Steckborn
Erscheinungsbild
| Steckborn | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Staat: | |||||||
| Kanton: | |||||||
| Bezirk: | Frauenfeld | ||||||
| BFS-Nr.: | 4864 | ||||||
| Postleitzahl: | 8266 | ||||||
| UN/LOCODE: | CH STC | ||||||
| Koordinaten: | 716018 / 280700 | ||||||
| Höhe: | 400 m ü. M. | ||||||
| Höhenbereich: | 395–712 m ü. M.[1] | ||||||
| Fläche: | 8,77 km²[2] | ||||||
| Einwohner: | 4054 (31. Dezember 2024)[3] | ||||||
| Einwohnerdichte: | 462 Einw. pro km² | ||||||
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 28,4 % (31. Dezember 2024)[4] | ||||||
| Stadtpräsident: | Roland Toleti | ||||||
| Website: | www.steckborn.ch | ||||||
Steckborn, im Hintergrund der Bodensee | |||||||
| Lage der Gemeinde | |||||||
| 1850 | 1900 | 1950 | 1990 | 2000 | 2010 | 2019 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Politische Gemeinde[8] | 3320 | 3497 | 3736 | ||||
| Munizipalgemeinde[7] | 2292 | 2541 | 3798 | 4466 | |||
| Ortsgemeinde[7][8] | 1509 | 1733 | 2846 | 3381 | |||
Von den insgesamt 3736 Einwohnern der Gemeinde Steckborn im Jahr 2019 waren 1003 bzw. 26,89 % ausländische Staatsbürger. 1182 (31,64 %) waren evangelisch-reformiert und 1093 (29,26 %) römisch-katholisch.[6]
Verkehr
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Steckborn wird von der Hauptstrasse Schaffhausen–Kreuzlingen erschlossen und ist per Zug und Bus an den öffentlichen Verkehr angebunden. Es gibt einen Bahnhof, an dem pro Richtung jede halbe Stunde ein Zug der Seelinie Schaffhausen–Kreuzlingen–St. Gallen hält. Eine Postautoverbindung führt nach Frauenfeld. Touristisch ist die Verbindung der Schweizerischen Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein nach Stein am Rhein–Schaffhausen und nach Konstanz–Kreuzlingen von Bedeutung.
Wirtschaft
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Im Jahr 2016 bot Steckborn 1066 Personen Arbeit (umgerechnet auf Vollzeitstellen). Davon waren 2,1 % in der Land- und Forstwirtschaft, 39,5 % in Industrie, Gewerbe und Bau sowie 58,5 % im Dienstleistungssektor tätig.[15]
Die ehemaligen Klosterräume auf dem Feldbachareal konnten ab Mitte des 19. Jahrhunderts durch Gewerbebetriebe und neu entstehende Industrien genutzt werden. Der Erfinder und Firmengründer Karl Friedrich Gegauf (1860–1926) begann hier mit der Produktion der ersten Hohlsaum-Nähmaschine der Welt. Daraus ist die heutige Weltfirma Bernina Nähmaschinenfabrik entstanden, die 1995 800, 2010 noch 350 Personen beschäftigte.[7]
Später kaufte der Fabrikant Samuel Bächtold die Landflächen und stellte in seinem Betrieb vor allem Petrolmotoren und andere Maschinen her. Im Jahre 1923 wurde im ehemaligen Klosterareal die Borvisk Kunstseidefabrik eingerichtet, die 1929 über 1100 Arbeitsplätze bot. Dieser Betrieb der Textilchemie war bis 1974 ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Nach 1970 erfolgten Arbeitsplatz- und Bevölkerungsverluste, die die Gemeinde am See mit Tourismusförderung wettzumachen suchte. 2005 stellte der Dienstleistungssektor weit über die Hälfte der Arbeitsplätze.[7]
Heute dient das Feldbachareal als Freizeiteinrichtung, als Standort eines Schulhauses, eines Seminarhotels und des Phönix-Theaters (Theater im Pumpenhaus). Nutzungen für Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und Wohnen bestehen ebenfalls.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das kleine Städtchen wurde befestigt. Teile der Stadtmauer sind heute noch erhalten. Das geschlossene Ortsbild wurde vorwiegend aufgrund einer geplanten Überbauung erreicht.
Einige wichtige alte Bauten stehen unter Bundesschutz, das Städtchen Steckborn und das Schloss Glarisegg sind im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgeführt.
