Reihen gezählt und war ausschließlich als hochgeländegängiger Lkw[24.4] beziehungsweise als Militärfahrzeug entwickelt, während die restlichen Unimogbaureihen zu dieser Zeit vor allem als universelle Zug- und Arbeitsmaschine insbesondere als landwirtschaftliche Zugmaschine (Traktor) konzipiert waren.[24] Der Unimog 405.110 birgt außerdem die Besonderheit, dass diese Baureihe und dieses Baumuster als einziges doppelt vergeben wurde und somit nicht eindeutig ist. Die moderne Geräteträgerbaureihe Unimog 405, von der es auch ein Baumuster 405.110 gibt, hat nichts mit dem Unimog SH beziehungweise Unimog T gemeinsam.

Mitte der 1990er Jahre kam es zu einer strategischen Neuausrichtung des Produkts Unimog. Während der Unimog bisher, wie erwähnt, als Allzweckfahrzeug für den Ganzjahreseinsatz und vor allem für die Landwirtschaft konzipiert war und die Baureihen sich vor allem in Leistung, Größe und Gewicht unterschieden, wird seither auf zwei Produktlinien gesetzt, die sich nach Einsatzzweck unterschieden. Den hochgeländegängigen Unimog und den Unimog-Geräteträger.[24.5] Der hochgeländegängige Unimog 437.4 entstand aus der SBU, er wurde jedoch für den Geländeeinsatz spezialisiert. Merkmale für den Einsatz als Traktor oder Arbeitsmaschine wie Front- und Heckkraftheber und die Zapfwellen vorn und hinten wurden gestrichen. Er trat somit in die Fußstapfen des Unimog 404. Für den Einsatz als Arbeitsmaschine beziehungsweise Geräteträger wird seither der neuentwickelte Unimog 405 angeboten.

Baureihen und Baumuster

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Beim Unimog 70200 gab es noch keine verschiedenen Baumuster. Auf dem Typenschild wurde als Baumuster Unimog 25 PS angegeben,[25.4] was der Modellbezeichnung (kurz U 25)[24.6] entspricht. Nachdem die Daimler-Benz AG die Produktion des Unimogs übernommen hatte, wurde der Unimog 70200 so gut wie unverändert als Baureihe 2010 weitergebaut. Die Modellbezeichnung blieb bei U 25.[24.6] Seit dem Unimog 2010 gibt es von jeder Baureihe verschiedene Baumuster, beim Unimog 2010 wurden die Baumuster mit einem Schrägstrich unterschieden (zum Beispiel Baumuster 2010/1).[25.5] Ab 1953, mit der Umstellung der Baumusterbezeichnungen bei Daimler-Benz, erhielt der Unimog die 4 als erste Ziffer für die Baureihen. Dementsprechend war die erste Unimogbaureihe nach diesem Schema die Baureihe 401.[26] Jedoch sind nicht alle Fahrzeugbaureihen von Mercedes-Benz, die mit der 4 beginnen, Unimog. Auch MB-trac-Baureihen, G-Klasse-Baureihen und Baureihen weiterer Fahrzeuge beginnen mit der 4.

Eine einheitliche Systematik bezüglich der Vergabe von Baureihe und Baumuster zu etablieren, gelang Mercedes-Benz beim Unimog nie. Ursprünglich war angedacht, dass Fahrzeuge mit einem kurzen Radstand die 0 an zweiter Stelle der Baureihe führen, während Fahrzeuge mit einem langen Radstand stattdessen die 1 führen. Der Unimog 411, wäre als der Unimog 401 mit langem Radstand gewesen. Dies wurde aber nicht umgesetzt. Stattdessen wurde dem langen Unimog 401 die Baureihe 402 zugewiesen. Der Unimog 411 war stattdessen Nachfolger von Unimog 401 und Unimog 402. Die Randstände wurden beim Unimog 411 anhand der Baumuster unterschieden. Später Griff man diese Idee wieder auf und benannte unter anderem die Unimog 406-Variante mit langem Radstand Unimog 416. Diese Systematik wurde aber bei den Nachfolgebaureihen wieder verworfen.[27.1] Auch die Baumuster folgen keiner baureihenübergreifenden Systematik.

Modellbezeichnungen

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Bis ca. 1975 wurden die meisten Modelle anhand ihrer Motorleistung in DIN-PS benannt (Unimog U XX). Folgt der Kennbuchstabe T handelt es sich um eine Triebkopfvariante. Ein Unimog U 84 hat dementsprechend eine Motorleistung von 84 DIN-PS (62 kW).

1975 wurden die Modellbezeichnungen geändert. Ein Zehntel der gerundeten Motorleistung stand seither am Anfang gefolgt von zwei Ziffern, in der Regel 00 (Unimog U XXXX). Als Kennbuchstabe wurde neben dem T das L eingeführt. L steht für einen langen Rahmenüberhang (Unimog U XXXX L). Modelle mit L-Kennbuchstabe haben immer auch den längeren Radstand. Auch Modelle ohne langen Rahmenüberhang gibt es mit langem Radstand. Ursprünglich war dies in solchem Fall nicht aus der Modellbezeichnung zu schließen. Bei den Baureihen, die ab 1988 eingeführt wurden, sind die Modelle mit langem Randstand mit der Endung 50 in der Modellbezeichnung erkennbar (Unimog U XX50). Die L-Modelle waren außerdem auch mit besonders langen Radständen erhältlich. In diesem Fall folgte nach dem L ein Schrägstrich und die ersten zwei Ziffern des gerundeten Radstands (Unimog U XXXX L/XX).

