Allensbach
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 47° 43′ N, 9° 4′ O | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Freiburg | |
| Landkreis: | Konstanz | |
| Höhe: | 400 m ü. NHN | |
| Fläche: | 26,53 km² | |
| Einwohner: | 7353 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 277 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 78476 | |
| Vorwahl: | 07533 | |
| Kfz-Kennzeichen: | KN, STO | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 3 35 002 | |
| LOCODE: | DE A7A | |
| Gemeindegliederung: | 4 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Rathausplatz 1 78476 Allensbach | |
| Website: | www.allensbach.de | |
| Bürgermeister: | Stefan Friedrich (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Allensbach im Landkreis Konstanz | ||
Allensbach () ist eine Gemeinde am Bodensee im baden-württembergischen Landkreis Konstanz in Deutschland.
Überregional ist der Ort als Sitz des Instituts für Demoskopie Allensbach bekannt.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Allensbach liegt zwischen Konstanz und Radolfzell. Der Kernort liegt direkt am Ufer des Gnadensee genannten Teils des Bodensees gegenüber der Insel Reichenau. Die Gesamtgemeinde erstreckt sich vom Gnadensee über den Bodanrück bis zum Überlinger See in einer Höhe von 397 bis ca. 580 m ü. NHN.
Gemeindegliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zur Gemeinde Allensbach mit den früher selbstständigen Gemeinden Hegne, Kaltbrunn und Langenrain gehören 16 Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser. Die eingegliederten ehemaligen Gemeinden bilden die Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung Hegne, Kaltbrunn und Langenrain-Freudental.
Zur Gemeinde Allensbach in den Grenzen von 1973 gehört nur das Dorf Allensbach. Zur ehemaligen Gemeinde Hegne gehören das Dorf Hegne, Schloss Hegne und die Häuser Adelheiden, Bahnstation Hegne an der Strecke Singen–Konstanz und Wochenendhaus am See. Zur ehemaligen Gemeinde Kaltbrunn gehören das Dorf Kaltbrunn, die Höfe Gemeinmerk, Türrainhöfe, Waldburgahöfe und das Haus Fischerhaus. Zur ehemaligen Gemeinde Langenrain zählen die Dörfer Langenrain und Freudental sowie die Höfe Höfen, Kargegg und Stöckenhof.


In der Gemeinde Allensbach befinden sich mit Stand von 1973 die Wüstungen Azenhausen, Buchenhausen, Eigenhofen, Kappel, Pfahlstetten und Weildorf. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Kaltbrunn liegt der abgegangene Hof Hinter Honberg. Der Storkenhof im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Langenrain ist in Langenrain aufgegangen.[2]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vor- und Frühgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemarkung Allensbach war bereits in vor- und frühgeschichtlicher Zeit Siedlungsraum, es finden sich sowohl prähistorische Pfahlbauten als auch Spuren aus der Römerzeit. So wurden beim Bau der Erdgasleitung Rottweil–Konstanz östlich des Mindelsees, nahe westlich des Stöckenhofs (Gemarkung Langenrain), Teile der Grundmauer einer Villa rustica angeschnitten und 1979 freigelegt.[3][4][5][6][7] Die Fundstelle der Pfahlbausiedlung im Strandbad[8] ist seit 2011 Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen.
Der Steinzeitdolch von Allensbach
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Im Winterhalbjahr 2002/2003 wurde der Bauplatz eines neuen Gebäudes auf dem Allensbacher Campingplatz von Archäologen der Arbeitsstelle für Unterwasser- und Feuchtbodenarchäologie in Hemmenhofen untersucht. Etwa 1,5 m unter der heutigen Oberfläche stieß man auf Reste einer Pfahlbausiedlung, die an dieser Stelle gegründet worden war.
Das dort geborgene Fundmaterial hielt mehrere Überraschungen bereit, vor allem einen langen, perfekt gearbeiteten Feuersteindolch mit vollständig erhaltenem Holzgriff aus Holunderholz. Bis heute hat man nur bei der Ausrüstung des „Ötzi“, der berühmten Gletschermumie vom Tisenjoch, einen ähnlichen Dolch samt erhaltener Schäftung gefunden. Wie der Dolch des „Ötzi“ ist auch die Allensbacher Dolchklinge nicht aus einheimischem Rohmaterial, sondern aus qualitätvollem oberitalienischem Feuerstein hergestellt. Die Feuersteinklinge belegt zusammen mit anderen Importfunden, dass die Pfahlbautenbewohner vom Bodensee schon vor rund 5000 Jahren regelmäßige Kontakte zum südlichen Alpenraum nach Norditalien pflegten.
