Hohenwinden
Hohenwinden Landeshauptstadt Erfurt | ||||
|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | 51° 1′ N, 11° 2′ O | |||
| Höhe: | 190 m ü. NN | |||
| Fläche: | 8,21 km²[1] | |||
| Einwohner: | 1759 (31. Dez. 2024)[1] | |||
| Bevölkerungsdichte: | 214 Einwohner/km² | |||
| Postleitzahlen: | 99085, 99086, 99087 | |||
| Vorwahl: | 0361 | |||
Lage Hohenwindens in Erfurt
| ||||
Die ehemalige Saline in Hohenwinden | ||||
| Viertel (nicht offiziell) |
Blockgruppen[2] (offiziell) |
Einwohner (2007)[3] | Einwohner (2015)[4] |
|---|---|---|---|
| Industriegebiet Stotternheimer Straße, Zoopark/Roter Berg | 911 | 44 | 155 |
| Rotebergsiedlung | 912 | 1.155 | 1.069 |
| Industriegebiet Schwerborner Straße | 921 | 130 | 192 |
| Salinesiedlung, Stollbergsiedlung | 922 | 635 | 603 |
Rotebergsiedlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Rotebergsiedlung entstand ab 1949 westlich der Stotternheimer Straße. Das Gelände war vorher als Flugplatz genutzt worden. Der erste Flughafen Erfurts entstand hier 1925 und wurde bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs für die zivile Luftfahrt von und nach Erfurt genutzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Flughafen militärisch genutzt und danach durch die SMAD stillgelegt. 1956 wurde er verkleinert für die Sportfliegerei wiedereröffnet, während auf dem östlichen Teil die Rotebergsiedlung gebaut wurde. Der Luftverkehr wurde nach dem Zweiten Weltkrieg komplett zum Flughafen Bindersleben verlegt. In der Siedlung entstanden kleine Häuser für Familien, um die Wohnungsnot nach dem Krieg zu lindern. In den 1990er-Jahren wurde die Siedlung nach Süden erweitert und das Gebiet bis zur Straßenbahntrasse bebaut. Die Straßen in dieser Gegend erhielten Namen, die an den einstigen Flugplatz am Roten Berg erinnern.
1959 wurde nördlich der Rotebergsiedlung der Thüringer Zoopark Erfurt eröffnet, der seitdem der größte Zoologische Garten in Thüringen ist und einen Großteil der Fläche des Roten Bergs bedeckt.
Salinesiedlung und Stollbergsiedlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Salinesiedlung und die Stollbergsiedlung im Osten Hohenwindens entstanden in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit kleinen Siedlungshäusern. 1972 wurde die Salinesiedlung nach Süden erweitert und es entstanden zahlreiche Kleingärten mit Wochenendhäusern für die Stadtbevölkerung. Die Salinesiedlung hat ihren Namen von der dortigen Saline, die zwischen 1862 und 1916 Steinsalz förderte, erhalten, während die Stollbergsiedlung nach dem Berg, an dessen Westhang sie liegt, benannt wurde.
Auch auf der Westseite der Sangerhäuser Bahn am Salinengraben und der Querfurter Straße entstanden Siedlerhäuser.
Industriegebiete
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zwischen den Siedlungen liegen ausgedehnte Flächen, die als Industriegebiet genutzt werden. Neben dem flachen Gelände war besonders die Bahnanbindung ein Grund zur Entstehung der Industriegebiete in Hohenwinden nach der Eingemeindung Ilversgehofens 1911. Sie gehören zu einer Industriezone, die sich entlang der Bahnstrecken durch den ganzen Nordosten Erfurts erstreckt. Während im Süden seit der Schließung vieler Betriebe nach der Wiedervereinigung einige Flächen brach liegen, entstand im Norden an der Bergrat-Voigt-Straße ein neues Gewerbegebiet direkt an der neu gebauten Bundesautobahn 71.
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den Siedlungen, die in der Hohenwindener Flur verstreut liegen, leben etwa 2000 Einwohner. Der Großteil von ihnen ist über 50 Jahre alt, sodass das Durchschnittsalter 2009 bereits bei 51,4 Jahren und damit weit über dem Erfurter Durchschnitt liegt. Außerdem ist Hohenwinden durch eine geringe demografische Mobilität geprägt, es gibt also wenige Zu- und Fortzüge und ebenso wenige Geburten und (noch) wenige Sterbefälle. Wenn die derzeitige Siedlergeneration langsam abnimmt, wird sich zeigen, inwieweit die vergleichsweise entlegenen Siedlungen inmitten des Industriegebiets mit ihren relativ kleinen und älteren Häusern neue, junge Bewohner anziehen können.