Bei den aktuellen Unimog-Baureihen, dem Unimog 405 und Unimog 437.4 folgen die Modellbezeichnungen einem neuen Schema. Die Ziffernanzahl lässt auf die Baureihe schließen, die erste Ziffer auf die Positionierung innerhalb der Baureihe. Vierstellig sind Fahrzeuge der hochgeländegängigen Unimog UHN/UHE, dreistellig die der Unimog-Geräteträger UGN/UGE und zweistellig die der Unimog-Geräteträger LUG. Bei den 2013 eingeführten UGE und UHE wird zusätzlich noch ein Zehntel der Motorleistung in DIN-PS in die letzten beiden Ziffern der Modellbezeichnung mit aufgenommen. Ein Unimog U 4023 ist somit ein UHE mit einer Motorleistung von 170 kW (was ca. 231 DIN-PS entspricht); analog dazu ist ein Unimog U 423 ein UGE mit 170-kW-Motor.

Tabellarische Baureihenübersicht

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Folgende Zeitleisten bieten einen Überblick über die Baureihen des Unimog:

Produkt­strategie A1 Hersteller Boehringer Daimler-Benz unter der Marke Mercedes-Benz
Jahrzehnt A2 1940er 1950er 1960er 1970er 1980er 1990er 2000er 2010er 2020er
Unterscheidung anhand: Reihe Baureihe A3
Leistung, Größe und Gewicht Leichte Baureihen (LBU)
Ur-Unimog: 70200; 2010; 401 &  402; 411

Unimog 421; 431

Unimog 407

Unimog 408
Mittlere Baureihen (MBU)
Modellfamilie 406: 403; 406; 413; 416; 419; 426

Unimog 417

Unimog 418
Schwere Baureihen (SBU)
Unimog 424; 425; 427; 435; 436; 437.1
Einsatzzweck Hoch­geländegängige Baureihen
Unimog 404; 405.110

Unimog 436; 437.4 UHN

Unimog 436; 437.4 UHE
Geräteträger
Unimog 409

Unimog 405 UGN

Unimog 405 UGE

Unimog 405 LUG
Anmerkungen
A1 
Mitte der 1990er Jahre kam es zu einer strategischen Neuausrichtung des Produkts Unimog. Während vorher der Unimog als Allzweckfahrzeug gesehen wurde und die Baureihen sich vor allem in Leistung, Größe und Gewicht unterschieden, wird seither auf zwei Produktlinien gesetzt, die sich nach Einsatzzweck unterschieden. Den hochgeländegängigen Unimog und den Unimog-Geräteträger. Die bereits deutlich früher als spezialisierte hochgeländegängige Lkw gebauten Unimog 404 und 405.110 stellen einen Sonderfall dar.
A2 
Produktionszeiträume sind stark vereinfacht dargestellt.
A3 
Abweichend zur restlichen Darstellung werden die aktuellen Baureihen 405 und 437 aufgelöst in ihre einzelnen Generationen dargestellt.
Produkt­strategie A1 Hersteller Boehringer Daimler-Benz unter der Marke Mercedes-Benz
Jahr 1940er 1950er 1960er 1970er 1980er 1990er 2000er 2010er 2020er
Unter­scheidung anhand: 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 56789 0 12 3 456 7 8 9 0 1 2 34 5678 9 0 123 456 7 8 9 0 1 2 345 6 7 8 9 01 2 34 5 67 8 9 0 1 2 3 4 5 6
Reihe Baureihe A2
Leistung, Größe und Gewicht Leichte Baureihen (LBU) 70200 2010 401 & 402 411 407
421 408
431 Argentinien
Mittlere Baureihen (MBU) Modell­familie 406 403
406
413
416
426 Argentinien 419 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
417
418
Schwere Baureihen (SBU) 424 427
425 437.1
435
436 Turkei

Einsatz­zweck
Hoch­geländegängige Baureihen 404 436 Turkei
405 (405.110) 437.4 UHN 437.4 UHE
Kompakte Geräteträger 409 Hako Kom­mobil
Geräteträger 405 UGN
405 LUG
405 UGE
Anmerkungen
A1 
Mitte der 1990er Jahre kam es zu einer strategischen Neuausrichtung des Produkts Unimog. Während vorher der Unimog als Allzweckfahrzeug gesehen wurde und die Baureihen sich vor allem in Leistung, Größe und Gewicht unterschieden, wird seither auf zwei Produktlinien gesetzt, die sich nach Einsatzzweck unterschieden. Den hochgeländegängigen Unimog und den Unimog-Geräteträger. Die bereits deutlich früher als spezialisierte hochgeländegängige Lkw gebauten Unimog 404 und 405.110 stellen einen Sonderfall dar.
A2 
Abweichend zur restlichen Darstellung werden die aktuellen Baureihen 405 und 437 aufgelöst in ihre einzelnen Generationen dargestellt.

