IKEA
| INGKA Holding B.V. (Konzernmutter) Inter IKEA Systems B.V. | ||
|---|---|---|
| Rechtsform | Besloten Vennootschap | |
| Gründung | 1943 | |
| Sitz | Delft, | |
| Leitung | Jesper Brodin (CEO)[2] | |
| Mitarbeiterzahl | 231.000 (2022)[3] | |
| Umsatz | 44,6 Mrd. Euro (2022)[3] | |
| Branche | Möbel und Innenausstattung, Einzelhandel und Produktion sowie Gastronomie[4] | |
| Website | ikea.com | |
| Stand: 17. Oktober 2022 | ||
| Artikel | Beispiele | Ursprung des Namens |
|---|---|---|
| Polstermöbel, Couchtische, Rattanmöbel, Bücherregale, Musikmöbel, Türknöpfe | Lervik, Sandhem, Karlstad | Schwedische Ortsnamen |
| Betten, Kleiderschränke, Dielenmöbel | Hemnes, Malm, Gutvik, Leksvik | Norwegische Ortsnamen |
| Esstische und -stühle | Salmi | Finnische Ortsnamen |
| Bücherregalserien | Magiker, Bonde | Berufe |
| Badezimmerartikel | Vättern | Skandinavische Seen, Flüsse und Meeresbuchten |
| Küchen | Udden, Bravad, Värde, Metod und Faktum | Grammatikalische Begriffe, gelegentlich auch andere Namen |
| Stühle, Schreibtische, Regalsysteme | Markus, Stefan, Jules, Lauri, Ivar, Gorm, Billy | Männliche Vornamen |
| Stoffe, Gardinen, Decken | Indira, Emilia, Andrea | Weibliche Vornamen |
| Bettwäsche, Decken, Kissen | Bomull, Mistel | Blumen, Pflanzen, Edelsteine |
| Gardinenzubehör | Index | Mathematische und geometrische Begriffe |
| Gartenmöbel | Gullholmen | Schwedische Inseln |
| Teppiche | Roskilde, Valby | Dänische Ortsnamen |
| Beleuchtung | Kvart, Radium | Begriffe aus der Musik, Chemie, Meteorologie, Maße, Gewichte, Jahreszeiten, Monate, Tage, Boote, Seemannssprache |
| Kinderartikel | Mammut, Kritter, Korall, Lufsig | Säugetiere, Vögel, Adjektive |
| Küchenutensilien (Besteck, Geschirr, Textilien, Glas, Porzellan, Tischdecken, Servietten u. a.) und Dekorationsartikel (Kerzen, Vasen, Geschenkartikel u. a.) | Optimal, Delikat, Tindra, Smycka | Fremdwörter, Gewürze, Kräuter, Fische, Pilze, Früchte oder Beeren, Funktionsbeschreibungen |
| Schachteln, Wanddekoration, Bilder und Rahmen, Uhren | Lingo, Dynäs | Umgangssprachliche Ausdrücke, auch schwedische Ortsnamen |
| Jahreszeitliche Produkte (Sommer, Frühling und Weihnachten) | Sommar, Våren, Kallt | Umgangssprachlich auf Jahreszeiten bezogene Ausdrücke |
Beispiele, die zum IKEA-Produkt (statt zum namensgebenden Begriff) verlinken, sind kursiv dargestellt.
