Sichtbar:[6] ω = farblos, smaragdgrün bis grün; ε = farblos bis blassgrün
Schulenbergit (IMA-Symbol Slb[2]) ist ein eher selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfate (einschließlich Selenate, Tellurate, Chromate, Molybdate und Wolframate)“ mit der chemischen Zusammensetzung (Cu,Zn)7[(OH)10|(SO4)2]·3H2O[3] und damit chemisch gesehen ein wasserhaltigesKupfer/Zink-Sulfat mit zusätzlichen Hydroxidionen. Die in den runden Klammern angegebenen Elemente Kupfer und Zink können sich in der Formel jeweils gegenseitig vertreten (Substitution, Diadochie), stehen jedoch immer im selben Mengenverhältnis zu den anderen Bestandteilen des Minerals.
Schulenbergit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem und entwickelt meist dünntafelige, hexagonale oder rhomboedrische Kristallformen bis etwa vier Millimeter Größe mit einem glasähnlichen Glanz auf den Oberflächen. Er findet sich aber auch in kugeligen, garben- oder rosettenförmigen Mineral-Aggregaten. Das Mineral ist durchsichtig und von blassblaugrüner bis smaragdgrüner Farbe. Als idiochromatisches Mineral hat Schulenbergit auch eine blaugrüne Strichfarbe.
Mit einer Mohshärte von ≈ 2 gehört Schulenbergit zu den weichen Mineralen, die sich ähnlich wie das Referenzmineral Gips mit dem Fingernagel ritzen lassen. Senkrecht zur c-Achse zeigt das Mineral eine vollkommene Spaltbarkeit mit perlmuttartig schimmernden Spaltflächen.
Von Hodenberg, Krause und Täuber sandten ihre Untersuchungsergebnisse 1982 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 1982-074[1]), die den Schulenbergit als eigenständige Mineralart anerkannte. Publiziert wurde die Erstbeschreibung zwei Jahre später im Fachmagazin Neues Jahrbuch für Mineralogie, Monatshefte.
Da der Schulenbergit erst 1982 als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der letztmalig 1977 überarbeiteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Schulenbergit die System- und Mineralnummer 31.01.06.01. Das entspricht der Klasse der „Sulfate, Chromate und Molybdate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Sulfate mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Sulfate mit Hydroxyl oder Halogen und (A+B2+)m(XO4)pZq × x(H2O), mit m:p>6:1“ in der „Schulenbergitgruppe“, in der auch Bechererit, Osakait und Zn-Schulenbergit (diskreditiert) eingeordnet sind.
Schulenbergit (blau) aus der Grube Bastenberg, Ramsbeck, Sauerland, DeutschlandGruppe aus blättrigen Schulenbergitkriställchen aus Münsterbusch, Stolberg, Nordrhein-Westfalen, Deutschland (Sichtfeld1mm)
In der Schweiz kennt man Schulenbergit bisher nur aus der Region Malcantone im Kanton Tessin und dem Bergwerk La Barma bei Saint-Luc im Kanton Wallis.[10]
Weitere Fundorte liegen unter anderem in Australien, Belgien, Chile, Frankreich, Griechenland, Italien, Japan, Marokko, Mexiko, Namibia, Norwegen, Portugal, Russland, Spanien, Tonga, Tschechien, im Vereinigten Königreich (England, Schottland, Wales) und den Vereinigten Staaten von Amerika (Kalifornien, New Hampshire, North Carolina, Utah).[10]
R. von Hodenberg, W. Krause, H. Täuber:Schulenbergit, (Cu,Zn)7(SO4,CO3)2(OH)10·3H2O, ein neues Mineral. In: Neues Jahrbuch für Mineralogie, Monatshefte. 1984, S.17–24.
Pete J. Dunn, Volker Gobel, Joel D. Grice, Jacek Puziewicz, James E. Shigley, David A. Vanko, Janet Zilczer:New mineral names. In: American Mineralogist. Band70, 1985, S.436–441 (englisch, rruff.info[PDF; 578kB; abgerufen am 22.März 2025]).
John Leslie Jambor, N. N. Pertsev, A. C. Roberts:New mineral names. In: American Mineralogist. Band80, 1995, S.845–850;hier:849, New Data. Schulenbergite (englisch, rruff.info[PDF; 1,1MB; abgerufen am 22.März 2025]).
Manfred Puttner:Namuwit, Ramsbeckit, Schulenbergit und andere neue Mineralnachweise aus der Blei- und Silbergrube Meiselding, Kärnten. In: Carinthia II. 184./104. Jahrgang, 1994, S.49–57 (zobodat.at[PDF; 2,7MB; abgerufen am 22.März 2025]).
Schulenbergite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 22.März 2025(englisch).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.401 (englisch).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
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Schulenbergite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; abgerufen am 22.März 2025]).
1234Schulenbergite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 22.März 2025(englisch).