Produktionszahlen

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StückzahlJahr0200040006000800010.00012.00014.0001951196019691978198719962005UnimogVergleich: MB-tracProduktionszahlen des Unimog nach Jahr
Ursprüngliches Unimog-Logo
Unimog U 6, zweitältester heute noch erhaltener Unimog.

Als Erfinder des Unimogkonzeptes gilt Albert Friedrich.[30] Erste Pläne entstanden 1945. Im November 1945 erhielt Friedrich eine Production Order, die Erlaubnis der US-Militärverwaltung,[31] das Fahrzeug zu entwickeln und zehn Versuchsfahrzeuge zu bauen. Damit wurde bestätigt, dass das Fahrzeug keinen militärischen Zweck haben werde. Am 1. Dezember 1945 schloss Friedrich mit der Gold- und Silberwarenfabrik Erhard & Söhne aus Schwäbisch Gmünd einen Vertrag über die Produktion der Fahrzeuge. Zunächst arbeiteten zwei Ingenieure an dem Projekt. Im Januar 1946 kam als dritter Ingenieur Heinrich Rößler hinzu, der vorher bei Daimler-Benz beschäftigt war (später wurde Rößler Leiter der Unimog-Abteilung bei Daimler-Benz). Er war maßgeblich an der Entwicklung des Unimogs zur Serienreife beteiligt.[7] Außerdem waren Hans Zabel, Unimog-Vertriebschef und Namensgeber des Unimogs, sowie Christian Dietrich, Leiter der Unimog-Versuchsabteilung und Leiter des Kundendienstes, maßgeblich an der Entwicklung des Unimogs beteiligt.[30]

Das erste Versuchsfahrzeug mit ZF-Vierganggetriebe und Ottomotor entsprach mit seiner schrägen Frontpartie, dem Fahrerhaus mit Verdeck und der Ladefläche dahinter schon Ende 1946 optisch weitgehend dem späteren Serienmodell. Am 9. Oktober 1946 wurde laut Daimler die erste Testfahrt mit dem Prototyp 1 durchgeführt.[32] Im Frühjahr 1947 wurde der Unimog erstmals öffentlich vorgeführt.[33] Den Dieselmotor lieferte ab 1947 die Daimler-Benz AG mit dem für den Pkw 170 D neu entwickelten OM 636 (geteilte Ventildeckel, BM 636.912). Vier Prototypen mit Ottomotor wurden in Schwäbisch Gmünd gebaut, während der U 5 (heute im Landwirtschafts-Museum in Hohenheim) und U 6 (heute im Unimog-Museum Gaggenau) bereits bei der Boehringer Werkzeugmaschinen GmbH in Göppingen zusammengebaut wurden.[34] Boehringer übernahm auch die Serienproduktion der Fahrzeuge, die im Juni 1948 mit der Vorserie startete.[33] Das Fahrzeug wurde auf der DLG-Ausstellung im August 1948 in Frankfurt a. M. der Öffentlichkeit[35] auf dem Mercedes-Benz-Stand präsentiert und dort bereits 150-mal vorbestellt. Am 21. November 1948 wurde erstmals ein Patent für den Unimog unter der Nummer 950 430 angemeldet;[31][36] das Hauptaugenmerk lag dabei auf den Portalachsen. Offizieller Start der Serienproduktion war im Februar 1949.[37] Insgesamt 600 Fahrzeuge der Baureihe 70200, davon 100 der Vorserie, wurden bis April 1951 in Göppingen gebaut.[38]

Übernahme durch Daimler-Benz

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Der Unimog wurde größtenteils in Handarbeit hergestellt; ein Fließband setzte Boehringer nicht ein. Ab 1949 arbeiteten neben den ursprünglichen Entwicklern 90 zusätzliche Mitarbeiter am Unimog. Ein Vertriebsnetz und ein Kundendienst wurden aufgebaut. Pro Monat entstanden maximal etwa fünfzig Fahrzeuge. Die Nachfrage nach dem Unimog stieg stark an, da er in vielen Bereichen gefragt war.[37] Schnell stellte sich heraus, dass Boehringer die Nachfrage nicht mehr decken konnte. Schon im Oktober 1950 verkaufte Boehringer die Unimogproduktion an Daimler-Benz. Bis April 1951 lief die Produktion in Göppingen aus, ehe sie in das Mercedes-Benz-Werk Gaggenau umzog. Viele Zulieferbetriebe und Mitarbeiter wechselten daraufhin ebenfalls zu Daimler-Benz.[39] Nach der Übernahme verließ am 4. Juni 1951[40] der erste Unimog der Baureihe 2010 aus Gaggenau das Band – noch unter dem bisherigen Logo des Ochsenkopfes und ohne den Mercedes-Stern. Das kompakte, gerade mal dreieinhalb Meter lange Fahrzeug kam wie bisher mit 25 PS (18,5 kW) aus. Unverändert blieben auch das Fahrerhaus mit Klappverdeck, der Allradantrieb und das Fahrgestell mit seinen vier gleich großen Rädern 6,5 × 20. 1953 wurde die Baureihe U 2010 von dem technisch ähnlichen U 401 abgelöst, zweitgenannter wurde durch den U 402 (langer Radstand) ergänzt. Gleichzeitig wurde erstmals ein geschlossenes Fahrerhaus („Froschauge“) angeboten.[41] Dessen Fertigung übernahm Westfalia. Jetzt erhielt der Unimog auch den Mercedes-Stern. Die Ur-Unimog-Modellfamilie fand in der Baureihe 411 den Höhepunkt der Entwicklung, die den 401 ablöste und von 1956 bis 1974 gebaut wurde.[42]

