Durch entwicklungstechnische Verzögerungen am Lotus 107, entschied sich die Teamführung die ersten Rennen der Formel-1-Saison 1992 mit einem nahezu unveränderten Lotus 102B zu bestreiten. Der letztjährige Achtzylindermotor von Judd (Typ EV) wurde nicht erneut verwendet. Anfänglich hatte Lotus eine Umstellung auf Judds Zehnzylindermotor (Judd GV) erwogen, entschied sich dann aber kurzfristig für Cosworth-Kundenmotoren, deren Kosten mit Unterstützung der Sponsoren Castrol und Hitachi aufgebracht werden konnten. Lotus erhielt in diesem Jahr Ford-Cosworth-HBA5-Motoren, die sich auf dem Entwicklungsstand von 1991 befanden. Bei einer Masse von 130kg leistete er bei einer Drehzahl von 13.400/min etwa 520kW. Motorelektronik und Zündsystem stammte ebenfalls von Ford. Das manuell zu schaltende Getriebe hatte sechs Vorwärts- und einen Rückwärtsgang. Die Räder waren einzeln an Doppelquerlenkern aufgehängt. Die Bremsanlage stammte von Hitco und die Bremszangen von Brembo, die Stoßdämpfer hingegen von Bilstein.
Hauptsponsor des Teams war der japanische Elektronik- und Maschinenbaukonzern Hitachi. Weitere japanische Werbeträger waren unter anderen der Baumaschinenhersteller Komatsu, der Modellbauhersteller Tamiya, das Pharmaunternehmen Shionogi und der Spielautomatenhersteller Nichibutsu. Weitere Werbeflächen gehörten dem Bekleidungsunternehmen Tommy Hilfiger sowie dem britischen Sportwagenhersteller Frazer Nash.
Obgleich der Rennwagen als Übergangsfahrzeug gedacht war, punkteten mit ihm sowohl Mika Häkkinen als auch Teamkollege Johnny Herbert. Zwei der insgesamt 13 Weltmeisterschaftspunkte aus der Formel-1-Saison 1992 wurden mit einem Lotus 102D eingefahren. Letztmals kam dieser Typ zum Training beim Großen Preis von San Marino zum Einsatz. Häkkinen konnte sich allerdings nicht für das Rennen qualifizieren.
Anthony Pritchard: Lotus: The Competition Cars-All the Racing Type Numbers from 1947 to the Modern Era. Haynes Publishing Sparkford 2006, ISBN 978-1-84425-006-6, S. 199, 255.
Achim Schlang: Grand Prix. Die Rennen zur Automobil-Weltmeisterschaft 1992. Motorbuch Verlag Stuttgart 1992, ISBN 978-3-613-01493-0, S. 24 f.