Kodyma liegt etwa 218 Kilometer nordwestlich von Odessa und 140 Kilometer südlich von Winnyzja. Nahe der Stadt entspringt der gleichnamige Fluss Kodyma, welcher in den Südlichen Bug mündet.
Im Zweiten Weltkrieg wurde in Kodyma am 1. August 1941 von Offizieren des XXX. Armeekorps der Wehrmacht das Sonderkommando 10a angefordert, um Massenerschießungen und Geiselverhaftungen durchzuführen. Deren Ziel sollte es sein, durch eine ukrainische Informantin gemeldete angebliche Pläne von Juden und Bolschewisten, die Erntevorräte anzuzünden und deutsche Truppenteile zu überfallen, zu durchkreuzen. Dabei wurden im jüdischen Viertel von Kodyma 400 Personen jeglichen Alters und Geschlechts zusammengetrieben und auf dem Marktplatz versammelt sowie kurz darauf rund hundert von ihnen außerhalb der Stadt erschossen. Von den restlichen wurden 170 als Geiseln zurückbehalten, für deren Verpflegung die Gemeinde aufzukommen hatte.[1][2]
Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Kodyma (Кодимська міська громада/Kodymska miska hromada), zu dieser zählen auch noch die 20 in der untenstehenden Tabelle angeführten Dörfer,[3] bis dahin bildete sie die gleichnamige Stadtratsgemeinde Kodyma (Кодимська міська рада/Kodymska miska rada) im Norden des Rajons Kodyma.
Stanisław Skalski (* 27. November 1915 in Kodyma; † 12. November 2004 in Warschau), Jagdflieger und Offizier der polnischen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
↑Norbert Müller: Okkupation, Raub, Vernichtung. Berlin 1980, S. 69ff.
↑Andrej Angrick: Besatzungspolitik und Massenmord. Die Einsatzgruppe D in der südlichen Sowjetunion 1941–1943. Hamburger Edition, Hamburg 2003, S. 219–223.