Fertighäuser
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die unter dem Markennamen BoKlok (übersetzt: smart wohnen) industriell vorgefertigten Häuser in Holzrahmenbauweise werden bezugsfertig verkauft (Skanska). Anders als bei den Produkten aus dem Möbelbereich entfällt bei den Häusern die Eigenleistung des Käufers. Die Häuser haben einen standardisierten, offenen Grundriss, hohe helle Räume, große Fenster und typischerweise private Grünflächen mit einem Apfelbaum. Ansprechen will das Unternehmen mit den Häusern, für die die Finanzierung gleich mit angeboten wird, Geringverdiener und Berufsanfänger.[87]
Die Häuser werden ausschließlich an vom Anbieter festgelegten Standorten errichtet. Neben Häusern bietet IKEA auch einzelne Wohnungen an.[88]
Die Stiftung Warentest kritisiert die Qualität der Häuser und stellt fest, dass die Vertragsklauseln die Käufer zum Teil gravierend benachteiligen: Die Haftung der Firma für Baumängel wird unzulässigerweise eingeschränkt. Einen Fertigstellungstermin garantiert Bien-Zenker nicht. Die Baubeschreibung sei sehr lückenhaft. Die Schlussrate sei zur Zahlung fällig, auch wenn noch Restarbeiten bestünden. Technische Mängel liegen im Schallschutz, in Außenwände könnten keine zusätzlichen Steckdosen, Nägel und Schrauben eingebracht werden. Käufer sind mindestens 15 Jahre lang an einen bestimmten vorgeschriebenen Energieversorger gebunden.[89][90]
Für das UN-Flüchtlingshilfswerk entwickelte die IKEA-Stiftung Better Shelter eine mobile Flüchtlingsunterkunft und ließ sie ab dem Jahr 2015 in Massen produzieren.[91][92][93]
Rückrufe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Da es erneut zu einem Todesfall kam, erneuerte IKEA Ende 2017 einen Rückruf für 29 Mio. Kommoden. Sie fallen leicht um, wenn sie nicht zusätzlich an einer Wand befestigt werden. In diesem Zusammenhang kam es bisher zu acht Todesfällen und es mussten bereits 50 Mio. USD Entschädigungszahlungen geleistet werden. Die Rückrufaktion als solche gilt bisher nur in den USA und Kanada. In Deutschland wurden Kunden dazu aufgefordert, die Kommoden gemäß der Gebrauchsanleitung zu fixieren.[94]
Kritik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Siehe auch: IKEA Deutschland#Kritik
IKEA wurde bzw. wird mit Kritik aus einem breiten Spektrum konfrontiert. Zu den Beanstandungen zählen mangelnder Umweltschutz, Überwachung und Diskriminierung der Arbeitnehmer, Kinderarbeit, Ausnutzung von Steuerschlupflöchern und Korruption. Auf einige der kritisierten Punkte ging IKEA ein und stellte entsprechende Mängel ab.
Johan Stenebo, ein ehemaliger IKEA-Manager, erhob in seinem Buch Die Wahrheit über IKEA[95] schwere Vorwürfe in Bezug auf Umweltschutz, Diskriminierung und Überwachung von Mitarbeitern und Kinderarbeit.
Umweltschutz und Tierschutz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Laut Stenebo wurden etwa von den 200 Millionen Bäumen im Jahr für IKEA etwa 70 Millionen illegal aus russischen Taiga-Wäldern geholt, die über chinesische Zwischenhändler an IKEA verkauft werden:
„Chinesen sind besonders umtriebige Geschäftsleute, und Ethik war nie ihre Stärke. Deshalb begeben sie sich in Massen über die Grenze nach Sibirien und holzen dort illegal und völlig unkontrolliert einen der schützenswertesten Urwälder der Welt ab. Einer der eifrigsten Käufer ist IKEA.“
Ähnliches berichtete im November 2011 die Magazinsendung Plusminus. In der Republik Karelien werden im Auftrag des Tochterunternehmens Swedwood schützenswerte Wälder (High Conservation Value Forests, HCVF) kahlgeschlagen, obwohl Swedwood vom Forest Stewardship Council zertifiziert ist.[96]
„Dort oben werden Urwälder kahlgeschlagen. Wenn Ikea so sehr auf Umweltschutz achtet, warum wollten sie dann ausgerechnet dieses Land dort oben pachten, wo bekannt ist, dass es sich um schützenswerte Wälder handelt?“
