Rosasit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und findet sich meist in Form von Mineral-Aggregaten mit kugeligem, nierigem und traubigem Habitus, die aus durchscheinenden bis undurchsichtigen, nadeligen bis faserigen Kristallen zwischen 0,5 und 1cm („Ojuela Mine“, Mexiko) Größe bestehen. Die Farbe des Rosasits schwankt zwischen Grün, Blaugrün und Hellblau, die Strichfarbe ist allerdings immer Blaugrün. Einzelne Kristallflächen zeigen einen glasähnlichen Glanz, das entsprechende Mineral-Aggregat als Ganzes jedoch schimmert seidig glänzend.
Rosasit ist den Mineralen Chrysokoll und Türkis farblich sehr ähnlich, allerdings haben sie eine unterschiedliche Mohshärte. Chrysokoll ist mit einer Mohshärte von 2 bis 4 meist deutlich weicher und Türkis mit 5 bis 6 härter als Rosasit mit der Mohshärte 4,5.
Da der Rosasit bereits lange vor der 1958 gegründeten International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und der Rosasit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral bezeichnet.[2] Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Rosasit lautet „Rss“.[1]
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[9]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Rosasit in die verkleinerte Klasse der „Carbonate und Nitrate“ (die Borate bilden hier eine eigene Klasse), dort aber ebenfalls in die Abteilung „Carbonate mit zusätzlichen Anionen; ohne H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit Cu, Co, Ni, Zn, Mg, Mn“ zu finden, wo es zusammen mit Chukanovit, Georgeit, Glaukosphärit, Kolwezit, Malachit, Mcguinnessit, Nullaginit, Pokrovskit und Zinkrosasit die „Malachitgruppe“ mit der Systemnummer 5.BA.10 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Rosasit die System- und Mineralnummer 16a.03.01.01. Das entspricht wie in der alten Strunz-Systematik der gemeinsamen Klasse der „Carbonate, Nitrate und Borate“ und dort der Abteilung „Carbonate mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich in der „Rosasitgruppe“, in der auch Glaukosphärit, Kolwezit, Zinkrosasit und Mcguinnessit eingeordnet sind.[10]
Langfaseriger Rosasit (bläulichweiß) und Konichalcit (hellgrün) aus der „Mohawk Mine“ (Mohawk Hill), Kalifornien, USAEindrucksvolle Mehrfachparagenese aus Wulfenit (orange), Hemimorphit (farblos), Rosasit (blaugrün) und Goethit (grauschwarz) aus der 79 Mine (79th Mine) in den Dripping Spring Mountains, Gila County (Arizona, USA)
In Österreich fand sich Rosasit in mehreren Regionen von Kärnten (Sankt Veit an der Glan, Villach-Land), Niederösterreich (Lilienfeld), Salzburg (Tamsweg, Zell am See), der Steiermark (Graz, Liezen, Murtal), Tirol (Kufstein) und dem Vorarlberg (Bludenz).
In der Schweiz trat das Mineral bisher nur auf der Mürtschenalp im Kanton Glarus, am Tieftobel bei Schmitten GR im Kanton Graubünden sowie an mehreren Orten in den Bezirken Entremont und Siders im Kanton Wallis auf.
Weitere Fundorte sind Ägypten, Argentinien, Australien, Belgien, Bulgarien, Chile, China, der Demokratischen Republik Kongo, Frankreich, Griechenland, Iran, Irland, Island, Japan, Kasachstan, Madagaskar, Marokko, Mexiko, Myanmar, Namibia, Norwegen, Polen, Portugal, Republik Kongo, Rumänien, Russland, Slowakei, Slowenien, Spanien, Südafrika, Tadschikistan, Tschechien, Tunesien, Ungarn, im Vereinigten Königreich (England, Schottland, Wales) und in den Vereinigten Staaten von Amerika (Arizona, Colorado, Kalifornien, Montana, Nevada und anderen).[12]
Bekannt ist vor allem die „Ojuela Mine“ bei Mapimí (Durango) in Mexiko, wo kugelige Rosasit-Aggregate mit nadeligen Kristallen bis zu einem Zentimeter Größe zutage traten.[13]
Domenico Lovisato:Rosasite, nuovo minerale della miniera di Rosas (Sulcis, Sardegna). In: Atti della Reale Accademia dei Lincei. Band17, 1908, S.723–728 (italienisch, Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 23. Mai 2024 im Internet Archive) [PDF; 557kB; abgerufen am 8.September 2026]).
Frank C. Hawthorne, John L. Jambor, Kenneth W. Bladh, Ernst A. J. Burke, Joel D. Grice, Don Phillips, Andrew C. Roberts, Robert A. Schedler, James E. Shigley:New mineral names. In: American Mineralogist. Band72, Nr.9–10, 1987, S.1023–1028, New Data. Rosasite (englisch, minsocam.org[PDF; 845kB; abgerufen am 8.September 2026]).
Hans Jürgen Rösler:Lehrbuch der Mineralogie. 4., durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S.715.
Rosasite search results.In:rruff.net.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 8.September 2026(englisch).
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.294 (englisch).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑David Barthelmy:Rosasite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 8.September 2026(englisch).
123456
Rosasite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 53kB; abgerufen am 8.September 2026]).
123456Rosasite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 8.September 2026(englisch).
↑Richard V. Gaines, H. Catherine W. Skinner, Eugene E. Foord, Brian Mason, Abraham Rosenzweig:Dana’s New Mineralogy. 8. Auflage. John Wiley & Sons, New York u. a. 1997, ISBN 0-471-19310-0, S.487 (englisch).
↑Localities for Rosasite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 9.September 2026(englisch).
↑
Fundortliste für Rosasit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 8. September 2026.
↑Petr Korbel, Milan Novák:Mineralien-Enzyklopädie (=Dörfler Natur). Edition Dörfler im Nebel-Verlag, Eggolsheim 2002, ISBN 978-3-89555-076-8, S.123.