Mönchhof
Erscheinungsbild
Mönchhof | ||
|---|---|---|
| Wappen | Österreichkarte | |
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Land: | ||
| Politischer Bezirk: | Neusiedl am See | |
| Kfz-Kennzeichen: | ND | |
| Fläche: | 33,56 km² | |
| Koordinaten: | 47° 53′ N, 16° 57′ O | |
| Höhe: | 131 m ü. A. | |
| Einwohner: | 2.191 (1. Jän. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 65 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 7123 | |
| Gemeindekennziffer: | 1 07 12 | |
| NUTS-Region | AT112 | |
| UN/LOCODE | AT MHF | |
| Adresse der Gemeinde- verwaltung: |
Kirchenplatz 11a 7123 Mönchhof | |
| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Josef Kolby (ÖVP) | |
| Gemeinderat: (Wahljahr: 2022) (23 Mitglieder) |
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| Lage von Mönchhof im Bezirk Neusiedl am See | ||
| Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria | ||
Mönchhof (ungarisch Barátudvar, Barátfalu, Barátfalva)[1] ist eine Gemeinde mit 2191 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Burgenland im Bezirk Neusiedl am See in Österreich.
Mit dem Kneippkurhaus ist Mönchhof auch ein Kurort.[2]
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeindegliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mönchhof ist der einzige Ort in der Gemeinde. Ortsteile sind die Abtei Marienkron und der Edmundshof.
Nachbargemeinden
| Zurndorf | Nickelsdorf | |
| Gols | Halbturn | |
| Frauenkirchen |
Geschichte
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Der Ortsname leitet sich von der Zugehörigkeit zu den Mönchen von Heiligenkreuz ab. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Barátfalu. Vor etwa 800 Jahren besiedelten Zisterziensermönche aus dem Stift Heiligenkreuz das Gebiet um das heutige Mönchhof. Sie machten das Land, das zuvor meist Sumpflandschaft war, urbar. Im Jahre 1217 schenkte ihnen König Andreas II. von Ungarn das ehemalige Petschenegengut Leginthov als immerwährenden Besitz. Die Schenkungsurkunde von 1217 erwähnt die Gemeinde Mönchhof erstmals unter dem Namen Leginthov.[3]
In der Folge des türkischen Sieges bei Mohacs 1526 wurde die Siedlung völlig verwüstet; 1533 verpfändet das Stift die Siedlung der Stadt Bruck/Leitha und verkaufte sie 1534 an die Gebrüder Stamp. Durch eine königliche Intervention wurde der Besitz an das Stift im Jahr 1545 restituiert.
Mönchhof war Sitz des kaiserlichen Gestüts von 1553 bis 1652. Die Gestütsleute waren überwiegend protestantisch und standen in einem teilweise gewalttätigen Konflikt zu den katholischen Bewohnern und ihrem Pfarrer. Das Gebiet befand sich von 1648 bis 1920/21 in ungarischer Verwaltung, und zwar als Teil des Komitats Moson.
Nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 kam es im Rahmen der nationalsozialistischen antikirchlichen Politik zu Berufsverboten, Versetzungen und Verhaftungen von Geistlichen, darunter auch Pater Richard Wolf von Mönchhof. Er wurde im September 1941 von der Gestapo wegen „Zersetzung der Wehrkraft und Erschütterung des Vertrauens zur NSDAP“ verhaftet und war vom 31. Oktober 1941 bis zum 11. April 1945 im KZ Dachau inhaftiert, wo er körperlich misshandelt und gesundheitlich geschädigt wurde.[4]
Als wirtschaftliche Basis der Gemeinde gilt traditionell der Weinbau. Angefangen mit den Initiativen der Zisterziensermönche, die ihr Wissen aus Burgund über Heiligenkreuz nach Mönchhof brachten, gilt der Ort als die älteste Weinbaugemeinde Österreichs. Mit dem Zisterzienserinnenkloster Marienkron, welches 1955 mit Ansiedlung von Schwestern aus dem niederbayrischen Kloster Seligenthal auf vom Stift Heiligenkreuz geschenktem Grund entstand, hat die Großgemeinde ein geistiges und gesundheitliches Zentrum gefunden, das weit über die Ortsgrenzen ausstrahlt.
