Connellit kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem und entwickelt meist dichte Gruppen feinfaseriger bis nadeliger, radialstrahliger Kristall-Büschel von wenigen Millimetern Größe. Diese sind üblicherweise nach der c-Achse [0001] gestreckt und gestreift. Auch massige Aggregate und krustige Überzüge von Connellit sind bekannt. Die meist durchscheinenden Kristalle sind von blauer bis blaugrüner Farbe mit einem glasähnlichen Glanz auf den Oberflächen.
Entdeckt wurde Connellit zuerst in der englischen Grafschaft Cornwall. Die Erstbeschreibung erfolgte 1847 durch den schottischen Chemiker Arthur Connell (1794–1863) unter der Bezeichnung sulphato-chloride of copper, der weder einen genaueren Fundort angeben konnte noch einen individuellen Namen für das Mineral vorschlug. Aufgrund der Kleinheit der Kristalle ließen sich auch keine physikalischen Eigenschaften wie Mohshärte, Dichte oder Spaltbarkeit beziehungsweise Bruchverhalten ermitteln.
1850 bezeichnete James Dwight Dana das Mineral nach dessen Erstbeschreiber als Connellit.
Als genaue Typlokalität von Connellit gilt die Kupfergrube „Wheal Providence“ bei Carbis Bay des zur Grafschaft Cornwall gehörenden Ortschaft St Ives in England.[8]
Da der Connellit bereits lange vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und bezeichnet den Connellit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral.[2] Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Connellit lautet „Cnl“.[1]
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[9]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Connellit in die erweiterte Abteilung der „Oxihalogenide, Hydroxyhalogenide und verwandte Doppel-Halogenide“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit Cu usw., ohne Pb“ zu finden ist, wo es zusammen mit Buttgenbachit die „Buttgenbachit-Connellit-Gruppe“ mit der Systemnummer 3.DA.25 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Connellit die System- und Mineralnummer 31.01.01.01. Das entspricht der Klasse der „Sulfate, Chromate und Molybdate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Sulfate mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Sulfate mit Hydroxyl oder Halogen und (A+B2+)m(XO4)pZq × x(H2O), mit m:p>6:1“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 31.01.01.
Arthur Connell:On sulphato-chloride of copper, a new mineral. In: The Edinburgh New Philosophical Journal. Band43, 1847, S.243–244 (englisch, rruff.info[PDF; 166kB; abgerufen am 13.Oktober 2024]).
James Dwight Dana:System of Mineralogy. 3. Auflage. George P Putnam, New York und London 1850, S.523, Connellite (englisch, rruff.info[PDF; 149kB; abgerufen am 13.Oktober 2024]).
Connellite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 13.Oktober 2024(englisch).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.172 (englisch).
1234David E. Hibbs, Peter Leverett, Peter A. Williams:Connellite from Bisbee, Arizona: A single-crystal X-ray study. In: Axis. Band2, Nr.2, 2006, S.1–7 (englisch, mineralogicalrecord.com[PDF; 423kB; abgerufen am 13.Oktober 2024]).
1234567
Connellite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 55kB; abgerufen am 13.Oktober 2024]).
123Connellite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 13.Oktober 2024(englisch).
↑
Typlokalität von Connellit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 13. Oktober 2024.