Alemannen und Mittelalter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Allensbach ist als alemannisches Dorf spätestens im 4. Jahrhundert entstanden. Benannt wurde es nach einem alemannischen Stammesführer namens Alahol, der mit seiner Sippe am – vermutlich – heutigen Mühlenbach lebte.[9]
Erstmals als Alaspach erwähnt wird das Dorf 724 in der Gründungsurkunde des Klosters Reichenau, zu dessen Erstausstattung es gehörte. Als Anlegestelle der Reichenaufähre und als Marktflecken nahm es eine Sonderstellung ein. Der Allensbacher Markt gehört neben dem Konstanzer und dem Rorschacher zu den ältesten nachweisbaren im Bodenseegebiet.[10] Im Mittelalter besaß es Stadtrechte und eine Stadtmauer.
Neuzeit und Gegenwart
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im 16. Jahrhundert kam Allensbach in den Besitz des Hochstifts Konstanz, das zum Schwäbischen Reichskreis gehörte. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Allensbach wiederholt besetzt, geplündert und angezündet. Die früher einmal belegten Stadtrechte gingen in den Kriegswirren unter. Bis heute ruhen die Stadtrechte – weder wurden sie aberkannt noch wieder anerkannt. Eine Hinrichtungsstätte aus der frühen Neuzeit (16.–18. Jahrhundert) wurde 2020 bei Straßenbauarbeiten zwischen Allensbach und Hegne entdeckt und archäologisch dokumentiert. 1803 erlebte Allensbach den letzten Besitzerwechsel und kam zum Großherzogtum Baden.
Die heutige Gemeinde Allensbach entstand am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der Gemeinden Allensbach und Hegne. Bereits am 1. Juli 1974 wurden die Gemeinden Kaltbrunn und Langenrain nach Allensbach eingemeindet.[11] Die ehemalige Gemeinde Freudental wurde bereits 1938 mit Langenrain vereinigt.

Religionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aufgrund der Zugehörigkeit zum Hochstift Konstanz ist die Reformation an Allensbach vorbeigegangen. So ist auch heute noch die Mehrheit der Bewohner katholisch, und im Kernort sowie in Hegne gibt es römisch-katholische Kirchen. Seit 1955 gibt es auch eine evangelische Kirche im Ort.
In Hegne befindet sich das Kloster Hegne der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz und der Sitz der Ordensprovinz Baden-Württemberg dieser Kongregation. Die Schwestern betreiben das Tagungs- und Gästehaus St. Elisabeth, die Schule Marianum und das Altenpflegeheim Maria Hilf.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Verwaltungsgemeinschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Allensbach verbindet eine vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft mit Reichenau und Konstanz.
Gemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Allensbach wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat besteht aus den 19 gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.
Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:[12]
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2024 |
Sitze 2024 |
% 2019 |
Sitze 2019 |
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| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 41,25 | 8 | 40,8 | 8 | |
| FW | Freie Wähler | 24,47 | 5 | 25,7 | 5 | |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 23,80 | 4 | – | – | |
| BL | Bunte Liste Allensbach | – | – | 16,1 | 3 | |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 10,48 | 2 | 3,3 | 1 | |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | – | – | 14,1 | 3 | |
| gesamt | 100,0 | 19 | 100,0 | 20 | ||
| Wahlbeteiligung | 69,20 % | 68,19 % | ||||
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bürgermeister von Allensbach ist Stefan Friedrich. Er hat das Amt seit dem 8. Juli 2015 inne, nachdem er am 19. April 2015 mit 79 Prozent der Stimmen gewählt wurde.[13][14] Er wurde am 23. April 2023 mit 74,2 Prozent der Stimmen für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.[15]
- bis 1933: Albert Keller
- 1933–1945: Josef Mayer[16]
- 1945–1948: Gottfried Mayer
- …
- 1963–1983: Hermann Brunner
- 1983–2015: Helmut Kennerknecht (CDU)
- seit 2015: Stefan Friedrich (als Parteiloser kandidiert, später der CDU beigetreten)
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Blasonierung: „Von Rot und Blau geviert durch ein mit einem goldenen (gelben) Ring beheftetes goldenes (gelbes) Kreuz, in Feld 1 und 2 je ein schräg auf die Schildmitte zuschwimmender, auf dem unteren Kreuzbalken ein pfahlweis gestellter silberner (weißer) Fisch, mit den Köpfen den Außenrand des Ringes berührend.“[17][18] | |
| Wappenbegründung: Das Kreuz im Allensbacher Wappen deutet auf die frühere Zugehörigkeit zum Kloster Reichenau hin, der Ring entstammt dem Wappen des Abtes Markus von Knöringen. Die Fische, die auf den Ring zuschwimmen, sollen auf den bedeutsamen Fischfang hinweisen. Wappensage: Die Allensbacher Wappensage berichtet, Karl Martell habe, um einen Namen für Allensbach zu finden, einen Reif in den Bach legen lassen. Der Ort sollte nach dem ersten durchschwimmenden Fisch benannt werden. Dies war ein Alet aus der Familie der Karpfen und der Ort hieß fortan Aletbach.[19] |




