Laon
| Laon | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Staat | ||||||||
| Region | Hauts-de-France | |||||||
| Département (Nr.) | Aisne (02) | |||||||
| Arrondissement | Laon | |||||||
| Kanton | Laon-1 Laon-2 | |||||||
| Gemeindeverband | Pays de Laon | |||||||
| Koordinaten | 49° 34′ N, 3° 37′ O | |||||||
| Höhe | 63–183 m | |||||||
| Fläche | 42,00 km² | |||||||
| Einwohner | 24.220 (1. Januar 2023) | |||||||
| Bevölkerungsdichte | 577 Einw./km² | |||||||
| Postleitzahl | 02020 | |||||||
| INSEE-Code | 02408 | |||||||
| Website | Laon | |||||||
Oberstadt von Laon mit der Kathedrale | ||||||||
| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2011 | 2022 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner[3] | 25.078 | 26.316 | 27.914 | 26.682 | 26.490 | 26.265 | 25.745 | 24.066 |
| Quellen: Cassini und INSEE | ||||||||
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Umland von Laon ist seit Jahrhunderten landwirtschaftlich geprägt, wobei die Viehzucht inzwischen kaum noch eine Rolle spielt. Die Stadt selbst diente als Marktort sowie als Handwerks- und Geschäftszentrum. Heute befindet sich dort die Industrie- und Handelskammer des Département Aisne; kleinere Gewerbebetriebe haben sich nahe der Autoroute A 26 angesiedelt.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 18. August 1857 nahm die Compagnie des chemins de fer des Ardennes die Bahnstrecke Reims–Laon in Betrieb. Der heutige Bahnhof Laon wurde am 1. September 1857 als Endpunkt einer Strecke von Paris über Tergnier (an der heutigen Bahnstrecke Amiens–Laon) der Compagnie des chemins de fer du Nord (NORD) eröffnet. Am 3. Januar 1866 erreichte die Bahnstrecke La Plaine–Hirson die Stadt, was den Weg nach Paris um 18 Kilometer verkürzte. Sie wurde am 30. Oktober 1869 bis Vervins in Richtung Hirson verlängert. Im Sommer 1888 kam die Bahnstrecke Laon–Le Cateau und am 3. November jenes Jahres die Bahnstrecke Laon–Liart hinzu. Damit war Laon zu einem bedeutenden Eisenbahnknoten geworden.
Den in der Unterstadt gelegenen Bahnhof verband von 1899 bis 1971 eine Zahnradbahn mit der Altstadt. Von 1989 bis 2016 verkehrte auf weitgehend derselben Trasse die Kabelbahn Poma 2000.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zahlreiche Bauten der Stadt sind als Monuments historiques anerkannt:
- Die unterirdischen Gänge von Laon stammen aus dem Mittelalter, als die Stadt ein blühendes Zentrum war. Die Einwohner gruben unterirdische Gänge als Keller zur Vorratshaltung und zum Schutz in Kriegszeiten. Das Herzstück der Unterwelt bilden die Krypten der Kathedrale. Diese dienten einst als Begräbnisstätten für Bischöfe und den lokalen Adel.
- Kathedrale Notre Dame: Die Kathedrale von Laon ist eine der bedeutendsten frühgotischen Kathedralen Frankreichs. Der weitreichende Einfluss ihrer Architektur ist nicht nur in der englischen Gotik nachweisbar, sondern auch am Limburger, Bamberger und Naumburger Dom.
