Selenogradsk
Stadt
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| Liste der Städte in Russland | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1816 | 268 | [15] |
| 1831 | 314 | [3] |
| 1840 | 402 | in 86 Wohnhäusern[16] |
| 1858 | 782 | davon 780 Evangelische und zwei Katholiken[5] |
| 1864 | 925 | am 3. Dezember[17] |
| 1900 | 2093 | [7] |
| 1905 | 2598 | [8] |
| 1910 | 2570 | Gemeinde, am 1. Dezember[18] |
| 1933 | 4667 | [19] |
| 1939 | 5089 | [19] |
| Jahr | 1959 | 1970 | 1979 | 1989 | 2002 | 2010 | 2021 |
| Anzahl Einwohner | 6866 | 9172 | 9781 | 10.786 | 12.509 | 13.026 | 16.625 |
Tourismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Selenogradsk hat vor allem Bedeutung für den Wochenendtourismus von Kaliningrad aus. Hier befinden sich viele Ferienlager für russische Jugendorganisationen. Deutsche und andere Ausländer sind sehr selten. In den 2000er Jahren begann eine rege Bautätigkeit. Es entstehen weiterhin viele Privathäuser für reiche Moskauer und Tourismuseinrichtungen. Die lange Seepromenade lädt zum Spazieren ein. Die Restaurants sind modern und auf westlichem Standard. Eine Seebrücke ergänzt die Promenade. WLAN ist kostenlos und direkt zugänglich. Die Stadt mit ihren Straßen ist ausgesprochen sauber. Die Badesandstrände liegen östlich und westlich der gepflasterten Promenade der Innenstadt.
Der 1905 errichtete Wasserturm Selenogradsk dient heute u. a. als Ausstellungsgebäude.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Straßen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ort ist durch die Fernstraße A 191 (ehemalige deutsche Reichsstraße 128) mit Kaliningrad (Königsberg) und dem südlichen Samland verbunden. Aus Gründen der Überbelastung dieser wichtigen Verbindung zum Ostseebad wurde im Jahre 2009 eine zeitgemäße und schnellere Verbindung dem Verkehr übergeben: der Primorskoje Kolzo (Küstenring), der einmal alle Bäder- und Hafenstädte an der Ostsee verbinden soll. Über diese Autobahn A 217 besteht von Selenogradsk auch schnellerer Anschluss an den Flughafen Kaliningrad bei Chrabrowo (Powunden), sowie nach Westen (Stand 2017) bis zum Badeort Rauschen (Swetlogorsk).
Von Selenogradsk aus führt außerdem die Fernstraße R 515 in nördliche Richtung und durchzieht die Kurische Nehrung im russischen Teil zur Weiterfahrt auf der KK 167 im litauischen Teil bis nach Klaipėda (Memel).
Es besteht eine tägliche Busverbindung (von Kaliningrad) über die Kurische Nehrung und Nidden/Nida nach Memel und zurück.
Schienen
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Über die Bahnstrecke Kaliningrad–Selenogradsk–Primorsk (Königsberg–Neukuhren) ist Selenogradsk auf dem Schienenwege mit der Oblasthauptstadt als Bahnknotenpunkt verbunden. Eine ausreichende Anzahl von Vorortzügen verkehrt vom Süd- über den Nordbahnhof direkt nach Selenogradsk.
Religionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Selenogradsk gibt es folgende Gemeinden:[20][21]
- Erlöser-Verklärungs-Kathedrale, ul. Moskowskaja 40a, 1896/97 als evangelische Adalbertkirche erbaut, seit 1995 orthodox
- Kirche des heiligen Apostels Andreas des Erstberufenen, ul. Moskowskaja 13a, 1903/04 als katholische Andreaskapelle von Paul Lauffer erbaut, seit etwa 1995 orthodox
- evangelische Gemeinde, Filialgemeinde der Auferstehungskirche Kaliningrad[22]
Weitere Sakralbauten waren:
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Söhne und Töchter des Ortes
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Reinhart Bezzenberger (1888–1963), Landesrat in Ostpreußen
- Curt Falkenheim (1893–1949), deutscher Kinderarzt
- Mary Saran (1897–1976), deutsche Publizistin
- Abel Ehrlich (1915–2003), deutscher Komponist
- Beate Uhse (1919–2001), deutsche Pilotin und Unternehmerin
- Joachim Hellmer (1925–1990), deutscher Jurist und Hochschullehrer
- Klaus Rolinski (* 1932), deutscher Jurist und Hochschullehrer
- Wolf-Dieter Stubel (1941–2023), deutscher Hörfunkmoderator
- Volker Lechtenbrink (1944–2021), deutscher Schauspieler
Mit dem Ort verbunden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Sem Chaimowitsch Simkin (1937–2010), russischer Hochseefischer und Dichter, ist im Ort beerdigt
In der Belletristik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Patrick White, Nobelpreisträger für Literatur 1973, besuchte Cranz Anfang der 1930er Jahre.[24]
„Ich erinnere mich an das kleine Ostseebad Cranz, am Rande der Stadt bis zu den Knöcheln in den schweren weißen Sand einsinkend, genauso wie in den Straßen mit den weißgekalkten Holzhäusern, auf denen das Licht dicht und golden wie der Bernstein lag, der entlang der Küste gefunden wurde. (..) es war aus der Zeit gefallen und hatte keine Verbindung zu irgendeinem Land, das ich besucht hatte.“
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kranz (Cranz) Ostpr., Dorf und Ostseebad, Landkreis Fischhausen, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Kranz (meyersgaz.org).
- Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen. Band 1: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Samlandes. Königsberg 1898, S. 32–33 (Google Books).
- Leopold Krug: Die Preussische Monarchie; topographisch, statistisch und wirthschaftlich dargestellt. Nach amtlichen Quellen. Teil I: Provinz Preussen. Berlin 1833, S. 154, Ziffer 178.
- August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen. Ein Handbuch für die Volksschullehrer der Provinz Preußen, so wie für alle Freunde des Vaterlandes. Gebrüder Bornträger, Königsberg 1835 (S. 489–490.)
- Thomas: Das königliche Ostseebad Kranz. 2. Auflage. Königsberg 1884.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Amtsbezirk Cranz (Territorial.de)
- Cranz / Samland. wiki.genealogy.net
- Klaus Lunau: Ostsee- und Moorbad Cranz. ostseebad-cranz.de
- Cranz Westend. cranzwestend.de
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Таблица 1.10 «Численность населения городских округов, муниципальных районов, муниципальных округов, городских и сельских поселений, городских населенных пунктов, сельских населенных пунктов» Программы итогов Всероссийской переписи населения 2020 года, утвержденной приказом Росстата от 28 декабря 2021г. № 963, с данными о численности постоянного населения каждого населенного пункта Калининградской области. (Tabelle 1.10 „Bevölkerungsanzahl der Stadtkreise, munizipalen Rajons, Munizipalkreise, städtischen und ländlichen Siedlungen [insgesamt], städtischen Orte, ländlichen Orte“ der Ergebnisse der Allrussischen Volkszählung von 2020 [vollzogen am 1. Oktober 2021], genehmigt durch die Verordnung von Rosstat vom 28. Dezember 2021, Nr. 963, mit Angaben zur Zahl der Wohnbevölkerung jedes Ortes der Oblast Kaliningrad.)
- ↑ Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I, Königsberg / Leipzig 1785, S. 31; Textarchiv – Internet Archive.
- 1 2 Leopold Krug: Die Preussische Monarchie; topographisch, statistisch und wirthschaftlich dargestellt. Nach amtlichen Quellen. Teil I: Provinz Preussen. Berlin 1833, S. 154, Ziffer 178; Textarchiv – Internet Archive.
