UB 128
UB 128 (vorheriges/nächstes – alle U-Boote) | ||
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Ähnliches Boot: SM UB 148 | ||
| Typ: | UB III | |
| Werft: | AG Weser | |
| Stapellauf: | 10. April 1918 | |
| Indienststellung: | 11. Mai 1918 | |
| Kommandanten: | ||
| Einsätze: | 2 Fahrten | |
| Versenkungen: | ||
| Verbleib: | Am 3. Dezember 1918 an Großbritannien ausgeliefert. 1921 in Falmouth verschrottet | |
SM UB 128 war ein deutsches U-Boot vom Typ UB III der Kaiserlichen Marine während des Ersten Weltkrieges.
Beschreibung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]UB 128 wurde von der AG Weser in Bremen gebaut (Kiellegung 20. Juli 1917, Stapellauf 10. April 1918) und am 11. Mai 1918 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Wilhelm Canaris in Dienst gestellt. Canaris blieb bis Kriegsende Kommandant.[1]
Wie alle U-Boote des Typs UB III führte UB 128 zehn Torpedos mit sich und war mit vier Bugtorpedorohren, einem Hecktorpedorohr und einem 10,5-cm-Decksgeschütz bewaffnet.[1][2] Die Besatzung bestand aus drei Offizieren und 31 Mann. Mit zwei Treibölbunkern (35 + 36 t Treiböl) hatte es bei der Überwasserfahrt eine Reichweite von 8.500 sm (15.742 km) bei 6 kn (11,1 km/h). Mit einer Batterieladung kam es unter Wasser bei 4 kn (7 km/h) bis zu 55 sm (102 km) weit. Die Maximalgeschwindigkeit betrug 13,6 kn (25,2 km/h) aufgetaucht und 8 kn (14,8 km/h) unter Wasser.[2] Die Herstellungskosten beliefen sich auf 3.654.000 Mark. Die Länge des Bootes betrug 55,3 m bei einer Breite von 5,8 m und einem Tiefgang von 3,7 m.[2] Es verfügte über zwei Antriebswellen.[2] An jede Antriebswelle war eine 6-Zylinder-Körting-Dieselmaschine mit 550 PS (405 kW) für die Überwasserfahrt und ein Siemens-Schuckert-Elektromotor mit 394 PS (290 kW) für die Fahrt unter Wasser gekuppelt.[2] Die zugelassene Tauchtiefe betrug 50 Meter und die Tauchzeit 30 Sekunden.[1]
Einsätze
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei der ersten Unternehmung lief UB 128 unter Kapitänleutnant Wilhelm Canaris laut Kriegstagebuch am 1. August 1918 in Kiel aus. Noch am selben Tag erfolgte das Ablegen von der Blücherbrücke in Kiel mit anschließendem Marsch nach Eckernförde. Am 2. August 1918 hielt sich das Boot im Raum Eckernförde auf, führte Ausbildungs- und Prüftauchgänge durch und verlegte weiter nach Schleimünde.[3] Am 3. August 1918 wurde Schleimünde erreicht; aufgrund eines medizinischen Notfalls lief UB 128 kurzfristig wieder nach Kiel ein und anschließend erneut aus.[4] Am 4. August 1918 passierte das Boot den Kleinen Belt und bewegte sich durch die dänischen Gewässer in Richtung Skagerrak. Am 5. August 1918 befand sich UB 128 im Kattegat/Skagerrak-Raum und setzte den Marsch nach Norden fort. Am 6. August 1918 wurde das Skagerrak durchfahren, wobei erste Begegnungen mit anderen Schiffen dokumentiert sind.[5]
