Klosters
| Klosters | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Staat: | ||||||||
| Kanton: | ||||||||
| Region: | Prättigau/Davos | |||||||
| BFS-Nr.: | 3871 | |||||||
| Postleitzahl: | 7247 Saas im Prättigau 7249 Serneus 7250 Klosters 7252 Klosters Dorf | |||||||
| UN/LOCODE: | CH KLS | |||||||
| Koordinaten: | 786310 / 195371 | |||||||
| Höhe: | 1179 m ü. M. | |||||||
| Höhenbereich: | 830–3297 m ü. M.[1] | |||||||
| Fläche: | 219,80 km²[2] | |||||||
| Einwohner: | 4478 (31. Dezember 2024)[3] | |||||||
| Einwohnerdichte: | 20 Einw. pro km² | |||||||
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 20,8 % (31. Dezember 2024)[4] | |||||||
| Website: | www.gemeindeklosters.ch | |||||||
Klosters Dorf | ||||||||
| Lage der Gemeinde | ||||||||
| Blasonierung: «In Gold stehender Wilder Mann, in der Rechten blaue Fahne mit silbernem Kreuz» | |
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Seit dem 16. Jahrhundert verwendetes Siegelbild des Gerichts Klosters |
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Bevölkerungsentwicklung | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1850[7] | 1900 | 1930 | 1950 | 2000[7] | 2010 | 2020 | |
| Einwohner | 1302 | 1555 | 2558 | 2978 | 3890 | 4650 | 4416 | |
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die gegenwärtige Gemeindeverfassung datiert vom 29. Dezember 2008 (mit späteren Änderungen).[12]
Die Exekutive von Klosters ist der Vorstand, der fünf Mitglieder hat; die Legislative bildet seit 1970 der Gemeinderat mit 15 Mitgliedern. Die Parteien sind derzeit (2021) im Gemeinderat wie nebenstehend vertreten.[13]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Tourismus, Bergbahnen und Skigebiete
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Rund um Klosters finden sich zahlreiche Abfahrtspisten und über 40 km gespurte Loipen.
Der Gotschnagrat (2285 m), auf dem sich ein Restaurant befindet und von dem man einen weiten Blick ins Prättigau und zur Silvrettagruppe hat, ist von Klosters Platz per Seilbahn zu erreichen. Der Gotschna ist überdies der Hausberg von Klosters. Von der Mittelstation Gotschnaboden (1780 m) führt eine 3,2 km lange Schlittelbahn nach Klosters hinunter. Ein weiteres, vor allem bei Familien beliebtes Ausflugsziel ist das Gebiet Madrisa, welches durch eine im Herbst 2005 erneuerte Umlaufbahn mit Viererkabinen ab Klosters Dorf erschlossen wird. Die Bergstation Saaseralp liegt auf dem Boden des mittlerweile eingemeindeten Saas im Prättigau.
Klosters bietet im Sommer Wanderungen, Kletter-, Gletscher- und Bergtouren. Dabei können folgende SAC-Hütten als Stützpunkte gewählt werden: Fergenhütte, Seetalhütte, Silvrettahütte.
Strassenverkehr
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Die Verkehrslage für Klosters war während vieler Jahre dramatisch, da der gesamte Strassenverkehr von Landquart nach Davos oder ins Unterengadin auf der Hauptstrasse mitten durch den Ort rollen musste. Um dem abzuhelfen, wurde bereits im Zuge des Baus der Vereinalinie mit dem Bau der Umfahrung Klosters begonnen: Die Sunnibergbrücke, eine Strassenbrücke über das Tal der Landquart unterhalb von Klosters Dorf sowie der direkt anschliessende Gotschnatunnel, der in einem Bogen den Gotschna unterquert und bei der Autoverladestation Selfranga wieder zu Tage kommt.
Die Bauten wurden am 9. Dezember 2005 durch Bundesrat Moritz Leuenberger und den britischen Thronfolger Prinz Charles eröffnet und entlasteten Klosters weitgehend vom Durchgangsverkehr.
Bahnverkehr
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Seit 1889 ist Klosters an die Bahnstrecke Landquart–Davos Platz der Rhätischen Bahn angeschlossen. Die Bahnhöfe Klosters Dorf, Klosters Platz und Cavadürli (1352 m) sind seitdem Endpunkt für unzählige Touristen, seit 1904 auch für Wintersportler. In den Anfangsjahren war der Bahnhof Klosters noch Kopfbahnhof. So erlebte ihn auch Hans Castorp in Thomas Manns Roman Der Zauberberg:
Es gab Aufenthalte an armseligen Bahnhofshäuschen, Kopfstationen, die der Zug in entgegengesetzter Richtung verliess, was verwirrend wirkte, da man nicht mehr wusste, wie man fuhr, und sich der Himmelsgegenden nicht länger entsann.