Militärischer Einsatz

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Unimog 404 im militärischen Einsatz mit angehängter Feldküche
Flugabwehrkanone SU-23 auf einem Unimog des israelischen Militärs
Dreiachsiger Unimog 437.1 der brasilianischen Marine
Auch zivile Einsatzkräfte setzen auf den Unimog – Hier ein Tanklöschfahrzeug auf Unimog 404 S, Baujahr 1966.

Obwohl der Unimog gar nicht als militärisches Fahrzeug dienen sollte, wurde er seit jeher als solches eingesetzt. Zunächst wurden der 70200 und der 2010 von der Schweizer Armee beschafft,[9] denen Fahrzeuge der Baureihen 401 und 411 folgten.[8] Die in Deutschland stationierten französischen Streitkräfte nutzten ab 1952 ebenfalls Fahrzeuge der Baureihen 401 und 2010. Ab 1953 entwickelte Daimler speziell für die französischen Streitkräfte einen Unimog, die spätere Baureihe 404 (Unimog S).[1] Im Mai 1955 verließ der erste Unimog der Baureihe 404 das Montageband in Gaggenau.[43] Im Gegensatz zu den bisherigen als Ackerschlepper konzipierten Unimog war der Unimog 404 ein kleiner, hochgeländegängiger Lkw. Er hat einen langen Radstand (2900 mm) und einen Ottomotor. Größter Abnehmer des militärischen Unimog 404 war dann die Deutsche Bundeswehr, die 36.638 Fahrzeuge kaufte.[44] Bis 1980 wurden insgesamt 64.242 Fahrzeuge gebaut; heute gilt der Unimog 404 als bekanntester Unimog.[1]

Für ausschließlich militärische Zwecke konstruiert sind der auf dem Unimog 404 basierende Unimog 405.110 sowie der Unimog 419 auf Basis der Baureihe 406. Auch die Baureihen 418, 426 und 431 wurden überwiegend militärisch genutzt.[45][46] Der Unimog 431 wurde dabei nicht nur als Infanterietransporter, sondern auch als Selbstfahrlafette eingesetzt.[47] Fahrgestelle der schweren Baureihen (437.1, 437.4) wurden ebenfalls als Grundlage für militärische Fahrzeuge wie den Dingo genutzt.[48]

Mittelschwere Baureihe und Unimog-Modellfamilien

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Unimog 406, Baujahr 1971 als Zweiwegefahrzeug

Um dem Mitte der 1960er-Jahre prognostizierten drohenden Absatzeinbruch zu entgehen[49] und den Forderungen der Kunden und Gerätehersteller nachzukommen, entwickelte Daimler-Benz für die gestiegenen Anforderungen eine seinerzeit schwere Baureihe, den Unimog 406.[10] Er wurde am 20. Mai 1962 vorgestellt[50] und war im Vergleich zum Ur-Unimog deutlich vergrößert worden, so beträgt der Radstand 2380 mm. Auch die Motorisierung wurde geändert, es kam nun anstelle eines Pkw-Motors ein Industriemotor zum Einsatz, dessen Leistung doppelt so hoch war. Ursprünglich wurde ein 65 PS (48 kW) starker Sechszylinder-Vorkammermotor eingebaut, während des Bauzeitraumes wurde die Motorleistung dann schrittweise auf 84 PS (62 kW) gesteigert. Die Baureihe 406 verkörperte die Bezeichnung Universalmotorgerät von allen bis dahin gebauten Unimog-Baureihen am besten[12] und war Ausgangspunkt für die Unimog-406-Modellfamilie, zu deren engem Kreis vier Baureihen gehören,[51] von denen bis 1994 insgesamt 94.215 Exemplare gebaut wurden.[11]