2014 stellte Swedwood den Betrieb in Karelien ein.[97]
Der Ankauf von Waldgebieten durch die Ikea Resource Independence Forest Assets (IRI Forest Assets) in Rumänien – wo IKEA im Juli 2019 mit über 30.000 Hektar der größte private Waldeigentümer war und 8 Prozent seines Holzes bezog – wurde 2016 und 2019 aufgrund von Korruptionsvorwürfen, die IKEA bestreitet, und der Abrodung alter CO2- und feuchtigkeitsspeichernder sowie artenreicher und resilienter Wälder kritisiert.[98][99][100][101] IKEA bestätigte dem SRF und dem SWR gegenüber, Rumänien sei ein „Hochrisikoland“ der Holzindustrie und Eigentumsstreitigkeiten existierten, man halte aber alle Gesetze ein und kaufe nur zertifiziertes Holz.[99][101][102]
Der Möbelkonzern nahm einem Bericht am 1. Dezember 2009 des ARD-Magazins Fakt Gänsekeulen aus tierquälerischer Haltung aus dem Angebot, die Tiere wurden lebend gerupft.[103][104]
Im Februar 2010 berichtete das Greenpeace-Magazin über den massenhaften Einsatz von Palmöl, das auf gerodeten Urwaldflächen in Indonesien und Malaysia erzeugt wurde, zur Produktion von Hunderten Millionen Kerzen.[105]
Ende November 2017 musste IKEA in neun Ländern eine Tierschutz-Auszeichnung zurückgeben, da es seine Selbstverpflichtungen für eine bessere Masthühnerhaltung nicht eingehalten hatte. Das Unternehmen, das zu den größten Restaurantbetreibern Deutschlands und Europas zählt, hatte 2011 den „Good Chicken Award[106]“ („Das werte Huhn“) der Tierschutzorganisation Compassion in World Farming für seine Zusagen erhalten, binnen fünf Jahren mehrere Tierschutzkriterien umzusetzen.[107][108]
Überwachung und Diskriminierung der Arbeitnehmer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der ehemalige IKEA-Manager Stenebo warf dem Konzern „Stasi-Methoden“ vor, d. h. Mitarbeiter würden bespitzelt und Frauen sowie Schwarze diskriminiert.[109] Zudem gehe es IKEA bei der Wahl der Lieferanten zu sehr um den Preis und nicht um Umweltschutz oder Produktionsmethoden, Kinderarbeit sei die Folge.[109]
Anzeigen durch die Gewerkschaft gab es im Februar 2012 bei IKEA in Frankreich, nachdem bekannt geworden war, dass Mitarbeiter bespitzelt wurden und dabei auch vertrauliche Daten in das Unternehmen gelangten, die üblicherweise nur der Polizei zugänglich sind.[110] Der Unternehmenschef Jean-Louis Baillot soll an den Bespitzelungen beteiligt gewesen sein. Die Polizei führte in der französischen Zentrale Hausdurchsuchungen durch.[111]
Ein französisches Gericht verurteilte IKEA im Juni 2021 zu einer Geldstrafe in Höhe von einer Million Euro. Die Richter sahen es nach einem Bericht von Spiegel Online als erwiesen an, dass die französische Tochtergesellschaft unrechtmäßig Daten über einige seiner Angestellten sammelte und speicherte. Zu den Tätern zählten mehrere Filialleiter und Mitarbeiter der Personalabteilung sowie ein Privatdetektiv und Polizisten. Auch Jean-Louis Baillot, der ehemalige Chef von Ikea-France, wurde in dem Fall für schuldig befunden und zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Außerdem musste er eine Geldstrafe von 50.000 Euro bezahlen.[112]
Steuerschlupflöcher und Korruption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kritisiert wird außerdem, dass das Unternehmen unter anderem durch Verschiebung von Gewinnen kaum Steuern zahlt. Ingvar Kamprad gab dazu an, das Prinzip von IKEA sei es schon immer gewesen, Kosten zu vermeiden, und Steuern seien eben auch Kosten.[113]
Die Fernsehmagazine Monitor und Frontal21 berichteten 2010 über aggressive Ausnutzung von Steuerschlupflöchern,[114] Überwachung von Mitarbeitern und Behinderung von Betriebsräten sowie von Korruptionsfällen. IKEA hat daraufhin Verbesserungsmaßnahmen etabliert. Genaueres bei IKEA Deutschland.
