Stumpten
| Stumpten (Rotte) Ortschaft Katastralgemeinde Bernhardschlag | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Pol. Bezirk, Bundesland | Urfahr-Umgebung (UU), Oberösterreich | |
| Gerichtsbezirk | Rohrbach | |
| Pol. Gemeinde | Vorderweißenbach | |
| Koordinaten | 48° 32′ 50″ N, 14° 12′ 41″ O | |
| Einwohner der Ortschaft | 293 (1. Jän. 2025) | |
| Fläche d. KG | 25,56 km² (31. Dez. 2023) | |
| Statistische Kennzeichnung | ||
| Ortschaftskennziffer | 12347 | |
| Katastralgemeindenummer | 45402 | |
| Zählsprengel/ -bezirk | Bernhardschlag (41625 000) | |
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; DORIS | ||
Stumpten ist eine Ortschaft in der Gemeinde Vorderweißenbach im Bezirk Urfahr-Umgebung in Oberösterreich. Die Ortschaft hat 293 Einwohner (Stand 1. Jänner 2025[1]).
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Ortschaft Stumpten ist Teil der Katastralgemeinde Bernhardschlag[2] sowie des Zählsprengels Bernhardschlag[3] und umfasst 111 Adressen (Stand 1. April 2020).[4]
Die Ortschaft liegt am nordwestlichen Ende des Bernhardschläger Hügelrückens, der sich zwischen den Dörfern Ortschlag im Osten und Stumpten bzw. Vorderweißenbach im Nordwesten erstreckt. Stumpten wird im Norden vom Finsterholzbach und Weißenbach und im Südwesten vom Wagnerbach begrenzt. Jenseits dieser Gewässer liegen der ausgedehnte Sternwald mit dem Sternstein als höchster Erhebung im Norden und der Höchlwald im Südwesten.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 1499 wurde Stumpten im Urbar der Herrschaft Waxenberg erstmals schriftlich erwähnt.[5] Der Ortsname geht dabei auf den Begriff „Stumpen“, das „untere Ende eines in der Länge gedehnten Dinges“ zurück. Gemeint ist damit der von Bernhardschlag Richtung Weißenbach abfallende Berghang. Stumpten hat damit eine ähnliche Namensentwicklung wie die Ortschaft Ortschlag, deren Bezeichnung das andere, „spitze“ Ende des Bernhardschläger Rückens in Richtung Bad Leonfelden bezeichnet.[6]
Im Ersten und Zweiten Weltkrieg hatte Stumpten viele tote Soldaten zu beklagen.[7][8]
Am 24. April 1945, kurz vor Kriegsende, stürzte ein deutsches Aufklärungsflugzeug bei der Wagnermühle ab, wobei sich der Motor der Maschine vier Meter tief in den Wiesengrund bohrte. Der NSDAP-Ortsgruppenleiter wollte den vermeintlich feindlichen Piloten erschießen, der sich allerdings als junger Deutscher aus der Gegend um Stuttgart entpuppte und alsbald zu seiner Einheit nach Budweis zurückkehrte.[9]
Am 25. April 1972 wurde die Telefongemeinschaft Vorderweißenbach/Stumpten gegründet, damit deren Mitglieder rascher zu einem privaten Telefonanschluss kommen könnten. Im Herbst 1980 wurde das Hauptkabel von Vorderweißenbach über Stumpten und Geierschlag nach Helfenberg verlegt. Im Mai 1981 traten auch die Ortschaften Bernhardschlag und Hinterweißenbach dem Verein bei, ehe dieser im Jahr 1987 aufgelöst werden konnte.[10]
Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bernhardschläger Gemeindestraße führt von Vorderweißenbach über Stumpten nach Bernhardschlag und Ortschlag. Ein Ansuchen um Förderung zur Sanierung und Verbreitung der Straße wurde am 20. Februar 1910 vom Landesausschuss abgelehnt.[11] Die Bernhardschläger Gemeindestraße wurde im Herbst 1938 ausgebaut, im 1953 weiter ausgebaut und 1979 saniert.[12]
Freizeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Der 17,3 km lange Rad-Rundweg S5 Vorderweißenbacher Runde führt durch die Ortschaft Stumpten.
