Robert Banas
Robert Joseph Banas (* 22. September 1933 in New York City, New York; † 29. Juli 2024 in Los Angeles, Kalifornien), auch bekannt als Bob Banas bzw. Bobby Banas, war ein US-amerikanischer Schauspieler, Tänzer und Choreograf, der durch Filme wie West Side Story als Joyboy, Zoff in Beverly Hills und Always – Der Feuerengel von Montana bekannt wurde.[1][2][3][4]
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Banas wurde 1933 als Robert Joseph Banas in New York City geboren. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sein Vater Joseph John Banas militärischer Chefinspektor für die Stahlwerke in McKeesport, Pennsylvania, während seine Mutter Marian Joan Mesko in Erie als Propellerinspektorin für Curtiss-Wright arbeitete. Er hatte eine jüngere Schwester namens Faith Joy, die vor ihm starb. Die Kinder lebten während dieser Zeit bei der Großmutter in Windber.[4][5][6]
Banas sagte in einem Interview, er habe bereits im Alter von fünf Jahren zu tanzen begonnen. „Ich konnte einfach nicht stillsitzen, wenn ich diese Big Bands hörte: Tommy Dorsey, Ray Anthony, Count Basie, Les Brown und Stan Kenton.“ Im Jahr 1942 organisierte sein Vater für ihn und seine Schwester Faith Unterricht im Gesellschaftstanz unter Agnes Shontz.[5][7]
Nach dem Ende des Krieges zog die Familie nach Hollywood und Banas erhielt ein Stipendium für die Michael Panaieff Children’s Ballet Company. In der Ballettschule, an der auch Jill St. John und Stefanie Powers Mitglieder warden, wurde er Tanzpartner von Natalie Wood, mit der er später gemeinsam vor der Kamera stand. Banas besuchte zudem die Hollywood Professional School und die Hollywood High School.[5][7]
Von 1964 bis 1969 war er mit Susan G. Mintz verheiratet. Er hatte einen Sohn, den Regisseur und Fotografen Eden Tyler Banas. Banas starb im Alter von 90 Jahren an den Folger einer Lungenentzündung in einer betreuten Wohneinrichtung in Encino. Seine Asche wurde der Familie übergeben.[5][8][9]
Karriere
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach der Schulzeit bewarb sich Banas für die Produktion von Carousel an der Los Angeles Civic Light Opera (LACLO) und wurde als Enoch Snow Jr. gecastet; ein zuvor geplantes Studium an der University of California, Los Angeles (UCLA), verwarf er. Es folgten Bühnenproduktionen von Kiss Me, Kate, Annie Get Your Gun, Brigadoon und Plain and Fancy. Von 1954 bis 1955 war er unter Jerome Robbins in der Musical-Adaption von Peter Pan an der Seite von Mary Martin am Broadway im Winter Garden Theatre zu sehen und wirkte anschließend im Film The King and I mit. Das trug dazu bei, dass er für die Verfilmung von West Side Story nach fünf Auswahlrunden besetzt wurde, die von Robert Wise und Robbins inszeniert wurde.[4][5][10][11][12]
In den 1950er- und 1960er-Jahren war er in einer Reihe von popikonischen Filmen und Fernsehsendungen zu sehen, oftmals vom Produzenten Sam Katzman. Sein Debüt vor der Kamera hatte er 1952 in Hat jemand meine Braut gesehen?. Er tanzte mit Live-Begleitung von Bill Haley and His Comets in Don’t Knock the Rock (1956), war in Carousel (1956), The Girl Most Likely (1958) mit Jane Powell, L’il Abner (1959), Let’s Make Love (1960) mit Marilyn Monroe, Babes in Toyland (1961), Bye Bye Birdie (1963) sowie Made in Paris (1966) mit Ann-Margret, The Unsinkable Molly Brown (1964) mit Debbie Reynolds, als Schornsteinfeger in einer Dachszene mit Dick Van Dyke und Julie Andrews in Mary Poppins (1964), in Billie (1965) mit Patty Duke und im Elvis-Presley-Film Girl Happy (1965) zu sehen. Er lieferte auch Beatnik-Tanzbewegungen zum Lied The Leopard in einer Folge der Fernsehserie Mini-Max aus dem Jahr 1966 – an der Seite von Geraldine Brooks. 1966 war er auch als Fernsehproduzent von fünf Teilen der Reihe Swingin’ Country tätig.[1][2][3][4][5]
