Lasurit kristallisiert überwiegend im kubischen Kristallsystem. Bekannt, wenn auch selten, sind allerdings auch orthorhombische bzw. trikline Lasurite (siehe Kristallstruktur).
Lasurit wurde in der Lapislazuli-Lagerstätte Ladjuar Medam nahe Sar-e-Sang im Bezirk Kuran va Munjan (Provinz Badachschan) in Afghanistan entdeckt und 1890 durch Waldemar Christofer Brøgger und H. Bäckström erstmals wissenschaftlich beschrieben. Sie benannten das Mineral in Anlehnung an seine Farbe nach dem persischen Wort لاژورد/ lāžward für Blau bzw. „Himmelsblau“.
Der georgische Prinz Vaxushti Batonishvili (Wakuschti Batonischwili, 1696–1757) beschrieb in seiner Geschichtschronik Das Leben Kartlis ein seit der Frühen Bronzezeit existierendes Bergbaugebiet im Südosten Georgiens südlich der Stadt Bolnissi, wo demnach zu seiner Zeit Eisen, Kupfer und Lasurit verarbeitet wurden.[7]
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VIII/J.11-040. Dies entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Gerüstsilikate“, wo Lasurit zusammen mit Bicchulith, Haüyn, Hydrosodalith, Kamaishilith, Nosean, Sodalith, Tsaregorodtsevit, Tugtupit und Vladimirivanovit die „Sodalithgruppe“ mit der Systemnummer VIII/J.11 bildet.[8]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Lasurit die System- und Mineralnummer 76.02.03.04. Das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Gerüstsilikate: Al-Si-Gitter“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Gerüstsilikate: Al-Si-Gitter, Feldspatvertreter und verwandte Arten“ in der „Sodalithgruppe“, in der auch Sodalith, Nosean, Haüyn, Bicchulith, Kamaishilith, Tugtupit und Tsaregorodtsevit eingeordnet sind.
Als seltene Mineralbildung konnte Lasurit bisher (Stand: 2011) nur an weniger als 50 Fundorten nachgewiesen werden.[10] Neben seiner Typlokalität Ladjuar Medam trat das Mineral in Afghanistan noch an anderen Stellen in der Provinz Badachschan sowie in der Provinz Panjshir auf.
Weitere Fundorte liegen unter anderem in Chile, Kanada, Italien, Myanmar, Russland, Schweden, Slowakei, Tadschikistan und in verschiedenen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten von Amerika.[6]
W. C. Brögger, H. Bäckström: Die Mineralien der Granatgruppe, in P. Groth (Hrsg.): Zeitschrift für Krystallographie und Mineralogie, Band 18, Leipzig 1891, S. 209–276 (PDF 4,3 MB)
Martin Okrusch, Siegfried Matthes:Mineralogie. Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. 7. vollständige überarbeitete und aktualisierte Auflage. Springer Verlag, Berlin u. a. 2005, ISBN 3-540-23812-3, S.125.
Henri Brasseur: Sur les structures de l'azurite et de la malachite, Brüssel, Hayez, 1933; zugleich Lüttich (Dissertation)
1234Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.699.
↑David Barthelmy:Lazurite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 9.September 2019(englisch).
↑
Lazurite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 71kB; abgerufen am 9.September 2019]).
123Lazurite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 9.September 2019(englisch).
↑Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.