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Mönchhof: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1869 | 1.464 | |||
| 1880 | 1.609 | |||
| 1890 | 1.532 | |||
| 1900 | 1.643 | |||
| 1910 | 1.780 | |||
| 1923 | 1.761 | |||
| 1934 | 2.038 | |||
| 1939 | 2.098 | |||
| 1951 | 2.126 | |||
| 1961 | 2.182 | |||
| 1971 | 2.220 | |||
| 1981 | 2.195 | |||
| 1991 | 2.182 | |||
| 2001 | 2.257 | |||
| 2011 | 2.280 | |||
| 2021 | 2.197 | |||
| 2025 | 2.191 | |||
| Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021 | ||||
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wirtschaftssektoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den Jahren 1999 bis 2010 nahm die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 232 auf 126 ab, 69 davon waren im Jahr 2010 Nebenerwerbsbetriebe. Im Produktionssektor beschäftigt sich rund die Hälfte der Betriebe mit der Herstellung von Waren und die Hälfte ist im Baugewerbe tätig. Die größten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor sind soziale und öffentliche Dienstleister und der Handel.[5][6][7]
| Wirtschaftssektor | Anzahl Betriebe | Erwerbstätige | ||
|---|---|---|---|---|
| 2011 | 2001 | 2011 | 2001 | |
| Land- und Forstwirtschaft 1) | 126 | 232 | 108 | 102 |
| Produktion | 28 | 17 | 100 | 102 |
| Dienstleistung | 113 | 69 | 374 | 394 |
1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Arbeitsmarkt, Pendeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2010 lebten 1137 Erwerbstätige in der Gemeinde. Rund ein Drittel arbeitete in Mönchhof, zwei Drittel pendelten aus. Aus anderen Gemeinden pendelten 224 Arbeitnehmer nach Mönchhof.[8] Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Mönchhof gibt es einen Kindergarten und eine Volksschule.[9] Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] |
Pendler |
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Pfarrkirche Mönchhof
- Kloster Marienkron
- Dorfmuseum Mönchhof
- Wehrturm
- Kellerviertel Sandhöhe
- Durch Mönchhof führt der von Frauenkirchen kommende und bis zur Einbindung in den Jakobsweg Österreich in Haslau-Maria Ellend überwiegend im Burgenland verlaufenden Jakobsweg Burgenland.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Gemeinderatswahlen im Burgenland 1997: ÖVP 10, SPÖ 8, FPÖ 3.
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 2002: ÖVP 10, SPÖ 10, FPÖ 1.[12]
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 2007: ÖVP 11, SPÖ 10, FPÖ 1, LM 1.[13]
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 2012: ÖVP 14, SPÖ 8, FPÖ 1.[14]
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 2017: ÖVP 15, SPÖ 6, FPÖ 2.[15]
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 2022: ÖVP 14, SPÖ 8, FPÖ 1.[16]
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- bis 2007 Herbert Gross (SPÖ)
- seit 2007 Josef Kolby (ÖVP)
- Pfarrkirche Mönchhof, Plan von Elias Hügel, Hofsteinmetz und Kirchenbaumeister aus Kaisersteinbruch
- Das ehemalige Kloster Mönchhof wurde ab 1729 errichtet
- Das historische Granarium stammt aus dem 18. Jahrhundert
- Beim Wehrturm 1669 dürfte es sich um einen Teil der ehemaligen Pfarrkirche handeln
- In Mönchhof befindet sich ein sehenswertes Dorfmuseum
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Elias Hügel (1681–1755), Bildhauer und Kirchenbaumeister des Barock; er schuf auch den Hochaltar der örtlichen Pfarrkirche
- Sandor Peppert (1820–1905), bedeutender Orgelbauer in Steinamanger/Ungarn
- Adalbert Winkler (1857–1938), österreichisch-ungarischer Zisterzienser
- Thomas Polz (1880–1973), Mitstreiter für ein deutsches Burgenland (Gedenktafel in Mönchhof)[17]
- Jakob Mädl (1896–1978), Hauptschuldirektor und Politiker (ÖVP)
- Hans Mittermayer (1913–unbekannt), Politiker (NSDAP)
- Stefan Steinle (1921–2012), Textilarbeiter, Bürgermeister, Politiker (SPÖ) und Mitglied des Bundesrats
- Rosaria Golsch (1926–2003), Gründeräbtissin der Abtei Marienkron
- Josef Huber (* 1956), Fußballspieler
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Sepp Gmasz, Hg., 800 Jahre Mönchhof: 1217-2017 (Mönchhof 2017).
- Adalbert Winkler, Die Zisterzienser am Neusiedlersee und die Geschichte dieses Sees (Winden am See 1993).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Commons: Mönchhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
- 10712 – Mönchhof. Gemeindedaten der Statistik Austria
- Seite der Gemeinde Mönchhof
- Dorfmuseum Mönchhof
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Erwin Schranz (Hrsg.): Orts-, Fluss- und Flurnamen im burgenländisch-pannonischen Raum. Burgenländisch-Hianzische Gesellschaft, Oberschützen 2008, S. 86.
- ↑ Mönchhof auf oesterreich-info.at abgerufen am 31. Mai 2010
- ↑ Geschichtliches. Gemeinde Mönchhof, abgerufen am 30. Oktober 2022 (deutsch).
- ↑ Herbert Brettl: „Weihnachtsbriefe“ aus dem KZ. In: Burgenland History Blog. 2. Januar 2021, abgerufen am 19. April 2023 (deutsch).
- ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Mönchhof, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 6. November 2020.
- ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Mönchhof, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 6. November 2020.
- ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Mönchhof, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 6. November 2020.
- ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Mönchhof, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 6. November 2020.
- ↑ Bildung. Mönchhof, abgerufen am 6. November 2020 (deutsch).
- ↑ Fahrplanauskunft. Abgerufen am 6. November 2020.
- ↑ Entfernungsrechner - Entfernung berechnen und darstellen. Abgerufen am 6. November 2020 (deutsch).
- ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2002 in Mönchhof. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2002, abgerufen am 20. April 2026.
- ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2007 in Mönchhof. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2007, abgerufen am 20. April 2026.
- ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2012 in Mönchhof. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 4. November 2012, abgerufen am 20. April 2026.
- ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2017 in Mönchhof. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 29. Oktober 2017, abgerufen am 20. April 2026.
- ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2022 in Mönchhof. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 2. Oktober 2022, abgerufen am 20. April 2026.
- ↑ „Deutschtums in Ungarn“ abgerufen am 5. März 2017

