Jade ist bereits seit der Steinzeit bekannt und war im alten China ein hochbegehrtes Mineral. Seinen Namen erhielt es allerdings erst im 16. Jahrhundert während der Eroberung Mexikos durch die Spanier, abgeleitet von piedra de ijada aufgrund der dem Stein zugeschriebenen Heilwirkung bei Lenden- und Nierenleiden.
Jadeit wurde 1863 von Augustin Alexis Damour anhand grüner Jade aus China beschrieben, die in verschiedenen Formen bearbeitet wurde.[7]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Jadeit die System- und Mineralnummer 65.01.03c.01. Auch das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Kettensilikatminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Kettensilikate: Einfache unverzweigte Ketten, W=1 mit Ketten P=2“ in der Gruppe „C2/c Klinopyroxene (Na-Klinopyroxene)“, in der auch Aegirin, Namansilit, Kosmochlor, Natalyit und Jervisit eingeordnet sind.
Die Farbe des Jadeit zeigt alle Variationen von Grün und kann bisweilen ins Schwarze spielen. Seltener wird auch farbloser, weißer, gelber, rosa bis violetter, oranger oder brauner Jadeit gefunden, auch mit kleinen schwarzen Flecken. Jadeit ist sehr zäh und widerstandsfähig, vor allem bei faseriger, verfilzter Struktur.
Chloromelanit ist ein Mischkristall aus Aegirin, Diopsid und Jadeit mit dem Mischungsverhältnis von etwa 1:1:1. Das fälschlicherweise dem Jadeit zugerechnete Nephrit ist dagegen ein Mischkristall aus Tremolit und Aktinolith.
im Blauschiefer, metamorph überprägten Grauwacken und so genannten Jadeit-Gneisen. Es bildet sich jedoch bevorzugt im unteren Druck- bzw. Temperaturbereich zusammen mit Diopsid und Aegirin bei Drücken von 7 bis 11 kbar und Temperaturen zwischen 250 und 400°C. Jadeithaltige Gesteine sind also vor allem in den Subduktionszonen an Kontinentgrenzen zu finden. Feldspat kommt in der Natur nur selten als reiner Albit vor, daher ist eine Anorthit-Komponente und die Anwesenheit von Calcium (Ca) stets anzunehmen. Beim genannten Übergang vom Feldspat zum Jadeit ist entsprechend auch Lawsonit beteiligt: Feldspat = Jadeit + Lawsonit + Quarz.
In den Hochgebirgslagen des Monte Viso im Piemont und am Monte Beigua in Ligurien entdeckten der französische Archäologen Pierre Pétrequin und seine Frau 1992 die Spuren systematischen Bergbaus auf Jadeit durch neolithische Menschen.
Auch in Meteoriten, wie z.B. im Meteoriten von Tscheljabinsk konnte Jadeit festgestellt werden.[11][12]
Jadeitmaske der OlmekenArmringe aus gelbem, alpinem Jadeit von einem Grabhügel in Bréhan
Im Jungneolithikum wurden aus alpinem Jadeit spitznackige Beile gefertigt, vermutlich in Sägetechnik. Das Herkunftsgebiet des Materials liegt am Monte Viso in den Westalpen.[6] Die Jadeitbeile wurden weit gehandelt und gelangten z.B. nach Mittelhessen in die Ortschaft Günterod (Ortsteil von Bad Endbach) und:
nach Schottland (1600 km Luftlinie),
in die Bretagne (1000 km),
auf die Iberische Halbinsel (1400 km), #nach Süditalien und Malta (1200 km),
Der Umlauf von Alpenjade stellt somit ein einzigartiges Phänomen des europäischen Neolithikums dar, in dem ein "Westeuropa der Jade", einem Mittel- und "Balkaneuropa des Goldes und Kupfers" gegenüberstand.
In unbearbeiteter Form erscheint Jadeit eher unscheinbar. Erst durch Schleifen erhält das Objekt eine überaus glatte und zum Teil sogar durchscheinende Oberfläche. Manche der Beile sind so groß, dass sie als Prestigegegenstände angesprochen werden.
Bereits zwischen dem 10. und 6. Jahrhundert v. Chr. schnitzten die Olmeken aus Jade ihre Gesichtsmasken.
A. A. Damour:Notice et analyse sur le jade vert. Réunion de cette matière minérale à la famille des wernerites. In: Comptes Rendus Hebdomadaires des Séances de l'Académie des Sciences. Band56, 1863, S.861–865 (französisch, Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 15. April 2024 im Internet Archive) [PDF; 323kB; abgerufen am 7.Mai 2026]).
Walter Schumann:Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. 16., überarbeitete Auflage. BLV Verlag, München 2014, ISBN 978-3-8354-1171-5, S.170.
Petr Korbel, Milan Novák:Mineralien-Enzyklopädie (=Dörfler Natur). Edition Dörfler im Nebel-Verlag, Eggolsheim 2002, ISBN 978-3-89555-076-8, S.235.
Jadeite search results.In:rruff.net.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 7.Mai 2026(englisch).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.621 (englisch).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑Hans Jürgen Rösler:Lehrbuch der Mineralogie. 4. durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S.525.
12Pierre Pétrequin, Michel Errera, Anne-Marie Pétrequin, Pierre Allard:The Neolithic Quarries of Mont Viso, Piedmont, Italy: Initial Radiocarbon Dates. In: European Journal of Archaeology. Band9, Nr.1, April 2006, S.7–30, doi:10.1177/1461957107077703 (englisch, Zusammenfassung bei researchgate.net[abgerufen am 13.Juli 2022]).
↑A. A. Damour:Notice et analyse sur le jade vert. Réunion de cette matière minérale à la famille des wernerites. In: Comptes Rendus Hebdomadaires des Séances de l'Académie des Sciences. Band56, 1863, S.861–865 (französisch, Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 15. April 2024 im Internet Archive) [PDF; 323kB; abgerufen am 7.Mai 2026]).
↑Subcommite on Pyroxenes, CNMMN; Nobuo Morimoto:Nomenclature of Pyroxenes. In: The Canadian Mineralogist. Band27, 1989, S.143–156 (mineralogicalassociation.ca[PDF; 1,6MB; abgerufen am 11.November 2018]).