Am 7. und 8. August 1918 lief das Boot in die Nordsee ein, operierte dort unter wechselnden Wetterbedingungen und führte wiederholt Tauchmanöver durch. Am 9. August 1918 um 01:40 Uhr wurde UB 128 mit einem Torpedo beschossen, welcher jedoch vor dem Bug durchging. Ebenso wurden Schraubengeräusche in unmittelbarer Nähe wahrgenommen. Der Wachoffizier von UB 128 führte daraufhin einen Alarmtauchgang durch. Aufgrund der Wetterlage konnte nicht mehr in Erfahrung gebracht werden, von welchem Schiff der Torpedo abgeschossen wurde.[6] Am 10. August 1918 befand sich UB 128 bereits im Atlantik westlich der Britischen Inseln und hielt einen norwegischen Dampfer („Skard“) an, überprüfte dessen Papiere und ließ ihn weiterfahren.[7]
Am 11.–13. August 1918 setzte das Boot seinen Marsch durch den Atlantik unter schweren Wetterbedingungen fort, wobei wiederholt getaucht wurde und erheblicher Seegang herrschte. Am 14.–18. August 1918 bewegte sich UB 128 weiter südwestlich im Atlantik, wobei mehrfach schlechtes Wetter, eingeschränkte Sicht und technische Belastungen dokumentiert sind. Am 19.–20. August 1918 wurde ein Sperrgebiet im Atlantik passiert; zugleich wurden mehrere neutrale bzw. kontrollierte Schiffe gesichtet und teilweise überprüft.[8]
Am 21. August 1918 um 02:50 Uhr traf UB 128 im Atlantik bei 39° 45′ 0″ N, 12° 13′ 0″ W westlich der Iberischen Halbinsel auf den französischen Dampfer Champlain (ca. 7400 ts, Kohleladung, Route Cardiff/Barry Docks–Dakar). Nach Annäherung unter Wasser wurde ein Torpedo aus etwa 1400 m Entfernung abgeschossen und traf das Schiff. Der Dampfer blieb manövrierunfähig liegen; UB 128 tauchte auf, eröffnete Artilleriefeuer, setzte ein Enterkommando über, nahm den Kapitän gefangen und sicherte die Schiffspapiere. Anschließend wurde der Frachter durch Sprengung endgültig versenkt.[9]
In den folgenden Tagen setzte UB 128 den Marsch südwärts fort. Am 22.–23. August 1918 näherte sich das Boot der Straße von Gibraltar, wobei mehrfach Sicherungskräfte, Geleitzüge und Überwachungsmittel festgestellt wurden.[10] Dabei geriet UB 128 in ein stark gesichertes Seegebiet mit mehreren Dampfern und Begleitschiffen; Angriffsversuche mussten wegen ungünstiger Lage und unmittelbarer Entdeckungsgefahr abgebrochen werden, sodass wiederholt getaucht werden musste.[11] Während der Passage wurden zusätzlich Luftüberwachungsmittel wie Fesselballone beobachtet, und es kam zu Ausweichmanövern gegenüber Sicherungseinheiten.[12]
Nach erfolgreichem Durchgang durch die Straße von Gibraltar am 23.–24. August 1918 lief UB 128 ins Mittelmeer ein und setzte den Marsch ostwärts fort. Am 25.–27. August 1918 wurden im westlichen Mittelmeer weitere Geleitzüge gesichtet; Angriffsversuche blieben aufgrund starker Sicherung erfolglos.[13] Am 28.–31. August 1918 bewegte sich das Boot durch das zentrale Mittelmeer und die Straße von Sizilien, wobei Navigationsprobleme, Strömungen und ungünstige Wetterbedingungen dokumentiert sind.