- Turmhof
- Rathaus
- Schloss Glarisegg
- Evangelische Kirche
- Katholische Kirche St. Jakobus, mit Solarturm
Bilder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- «Skyline» von Steckborn am Untersee
- Schifflände mit Turmhof
- Aussicht auf Städtchen und See
- Aussicht mit evangelischer Kirche
- Dorfstrasse mit evangelischer Kirche
- Seeseite des "Schwanen"
- Ehem. Gasthaus «zum Schwanen»
- Gasthaus Kehlhof
- Altes Schulhaus und Haus zum Oberhof
- Stadtmauer und Pulverturm
- Eckturm und Ökonomiegebäude beim Alten Schloss
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Steckborn geboren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hans Ulrich Hanhart (1623–1672), Winterthurer Stadtphysikus, Mitbegründer der Winterthurer Stadtbibliothek
- Christoph Labhart (1644–1695), Glyptiker (Kristallschneider)
- Daniel Düringer (1720–1786), Maler, Bürgermeister von Steckborn bis 1769
- Emanuel Labhardt (1810–1874), Landschaftsmaler
- Heinrich Düringer (1747–1833), Ofenbauer
- Johann Melchior Gräflein (1807–1849), Jurist, Politiker, Kantonsrat 1838–1849
- Philipp Gottlieb Labhardt (1811–1874), Jurist, Politiker, National- und Regierungsrat
- Gustav Albert Wegmann (1812–1858), Architekt
- Johannes Herzog (1822–1883), Pfarrer, Schulinspektor, Thurgauer Regierungsrat 1857–1862
- Gabriel Wüger (1829–1892), eigentl. Jakob Wüger, Maler, Benediktiner
- Ulrich Guhl (1838–1924), ref. Pfarrer, Politiker (FDP), Thurgauer Kantonsrat 1878–1917
- Alfred Kreis (1857–1943), Jurist, Staatsanwalt, freisinniger Regierungsrat 1893–1926
- Rudolf Hahn (1876–1962), deutscher Psychiater
- Jakob Labhart (1881–1949), Generalstabschef
- Ernst Wuhrmann (1883–1957), Architekt
- Fritz Gegauf (1893–1980), Gründer der ortsansässigen Fritz Gegauf AG (bekanntes Produkt Bernina Nähmaschine), Ehrenbürger von Steckborn
- Otto Frei (1924–1990), Journalist, Autor
- Andy Guhl (* 1952), Improvisationsmusiker, Klangkünstler, Architekt
- Marco Forrer (* 1996), Eishockeyspieler
- Sandro Forrer (* 1997), Eishockeyspieler
Persönlichkeiten, die in Steckborn gewirkt haben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Adolf Deucher (1831–1912), Arzt und Politiker (FDP), Bundesrat 1883–1912
- M. C. Escher (1898–1972), niederländischer Grafiker, lebte nach seinem Wegzug aus Italien bis 1935 hier.[16]
- Maria Dutli-Rutishauser (1903–1995), Schriftstellerin, lebte ab 1927 bis zu ihrem Tode in Steckborn
- Hans Baumgartner (1911–1996), Fotograf und Lehrer, Ehrenbürger von Steckborn
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ferdinand Isler: Altes und Neuses aus Steckborn. In: Thurgauer Jahrbuch, Bd. 12, 1936, S. 13–24 (e-periodica).
- Alfons Raimann, Peter Erni: Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau. Band VI: Der Bezirk Steckborn (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 98). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 2001, ISBN 3-906131-02-5, S. 321ff. (Digitalisat).
- Hansjörg Brem, Gregor Spuhler: Steckborn. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Commons: Steckborn – Sammlung von Bildern
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
- ↑ Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
- 1 2 Eugen Nyffenegger, Oskar Bandle: Die Siedlungsnamen des Kantons Thurgau. 2. Halbband: Historisches Namenlexikon K – Z und Verzeichnisse. Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2003, S. 1208–1210; Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 852.
- 1 2 Ortschaften und ihre Wohnbevölkerung. Ausgabe 2019. Auf der Website der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabelle; 0,1 MB), abgerufen am 20. Juni 2022.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 Hansjörg Brem, Gregor Spuhler: Steckborn. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht. - 1 2 3 4 Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden. Kanton Thurgau, 1850–2000 (Excel-Tabelle; 0,1 MB),
Wohnbevölkerung – Wohnbevölkerung der Gemeinden 1990, 2000, 2010 und 2011 (PDF; 1,3 MB) und
Ortschaften und ihre Wohnbevölkerung. Ausgabe 2019 (Excel-Tabelle; 0,1 MB). Auf der Website der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 20. Juni 2022. - ↑ Art. 1 Abs 2. Gemeindeordnung der Stadt Steckborn. In: Rechtsverzeichnis der Stadt Steckborn. Stadt Steckborn, 2. Juni 2002, abgerufen am 10. August 2021.
- ↑ Vorarlberger Landesmuseum Bregenz. In: Aufgelistet! Funde von Pfahlbauten am Untersee. In: Südkurier vom 9. September 2011.
- 1 2 3 Geschichte von Steckborn. Auf der Webseite der Gemeinde Steckborn, abgerufen am 5. Februar 2021
- 1 2 3 Unsere Kirche auf der Webseite der kath. Pfarrei St. Jakobus Steckborn, abgerufen am 12. Juli 2016.
- ↑ Website der Pfarrei, Abschnitt Unsere Kirche. Abgerufen am 15. Mai 2019.
- 1 2 Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019
- ↑ Thurgau in Zahlen 2019. Auf der Website der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (PDF-Datei; 1,8 MB), abgerufen am 28. April 2020.
- ↑ J. L. Locher, Flip Bool, Bruno Ernst: M.C. Escher, his life and complete graphic work. Abradale Press/Harry N. Abrams, New York 1982; Ausg. 1992, S. 32, 34, 47.









