Kugelige Namibit-Aggregate (dunkelgrün) und kleine, tetraedrische Eulytinkristalle (gelb) auf Chrysokoll (blaugrün) aus dem Steinbruch Hechtsberg (Hausach), Baden-Württemberg, Deutschland (Sichtfeld4mm)
Namibit entwickelt meist tafelige oder dendritische Kristalle und pseudomonokline Zwillinge, die zu radialstrahligen bis kugeligen Mineral-Aggregaten verbunden sind. Die durchscheinenden Kristalle können je nach Fremdbeimengung von dunkelgrüner, olivgrüner oder grünlichschwarzer Farbe sein, auf der Strichtafel hinterlässt das Mineral jedoch immer einen pistaziengrünenStrich.
Erstmals entdeckt wurde Namibit in den Hohlräumen drusigerQuarz-Adern in der Kupferlagerstätte nahe der Gemeinde Khorixas (ehemals Welwitschia) in der namibischen Region Kunene. Beschrieben wurde das Mineral 1981 durch Oleg von Knorring (1915–1994)[7] und Thure Georg Sahama, die das Mineral nach der Namibwüste benannten, aus der die Fundregion zum großen Teil besteht.[8]
Da der Namibit erst 1981 als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der letztmalig 1977 überarbeiteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Namibit die System- und Mineralnummer 38.05.09.01. Das entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Hier findet er sich als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 38.05.09.[11]
Büscheliges Eulytin-Aggregat (gelblichgrün) mit kugeligem Namibit (dunkelgrün) und tetraedrischen Eulytinkristallen (gelblich) auf Chrysokoll aus dem Steinbruch Hechtsberg (Hausach), Baden-Württemberg, Deutschland (Sichtfeld3mm)
Als seltene Mineralbildung konnte Namibit nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei weltweit bisher rund 30 Vorkommen dokumentiert sind (Stand 2014).[12] Neben seiner Typlokalität Khorixas, genauer der nahe gelegenen Grube „Mesopotamia 504“, trat das Mineral in Namibia noch bei Kandesei im Kaokoveld zutage.
In Deutschland wurde Namibit bisher in der Grube Clara bei Oberwolfach und dem Steinbruch Hechtsberg bei Hausach in Baden-Württemberg, im Pucherschacht des Wolfgangmaßen-Grubenfeldes bei Schneeberg im sächsischen Erzgebirge und der Grube „Arme Hilfe“ bei Ullersreuth in Thüringen gefunden.
Weitere bisher bekannte Fundorte liegen unter anderem in Australien, Japan, Kanada, Mexiko, Tschechien, England im Vereinigten Königreich (UK) sowie Arizona, Colorado, Kalifornien und Nevada in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA).[13]
Oleg von Knorring, Thure Georg Sahama:Namibite, a new copper-bismuth-vanadium mineral from Namibia. In: Schweizerische Mineralogische und Petrographische Mitteilungen. Band61, 1981, S.7–12.
Namibite search results.In:rruff.net.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 27.Januar 2026(englisch).
12Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.446 (englisch).
12345Uwe Kolitsch, Gerald Giester:The crystal structure of namibite, Cu(BiO)2VO4(OH), and revision of its symmetry. In: American Mineralogist. Band85, 2000, S.1298–1301, doi:10.2138/am-2000-8-923 (englisch, rruff.info[PDF; 1,5MB; abgerufen am 3.Mai 2019]).
1234567
Namibite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 69kB; abgerufen am 27.Januar 2026]).
12Namibite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 27.Januar 2026(englisch).
↑Peter H. Nixon:Oleg von Knorring. In: Mineralogical Magazine. Band58, 1994, S.693–694 (englisch, rruff.net[PDF; 774kB; abgerufen am 27.Januar 2026]).
12Michael Fleischer, G. Y. Chao, J. A. Mandarino:New mineral names. In: American Mineralogist. Band67, 1982, S.854–860 (englisch, minsocam.org[PDF; 868kB; abgerufen am 27.Januar 2026]).
↑Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑Richard V. Gaines, H. Catherine Skinner, Eugene E. Foord, Brian Mason und Abraham Rosenzweig:Danas New Mineralogy. 8. Auflage. John Wiley & Sons, 1997, ISBN 0-471-19310-0 (englisch).
↑Localities for Namibite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 27.Januar 2026(englisch).
↑
Fundortliste für Namibit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 27. Januar 2026.