- Von den nahen Kurhäusern in Bad Leonfelden werden verschiedene Wanderungen und Radtouren vorgeschlagen, die unter anderem durch Stumpten führen.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Peter Adam, Beate Auer, u. a: Dehio-Handbuch Oberösterreich. Band 1. Mühlviertel. Verlag Berger, Horn/Wien 2003, ISBN 3-85028-362-3, Stumpten S. 914.
- Marktgemeinde Vorderweißenbach (Hrsg.): Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. Der Stern im Böhmerwald. Sternstein Verlag, Bad Leonfelden 2025, ISBN 978-3-902865-25-0. Darin mit Bezug zur Ortschaft Stumpten:
- Kapitel 7. Ende der Monarchie, Weltkriege, Wiederaufbau und Eiserner Vorhang. S. 105–146, Abschnitt Gefallene der beiden Weltkriege aus der Gemeinde Vorderweißenbach. S. 126–127.
- Kapitel 8. Gemeinde sind wir alle. S. 149–190.
- Kapitel 15. Verkehrserschließung in unserer Gemeinde. S. 367–374 (Autor: Otto Kastner).
- Kapitel 20. Hausbesitzer von 1750–1940. S. 467–507 (Autoren: Sonja und Johann Pammer), Abschnitt „Stumpten“ S. 481–483.
- Edmund Grabner (Hrsg.), Stefan Grasböck, Reinhard Hauer: Zeichen am Weg. Kleindenkmäler in der Marktgemeinde und Pfarre Vorderweißenbach. Arbeitskreis Kultur und Bildung des Vereins „Dorferneuerung Vorderweißenbach“, 2008, S. 184–200 (Inhaltsverzeichnis auf obvsg.at).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bibliografie zur oberösterreichischen Geschichte. Suche nach 'Stumpten'. In: ooegeschichte.at. Virtuelles Museum Oberösterreich
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
- ↑ DORIS (Digitales Oberösterreichisches Raum-Informations-System). Land Oberösterreich, Abteilung Geoinformation und Liegenschaft, abgerufen am 4. Februar 2026.
- ↑ Statistik Austria (Hrsg.): Ortsverzeichnis Oberösterreich 2001. Verlag Österreich, Wien 2005, ISBN 3-902452-43-9, S. 343 (statistik.at [PDF; abgerufen am 4. Februar 2026]).
- ↑ Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen: Österreichisches Adressregister, Stichtagsdaten vom 1.4.2020 (online)
- ↑ Karl Hohensinner, Peter Wiesinger, unter Mitarbeit von Hermann Scheuringer, Michael Schefbäck: Die Ortsnamen des politischen Bezirkes Urfahr-Umgebung (Mittleres Mühlviertel) (= Ortsnamenbuch des Landes Oberösterreich. Band 10). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2006, ISBN 978-3-7001-3676-7, S. 94, Nr. 10.2.6.16 (Abschnitt „Stumpten“).
- ↑ Karl Hohensinner, Peter Wiesinger, unter Mitarbeit von Hermann Scheuringer, Michael Schefbäck: Die Ortsnamen des politischen Bezirkes Urfahr-Umgebung (Mittleres Mühlviertel) (= Ortsnamenbuch des Landes Oberösterreich. Band 10). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2006, ISBN 978-3-7001-3676-7, S. 94, Nr. 10.2.6.12 (Die Bezeichnung „Ortschlag“ setzt sich aus dem Grundwort „-schlag“ und dem mittelhochdeutschen Begriff „ort“ im Sinne von „Spitze“, „Ende“, „äußerste Lage von einem Bezugspunkt aus“ zusammen).
- ↑ Vorderweißenbach, Bezirk Urfahr-Umgebung, Oberösterreich, Österreich. In: denkmalprojekt.org. Abgerufen am 14. Mai 2026.
- ↑ Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 127.
- ↑ Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 119.
- ↑ Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 177.
- ↑ Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 370.
- ↑ Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 372.