- ↑ Robert Albinus: Königsberg Lexikon. Würzburg 2002, ISBN 3-88189-441-1
- 1 2 Adolf Schlott: Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Königsberg, nach amtlichen Quellen. Hartung, Königsberg 1861, S 63-76.
- ↑ Meyers Reisebücher – Ostseebäder und Städte der Ostseeküste. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1910, S. 202–205.
- 1 2 Kranz. [2]. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 11: Kimpolung–Kyzĭkos. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1907, S. 594 (Digitalisat. zeno.org).
- 1 2 Cranz. In: Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon. 5. Auflage. Band 1. Brockhaus, Leipzig 1911, S. 372 (Digitalisat. zeno.org).
- ↑ Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 июня 1947 г. «Об образовании сельских Советов, городов и рабочих поселков в Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 17. Juni 1947: Über die Bildung von Dorfsowjets, Städten und Arbeitersiedlungen in der Oblast Kaliningrad)
- ↑ Zunächst gab es Vorstellungen, den Ort nach dem russischen Admiral Pawel Stepanowitsch Nachimow in Nachimowsk umzubenennen. Einige Dokumente aus dieser Zeit sind mit dieser Ortsbezeichnung versehen. Bei dem schließlich gewählten Selenogradsk soll es sich um eine Verwechslung mit der für den Ort Rauschen gewählten Ortsbezeichnung Swetlogorsk handeln.
- ↑ Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 25 июля 1947 г. «Об административно-территориальном устройстве Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 25. Juli 1947: Über den administrativ-territorialen Aufbau der Oblast Kaliningrad)
- ↑ Regierung der Russischen Föderation: Dekret Nr. 359 "Über die Anerkennung der im Kaliningrader Gebiet gelegenen Kurorte Selenogradsk und Swetlogorsk-Otradnoje als Kurorte von föderaler Bedeutung". In: docs.cntd.ru. 29. März 1999, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 19. März 2025 (russisch, Beschluss der Regierung der Russischen Föderation).
- ↑ Durch die Решение Зеленоградского районного Совета депутатов от 17 июня 2002 г. № 177 «Об утверждении административных границ сельских и поселковых округов, входящих в состав муниципального образования "Зеленоградский район" Калининградской области» (Entscheidung des Abgeordnetenrats des Rajons Selenogradsk vom 17. Juni 2002, Nr. 177: Über die Festlegung der administrativen Grenzen der Dorf- und Siedlungsbezirke im Bestand der munizipalen Bildung "Rajon Selenogradsk" der Oblast Kaliningrad)
- ↑ Wikingerzeitlicher Fundplatz Wiskiauten ( vom 28. Februar 2008 im Internet Archive)
- ↑ Alexander August Mützell, Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 3: Kr–O. Halle 1822, S. 5, Ziffer 4853; Textarchiv – Internet Archive.
- ↑ Karl Emil Gebauer: Kunde des Samlandes oder Geschichte und topographisch-statistisches Bild der ostpreußischen Landschaft Samland. Königsberg 1844, S. 121, Ziffer 10.
- ↑ Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Königsberg. Preußisches Finanzministerium, Berlin 1966, Kreis Fischhausen, S. 2, Ziffer 43.
- ↑ Der Landkreis Fischhausen im Gemeindeverzeichnis 1900. Uli Schubert, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 21. April 2025; abgerufen am 23. Oktober 2025.
- 1 2 Michael Rademacher: Samland. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
- ↑ Cranzer Stadtbild und einzelne Gebäude ostpreussen.net, mit kurzen Angaben
- ↑ Sakralbauten im Stadtkreis Selenogradsk Prussia 39, mit aktuellen Angaben (Nr. 5, 6, 2, russisch)
- ↑ Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad ( vom 29. August 2011 im Internet Archive)
- ↑ Cranz (Samland) Jüdische Gemeinden
- 1 2 Patrick White: Flaws in the Glass, A self-portrait. London 1981, ISBN 0-14-006293-9, S. 41.