Seit 1930 ist Klosters Durchgangsbahnhof; die Strecke nach Davos führt seitdem durch den 400 m langen Klosters-Kehrtunnel. Die Landquartbrücke (Maillart-Brücke) von 1930 musste 1993 allerdings einem Neubau weichen, denn die Vorbereitungen für die neue Vereinalinie liefen damals an. Seit der Eröffnung der modernen Schienenverbindung ins Engadin besitzt Klosters einen perfekten Bahnanschluss in fast alle Himmelsrichtungen. In Selfranga entstand ein Autoverladebahnhof.
Ortsbus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit dem 1. Dezember 1985 besitzt die Gemeinde ein Ortsbusnetz mit den sechs Ortsbuslinien 231 bis 237. Der Ortsbus Klosters wird von Postauto Graubünden betrieben. Der zentrale Umsteigeplatz ist die Haltestelle am Bahnhof Platz.
Kultur
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Für kulturell Interessierte hat Klosters ein breites Angebot. Dazu gehören unter anderem der Kulturschuppen, die Wärchstuba und die Gemeindebibliothek in den über 300-jährigen Räumen des alten Rathauses. Der Kulturschuppen besteht seit 2002 im alten Güterschuppen der RhB und ist ein Treffpunkt für Freunde von Kino, Jazz, Kleintheater, Lesungen und Vorträgen. Diese werden von der Kulturgesellschaft Klosters (kgk) organisiert, welche auch für zahlreiche weitere Anlässe verantwortlich ist, so zum Beispiel die beliebten Klosterser Sommerkonzerte in der Kirche zu St. Jakob. Seit 2026 ist der Kulturschuppen im alten Schulhaus in der Landstrasse untergebracht.[14] Die Wärchstuba Klosters wurde 1971 von kreativen Bergbäuerinnen als Winterkursangebot gegründet und bietet heute jährlich über 100 Kurse aller Art an von Kochen, Kunsthandwerk, Persönlichkeitsbildung, Sport, bis zu Wochenend- und Ferienkursen.[15]
Über heimatkundliche Themen informiert das in einem alten Walserhaus untergebrachte Ortsmuseum Nutli Hüschi.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Johannes Hitz (1772–1838), Klosterser Landammann, Verwalter und Pächter des Bergwerks Silberberg in Davos. Hat die Zinkgewinnung in den USA eingeführt.
- Hans (John) Hitz (1797–1864), (Sohn von Johannes) Bergbauingenieur und Generalkonsul der Schweiz in den USA von 1853–1864
- Johann Rudolf Brosi (1801–1877), Ständerat und Bundesrichter
- Hermann Huber (1888–1967), Maler, Freskant, Zeichner, Radierer und Lithograf. Mit Eveline Huber-Grisebach, wohnhaft in Klosters-Dorf und Schwendi, Monbiel 1918–1925
- Christian Clavuot (1932–2025), Mathematiker und Professor
- Liliana Brosi (* 28. November 1934 in Cantù), Malerin, Grafikerin, Zeichnerin und Galeristin[16]
- Anton Allemann (1936–2008), Fussballspieler
- Beat Bolliger (1941–2008), Koch
- Josef Minsch (1941–2008), Skirennfahrer
- Heinz Brand (* 1955), Nationalrat ab 2011
- Markus Huppenbauer (1958–2020), Ethiker und Hochschullehrer
- Coni Allemann (* 1963), Musiker, Schriftsteller, Kabarettist
- Seraina Boner (* 1982), Skilangläuferin
- Gian-Andrea Thöny (* 1992), Eishockeyspieler
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- reformierte Kirche Klosters
- katholische Kirche Sankt Josef, 1964[17]
- Pfarrhaus und Kirchgemeindesaal, 2008[18]
- Nutli Hüschi
- Wildmändli / Wildmännli - Holzstatue von Christian Bolt auf dem Bahnhofplatz von Klosters-Platz. Die 3,5 m hohe Statue nimmt Bezug auf den «Wilden Mann» im Wappen von Klosters (s. o.).[19]
- Wildmändli, 2015 von Christian Bolt
- Detail der Statue
- Hotel Chesa Grischuna[20]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Florian Hew: Klosterser Heimatbuch. Schiers 1965 (2. Auflage).
- Florian Hitz: Klosters-Serneus. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 13. November 2019.
- Florian Hitz, Maria Kasper-Kuoni: Die Kirche St. Jakob in Klosters, 1493–1993. 500 Jahre nach dem Chorbau. Davos 1993.
- Ursula Lehmann-Gugolz: Vorfahren Nachkommen, Auswanderer aus Klosters und Davos nach Amerika im 19. Jahrhundert. Chur 1998.
- Peter Metz: Das Knaben-Institut Rhätia in Klosters – eine Privatschule in unwirtlicher Zeit. In: Bündner Jahrbuch 2018, 122–131.
- Peter Metz: Das Töchterinstitut Landolt in Klosters. In: BündnerJahrbuch 2021, S. 118–130.