Er war unter anderem als Choreograf für die Kraft Summer Music Hall, Malibu University, die The Jonathan Winters Show, für die Fernsehserie Mork vom Ork, … und wenn der letzte Reifen platzt (1983), Zoff in Beverly Hills (1986) sowie in zwei Filmen von Steven Spielberg tätig; zeitweilig trat er auch mit der Formation The Bob Banas Dancers bzw. The Robert Banas Dancers auf. Seinen letzte Arbeit hinter der Kamera hatte er 1995 im Fernsehfilm Dexter Riley – Total verkabelt und nichts begriffen, danach arbeitete er vorwiegend als Tanztrainer in Los Angeles, unter anderem an der Dick Grove School of Music und selbstständig in der von ihm gegründeten Bob Banas Musical Dance Company; er war später auch als Rosenpfleger tätig.[4][5][7]
Ein Tanz, den er für das Shirley-Ellis-Lied The Nitty Gritty choreografierte und 1964 – gemeinsam mit fünf weiteren Tänzern – in der Judy Garland Show aufführte, wurde in den 2010er-Jahren zu einem Meme und wurde mehr als 25 Millionen Mal auf YouTube angeschaut: Banas übernahm damals die Choreografie, da Garlands Stamm-Choreograf Peter Gennaro verhindert war. Im Jahr 2012 stellte er das Buch Our Story: Jets and Sharks – Then and Now vor, eine Sammlung von Erinnerungen der Tänzer aus West Side Story.[4][5][7]
Im deutschen Sprachraum wurde Banas unter anderem von Rainer Brandt und Wolfgang Kühne synchronisiert.[13]
Filmografie (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Schauspieler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1952: Hat jemand meine Braut gesehen?
- 1955–1956: Producers’ Showcase (Fernsehserie)
- 1956: Karussell
- 1956: Außer Rand und Band
- 1956: Der König von Siam
- 1956: Fanfaren der Freude
- 1956: Außer Rand und Band 2. Teil (Don’t Knock the Rock)
- 1957: Reife Blüten
- 1957: Calypso-Fieber
- 1957: Kess und kokett
- 1957: Annie Get Your Gun (Fernsehfilm)
- 1958: Daddy-O
- 1958: Shirley Temple’s Storybook (Fernsehserie)
- 1958: Damn Yankees
- 1958: Keine Angst vor scharfen Sachen
- 1959: Juke Box Rhythm
- 1959: Jugend ohne Gesetz
- 1959: Engel auf heißem Pflaster
- 1959: Li’l Abner
- 1960: Make Room for Daddy (Fernsehserie)
- 1960: Machen wir’s in Liebe
- 1961: West Side Story
- 1961: Aufruhr im Spielzeugland
- 1961: Außer Rand und Band mit Twist
- 1962: Dick van Dyke Show (Fernsehserie)
- 1962: Don’t Knock the Twist
- 1962: Das war der Wilde Westen
- 1963: Bye Bye Birdie
- 1964: Goldgräber-Molly
- 1964: Mary Poppins
- 1964: The Nut House!! (Fernsehfilm)
- 1964: Pyjama-Party
- 1965: Kurven-Lilli
- 1965: Billie
- 1966: T.J.’s (Fernsehspecial)
- 1966: Paris ist voller Liebe
- 1966: Mini-Max oder die unglaublichen Abenteuer des Maxwell Smart (Fernsehserie)
- 1977: Eleanor and Franklin: The White House Years (Fernsehfilm; Choreografie)
- 1978: Bud and Lou (Fernsehfilm)
- 1982: Cagney & Lacey (Fernsehserie)
- 1985: Die Errol-Flynn-Legende (Fernsehfilm)
- 1985: That’s Dancing! (Dokumentarfilm)
- 1986: Heiße Geschäfte
- 2003: Erinnerungen an die West Side Story (Video)
Choreografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vorwiegend als Choreograf war Banas in folgenden Produktionen tätig:[4][14]
- 1963: The Judy Garland Show (Fernsehserie)
- 1970er-Jahre: Die Leute von der Shiloh Ranch (Fernsehserie)
- 1973: Barnaby Jones (Fernsehserie)
- 1979: Skatetown, U.S.A.