Zweites Fahrzeug der Unimog-406-Modellfamilie war der 1965 eingeführte Unimog 416, der technisch dem Unimog 406 entspricht, aber einen längeren Radstand von 2900 mm (analog zum Unimog 404) hat. Lange Zeit war der 416 mit 125 PS (92 kW) Motorleistung die leistungsstärkste Unimog-Baureihe.[52] Der 100.000ste Unimog (ein Unimog 421) wurde 1966 gebaut.[53] In diesem Jahr stellte das Unternehmen das Unimog-Programm neu zusammen: Zwischen dem „großen“ Unimog 406/416 und dem Ur-Unimog 411 platzierte Daimler-Benz die leichte Baureihe 421 und die Baureihe 403. Während der Unimog 403 abgesehen vom Motor technisch mit dem Unimog 406 identisch ist, basiert der 421 technisch auf dem 411, hat aber das Fahrerhaus und das Getriebe der Unimog-406-Modellfamilie.[54] Ergänzt wurde der 403 durch den 413 mit langem Radstand, der jedoch nicht in großen Stückzahlen gebaut wurde.[55]

Ab 1968 wurde der Unimog 416 in Argentinien in González Catán am Stadtrand von Buenos Aires in Lizenz als Baureihe 426 nachgebaut. Die Fahrzeuge entstanden aus CKD-Sätzen, die in Gaggenau produziert und zur Endmontage nach Argentinien verschifft wurden. Abnehmer der Fahrzeuge waren vor allem die Streitkräfte von Argentinien, Chile, Peru und Bolivien; es entstanden 2643 Fahrzeuge.[45] Ebenfalls in Argentinien wurde für den südamerikanischen Markt zwischen 1969 und 1971 die Baureihe 421 in Lizenz als Unimog 431 nachgebaut. Hierzu wurden wie auch beim Unimog 416 aus in Gaggenau vorproduzierten Teilen sowie aus Teilen aus argentinischer Produktion je ein offenes Baumuster (Cabrio) mit 601 Fahrzeugen und ein geschlossenes Baumuster (mit feststehender Kabine) mit 152 Fahrzeugen produziert.[56]

Schwere Baureihe

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Schwere Reihe Unimog 435 (U 1300 L) des Bundes als RW1

1974 stellte Daimler-Benz mit dem Modell U 120 die Baureihe 425 vor und führte damit die schwere Unimog-Reihe ein, wodurch die vormals schwere Reihe zur mittleren Reihe wurde. Äußerliches Erkennungsmerkmal ist die eckige Kabine mit einer großen, nach vorne zum Bug kaum abfallenden Motorhaube. Sie mündet in einer großflächigen, schwarzen Front. Die Optik dieses Fahrerhauses ist bis heute in ihren Grundzügen unverändert geblieben. Die Baureihe 425 begann mit 120 PS (88 kW) Motorleistung, 2810 mm Radstand und neun Tonnen zulässiger Gesamtmasse. Für die Bundeswehr begann 1975 die Fertigung der Baureihe 435 als Nachfolger des Unimog 404, gekennzeichnet durch einen langen Radstand von 3250, 3700 oder 3850 Millimeter. Sie hat dasselbe Fahrerhaus wie die Baureihe 425. Etwas weiter unten angesiedelt war ab 1976 die Baureihe 424.[57] Neu im Programm war ab 1993 der Unimog U 2450 L 6×6 (Unimog 437.1), ein allradgetriebener Dreiachser. Die Motorleistung hatte sich beim neuen Spitzenmodell gegenüber dem ersten Unimog fast verzehnfacht.[13] Die Baureihe 435 und der Nachfolger 437 werden seit 1987 auch in der Türkei gefertigt. Die dort aus CKD-Bausätzen gefertigten Fahrzeuge tragen jedoch die Baureihenbezeichnung Unimog 436.

Absatzrückgang und neues Modellprogramm

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Unimog 417

Mitte der 1980er-Jahre ging der Absatz der bisherigen Unimog-Baureihen zurück, was in einer Halbierung der Absatzzahlen für 1987/1988 endete, sodass Daimler-Benz das „Unimog-Programm 1988“ beschloss, das eine Erneuerung der gesamten Modellpalette vorsah.[58] Die bisherige leichte Reihe wurde durch den Unimog 407 abgelöst, der Unimog 417 trat an die Stelle der mittleren Reihe.[59] Auf den Unimog 424 folgte der Unimog 427, auf den Unimog 425 und Unimog 435 der Unimog 437.1. Der ebenfalls im Werk Gaggenau hergestellte MB-trac wurde aufgrund einer gescheiterten Kooperation mit der Klöckner-Humboldt-Deutz AG im Dezember 1991 eingestellt.[24.7] Die Baureihen 407 und 417 haben konstruktiv dasselbe Fahrerhaus, das im Vergleich zu den Vorgängern deutlich ergonomischer gestaltet ist. Weiters sind die Fahrzeuge vor allem in Details sinnvoll weiterentwickelt.[60] Trotzdem war dem neuen Unimog-Programm kein Erfolg beschieden, sodass 1993 die Produktion der Baureihe 407 nach nur 789 gebauten Exemplaren eingestellt wurde.[58] Der ebenfalls 1993 eingestellte 417 brachte es auf 2275 Exemplare.[61][59]

Unimog 408 (1997)

Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Hannover stellte Daimler-Benz 1992 für die mittlere Baureihe 417 einen Nachfolger vor, die Baureihe 418. Die leichte Baureihe 407 löste der 408 ab, der nun aber nicht mehr zur leichten, sondern mittleren Reihe zählte. Die Fahrzeuge waren mit Motorisierungen von 75 bis 103 kW (102 bis 140 PS) (Baureihe 418) bzw. 65 und 85 kW (88 und 116 PS) (Baureihe 408) erhältlich und hatten ein neugestaltetes Fahrerhaus, bei einigen Modellen mit einem Sichtkanal auf der Fahrerseite, der aber in der Unimog-Szene oftmals kritisiert wurde. Bis zur Produktionseinstellung 2001 wurden 2050 Unimog 408 und 1223 Unimog 418 gebaut.[62]

Auf Basis der Baureihe 408 wurde im März 1994 die Studie „Funmog“ auf der Internationalen Off-Road-Messe in Köln präsentiert.[63] Auf Sonderwunsch wurde der Funmog gebaut, bis 1997 entstanden 12 Exemplare,[64] die vor allem nach Japan exportiert wurden.[65] Das Fahrzeug hat Chrombügel, Bullenfänger und Drucklufthörner, aber keine Hydraulik und ist auf 5 t zulässige Gesamtmasse beschränkt, sodass es mit einem Pkw-Führerschein der Führerscheinklasse 3 bewegt werden kann.[66] Für den Funmog waren Luxus-Extras wie Ledersitze, Teppiche und ähnliches erhältlich. Der Verkaufspreis für die Basisversion betrug 140.000 DM[64] – das entspräche heute inflationsbereinigt ca. 118.798 Euro.

1996 erweiterte Daimler-Benz das Unimog-Angebot um einen kompakten Geräteträger für Kommunalbetriebe, die Baureihe 409. Sie wurde als Unimog UX 100 vermarktet und bis 1998 von Daimler-Benz produziert, bis dahin entstanden 790 Fahrzeuge. Anschließend wurde die Produktion an die Hako-Firmengruppe verkauft, die das Fahrzeug noch bis 2002 als Kommobil weiterproduzierte.[67]

Neuer Geräteträger und Übersiedlung nach Wörth

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Unimog 405 UGN (U 400), 2000–2013
Unimog 405 LUG (U 20), 2007–2013
Unimog 405 UGE (U 423), seit 2013

Im Frühjahr 2000 wurden das Unimog-Programm grundlegend überarbeitet und alle bisherigen Fahrzeuge mit Ausnahme der schweren Baureihe von der neuen Geräteträger-Baureihe 405 abgelöst. Optisch unterscheidet sich die Baureihe 405 von den bisherigen Fahrzeugen durch eine komplett neue Kabine. Es werden die Modelle U 300, U 400 und U 500 angeboten. Daimler hat diese Baureihe als kommunalen Geräteträger konzipiert. Zwei Jahre nach dessen Einführung zog die Unimog-Produktion nach über 320.000 produzierten Einheiten von Gaggenau nach Wörth am Rhein um. Dort begann die Fertigung am 26. August 2002. Die bisherige schwere Baureihe 437.1 wurde durch den technisch ähnlichen, nun aber als „hochgeländegängig“ bezeichneten Unimog der Baureihe 437.4 abgelöst. Das Unimog-Programm besteht seitdem nur noch aus zwei Baureihen (405 und 437.4).[17]

Auf der Nutzfahrzeug-IAA 2006 wurde als weiteres Modell der Baureihe 405 der Unimog U 20 präsentiert, der Ende 2007 auf den Markt kam. Technisch gehört das Fahrzeug weiterhin zur Baureihe 405, das Fahrerhaus ist jedoch ein Frontlenkerfahrerhaus und entspricht der Accelo-Baureihe aus Brasilien.[68] Der Radstand ist auf 2700 mm verkürzt.[69]

Im August 2013 erfuhren die Unimog-Baureihen 437.4 und 405 eine technische Überarbeitung, um die Abgasnorm Euro 6 zu erfüllen.[48][68] Der Unimog 405 ist nun auch als Unimog U 200 erhältlich.[70]

Auf dem Unimog basierende Fahrzeuge anderer Hersteller

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Wie bereits beschrieben kann der Unimog sehr vielseitig eingesetzt und mit unterschiedlichsten An- und Aufbaugeräten als Zug- und Arbeitsmaschine oder hochgeländegängiger Lkw genutzt werden. Diese Vielseitigkeit motivierte verschiedene Hersteller den Unimog als Grundlage für Sonderfahrzeuge und selbstfahrende Arbeitsmaschinen zu nutzen. Hierfür bot Daimler viele Modelle auch als Triebkopfvariante an. Es entstanden neben vielen Unikaten auch in Serie gebaute Fahrzeuge.