- Jürg L. Muraro: St. Jakob im Prättigau (Klosters GR). In: Helvetia sacra, Band IV/3: Die Prämonstratenser und Prämonstratenserinnen in der Schweiz. Bearbeitet von mehreren Autoren, redigiert von Bernard Andenmatten und Brigitte Degler-Spengler. Basel 2002, S. 335–344. https://www.helvetiasacra.ch/
- Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden II. Die Talschaften Herrschaft, Prättigau, Davos, Schanfigg, Churwalden, Albulatal (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 9). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1937. DNB 811066703.
- Nicolin Sererhard: Einfalte Delineation. Seewis i. Pr. 1742. Neu hrsg. von Oskar Vasella und Walter Kern, Chur 1944.
- Jürg Stahel: Das Schwefelbad Serneus. Klosters 1978.
- Jürg Stahel: Zum Naturpfad Klosters-Serneus. Klosters 1981.
- Jürg Stahel: Beripeeggis sonderbare Erlebnisse im Silvrettagebirge. Klosters 2015.
- Jakob Vetsch: Das Gotteshaus zu Serneus. Festschrift zur 500-Jahr-Feier 1479–1979. Mit Geleitwort von Georg Florin und Vorwort von Klaus Otte. Hrsg. von der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Klosters-Serneus 1979.
- Jakob Vetsch: Das Gotteshaus zu Serneus. Festschrift zur 500-Jahr-Feier 1479–1979 und zur 525-Jahr-Feier 1479–2004. Mit Serneuser Haussprüchen erweiterte Auflage, Geleitwort von Georg Grass. Hrsg. von der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Klosters-Serneus 2004. Digitalisat bei Zentralbibliothek Zürich
- Jakob Vetsch: Ds Goldbrünneli. Eine Sagensammlung aus Klosters und Umgebung. Mit Einleitung, Quellen-, Literatur- und Stichwortverzeichnis. Fotografische Illustrationen von Thomas Jost. Verlag J. Haltiner, Klosters 1982/1998, ISBN 3-9521567-0-1. Digitalisat bei Zentralbibliothek Zürich – Vertonung zur Eröffnung des Sagenparkes auf Madrisa auf der CD Sagenhaftes vom Sagenpark, Madrisa-Land. Stimme: Yvonne Dünser. Klosters 2009.[21][22][23][24]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Weitere Inhalte in den Schwesterprojekten der Wikipedia:
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- Offizielle Website der Gemeinde Klosters
- Klosters auf myswitzerland.com
- Klosters Tourismus auf klosters.ch
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
- ↑ Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
- ↑ Sprachatlas der deutschen Schweiz, Band V, Karte 1.
- ↑ Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol, Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 484 f.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Florian Hitz: Klosters-Serneus. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht. - ↑ Christine Zulauf: 50 Jahre Bündner Frauenschule. In: Bündner Jahrbuch, Zeitschrift für Kunst, Kultur und Geschichte Graubündens. Band 2, 1946 doi:10.5169/seals-550495.
- ↑ Grossgemeinde Klosters mit tiefem Steuerfuss. Artikel auf südostschweiz.ch vom 17. August 2011.
- ↑ Fusionsprojekt im Prättigau abgebrochen. SRF News Regional, Artikel vom 12. April 2013.
- ↑ Saas und Klosters ziehen gemeinsam in die Zukunft. Radio SRF 1, Regionaljournal Graubünden vom 14. Juni 2015.
- ↑ Verfassung der Gemeinde Klosters-Serneus.
- ↑ Gemeinderat.
- ↑ KONTAKT | Kulturhuus. Abgerufen am 25. Mai 2026.
- ↑ organisiert Kurse für eine sinnvolle Freizeitgestaltung und spannende Weiterbildung. Abgerufen am 25. Mai 2026 (deutsch).
- ↑ Brosi, Liliana. In: Sikart, abgerufen am 18. August 2015.
- ↑ Katholische Kirche Sankt Josef (Foto) auf kath.kirche.klosters-kueblis.ch
- ↑ Kantonsbibliothek Graubünden. Pfarrhaus und Kirchgemeindesaal, 2008(Foto) ( vom 29. November 2022 im Internet Archive)
- ↑ Wappen. Abgerufen am 25. Mai 2026 (Schweizer Hochdeutsch).
- ↑ Kantonsbibliothek Graubünden. Hotel Chesa Grischuna (Foto) ( vom 9. August 2022 im Internet Archive)
- ↑ Neuer Erlebnispark auf Madrisa – Sagenpark. vilan24.ch, 16. Juli 2009.
- ↑ Tag der offenen Tür und Bundesfeier auf Madrisa. Pfarrer Jakob Vetsch als Vater des Sagenlandes. In: Klosterser Zeitung, 7. August 2009, S. 4 und 5.
- ↑ Madrisa Land nun auch offiziell eröffnet. In: Klosterser Zeitung, 14. August 2009, S. 3.
- ↑ Jürg Probst: Die Landquart und der Bergbau auf Casanna. In: Bergknappe 129, 2/2016 Oktober, 40. Jahrgang, S. 5, 14 und 15 (Anmerkungen 7 und 29), abgerufen am 20. Oktober 2020.









