Paramelaconit-Stufe aus der „Copper Queen Mine“ am Queen Hill bei Bisbee, Cochise County, Arizona, USA (Vergleichsmaßstab: 1" (= 2,54cm) mit Einkerbung bei 1cm)
Paramelaconit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Oxide und Hydroxide. Es kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Cu21+Cu22+O3 und bildet bis zu 7,5cm große prismatische Kristalle von schwarzer Farbe.
Paramelaconit wurde erstmals 1890 von A. E. Foote in der Typlokalität, der Copper Queen Mine in Bisbee im US-Bundesstaat Arizona gefunden. Das Mineral wurde 1891 von August König untersucht, der es als tetragonale Modifikation von Kupfer(II)-oxid und dimorph zu Tenorit beschrieb.[3] Hieraus entstammt auch der Name des Minerals, da Melaconit ein inzwischen veralteter alternativer Name für Tenorit ist. Die genaue Zusammensetzung des Paramelaconits konnte 1941 Clifford Frondel durch Röntgenstrukturanalyse aufklären.[4]
In der Systematik nach Strunz wird Tenorit zu den Oxiden mit einem Verhältnis von Metall zu Sauerstoff von 2:1 und 1:1 gezählt. Nach der 8. Auflage bildet dabei zusammen mit Crednerit, Delafossit, Mcconnellit und Tenorit eine Gruppe. In der 9. Auflage bildet es mit eine eigene Untergruppe der Oxide mit einem Verhältnis von Metall zu Sauerstoff von 2:1 (und 1.8:1).
In der Systematik nach Dana bildet es eine eigene Untergruppe der einfachen, nicht klassifizierten Oxide.[5]
123M. O’Keeffe, J.-O. Bovin: The crystal structure of paramelaconite, Cu4O3. In: American Mineralogist. 1978, 63, S. 180–185 (PDF).
↑George A. Koenig: On Paramelaconite, and the Associated Minerals. In: Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia. 1891, 43, S. 284–291 (Abstract).
↑Clifford Frondel: Paramelaconite: a tetragonal oxide of copper. In: American Mineralogist. 1941, 11, S. 657–672 (PDF).