Stotternheim
Stotternheim Landeshauptstadt Erfurt | |||||||||||||||||||
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| Koordinaten: | 51° 3′ N, 11° 3′ O | ||||||||||||||||||
| Höhe: | 170 m ü. NN | ||||||||||||||||||
| Fläche: | 15,79 km²[1] | ||||||||||||||||||
| Einwohner: | 3338 (31. Dez. 2024)[1] | ||||||||||||||||||
| Bevölkerungsdichte: | 211 Einwohner/km² | ||||||||||||||||||
| Eingemeindung: | 1. Juli 1994 | ||||||||||||||||||
| Postleitzahl: | 99095 | ||||||||||||||||||
| Vorwahlen: | 036204, 0361 | ||||||||||||||||||
Lage von Stotternheim in Erfurt
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Ev. Dorfkirche St. Peter und Paul (Lage→) | |||||||||||||||||||
| Jahr | 1843 | 1900 | 1910 | 1925 | 1939 | 1990 | 1995 | 2000 | 2005 | 2010 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 1084[7] | 1471 | 1613 | 1957 | 2771 | 2929 | 2883 | 3621 | 3552 | 3402 | 3408 | 3412 | 3399 | 3429 | 3432[8] | 3432[9] | 3404 | 3413[10] | 3397 |
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ortsteilbürgermeister ist Christian Maron.
- Der Ortsteilrat besteht aus zehn Mitgliedern.
Ortspartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine Ortspartnerschaft besteht zu Gau-Algesheim bei Mainz in Rheinland-Pfalz.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
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Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Evangelische Kirche St. Peter und Paul von 1704. Die spätromantische Orgel von 1902 stammt aus der Werkstatt von Walcker in Ludwigsburg und wurde 2002 bei einem Sturm beschädigt, aufwendig restauriert und im Mai 2009 wieder eingeweiht.[11]
- Kirchhof mit historischen Grabsteinen und dem Gemeinschaftsgrab für 13 Soldaten der Wehrmacht, die am 11. April 1945 bei der amerikanischen Besetzung des Ortes erschossen worden sind: ein „unaufgeklärtes Ereignis“. Es handelte sich um zwei Unteroffiziere und Mannschaftsdienstgrade unterschiedlicher Einheiten, drei Soldaten waren namentlich unbekannt.[12]
- Historisches Pfarrhaus
- Katholische Kirche von 1952
- Sanierungsbedürftiges, architektonisch interessantes Herrenhaus eines früheren Gutes
- Der Lutherstein aus schwedischem Granit wurde, ermöglicht durch eine Stiftung der Erfurter Unternehmerin Dorothea Peterseim, im Kriegsjahr 1917 am Fuße des Galgenhügels errichtet: im 400. Jahr der Reformation. Das Areal hat die Familie Eger zur Verfügung gestellt und es 1919 der Gemeinde übereignet. Die Festansprache zur Einweihung am 4. November 1917 hielt der Erfurter Historiker Prof. Johannes Biereye.[13] An dieser Stelle soll der frisch promovierte Magister Martin Luther auf dem Fußweg von Eisleben nach Erfurt am 2. Juli 1505 unter dem Eindruck eines bedrohlichen Gewitters das Gelöbnis geleistet haben, Mönch zu werden.[3]
- Der Felsenkeller am Ortsausgang nach Alperstedt ist eine parkähnliche Anlage. 1837 wurde dort ein großer Gewölbekeller (30 × 8 Meter) zur Getränkekühlung der ortsansässigen Wirte gebaut. Nach dem Ersten Weltkrieg entstand über dem Felsenkeller in einem Ehrenhain eine Gedenkstätte für die gefallenen Stotternheimer Soldaten, mit zinnenförmiger Umbauung, die einer kleinen Burganlage ähnelte. Die metallenen Namenstafeln der Gefallenen verschwanden, der Felsenkeller selbst wurde als Müllablage missbraucht. Nach der „Wende“ wurde er wieder freigelegt.[14]
- Das Gebiet um das frühere Solbad Louisenhall (in Richtung Nöda links der Straße) von 1847 ist ein Flächendenkmal mit Resten der früheren Bebauung, den Grundmauern der ehemaligen Kureinrichtung und typischen Salzpflanzen auf den Wiesen der Nachbarschaft
- Strandbad Stotternheim am Stotternheimer See, einer gefluteten Kiesgrube.