Auszug der auf dem Unimog basierenden Fahrzeuge
Verkaufs­bezeichnungHerstellerbasiert auf Art Bemerkung
Uniknick[24.8]Werner & Co. MaschinenfabrikUnimog 421 Forstspezialschlepper
Hürtgenwald 1[24.9] Unimog 416 Holzvollernter Nur 2 Stück gebaut
Unitrac UT90[71.1]TractortecnicUnimog 406 Gleiskettenfahrzeug
Unitrac UT45[71.1] Unimog 421
Tremo[25.6] Trenkle, später Kramer-Werke Kommunalfahrzeug
Unimog-Ruthmann-Hubwagen[25.7] Ruthmann Unimog 406[71.2] Unimog mit absenkbarer Ladefläche Triebkopfanwendung
U 416 6 x 6 LUF III A[27.2] LESA (Leo Sauer, Stollberg) Unimog 416 6 x 6-Variante
Unimog-Absetzkipper-System[25.8][71.2] Absetzkipperfahrzeug Triebkopfanwendung
UR-416[71.3]Rheinstahl Geschütztes Fahrzeug
Mine Protected Combat Vehicle Kew Engineering
Sonderwagen 4 / TM-170 Thyssen-Maschinenbau Unimog 435
Condor Rheinmetall Landsysteme Unimog 435 & 437
Dingo 1[25.9]KNDS DeutschlandUnimog 437.1
Dingo 2[25.9]KNDS DeutschlandUnimog 437.4 Auch als 6 x 6-Variante

Unimog-Museum Gaggenau

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Nach der Entscheidung, die Unimog-Produktion in das Mercedes-Werk in Wörth am Rhein zu verlagern, wurde die Idee eines Museums am traditionellen Produktionsstandort, dem Mercedes-Benz-Werk Gaggenau, geboren.[72] Im März 2005 begannen im benachbarten Kuppenheim die Bauarbeiten, die Eröffnung des Unimog-Museums erfolgte am 3. Juni 2006. Der 3,5 Millionen Euro teure Bau zeigt die Unimog-Geschichte. Einer der Betreiber ist der Unimog-Club Gaggenau.

Mercedes-Benz ist im Jahr 2016/2017 für den Zweiwege-Unimog vom Typ U 423 (in der Kategorie „Energie + Umwelt“) mit dem Innovationspreis des Privatbahn Magazin ausgezeichnet worden.

