Pama
Pama Bijelo Selo | ||||
|---|---|---|---|---|
| Wappen | Österreichkarte | |||
| Basisdaten | ||||
| Staat: | ||||
| Land: | ||||
| Politischer Bezirk: | Neusiedl am See | |||
| Kfz-Kennzeichen: | ND | |||
| Fläche: | 26,40 km² | |||
| Koordinaten: | 48° 3′ N, 17° 2′ O | |||
| Höhe: | 137 m ü. A. | |||
| Einwohner: | 1.284 (1. Jän. 2025) | |||
| Bevölkerungsdichte: | 49 Einw. pro km² | |||
| Postleitzahl: | 2422 | |||
| Gemeindekennziffer: | 1 07 15 | |||
| NUTS-Region | AT112 | |||
| Adresse der Gemeinde- verwaltung: |
Hauptplatz 1 2422 Pama | |||
| Website: | ||||
| Politik | ||||
| Bürgermeister: | Manfred Bugnyar (SPÖ) | |||
| Gemeinderat: (Wahljahr: 2022) (19 Mitglieder) |
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| Lage von Pama Bijelo Selo im Bezirk Neusiedl am See | ||||
| Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria | ||||
| Kittsee | ||
| Prellenkirchen (BL) | Slowakei | |
| Gattendorf | Zurndorf | Deutsch Jahrndorf |
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach den Türkenkriegen wurde die stark dezimierte Bevölkerung (Pama war „halbwüst“ geworden) durch den Zuzug kroatischsprachiger Bevölkerung ergänzt. Ein Großteil der Gottesdienste wird hauptsächlich in kroatischer Sprache abgehalten.
Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Mosonkörtvélyes verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.
In Pama lebten, wie auch in der zu den sieben jüdischen Gemeinden im Burgenland gehörenden Nachbarortschaft Kittsee, vor dem Zweiten Weltkrieg jüdische Familien. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich wurden am 16. April 1938 die in Kittsee und Pama wohnhaften Juden aus ihren Häusern vertrieben und auf einer einsamen Insel auf der Donau ausgesetzt.[2][3]
Ab 1934 gab es in Pama außerdem ein Hachschara-Lager.[4]
In neuerer Zeit befand sich aufgrund der exponierten Lage an der Schengen-Ostgrenze in Pama ein Bundesheer-Zugsgefechtstand für den Assistenzeinsatz Grenzraumüberwachung zur Überwachung der Grenzen.
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Pama: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1869 | 856 | |||
| 1880 | 974 | |||
| 1890 | 902 | |||
| 1900 | 894 | |||
| 1910 | 1.045 | |||
| 1923 | 1.090 | |||
| 1934 | 1.170 | |||
| 1939 | 1.153 | |||
| 1951 | 1.198 | |||
| 1961 | 986 | |||
| 1971 | 981 | |||
| 1981 | 915 | |||
| 1991 | 977 | |||
| 2001 | 1.005 | |||
| 2011 | 1.083 | |||
| 2021 | 1.243 | |||
| 2025 | 1.284 | |||
| Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021 | ||||
Kultur und Sehenswürdigkeiten
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- Katholische Pfarrkirche Pama Allerheiligen
Freizeit und Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Reiten: Die Weite der Landschaft lädt zum Reiten ein.
- Radwegnetz: Im Zuge des Ausbaus der Bahnstrecke wurde auch ein ausgedehntes Radwegnetz errichtet.
- Wanderwege: Durch Pama verläuft der Ostösterreichische Grenzlandweg (Österreichischer Weitwanderweg 07, Nebelstein-Bad Radkersburg)
- Fußballplatz: Die Gemeinde verfügt über zwei Fußballplätze.
- Tennisanlage
- Beachvolleyballplatz
- Eislaufplatz: Ein ehemaliger Löschwasserteich wird in den Wintermonaten von den Kindern des Ortes als Eislaufplatz benutzt.
- Turnhalle: Es steht allen Sportbegeisterten seit Dezember 2006 eine Turnhalle zur Verfügung.
Vereine
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Ort existieren mehrere Vereine, darunter die Freiwillige Feuerwehr, die Landjugend, eine Tamburica-Gruppe, die Stucknfreunde (Schnellsportart) sowie der VfB (Verein für Bewegung).
Als einer von ganz wenigen Orten im Burgenland gibt es zwei Fußballvereine: SK Pama und UFC Pama.[5]
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Verkehr
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- Bahn: In der Gemeinde besteht ein Bahnhof, von dem aus im Stunden-Takt (morgens halbstündlich nach Wien) Züge nach Deutschkreutz und Bratislava verkehren. Der Bahnhof liegt an der Bahnstrecke Parndorf – Kittsee – Bratislava-Petržalka.
- Fahrrad: In der Gemeinde gibt es ein ausgedehntes Radwegnetz.
Ansässige Unternehmen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Gemeinde selbst sind wenige Arbeitsplätze vorhanden (z. B. in einem Betrieb für landwirtschaftliche Produkte, einem Transport- und Schotterei-Betrieb, einer Tischlerei, einem Installateurbetrieb und einem Zimmereibetrieb), sodass der Großteil der arbeitenden Bevölkerung zum Pendeln gezwungen ist, entweder in angrenzende Gemeinden oder nach Wien.[6] Viele Bewohner sind im Nebenerwerb auch als Landwirte tätig.