- 1979: The Bad News Bears (Fernsehserie)
- 1978: Mork vom Ork (Fernsehserie)
- 1983: … und wenn der letzte Reifen platzt
- 1985: Tuff Turf
- 1986: Zoff in Beverly Hills
- 1986: Heiße Geschäfte
- 1989: Teen Witch
- 1989: Always – Der Feuerengel von Montana
- 1991: Hook
- 1995: Dexter Riley – Total verkabelt und nichts begriffen (Fernsehfilm)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Robert Banas: Our Story: Jets and Sharks – Then and Now. 2012, ISBN 978-1-4327-7945-0 (englisch, 300 S.).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Robert Banas bei IMDb
- Robert Banas in The Movie Database
- Robert Banas in der Internet Broadway Database (englisch)
- Robert Banas bei Discogs
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Robert Banas. Internet Movie Database, abgerufen am 22. April 2026.
- 1 2 Robert Banas in The Movie Database, abgerufen am 22. April 2026.
- 1 2 Robert Banas bei Fernsehserien.de, abgerufen am 22. April 2026.
- 1 2 3 4 5 6 7 Andrew Martin: Getting Right Down to the Nitty Gritty…with Bobby Banas! In: The Andrew Martin Report. Herald de Paris et Cie., Ltd, 22. Dezember 2013, abgerufen am 29. Dezember 2016 (englisch).
- 1 2 3 4 5 6 7 8 Mike Barnes: Bobby Banas, Dancer in ’West Side Story’ and ’Mary Poppins,’ Dies at 90. In: The Hollywood Reporter. 30. Juli 2024, abgerufen am 30. Juli 2024 (englisch).
- ↑ Liz Simpson: A History of Curtiss-Wright During WWII. In: Western Pennsylvania History Magazine, Heinz History Center. 22. September 2015, abgerufen am 22. April 2026 (englisch).
- 1 2 3 4 West Side Stories: Robert Banas („Joyboy“) ( vom 6. Dezember 2017 im Internet Archive) (Dr. Alan Carlos Hernandez, 15. April 2012, Herald de Paris et Cie., Ltd, Englische Sprache)
- ↑ Robert Banas in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 18. April 2026.
- ↑ Erik Pedersen, Greg Evans: Bobby Banas Dies: ‘West Side Story’ Actor-Dancer & Veteran Choreographer Was 90. In: Deadline. 30. Juli 2024, abgerufen am 22. April 2026 (englisch).
- ↑ Robert Banas in der Internet Broadway Database, abgerufen am 2. April 2026 (englisch)
- ↑ Robert Banas (Performer). In: Playbill. Abgerufen am 22. April 2026 (englisch).
- ↑ Robert Banas. In: Broadway World. Abgerufen am 22. April 2026 (englisch).
- ↑ Robert Banas. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ Bobby Banas. In: The Dance History Project of Southern California. Abgerufen am 22. April 2026 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Banas, Robert |
| ALTERNATIVNAMEN | Banas, Robert Joseph (Geburtsname); Banas, Robert J.; Banas, Bobby; Banas, Bob |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Schauspieler und Tänzer |
| GEBURTSDATUM | 22. September 1933 |
| GEBURTSORT | New York City, New York, Vereinigte Staaten |
| STERBEDATUM | 29. Juli 2024 |
| STERBEORT | Los Angeles, Kalifornien, Vereinigte Staaten |