Das französische Wirtschaftsmagazin Capital beschrieb die Steueroptimierung von IKEA detailliert. Das Prinzip ist, Kosten in Ländern mit hohen Steuern und Gewinne in Ländern mit niedrigen Steuern anfallen zu lassen. So müssen die Ländergesellschaften, die die Möbelhäuser und den Verkauf organisieren, eine Pauschalabgabe von 3 % des Umsatzes an die Holding Gesellschaft Inter IKEA Systems B.V. in den Niederlanden abführen, die es über mehrere weitere Firmen in Luxemburg und Liechtenstein schließlich an die Eigentümerin, die gemeinnützige Stiftung Stichting Ingka Foundation in den Niederlanden überweist. Diese Stiftung finanziert mit ca. 200 Millionen € pro Jahr gemeinnützige Werke, ihre Reserven beliefen sich 2022 auf 43 Milliarden €.[115]
Ende 2017 geriet IKEA auch ins Visier der EU-Wettbewerbsbehörde. Diese will die Steuervereinbarungen mit den Niederlanden prüfen, wodurch sich die Unternehmensgruppe rund eine Milliarde Euro an Steuerzahlungen erspart haben könnte.[116] Der Mechanismus dieser Steuerersparnis bestand darin, dass die niederländische Holding Inter Ikea Systems B.V. die Ikea Patente für 9 Milliarden € kaufte und dies durch einen Kredit in Höhe von 5,4 Milliarden € der Liechtensteiner IKEA-Stiftung finanzierte. Die Zinsen dieses Kredits blieben steuerfrei. Die Prüfung der Zulässigkeit durch die EU-Wettbewerbsbehörde war 2022 noch nicht abgeschlossen.[115]
Zwangsarbeit in der DDR
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Recherchen in Stasi-Unterlagen und Aussagen von damaligen Strafgefangenen ergaben, dass in den 1970er und 1980er Jahren Möbel von politischen Häftlingen und Strafgefangenen in DDR-Gefängnissen hergestellt wurden. Auch minderjährige Strafgefangene wie aus dem Jugendhaus Halle wurden in „Außenarbeitskommandos“ beim VEB Metalldrücker Halle eingesetzt, der Wohnraumleuchten für IKEA produzierte.[117][118][119][120] Der Stasi-Bundesbeauftragte Roland Jahn verlangte von Firmen Aufklärung über die DDR-Zwangsarbeit.[121] Auf einer Pressekonferenz am 16. November 2012 räumte IKEA die Produktion von Artikeln durch politische Häftlinge in der DDR ein, bedauerte den Einsatz von Zwangsarbeitern[122] und entschuldigte sich dafür. Kritisiert wurde, dass IKEA die Unternehmensberatung Ernst & Young und keine geschichtswissenschaftliche Organisation mit der Untersuchung beauftragt hatte.[123][124] IKEA finanzierte daraufhin ein Forschungsprojekt der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) zur Zwangsarbeit in DDR-Gefängnissen[125], das 2014 im Druck erschien und die Verflechtungen von IKEA mit der Zwangsarbeit von politischen Häftlingen der SED-Diktatur beschreibt.[126] Die DDR-Opfer-Hilfe forderte einen Entschädigungsfonds für die Zwangsarbeiter.[127] Am 29. Oktober 2024 gab die SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag, Evelyn Zupke, bekannt, dass IKEA ihr eine Absichtserklärung übergeben habe, die besagt, dass sich das Unternehmen mit einer Summe von 6 Mio. Euro an dem geplanten Entschädigungsfonds beteiligen werde.[128]
Verödung von Stadtzentren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als „IKEA-Effekt“ wird im Städtebau vereinzelt die Beobachtung bezeichnet, dass die Neuanlage eines IKEA-Marktes außerhalb des Stadtzentrums üblicherweise zu einer Agglomeration weiterer Fachmärkte führt, was als Konsequenz eine Auslagerung des Handels und eine Verödung des für das Stadtzentrum relevanten Einzelhandels haben kann.[129]
Gesundheitsgefährdende Stoffe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Verbraucher-Magazin Öko-Test konnte 2003 in einem Test giftiges Formaldehyd in verschiedenen IKEA-Möbeln nachweisen.[130]
Zerstörung von Kulturgut