Im Jahr 2004 wurden in Pama, wie auch in vielen Nachbargemeinden, Windkraftanlagen errichtet.[7]
Es existieren ein Kindergarten und eine Volksschule (beide zweisprachig), eine Musikschule, ein Lebensmittelladen, ein Gasthof, ein Heurigenlokal und eine Bank. Die Postfiliale schloss im Zuge von Einsparungsmaßnahmen, ein Postpartner übernahm deren Aufgaben.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 1997: ÖVP 8, SPÖ 7.
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 2002: SPÖ 8, ÖVP 7.[8]
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 2007: SPÖ 11, ÖVP 8.[9]
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 2012: SPÖ 11, ÖVP 8.[10]
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 2017: SPÖ 10, ÖVP 9.[11]
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 2022: SPÖ 11, ÖVP 8.[12]
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| von | bis | Bürgermeister | Partei |
|---|---|---|---|
| 1911 | 1923 | Jakob Werdenich | CS |
| 1923 | 1927 | Johann Krupicz | CS |
| 1927 | 1931 | Georg Waldsich | CS |
| 1931 | 1934 | Josef Krist | CS/VF |
| 1934 | 1935 | Michael Werdenich | VF |
| 1935 | 1938 | Johann Wetzelhofer | VF |
| 1938 | Matthias Kniefacz | VF | |
| 1938 | Ludwig Michtner | NSDAP | |
| 1939 | 1945 | Johann Kochwalter | NSDAP |
| 1945 | 1948 | Johann Wetzelhofer | ÖVP |
| 1948 | 1954 | Johann Pum | ÖVP |
| 1954 | 1958 | Johann Krupicz | ÖVP |
| 1958 | Matthias Neumann | SPÖ | |
| 1958 | 1962 | Johann Pum | Einheitsliste |
| 1962 | 1972 | Matthias Neumann | SPÖ |
| 1972 | 1979 | Jakob Szegner | ÖVP |
| 1979 | 1996 | Johann Tomaschitz | ÖVP |
| 1996 | 2002 | Johann Waldsich | ÖVP |
| 2002 | 15. März 2017 | Josef Wetzelhofer | SPÖ |
| seit 16. März 2017 | Manfred Bugnyar | SPÖ | |
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Blasonierung: Schild geviert, 1. In Rot eine goldene aufrechte Pflugschar, 2. In Gold eine rote sechsstrahlige Sonne, 3. In Gold eine nach links gerichtete rote Sichel, 4. In Rot eine goldene Weintraube.[13] |
Das Gemeindewappen basiert auf einem alten, seit dem 18. Jahrhundert gebrauchten Siegelbild. Pflugschar und Sichel stehen für die Landwirtschaft, welche früher wie heute eine wichtige Rolle in Pama spielt. Die Weintraube soll an die Weinbauern erinnern, die früher in den Weinbergen Edelstals Weinbau betrieben. Die im Wappen abgebildete Sonne symbolisiert Energie.[14]
Söhne und Töchter der Gemeinde
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Rudolf Buczolich (1934–2015), Schauspieler und Intendant, auch Ehrenbürger der Gemeinde
- Markus Stephan Bugnyár (1975), römisch-katholischer Priester, Rektor des Österreichischen Hospizes zur Heiligen Familie in Jerusalem
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Abschnitt „Die Partnergemeinden“ in „TÜPL Bruckneudorf – 150 Jahre Brucker Lager“ von Petra Weiß, Hrsg. Stadtgemeinde Bruck an der Leitha, April 2017, S. 448/449.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website der Gemeinde Pama
- 10715 – Pama. Gemeindedaten der Statistik Austria
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Erwin Schranz (Hrsg.): Orts-, Fluss- und Flurnamen im burgenländisch-pannonischen Raum. Burgenländisch-Hianzische Gesellschaft, Oberschützen 2008, S. 88.
- ↑ Das Drama an der Donau. Teil 1: Die Vertreibung der Juden aus Kittsee, Burgenland. Abgerufen am 8. November 2019.
- ↑ Das Drama an der Donau. Teil 2: Die Vertreibung der Juden aus Kittsee (Burgenland). Abgerufen am 8. November 2019.
- ↑ Hachschara - Israels Pioniere aus Österreich. Abgerufen am 8. Juni 2025.
- ↑ Gemeinde Pama: Vereine. In: gemeinde-pama.at. Abgerufen am 8. November 2019 (deutsch).
- ↑ Gemeinde Pama: Betriebe. In: gemeinde-pama.at. Abgerufen am 8. November 2019 (deutsch).
- ↑ Gemeinde Pama: Windparkanlagen. In: gemeinde-pama.at. Abgerufen am 8. November 2019 (deutsch).
- ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2002 in Pama. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2002, abgerufen am 20. April 2026.
- ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2007 in Pama. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2007, abgerufen am 20. April 2026.
- ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2012 in Pama. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 4. November 2012, abgerufen am 20. April 2026.
- ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2017 in Pama. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 29. Oktober 2017, abgerufen am 20. April 2026.
- ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2022 in Pama. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 2. Oktober 2022, abgerufen am 20. April 2026.
- ↑ Gemeinde Pama: Wappen. In: gemeinde-pama.at. Abgerufen am 10. August 2019.
- ↑ Gemeinde Pama: Geschichte. In: gemeinde-pama.at. Abgerufen am 8. November 2019 (deutsch).