Wikibooks: Traktorenlexikon: Mercedes-Benz – Weitere Informationen, insbesondere zu den einzelnen Modellen
Commons: Unimog – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Unimog – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 Vogler: Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. S. 41
  2. Friedrich Feldmann: Der Schlepper betriebsgerecht ausgewählt. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1963, OCLC 174899256, Seite 86.
  3. 1 2 Nellinger: Der Unimog: Arbeitstier und Kultmobil. S. 8
  4. Auskunft zur Marke UNIMOG im Register des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA)
  5. Nellinger: Der Unimog: Arbeitstier und Kultmobil. S. 6
  6. Vogler: Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. S. 11
  7. 1 2 Nellinger: Der Unimog: Arbeitstier und Kultmobil. S. 7
  8. 1 2 Claudio Lazzarini: Dieseli – Beschaffung. Abgerufen am 29. Januar 2018
  9. 1 2 Vogler: Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. S. 32.
  10. 1 2 Vogler: Unimog 406: Typengeschichte und Technik. S. 12
  11. 1 2 Vogler: Unimog 406: Typengeschichte und Technik. S. 11
  12. 1 2 Vogler: Unimog 406: Typengeschichte und Technik. S. 66
  13. 1 2 3 Daimler AG (Hrsg.): Von 1963 bis 1992: Der Unimog wächst zum Komplettprogramm. Abgerufen am 6. August 2017
  14. Daimler AG (Hrsg.): Hochgeländegängiger Unimog. Abgerufen am 6. August 2017
  15. Daimler AG (Hrsg.): Technische Daten Unimog 5023. (PDF) Abgerufen am 29. Januar 2018
  16. 1 2 Daimler AG (Hrsg.): Unimog Baureihe 437.4 Detailzeichnung Fahrzeugtechnik Getriebe, Achsen und Federung. Abgerufen am 28. Januar 2018
  17. 1 2 Daimler AG (Hrsg.): Von 2000 bis heute: Die neuen Unimog-Generationen. Abgerufen am 29. Januar 2018
  18. Vogler: Unimog 411: Typengeschichte und Technik. S. 23
  19. Vogler: Unimog 406: Typengeschichte und Technik. S. 45
  20. Vogler: Unimog 411: Typengeschichte und Technik. S. 48
  21. Vogler: Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. S. 72
  22. Vogler: Unimog 411: Typengeschichte und Technik. S. 114 ff.
  23. Vogler: Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. S. 49
  24. Werner Schmeing, Hans-Jürgen Wischhof: Traktoren der Daimler AG. 2., überarbeitete Auflage. Band 2 – Unbekannte Einblicke in Technik und Wirtschaft: Vom Unimog zum MB-trac und warum es keinen Nachfolger gab. DLG Verlag, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-7690-0832-6.
    1. 1 2 Stammbaum der Daimler-Traktoren
    2. 1 2 S. 114
    3. S. 169
    4. S. 24
    5. S. 273 ff.
    6. 1 2 S. 15
    7. S.261
    8. S. 101
    9. S. 102
  25. Carl-Heinz Vogler: UNIMOG – 1946 bis 2021. Geramond, München 2021, ISBN 978-3-96453-247-3.
    1. 1 2 S. 12
    2. 1 2 S. 34
    3. S. 101 ff.
    4. S. 23
    5. S. 26
    6. S. 87
    7. S. 139
    8. S. 140 f.
    9. 1 2 S. 186 f.
  26. Vogler: Unimog 411: Typengeschichte und Technik. S. 20
  27. Carl-Heinz Vogler: 101 Dinger die man über den Unimog wissen muss. 2. Auflage. GeraMond Media GmbH, München 2022, ISBN 978-3-96453-057-8.
    1. S. 36 f.
    2. S. 114 f.
  28. Ralf Maile: MB trac – Schlepper von Mercedes-Benz. Klaus Rabe Verlag, Waiblingen 2011, ISBN 978-3-926071-44-6.
    1. S.255
  29. Peter Schneider: Unimog – Alle Modelle seit 1948. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-613-02598-1.
    1. S.37
  30. 1 2 Vogler: Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. S. 10
  31. 1 2 Vogler, Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. S. 6
  32. Daimler AG (Hrsg.): Der Unimog wird 70: Erste Testfahrt mit Unimog Prototyp am 9. Oktober 1946. erschienen am 7. Oktober 2016. Abgerufen am 15. Januar 2018
  33. 1 2 Nellinger: Der Unimog: Arbeitstier und Kultmobil. S. 11
  34. Vogler: Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. S. 13
  35. Legends of Trucking: Boehringer Unimog (Baureihe 70200). Abgerufen am 29. Januar 2018
  36. Daimler AG (Hrsg.): Unimog zum Patent angemeldet. Abgerufen am 30. Januar 2018
  37. 1 2 Nellinger: Der Unimog: Arbeitstier und Kultmobil. S. 12
  38. Vogler, Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. S. 17
  39. Nellinger: Der Unimog: Arbeitstier und Kultmobil. S. 14
  40. Vogler: Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. S. 25
  41. Werner Oswald: Mercedes-Benz Lastwagen und Omnibusse 1886–1986. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-02943-9, S. 321
  42. Vogler: Unimog 411: Typengeschichte und Technik. S. 14
  43. Vogler: Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. S. 42
  44. Vogler: Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. S. 43
  45. 1 2 Vogler: Unimog 406: Typengeschichte und Technik. S. 122
  46. Vogler: Das Unimog-Typenbuch: Die komplette Modellgeschichte. (1. Auflage 2009). S. 81
  47. Vogler: Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. S. 94
  48. 1 2 Daimler AG (Hrsg.): Baureihe 437.4. Abgerufen am 30. Januar 2018
  49. Vogler: Unimog 406: Typengeschichte und Technik. S. 14
  50. Vogler: Unimog 406: Typengeschichte und Technik. S. 55
  51. Vogler: Unimog 406: Typengeschichte und Technik. S. 13
  52. Vogler: Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. S. 96
  53. Vogler: Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. S. 8
  54. Vogler: Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. S. 61
  55. Vogler: Unimog 406: Typengeschichte und Technik. S. 107
  56. Vogler: Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. S. 22
  57. Vogler: Das Unimog-Typenbuch: Die komplette Modellgeschichte. (1. Auflage 2009). S. 91
  58. 1 2 Vogler: Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. S. 119
  59. 1 2 Vogler: Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. S. 120
  60. Vogler: Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. S. 114
  61. Daimler AG (Hrsg.): Mercedes-Benz Public Archive: Baureihe 417. Abgerufen am 30. Januar 2018
  62. Vogler: Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. S. 134
  63. Daimler-Benz AG (Hrsg.): Unimog Studie „Funmog“ präsentiert. 15. März 1994. Abgerufen am 30. Januar 2018
  64. 1 2 Vom Unimog zum Funmog. Rhein Zeitung, 6. August 1997; abgerufen am 30. Januar 2018
  65. Nellinger: Der Unimog: Arbeitstier und Kultmobil. S. 23
  66. Jan Burgdorf: Mercedes Funmog: Die Suche nach dem Sinn. 24. Dezember 2015. Abgerufen am 30. Januar 2018
  67. Daimler AG (Hrsg.): Mercedes-benz Public Archive: Baureihe 409. Abgerufen am 30. Januar 2018
  68. 1 2 Daimler AG (Hrsg.): Mercedes-Benz Public Archive: Baureihe 405. Abgerufen am 30. Januar 2018
  69. Daimler AG (Hrsg.): Mercedes-Benz Unimog U 20 Euro 5. (Datenblatt). 2009. Abgerufen am 30. Januar 2018
  70. Daimler AG (Hrsg.): Technische Daten Unimog 405. (ZIP-Archiv). Abgerufen am 30. Januar 2018
  71. Carl-Heinz Vogler: UNIMOG 406 – Typengeschichte und Technik. Geramond, München 2016, ISBN 978-3-86245-576-8.
    1. 1 2 S. 124 ff.
    2. 1 2 S. 134
    3. S. 119 ff.
  72. Historie. Unimog-Museum, abgerufen am 14. Juli 2013.