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wirtschaftlich prägend war für Stotternheim zunächst die Landwirtschaft, die auch heute noch intensiv betrieben wird. Später kamen der Salz- und der Kiesabbau als weitere Wirtschaftszweige hinzu. Der Kiesabbau wird teilweise noch heute betrieben. Die Gewerbegebiete des Ortes befinden sich im Norden an der Schwanseer Straße und im Süden an der Erfurter Landstraße auf Höhe der Autobahnabfahrt Stotternheim. Dort liegt seit 2010 mit dem Internationalen Logistikzentrum Erfurt (ILZ) einer der großen Logistikstandorte im Raum Erfurt.
Unternehmen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- PAARI GmbH – Eine der größten Waagenbaufirmen Mitteldeutschlands
- Logistikzentrum des Netto Marken-Discount
- Logistikzentrum Eurogate Warehousing (Panasonic)
Medien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ort verfügt über eine eigene Ortszeitschrift, die monatlich erscheint. Mit der Ausgabe Juni 2006 übernahm eine neu gegründete Redaktion aus Stotternheimer Bürgern dieses Heimatblatt Stotternheim von einem Udestedter Werbestudio. Die Publikation versucht, Ortsgeschehen zu chronologisieren, sowie eigene Themen aus dem Ort aufzugreifen. Die Auflage liegt bei 1850 Exemplaren. Finanziert wird die Zeitschrift aus Anzeigeneinnahmen und einem Zuschuss des Ortschaftsrates, der als Herausgeber fungiert. Das Heimatblatt Stotternheim ist kostenlos.
Als regionale Tageszeitung erscheint die Thüringer Allgemeine, Lokalausgabe Erfurt.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Stotternheim besitzt seit 1881 einen Bahnhof an der Bahnstrecke Sangerhausen–Erfurt, über den eine Zugverbindung nach Erfurt und Magdeburg besteht. Südlich des Ortes verläuft die A 71, an der der Ort die gleichnamige Anschlussstelle Nr. 8 Erfurt-Stotternheim besitzt. Von Stotternheim führen Straßen nach Erfurt, Sömmerda, Straußfurt, Kühnhausen, Schwerborn und Alperstedt.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Stutternheim, Adelsfamilie aus Stotternheim, erste urkundliche Erwähnung 1143
- Martin Luther (* 1483 in Eisleben; † 1546 in Eisleben), Reformator, nach einer Legende legte er 1505 bei Stotternheim in einem Gewitter das Gelübde ab, Mönch zu werden
- Elias Birnstiel (* um 1600 in Erfurt; † 1679 in Stotternheim), Pfarrer in Stotternheim
- Georg Peter Weimar (* 1734 in Stotternheim; † 1800 in Erfurt), Musiker, wurde Nachfolger von Johann Wilhelm Hässler als erfolgreicher Konzertveranstalter in Erfurt
- Johann Melchior Möller (* 1760 in Erfurt; 1824 in Stotternheim), Pfarrer in Stotternheim und Vater von Johann Friedrich Möller
- Johann Friedrich Möller (* 1789 in Erfurt, aufgewachsen in Stotternheim; † 1861 in Magdeburg), 1815 bis 1843 Pfarrer und Superintendent in Erfurt, ab 1843 Domprediger und Generalsuperintendent in Magdeburg und in der Provinz Sachsen, Dichter des Kirchenlieds Geh hin nach Gottes Willen
- Walter Rein (* 1893 in Stotternheim; † 1955 in Berlin), Komponist von Volksliedern, 1929 Ruf an die Hochschule für Musik in Weimar, dann an Musikakademien in Kassel und Frankfurt, 1935 auf eine Professur an die Staatliche Hochschule für Musikerziehung nach Berlin
- Wolfram Brandes (* 1954 in Stotternheim), Byzantinist
- Dieter Ehrlich, genannt Otze (* 1963; † 2005) und Klaus Ehrlich von der Band Schleim-Keim, die 1983 zusammen mit der Band Zwitschermaschine die LP DDR von Unten als erste Punkplatte der DDR veröffentlicht haben.[15][16]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Seite über Stotternheim auf der Homepage der Stadt Erfurt ( vom 23. Dezember 2012 im Internet Archive)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Erfurter Statistik, Daten und Fakten 2025. (PDF; 397 kB) Landeshauptstadt Erfurt, Stadtverwaltung, abgerufen im Dezember 2025 (Bevölkerung der Stadtteile mit Stand 31. Dezember 2024).