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2007 wurden beim Bau eines IKEA-Einrichtungshauses etwa 12 ca. 1800 Jahre alte gut erhaltene Grabanlagen in Nanjing (China) zerstört. Lokale Archäologen baten um Aufschub der Bauarbeiten, was ihnen jedoch verwehrt wurde.[131][132]
Billiglohn
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vierzig Personalvertreter hielten ab 8. Februar 2010 für mehrere Tage den Firmensitz in Plaisir (Département Yvelines) besetzt, um ihren Gehaltsforderungen Nachdruck zu verleihen.[133]
Am 25. August 2014 wies die ARD erneut nach, dass IKEA unter Billiglohnbedingungen in Belarus produzieren lässt. Danach macht sich IKEA die einfachen Verhältnisse zunutze, um über den zentralisierten Staatsapparat einheitliche firmengünstige Handelsbedingungen festzuschreiben. IKEA leugnete in der Sendung, dass in Belarus produziert würde, und berief sich auf die strengen ethischen Firmengrundsätze. Die ARD stellte diese als vorgetäuscht dar.[134]
Von 2018 bis 2021 soll IKEA seine Einkäufe in Belarus von 130 Millionen Euro auf etwa 300 Millionen Euro pro Jahr erhöht haben.[135] Im November 2022, neun Monate nach dem Beginn des Russischen Überfalls auf die Ukraine, enthüllten französische Journalisten, dass die Möbel im System eines engen Putinvertrauten produziert worden sein könnten und womöglich auch durch Zwangsarbeit.[136] Große Teile der Holz- und Möbelproduktion sind staatlich kontrolliert. Die EU verhängte nach dem Beginn des Überfalls Sanktionen gegen Belarus. Belarus darf zum Beispiel kein Holz, kein Öl, keinen Stahl und keinen Dünger exportieren - wohl aber Möbel und Papier. Nach diesen Enthüllungen versicherte IKEA, Zwangsarbeit nicht zu dulden. IKEA erneuerte sein (schon vor und nach Beginn des Überfalls mehrfach gemachte) Versprechen, sich aus Belarus zurückzuziehen.[135]
Überwachungscode bei Bankomatkassa
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine Strafe von 1,5 Millionen Euro trug eine anonyme Anzeige in Österreich dem Unternehmen wegen „grob fahrlässiger unrechtmäßiger Videoüberwachung“ im Jahr 2022 ein, weil es mittels der Überwachungskamera Kunden bei der Eingabe ihres PIN-Codes mitfilmte. IKEA argumentierte allerdings, dass der Kunde nicht erkennbar sei und legte Revision gegen das noch nicht rechtskräftige Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ein.[137]
Auszeichnungen (aktuelle Beispiele)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2021 erhielt IKEA den Catalyst 2030 Award für systematische Veränderungen,[138] bei dem seit 2023 mindestens 20 % der Führungskräfte Frauen und ab 5 % aus einer marginalisierten ethnischen Gruppe sein müssen.[139] Laut Eigenaussage stellen Frauen 49,5 % der Führungskräfte (Stand: 2025)[140], was von einem ehemaligen Mitarbeiter im Interview bei ZDF-Besseresser als Kriterium für zukünftige Führungskräfte bestätigt wird.[141]
2023 bekam Ikea den Student's Choice Award im Bereich der Chancengleichheit, zu der Inklusion und Diversität gehören.[142]
2024 erhielt die Firma Ikea Deutschland GmbH & Co KG die Auszeichnung als Leading Employer 2024 und gehörte so zu den besten 1 % aller der Arbeitgebender in Deutschland.[143]
2025 gewann Ikea den Marken-Award der Absatzwirtschaft und der Bundesverband Marketing Clubs (BVMC) in der Kategorie Markenführung mit der Plattform Inspiriert durchs Leben, in der das Leben zu Hause gezeigt wird[144][145] und wurde Platz 10 der Best Global Brands bei YouGov, der repräsentative online-Befragungen zugrunde liegen.[146]
2026 gewann die Firma den auf laut Eigenaussage von NIQ repräsentativen Studie der weltweit agierenden NielsenIQ (NIQ)[147] basierenden Preis Best Brands Awards 2026, in der Kategorie Best Experience Brand.[148]
Ausstellungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Democratic Design – IKEA (München 2009)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Münchner Pinakothek der Moderne zeigte 2009 unter dem Titel Democratic Design – IKEA eine Marken-Design-Ausstellung mit IKEA-Objekten.[149][150][151] In einer Rezension der Ausstellung in Kunstforum International wird das „democratic design“ von IKEA in den Kontext der programmatischen Ideen der schwedischen Frauenrechtlerin und Reformpädagogin Ellen Key sowie in die Entwicklung Schwedens zu einem modernen, egalitären, sozial- und familienorientierten Staat gestellt.[152]
Fenomen IKEA (Hamburg 2010)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vom 6. November 2009 bis zum 28. Februar 2010 war im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg die Sonderausstellung Fenomen IKEA zu sehen.[153][154][155] Die Ausstellung ging der Frage nach, inwieweit das südschwedische Unternehmen die Ideen vom Deutschen Werkbund, Bauhaus und deren Nachfolgern, bezahlbare Möbel für alle zu schaffen, einlöst.[156]
Museum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das täglich geöffnete IKEA Museum befindet sich in Älmhult, Schweden, und zeigt die Geschichte von IKEA und weitere Sonderausstellungen. Gastronomie und Museumsshop sind vorhanden.[157]
Trivia
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2001 veröffentlichte der Einrichtungskonzern einen Werbespot, in dem Billy Idol rappte. Der Spot wurde in einer schwarzweißen[158] sowie einer leicht abgeänderten, colorierten Fassung ausgestrahlt.[159]
In der Videospielserie Grand Theft Auto wird IKEA mit dem Namen „KRAPEA“ persifliert. „Crap“ ist der englische Ausdruck für Mist.
Für das britische Fernsehen wurde 2014 der IKEA-Werbespot Beds produziert.
Rund zwei Dutzend Kabarettisten schildern den alltäglichen Irrsinn beim Einkauf von Teelichtern oder beim Verzehr von Köttbullar-Bällchen.[160]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ingvar Kamprad, Bertil Torekull: Das Geheimnis von IKEA. S & L MedienContor, Hamburg 1998, ISBN 3-931962-99-7.
- Heiner Uber: Democratic Design. Ikea, Möbel für die Menschheit, IKEA Deutschland 2009, ISBN 978-3-00-027282-0.
- Rüdiger Jungbluth: Die 11 Geheimnisse des IKEA-Erfolgs. Campus, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-593-37776-4.
- Petra Eisele: Do-it-yourself-Design. Die IKEA-Regale IVAR und BILLY, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History 3 (2006), S. 439–448.
- Monique Miggelbrink: Ordnen und gestalten: Der IKEA-Katalog. Atmosphärisches Wohnen in Schweden und der Bundesrepublik Deutschland, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History 19 (2022), S. 578–599.
- Karin Bruns: IKEA (re-)visited. Medienästhetik als künstlerische Praxis zwischen Life Design und Subversion. In: K 60. Kunstuniversität Linz, Linz 2007, ISBN 978-3-901112-41-6.
- Johan Stenebo: Die Wahrheit über IKEA: Ein Manager packt aus. Campus, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-593-39246-2.
- Jennie Mazur: Die „schwedische“ Lösung: eine kultursemiotisch orientierte Untersuchung der IKEA-Werbung in Deutschland. Königshausen & Neumann, Würzburg 2013, ISBN 978-3-8260-4919-4 (Zugleich leicht veränderte Fassung der Dissertation Universität Uppsala 2012).
- Susanne Amann, Markus Brauck, Janko Tietz: Die Welt-Raumausstatter. In: Der Spiegel. Nr. 50/2012. Spiegel-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG, Hamburg 9. Dezember 2012 (spiegel.de – als Spiegel+ Abonnement: E-Paper lesbar).
- Thomas Steinfeld, Frederic Steinfeld: Ikea. 100 Seiten, Reclam Verlag, Ditzingen 2019, ISBN 978-3-15-020529-7.
- Sara Kristoffersson: Design by Ikea: A cultural history. London, Bloomsbury 2014, ISBN 978-0-85785-815-3.
- Staffan Bengtsson: Ikea - das Buch. Design, Produkte & Anderes. Stockholm, Arvinius Förl, 2010.
