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Ballettschule

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Die Ballettstunde (Pierre Carrier-Belleuse)

Eine Ballettschule ist eine Einrichtung, in der man den Balletttanz erlernen kann.[1] Sie richtet sich an unterschiedliche Alters- und Leistungsstufen und dient einer tänzerischen Grundausbildung sowie der professionellen Ausbildung. Ballettschulen können staatlich oder privat organisiert sein und sind oftmals an eine andere Institution wie Theater oder Opernhäuser angeschlossen.

Das Konzept der Ballettschule entwickelte sich erstmalig im 15. Jahrhundert an den italienischen Fürstenhöfen. Anlässlich großer Veranstaltungen wurde eine höfische Tanzschule etabliert, um Adeligen mit Hilfe von Tanzmeistern Choreografien beizubringen, welche sie dann bei prunkvollen Hochzeitsfeiern aufführten. Durch die Finanzierung und Förderung der italienischen Adeligen Katharina von Medici kam im 16. Jahrhundert das Ballett letztlich auch an die französischen Höfe.

Infolgedessen gründete König Ludwig XIV. im Jahre 1661 die weltweit erste professionelle Ballettschule im westlichen Raum mit dem Namen Académy Royale de la Danse.[2] Zu ihren Aufgaben gehörte die Entwicklung objektiver und technischer Standards für den Theater- und Gesellschaftstanz. Seit der französischen Revolution im Jahre 1969 wurde sie in die Académie Royale de musique umbenannt und war in die Académie Royale eingegliedert. Heutzutage ist sie als Opéra National de Paris bekannt.

Mit der Gründung ging auch die Professionalisierung des Balletts „von einer Freizeitbeschäftigung als Amateur zu einem Beruf“ einher. Diese Bewegung trug zur „Popularisierung und Standardisierung der Kunstform bei“ und führte zugleich zur Notwendigkeit professioneller Ausbildungsstätten wie der Ballettschule.

In dieser Zeit wurden auch die Grundlagen der heutigen französischen Balletttechniken entwickelt, darunter die fünf Fußpositionen. Kreiert wurden diese von Pierre Beauchamp und verbreitet durch Raoul-Auger Feuillet. Sie sind auch unter dem Namen Beauchamp-Feuillet-Notation bekannt.[3] Die damals standardisierten Bewegungsabfolgen werden bis heute an den derzeit weltweit bekanntesten Ballettschulen wie der School of American Ballet, der Waganowa-Ballettakademie und der Royal Ballet School praktiziert.

Die Erziehungsmaßnahmen an Ballettschulen stehen oft durch Skandale unter starker Kritik, ihre Schüler mentalen und physischen Schikanen auszusetzen.[4] Oftmals ist von einer „strukturell begünstigten Kindeswohlgefährdung“ die Rede. Schüler der Staatlichen Ballettschule und Schule für Artistik Berlin (SBB) berichten beispielsweise von Vorfällen „mit Schlägen, verbalen Angriffen und Erniedrigungen durch Tanzlehrer“ und das in einem Alter von „12,13 Jahren“.[5] Mehrere Studien untermauern dies und zeigen, dass Ballett Schüler an Ballettschulen oft an Anorexia nervosa und an Bulimia nervorsa leiden. Zudem wurde „auch ermittelt, dass Balletttänzer, gefolgt von Contemporary Tänzern, am häufigsten Lehrer als Ursache für Unsicherheiten mit dem Körperbild nannten“.[6]

Einzelnachweise

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  1. Ballettschule ▶ Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft. In: www.duden.de. Abgerufen am 31. Januar 2026.
  2. Maureen Needham: Louis XIV and the Académie Royale de Danse, 1661: A Commentary and Translation. In: Dance Chronicle. Band 20, Nr. 2, 1997, ISSN 0147-2526, S. 173–190, JSTOR:1568065 (englisch).
  3. Dances for the Sun King : André Lorin's "Livre de contredance". WorldCat.org, abgerufen am 30. Januar 2026.
  4. Daniel Erk: Berliner Ballettschule: Tanzen und hungern. In: Die Zeit. 7. März 2020, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 30. Januar 2026]).
  5. Vorwürfe gegen Ballettschule Berlin: Berichte liegen vor. In: www.dw.com. Abgerufen am 30. Januar 2026.
  6. Ana García Dantas, Diana Amado Alonso, Pedro Antonio Sánchez-Miguel, Carmen del Río Sánchez: Factors Dancers Associate with their Body Dissatisfaction. In: Body Image. Band 25, 1. Juni 2018, ISSN 1740-1445, S. 40–47, doi:10.1016/j.bodyim.2018.02.003 (sciencedirect.com [abgerufen am 30. Januar 2026]).