Magnussonit kristallisiert im kubischen Kristallsystem, entwickelt jedoch nur mikroskopisch kleine Kristalle und findet sich daher entsprechend meist in Form feinkörniger, krustiger Überzüge und Rissfüllungen sowie als körnige bis derbe Aggregate. Das Mineral ist durchsichtig bis durchscheinend und zeigt auf den Oberflächen der grasgrünen, smaragdgrünen, blaugrünen, hellolivgrünen oder bräunlichorangen bis tiefroten Kristalle einen glasähnlichen Glanz. In Aggregatform ist der Glanz dagegen matter und erscheint eher harzähnlich. Auf der Strichtafel hinterlässt Magnussonit einen weißen bis blassgrünen Strich.
Erstmals entdeckt wurde Magnussonit in der Mangan-Eisen-LagerstätteLångban (Gemeinde Filipstad) in der schwedischen Provinz Värmlands län. Die Erstbeschreibung erfolgte 1956 durch Olof Erik Gabrielson, der das Mineral nach dem schwedischen Lagerstättenkundler und ehemaligem Direktor der Geological Survey of SwedenNils Harald Magnusson benannte.[7] Die Analyse des Minerals wurde von R. Blix durchgeführt, der die Zusammensetzung mit (Mn,Mg,Cu)5(AsO3)3(OH,Cl) ermittelte.[5]
Nach neueren Analysen durch Pete J. Dunn und Robert A. Ramik an Proben aus der Typlokalität Långban wurde die chemische Formel 1984 neu definiert zu Mn10As3+6O18(OH,Cl)2,[9] was in der kristallchemischen Strukturformelschreibweise der Angabe Mn2+10[(OH,Cl)2|(As3+O3)6][3] entspricht.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer IV/J.04-030. Dies entspricht ebenfalls der Abteilung „Arsenite (mit As3+)“, wo Magnussonit zusammen mit Armangit, Cafarsit, Ekatit, Segerstromit, Tooeleit und Zimbabweit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer IV/J.04 bildet.[3]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Magnussonit die System- und Mineralnummer 46.01.03.01. Dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Basische oder Halogen-haltige Antimonite, Arsenite und Phosphite“, wo das Mineral als einziges Mitglied in einer unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 46.01.03 innerhalb der Unterabteilung „Basische oder Halogen-haltige Antimonite, Arsenite und Phosphite mit (AB)m(XO3)pZq“ zu finden ist.
Die neu definierte, idealisierte chemische Zusammensetzung Mn10As3+6O18(OH,Cl)2 bei einem Verhältnis von (OH):Cl=0,75:0,25 besteht aus rund 41,30% Mangan (Mn), 33,80% Arsen (As), 23,46% Sauerstoff (O), 0,11% Wasserstoff (H) und 1.33 Chlor (Cl).
Die erste Analyse der Mineralproben aus Långban ergab allerdings geringe Beimengungen von Magnesium und Kupfer und die Neuanalyse durch Dunn und Ramik ergab zusätzlich Beimengungen von Eisen und Calcium. Die empirische Zusammensetzung errechnet sich damit auf der Basis von 6 Arsenatomen zu (Mn9,18Cu0,38Fe0,22Ca0,16Mg0,07)Σ=10,01As3+6,00O17,79((OH)2,19Cl0,26)Σ=2,45 mit der entsprechend idealisierten Zusammensetzung Mn10As3+6O18(OH,Cl)2.[9]
Die Kristallstruktur von Magnussonit besteht aus kanten- und eckenverknüpften MnO8-Würfeln, trigonalen MnO6-Prismen, MnO6-Oktaedern und AsO3-Dreiecken, die zusammen ein Gerüst mit großen Hohlräumen bilden. Diese Hohlräume nehmen Mn1+ und Cl auf, wobei Mn1+ von je sechs As-Atomen umgeben ist.[4]
Magnussonit gehört zu den sehr seltenen Mineralbildungen, die nur in wenigen Proben bekannt wurden. Neben Långban konnte das Mineral in Schweden noch in der ebenfalls zur Gemeinde Filipstad gehörenden Mangangrube Brattfors bei Nordmark, wo als weitere Begleitminerale Katoptrit, Magnetit, Manganosit und Sonolith hinzutraten, sowie in der Erzgrube Garpenberg Norra bei Garpenberg in der zur Provinz Dalarnas län gehörenden Gemeinde Hedemora gefunden werden.[13]
O. Gabrielson:Magnussonite, a new arsenite mineral from the Långban mine in Sweden. In: Arkiv för Mineralogi och Geologi. Band2, 1956, S.133–135 (englisch).
Michael Fleischer:New mineral names. In: American Mineralogist. Band42, 1957, S.580–586 (englisch, rruff.info[PDF; 628kB; abgerufen am 10.November 2018]).
Paul B. Moore, Takaharu Araki:Magnussonite, manganese arsenite, a fluorite derivative structure. In: American Mineralogist. Band64, 1979, S.390–401 (englisch, rruff.info[PDF; 1,3MB; abgerufen am 10.November 2018]).
Pete J. Dunn, Robert A. Ramik:Magnussonite, new chemical data, an occurrence at Sterling Hill, New Jersey, and new data on a related phase from the Brattfors mine, Sweden. In: American Mineralogist. Band69, 1984, S.800–802 (englisch, rruff.info[PDF; 319kB; abgerufen am 11.November 2018]).
Magnussonite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 4.Mai 2025(englisch).
1234567Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
1234Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.266 (englisch).
12Michael Fleischer:New mineral names. In: American Mineralogist. Band42, 1957, S.580–586 (englisch, rruff.info[PDF; 644kB; abgerufen am 4.Mai 2025]).
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Magnussonite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 57kB; abgerufen am 4.Mai 2025]).
12Magnussonite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 4.Mai 2025(englisch).
↑Richard V. Gaines, H. Catherine W. Skinner, Eugene E. Foord, Brian Mason, Abraham Rosenzweig:Dana’s New Mineralogy. 8. Auflage. John Wiley & Sons, New York (u. a.) 1997, ISBN 0-471-19310-0, S.981.
12Pete J. Dunn, Robert A. Ramik:Magnussonite, new chemical data, an occurrence at Sterling Hill, New Jersey, and new data on a related phase from the Brattfors mine, Sweden. In: American Mineralogist. Band69, 1984, S.800–802 (englisch, rruff.info[PDF; 327kB; abgerufen am 4.Mai 2025]).