- ↑ Zurück in die Jungsteinzeit. In: Thüringische Landeszeitung. 12. März 2011
- 1 2 Lutherstein bei Stotternheim. auf: erfurt-web.de abgerufen am 11. Januar 2012; Siehe auch: Steffen Raßloff: 100 Denkmale in Erfurt. Geschichte und Geschichten. Mit Fotografien von Sascha Fromm. Essen 2013. S. 48 f.
- ↑ Geschichte der Stotternheimer Salinen beim Heimatverein Stotternheim
- ↑ Helmut Wolf: Erfurt im Luftkrieg 1939 bis 1945. Schriften des Vereins für Geschichte und Altertumskunde von Erfurt e. V. Glaux-Verlag, Jena 2005, ISBN 3-931743-89-6, S. 232.
- ↑ Hans-Heinz Freiherr von Wangenheim: Der Siedelhof der Freiherren von Wangenheim in Stotternheim. In: Erfurter Heimatbrief. Nr. 28, 6. Juni 1974, S. 38–42.
- ↑ Johann Friedrich Kratzsch: Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten. Naumburg 1843.
- ↑ Bevölkerung der Stadtteile
- ↑ Erfurter Statistik, Daten und Fakten 2021. (PDF; 607 kB) Landeshauptstadt Erfurt, Stadtverwaltung, 30. April 2021, abgerufen am 21. April 2023 (Bevölkerung der Stadtteile mit Stand 31. Dezember 2020).
- ↑ Erfurter Statistik, Daten und Fakten 2023. (PDF; 394 kB) Landeshauptstadt Erfurt, Stadtverwaltung, Mai 2023, abgerufen am 15. Januar 2025 (Bevölkerung der Stadtteile mit Stand 31. Dezember 2022).
- ↑ Bauhistorische Informationen zur Dorfkirche auf der Website der Kirchgemeinde ( vom 30. Dezember 2015 im Internet Archive)
- ↑ Helmut Wolf: Erfurt im Luftkrieg 1939 bis 1945. Glaux-Verlag, Jena 2005. S. 232
- ↑ Margrit Bauer: Urknall der Reformation. Leserbrief: 100 Jahre Gedenkstätte „Lutherstein“ in Stotternheim. Thüringische Landeszeitung, 18. November 2016
- ↑ Hartmut Schwarz: Rätselraten im Felsenkeller. Stotternheimer Heimat-, Gewerbe- und Geschichtsverein lädt zum Denkmaltag in den Untergrund ein. Thüringische Landeszeitung, 9. September 2016.
- ↑ Frank Willmann: Wie man in einer Diktatur rebelliert. 40 Jahre Punk: Subkultur war in der DDR etwas Heimliches bis Gefährliches. Ein Fan der ersten Stunde erinnert sich, in: Fluter, 23. November 2016
- ↑ Ritchie Ziemek: Interview Schleimkeim / Höhni (Interview mit Otze und Lippe von Schleimkeim und Höhnie von Höhnie-Records), in: Stimmbruch, Rockradio B, Sendung vom 29. Dezember 1999, in: Youtube-Kanal von BurYokuTransmissions, Upload vom 28. März 2013