Dokumentation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Wie Ikea den Planeten plündert. Regie: Marianne Kerfriden und Xavier Deleu, ARTE F, Frankreich, 95 Minuten, 2023 (online bei www.arte.tv)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- IKEA in Deutschland, Österreich, Deutschschweiz
- BoKlok (Fertighäuser)
- Ein Dschungel namens IKEA – Attac, 10. Dezember 2013
- Zachary Crockett: How Ikea tricks you into buying more stuff, thehustle.co, 26. Februar 2022.
- Ikea im Check: Der schwedische Möbelgigant unter der Lupe. (YouTube-Video, 44:38 min.) In: SWR Marktcheck. SWR, Juli 2018.
- Fabian Sabo: IKEA: Die Insider. (ZDFmediathek-Video, 43:40 min.) Verkaufstricks beim Möbel-Giganten. In: ZDFzeit. ZDF, 7. Oktober 2022, abgerufen am 26. August 2022 (abrufbar bis zum 6. Oktober 2024).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ admin: Ikea Corporate Office Headquarters. 13. Juli 2018, abgerufen am 4. September 2022 (amerikanisches Englisch).
- ↑ manager magazin: Ikea: Jesper Brodin übernimmt von Peter Agnefjäll. Abgerufen am 4. September 2022.
- 1 2 Financial Year 2022. Abgerufen am 17. Oktober 2022.
- ↑ Kristina Gnirke: Wenn Köttbullar selbst Billy übertrumpft. In: Der Spiegel. 19. August 2017, abgerufen am 12. November 2020.
- ↑ 1943 – IKEA wird von Ingvar Kamprad gegründet ( vom 4. September 2011 im Internet Archive), ikea.com, abgerufen am 29. Januar 2011.
- ↑ IKEA Museum: Das erste IKEA Einrichtungshaus. Abgerufen am 25. September 2025.
- ↑ Ingvar Kamprad och hans IKEA: En svensk saga in der Google-Buchsuche
- ↑ Kleinere Läden, Online-Shops und Job-Abbau: So will Ikea fit für die Zukunft werden. In: Stern. 23. November 2018, abgerufen am 2. Oktober 2019.
- ↑ Heike Lattka: Lose für die ersten Ikea-Holzhäuser. In: FAZ.net. 4. März 2010, abgerufen am 11. Februar 2015.
- ↑ Ende der Ikea-Häuser: Niemand will in „BoKlok“ wohnen. In: n24.de. 20. April 2012, abgerufen am 11. Februar 2015.
- ↑ Ikea: Schwedisches Möbelhaus wird erpresst bei focus.de, 21. September 2011 (abgerufen am 22. September 2011).
- ↑ Mutmaßliche Ikea-Attentäter in Polen festgenommen, ORF, 8. Oktober 2011.
- ↑ Verdächtige gestehen Anschläge auf IKEA-Filialen, Focus Online, 17. November 2011.
- ↑ Christian Stichler: IKEA eröffnet Second-Hand-Filiale. In: tagesschau.de, Online abgerufen am 3. November 2020 | 11:27 Uhr - online abrufbar
- 1 2 3 4 5 Dennis Pesch: Entlassungswelle bei Ikea in Dortmund - Jetzt nennt der Konzern Zahlen. In: ruhrnachrichten.de. 26. Mai 2026, archiviert vom am 1. Juni 2026.
- 1 2 3 Sven Jezierski: Hunderte Stellen betroffen: IKEA mit Entlassungshammer in NRW. In: wa.de. 29. Mai 2026, archiviert vom am 30. Mai 2026.
- ↑ Michael Machatschke, Jörn Sucher: Ikea - Das unmögliche Erbe. Manager Magazin, 8. September 2008, abgerufen am 27. August 2022.
- ↑ Tom Bergin: IKEA finalizing its biggest overhaul in decades. In: reuters.com. 15. April 2016, abgerufen am 28. August 2022.
- ↑ Welcome to the INGKA Foundation. Supporting a better way of life for the many people. INGKA Foundation, abgerufen am 27. August 2022.