Am 24. August dokumentierte der Kommandant Canaris im Kriegstagebuch vermehrt auftretende technische Probleme. Insbesondere die Auspuffventile zeigten starke Undichtigkeiten, wodurch kontinuierlich Wasser eindrang und das Boot achtern schwer wurde. Diese Hecklastigkeit erschwerte die Tiefenhaltung erheblich, sodass das Boot nur noch schwer auf konstanter Tiefe zu halten war. Gleichzeitig reichte die Leistung der Pumpen nicht aus, um den Wassereinbruch zuverlässig auszugleichen. Als Ursache werden konstruktive beziehungsweise materialbedingte Schwächen der Ventile genannt, die auch durch Wartungsmaßnahmen wie Einschleifen nicht mehr behoben werden konnten. Zusätzlich kam es zu weiteren Störungen in der Maschinenanlage, darunter ein Wassereinbruch im Bereich eines Luftkühlers. Zwar konnte dieser Schaden provisorisch behoben werden, jedoch blieben die grundlegenden Leckprobleme bestehen. Insgesamt war die Unterwasserfähigkeit des Bootes dadurch deutlich eingeschränkt, sodass längere Tauchfahrten als riskant angesehen werden mussten. Canaris zog daraus die Konsequenz, Unterwasserfahrten nach Möglichkeit zu vermeiden und den Marsch, sofern es die Lage zuließ, überwiegend über Wasser fortzusetzen.[14]
Am 1.–2. September 1918 passierte UB 128 das Ionische Meer (Raum Malta) und die Straße von Otranto unter anhaltender Sicherung und Sichtung feindlicher Kräfte. Am 4. September 1918 wurde die Adria erreicht. UB 128 lief in den Raum Kotor ein und ankerte bei Đenovići. Am 6. September 1918 wurde in Split festgemacht. Nach dem Auslaufen aus Split hat sich UB 128 am 6. September 1918 um 09:30 Uhr festgefahren, als eine Bake zu dich gerundet wurde. Am 7. September 1918 gelang das abschleppen von UB 128, welches unbeschädigt geblieben ist.[15]
Zur zweiten Unternehmung vom 28. Oktober bis zum 29. November 1918 kam es aufgrund der Räumung der Adria-Stützpunkte: UB 128 musste den Rückmarsch antreten. Nachdem es knapp der Versenkung bei Gibraltar entkommen war, machte es am norwegischen Kors-Fjord dem Sammelplatz für Mittelmeerboote einen Zwischenstopp. Am 29. November 1918 lief UB 128 dann in Kiel ein.[16]
Verbleib
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Entsprechend den Waffenstillstandsbedingungen wurde das Boot am 3. Dezember 1918 an Großbritannien ausgeliefert und 1921 in Falmouth abgewrackt.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller, 1993, ISBN 3-86070-036-7, S. 60, 73.
- 1 2 3 4 5 Eberhard Rössler: Geschichte des deutschen U-Bootbaus Band 1. Bernard & Graefe, 1996, ISBN 3-86047-153-8, S. 85–89, 265.
- ↑ Kriegstagebuch UB 128. Bundesarchiv, abgerufen am 6. April 2026. (BArch, N 812/39, S. 8–9)
- ↑ Kriegstagebuch UB 128. Bundesarchiv, abgerufen am 6. April 2026. (BArch, N 812/39, S. 8–9)
- ↑ Kriegstagebuch UB 128. Bundesarchiv, abgerufen am 6. April 2026. (BArch, N 812/39, S. 9–10)
- ↑ Kriegstagebuch UB 128. Bundesarchiv, abgerufen am 6. April 2026. (BArch, N 812/39, S. 10–11)
- ↑ Kriegstagebuch UB 128. Bundesarchiv, abgerufen am 6. April 2026. (BArch, N 812/39, S. 11)
- ↑ Kriegstagebuch UB 128. Bundesarchiv, abgerufen am 6. April 2026. (BArch, N 812/39, S. 14)
- ↑ Kriegstagebuch UB 128. Bundesarchiv, abgerufen am 6. April 2026. (BArch, N 812/39, S. 14–15, 24)
- ↑ Kriegstagebuch UB 128. Bundesarchiv, abgerufen am 6. April 2026. (BArch, N 812/39, S. 16–17)
- ↑ Kriegstagebuch UB 128. Bundesarchiv, abgerufen am 6. April 2026. (BArch, N 812/39, S. 16–18)
- ↑ Kriegstagebuch UB 128. Bundesarchiv, abgerufen am 6. April 2026. (BArch, N 812/39, S. 22)
- ↑ Kriegstagebuch UB 128. Bundesarchiv, abgerufen am 6. April 2026. (BArch, N 812/39, S. 18–19)
- ↑ Kriegstagebuch UB 128. Bundesarchiv, abgerufen am 6. April 2026. (BArch, N 812/39, S. 17–18)
- ↑ Kriegstagebuch UB 128. Bundesarchiv, abgerufen am 6. April 2026. (BArch, N 812/39, S. 23)
- ↑ Harald Bendert: Die UB-Boote der Kaiserlichen Marine 1914–1918. Mittler & Sohn Verlag, 2000, ISBN 3-8132-0713-7, S. 188 f.