- Ehemaliger Bischofs-, heute Justizpalast neben der Kathedrale
- Das alte Hôtel-Dieu de Laon aus dem 12. Jahrhundert, das älteste erhaltene Hospital Frankreichs[4][5] Neben den Untergeschoss für Pilger und Arme, wurden in den 50 Betten des Hauptsaals im Obergeschoss auch Kranke versorgt (Dem Kapitel von Laon gehörten auch bedeutende Ärzte an).[6]
- Templerkapelle aus dem 12. Jahrhundert
- Klosterkirche St. Martin: Kirche aus dem 12. Jahrhundert und Klostergebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert
- Stadtbefestigung: sieben Kilometer erhaltene Stadtmauer mit den Stadttoren Porte d’Ardon, Porte des Cheminzelles und Porte de Soissons
- Rennstrecke (Eröffnung geplant gegen 2026) auf dem ehemaligen Militärflugplatz Laon-Couvron
- Westfassade der Kathedrale
- Chor der Kathedrale
- Klosterkirche St. Martin
- Templerkapelle
Gedenkstätten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Deutscher Soldatenfriedhof Laon-Bousson des Ersten Weltkriegs im Süden der Stadt
- Deutsche Kriegsgräberstätte Laon Champ de manœuvre des Ersten Weltkriegs
Partnerstädte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Soltau in Deutschland
- Winchester im Vereinigten Königreich
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bertrada die Ältere (um 660–nach 721), die Stifterin der Abtei Prüm
- Bertrada die Jüngere (um 725–783), auch Bertrada von Laon genannt, Enkelin von Bertrada d. Ä., Ehefrau Pippins des Jüngeren und Mutter von Karl dem Großen
- Heribert von Laon, Graf von Laon in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts
- Adalbero von Laon, (um 947–1030), Bischof von Laon von 977 bis 1030
- die Brüder Antoine Le Nain (1588–1648), Louis Le Nain (1593–1648) und Mathieu Le Nain (1607–1677), Maler
- Nicolas Antoine Le Bègue (1631–1702), Organist, Cembalist und Komponist
- Jacques Marquette (1637–1675), Jesuit und Entdecker des Mississippi River
- Jean Mathieu Philibert Sérurier (1742–1819), Revolutionsgeneral, Marschall und Pair von Frankreich
- Pierre Méchain (1744–1804), Astronom
- Charles François Dulauloy, comte de Randon (1761–1832), Revolutionsgeneral
- Pierre Watier (1770–1846), General
- Henri Labouret (1878–1959), Ethnologe und Administrateur en Chef des Colonies
- Désiré Dondeyne (1921–2015), Komponist und Dirigent
- Raymond Guégan (1921–2007), Radrennfahrer
- Jean-François Chiappe (1931–2001), Historiker und Publizist
- François Bott (1935–2022), Schriftsteller und Literaturkritiker
- Cédric Tourbe (* 1972), Dokumentarfilmer
- Myriam Lignot (* 1975), Synchronschwimmerin
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Michel Bur (Hrsg.): Histoire de Laon et du Laonnois. Toulouse 1987 (= Pays et villes de Frances).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Webseite des Office de Tourisme (französisch)
- historische Filmaufnahmen von Laon, aufgenommen aus einem Flugzeug, 1918, auf filmportal.de
- deutscher Soldatenfriedhof Laon-Champ-de-Manoeuvre
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Johann Jakob Egli: Nomina geographica. Sprach- und Sacherklärung von 42000 geographischen Namen aller Erdräume. 2. Auflage. Friedrich Brandstetter, Leipzig 1893, S. 525.
- ↑ George Soldan: Der Weltkrieg im Bild: Originalaufnahmen des Kriegs-Bild- und Filmamtes aus der modernen Materialschlacht. National-Archiv, Berlin 1930, S. 197 f.
- ↑ Populations légales 2021 − Ces données sont disponibles sur toutes les communes de France hors Mayotte | Insee. Abgerufen am 26. Juli 2024.
- ↑ Bernhard Schnell: Medizin in Bild und Text. Zur medizinischen Sammelhandschrift Ms. 413 der Bibliothèque Municipale Laon. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 6, 1988, S. 67–88, hier: S. 82 f.
- ↑ Alain Saint-Denis: L'Hotel-Dieu de Laon 1150–1300. Nancy 1983.
- ↑ Ernst Kern: Sehen – Denken – Handeln eines Chirurgen im 20. Jahrhundert. ecomed, Landsberg am Lech 2000, ISBN 3-609-20149-5, S. 250.