Daten der Stadtverwaltung Erfurt, jeweils zum 31. Dezember.
| Jahr | Einwohnerzahl |
|---|---|
| 1995 | 1.918 |
| 1996 | 2.026 |
| 1997 | 2.033 |
| 1998 | 2.037 |
| 1999 | 2.047 |
| 2000 | 2.048 |
| 2001 | 2.040 |
| 2002 | 2.027 |
| 2003 | 2.027 |
| 2004 | 2.019 |
| 2005 | 2.006 |
| 2006 | 1.989 |
| 2007 | 1.964 |
| 2008 | 1.952 |
| 2009 | 1.939 |
| 2010 | 1.906 |
| 2011 | 1.899 |
| 2012 | 1.902 |
| 2013 | 1.858 |
| 2014 | 1.833 |
| 2015 | 2.019 |
| 2016 | 1.971 |
Wirtschaft und Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Wirtschaft Hohenwindens ist durch die zahlreichen Unternehmen des produzierenden Gewerbes in den Industriegebieten geprägt. An Rasenrain hat die Erfurter Bahn ihren Sitz, die den Personenverkehr auf vielen Eisenbahnstrecken in Thüringen und Unterfranken betreibt.
Hohenwinden liegt direkt an der Bundesautobahn 71 vom Erfurter Kreuz nach Sangerhausen an der Anschlussstelle Erfurt-Stotternheim. Die Stotternheimer Straße ist auch die wichtigste Straße Hohenwindens, außerdem sind die Bunsenstraße, die Straße Am Roten Berg und die Schwerborner Straße wichtige Verbindungen für den innerstädtischen Verkehr.
An den öffentlichen Verkehr ist der Stadtteil über den Bahnhof Erfurt Ost an der Bahnstrecke Sangerhausen–Erfurt angebunden. Dort bestehen Verbindungen nach Magdeburg und zum Erfurter Hauptbahnhof. Allerdings liegt dieser Bahnhof an der Schwerborner Straße relativ weit von den Siedlungen entfernt und dient vor allem Pendlern der umliegenden Industriegebiete. Die Rotebergsiedlung ist über die Linie 5 an das Netz der Straßenbahn Erfurt angebunden, während die Salinesiedlung und die Stollbergsiedlung nur mit unregelmäßig verkehrenden Bussen zu erreichen sind.
Wahlen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Partei | Stadtrat 2009 | Landtag 2009 | Bundestag 2013 | Europa 2009 |
|---|---|---|---|---|
| Wahlbeteiligung | 43,7 | 52,8 | 60,1 | 44,0 |
| CDU | 17,9 | 24,3 | 36,4 | 24,3 |
| Die Linke | 25,7 | 29,5 | 24,4 | 26,3 |
| SPD | 34,9 | 22,8 | 18,6 | 21,4 |
| Grüne | 5,3 | 5,8 | 5,0 | 6,7 |
| FDP | 4,9 | 6,2 | 1,6 | 6,7 |
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Erfurter Statistik. Daten und Fakten 2011. Stadtverwaltung Erfurt, 9. März 2011 (Faltblatt; erfurt.de ( vom 24. September 2011 im Internet Archive) [PDF; 1,2 MB]).
- Erfurter Statistik. Bevölkerung 2011 (= Kommunalstatistische Hefte. Heft 79). Ausgabe: August 2012 (erfurt.de ( vom 27. Januar 2013 im Internet Archive) [PDF; 1,8 MB]).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Stadtteil – Hohenwinden. Bevölkerung mit Hauptwohnsitz 31. Dezember 2012 ( vom 10. Februar 2013 im Webarchiv archive.today). In: erfurt.de
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Erfurter Statistik, Daten und Fakten 2025. (PDF; 397 kB) Landeshauptstadt Erfurt, Stadtverwaltung, abgerufen im Dezember 2025 (Bevölkerung der Stadtteile mit Stand 31. Dezember 2024).
- ↑ Landeshauptstadt Erfurt. Kleinräumige Gliederung. Blockgruppenkarte ( vom 17. Juni 2012 im Internet Archive). (PDF; 3,4 MB) In: erfurt.de, Januar 2005, abgerufen am 24. November 2017.
- ↑ Bevölkerung der Stadt Erfurt 2007. Bestands- und Bewegungsdaten (= Kommunalstatistische Hefte. Heft 64). Ausgabe: Juli 2008, S. 53 (erfurt.de ( vom 17. Juni 2012 im Internet Archive) [PDF; 915 kB; abgerufen am 24. November 2017]).
- ↑ Erfurter Statistik. Bevölkerung 2015. Stadtverwaltung Erfurt, November 2016, S. 56 ff.: Bevölkerung auf Blockgruppenebene nach Altersgruppen (erfurt.de [PDF; 3,2 MB]).
