Zum Inhalt springen

Landquart GR

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
GR ist das Kürzel für den Kanton Graubünden in der Schweiz. Es wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Landquartf zu vermeiden.
Landquart, historisches Luftbild von Werner Friedli von 1963

Landquart ist eine politische Gemeinde und Hauptort der Region Landquart im Schweizer Kanton Graubünden.

Die Gemeinde wurde am 1. Januar 2012 aus den bisherigen Gemeinden Igis und Mastrils gebildet. Der Ortsteil Landquart gehörte zum Gemeindegebiet von Igis und hatte sich im 20. Jahrhundert um den Bahnhof Landquart gebildet.

1582 bis 1830 stand im heutigen Landquart nur ein Zollhaus. 1847 wurde die Rhein-Landquart-Korrektion abgeschlossen. 1858 entstand in Landquart eine Station der Linie St. Gallen-Chur der Vereinigten Schweizerbahnen. Um diesen Bahnhof entwickelte sich Landquart: 1860 wurde eine Glasbläserei gegründet, bald darauf erfolgte die Eröffnung einiger Hotels. 1863 nahm in Landquart Fabriken die erste Holzstofffabrik der Schweiz ihren Betrieb auf, die seit 1874 Papier herstellt.[5]

Landquart
Wappen von Landquart
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Graubünden Graubünden (GR)
Region: Landquart
BFS-Nr.: 3955i1f3f4
Postleitzahl: 7206 Igis
7302 Landquart
7303 Mastrils
UN/LOCODE: CH LQU
Koordinaten: 761982 / 202076Koordinaten: 46° 57′ 0″ N,  34′ 0″ O; CH1903: 761982 / 202076
Höhe: 563 m ü. M.
Höhenbereich: 508–1820 m ü. M.[1]
Fläche: 18,86 km²[2]
Einwohner: 9244 (31. Dezember 2024)[3]
Einwohnerdichte: 490 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
24,0 %
(31. Dezember 2024)[4]
Gemeindepräsident: Andreas Thöny (SP)
Website: www.landquart.ch
Blick auf Landquart gegen Süden und den Calanda
Blick auf Landquart gegen Süden und den Calanda
Lage der Gemeinde
Karte von Landquart
Karte von Landquart
{w
Wappen von Landquart GR
Wappen von Landquart GR
Blasonierung: «Schrägrechts geteilt von Silber und Schwarz, in Silber springender gezierter schwarzer Steinbock, eine Fackel mit rot-gelber Flamme tragend, in Schwarz pfahlgestellt gestürzter silberner Schlüssel»

Bevölkerungsentwicklung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen entwickelten sich wie folgt:[6]

Jahr 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Einwohner 8458 8498 8692 8822 8854 8849 8889 8926

Religionen – Konfessionen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Konfessionevangelischkatholischandere / ohne
Anteil30,6 %30,4 %39,0 %

Das oberste Organ der Gemeinde Landquart ist die Urnengemeinde. Die legislativen Aufgaben werden durch die Gemeindeversammlung erfüllt. Die Gemeindeversammlung tagt mindestens zweimal pro Jahr und entscheidet über Wahlen, Finanzen (Jahresrechnung, Budget, Steuerfuss) sowie über den Erlass und die Änderung von Gemeindegesetzen (unter Vorbehalt des fakultativen Referendums). Die Regierung wird durch den siebenköpfigen Gemeindevorstand gebildet.[7] Der Gemeindevorstand und alle übrigen Behörden- und Kommissionsmitglieder werden für eine vierjährige Amtszeit gewählt (Art. 14 Gemeindeverfassung).[8] Der amtierende Gemeindepräsident für die Amtszeit 2025–28 ist Andreas Thöny von der Sozialdemokratischen Partei.[9][10]

Verkehr und Wirtschaft

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landquart ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und Industriestandort am südlichen Ufer des Flusses Landquart. Die Sicherheitspapierfabrik Landqart ist der Hersteller des Papiers für die Banknoten des Schweizer Frankens und Lieferant zahlreicher weiterer Nationalbanken. Bedeutend ist überdies die landwirtschaftliche Ausbildungsstätte Plantahof.

Weitherum bekannt ist der Bahnhof Landquart, auf welchem von den normalspurigen Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) auf die meterspurige Rhätische Bahn umgestiegen wird, um ins Prättigau und nach Davos oder ins Unterengadin zu gelangen. Bei der Strecke Landquart–Davos handelt es sich um die älteste, bei der Verlängerung ins Unterengadin um die neueste der Rhätischen Bahn. Nach Chur verkehren die SBB (ohne Halt) und die RhB (Regionalzüge) nebeneinander.

Wer zu Fuss ins Prättigau gelangen will, schlägt ab dem Bahnhof den Weg zum Prättigauer Höhenweg ein, welcher der ganzen Rätikon-Kette entlangführt.[11]

Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten von Landquart

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Persönlichkeiten sind in Landquart (beziehungsweise in den ehemaligen Gemeinden Igis, Mastrils) geboren oder haben lange hier gelebt.

Commons: Landquart – Sammlung von Bildern und Audiodateien
Wikivoyage: Landquart – Reiseführer
Wiktionary: Landquart – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  2. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
  4. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
  5. Adolf Collenberg: Landquart (Gemeinde). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    Dieser Abschnitt basiert weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
  6. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991-2019. In: www.bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, 15. Juli 2021, abgerufen am 15. Juli 2021.
  7. Gemeinde Landquart. Abgerufen am 20. Mai 2026.
  8. Verfassung der Gemeinde Landquart. Landquart (landquart.ch).
  9. Gemeinde Landquart. Abgerufen am 20. Mai 2026.
  10. Andreas Thöny neuer Gemeindepräsident von Landquart. Abgerufen am 20. Mai 2026.
  11. Prättigauer Höhenweg - Wanderland. Abgerufen am 13. August 2022.
  12. ÖKK-Hauptsitz Ostschweiz