- ↑ Flat-pack accounting. In: The Economist, 11. Mai 2006, abgerufen am 16. März 2007.
- ↑ Co-creating a better IKEA with IKEA suppliers and franchisees. In: inter.ikea.com. Abgerufen am 27. August 2022.
- ↑ Vgl. Der Stiftungsdschungel des Ikea-Gründers. Das komplexe Netzwerk der Kamprads. In: orf.at, 27. Januar 2011, abgerufen am 28. Januar 2011.
- ↑ Hannes Gamillscheg: IKEA-Gründer der Steuerhinterziehung bezichtigt: Milliarden im Steuerparadies ( vom 24. Juni 2011 im Internet Archive), in: Frankfurter Rundschau online vom 27. Januar 2011, abgerufen am 28. Januar 2011.
- ↑ Thomas Borchert: Auch Mr. Ikea schätzt Liechtenstein, in Main-Netz online vom 28. Januar 2011, abgerufen am 28. Januar 2011.
- ↑ Website der IKEA-Produktionsgruppe Swedwood (englisch).
- ↑ Rüdiger Jungbluth: Die 11 Geheimnisse des IKEA-Erfolges. 1. Auflage. Verlagsgruppe Lübbe, Bergisch Gladbach 2008, ISBN 978-3-404-60594-1, S. 127–128 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ IKEA cooks up easy-to-assemble meals. In: Fortune, 2. Oktober 2006 (englisch).
- ↑ Ikea baut smarte Häuser für Briten. In: Focus Online, 24. April 2007.
- ↑ Ikea-Häuser – Ein Eigenheim für „Billy“. In: faz.net, 16. Februar 2010.
- ↑ Geheime Zahlen – Ikea verdiente seit dem Jahr 2000 rund 20 Milliarden Euro. In: Spiegel Online, 23. November 2009.
- ↑ Ikea-Rekordgewinn – Billyger geht’s nicht, Spiegel online, abgerufen am 17. Januar 2011.
- ↑ eBundesanzeiger, abgerufen am 22. Dezember 2012
- ↑ Zeitung outet Ikea als Gewinnmaschine. auf: abendblatt.de 23. November 2009.
- ↑ Badische Neueste Nachrichten: IKEA in Karlsruhe öffnet am 24. September
- ↑ WELT.de: Ikea ändert seine großzügigen Rückgaberegeln
- ↑ Ikea Österreich setzt voll auf die Wiener In: Die Presse vom 25. September 2019, abgerufen am 3. Jänner 2020.
- ↑ In: Die Presse vom 5. Juli 2019, abgerufen am 3. Jänner 2020.
- 1 2 Regina Bruckner: Innenstadt-Ikea in Wien wird autofrei In: Der Standard, 1. August 2018, abgerufen am 6. August 2018.
- ↑ Ikea: Zehntes Haus in der Schweiz eröffnet. In: moebelmarkt.de. Abgerufen am 14. Juni 2024.
- ↑ Einrichtungshäuser des IKEA Konzerns ( vom 22. März 2014 im Internet Archive), ikea.com, August 2013
- 1 2 Möbelunternehmen – Aktuelle Zahlen 2014, abgerufen am 22. Mai 2014.
- ↑ Choi Soo-hyang: IKEA Korea chief 'absolutely satisfied' with performance. In: Yonhap. 1. Juni 2017, abgerufen am 8. Oktober 2018 (englisch).
- ↑ Ikea schließt Geschäfte und Produktion in Russland. In: Der Spiegel. 3. März 2022, abgerufen am 16. März 2022.
- ↑ Daniel Bakir: Ikea schließt in Russland – und Tausende Russen shoppen „Last Minute“. In: Stern. 4. März 2022, abgerufen am 16. März 2022.
- ↑ IKEA Rumänien.
- ↑ ikea.com
- ↑ Archivierte Kopie ( vom 18. Mai 2015 im Internet Archive) Otvorena robna kuća Ikea Zagreb
- ↑ IKEA Coming to Ljubljana. In: The Slovenia Times. 8. April 2014, abgerufen am 3. Juni 2022.
- ↑ Welcome Inside 2011 ( vom 11. Juni 2012 im Internet Archive) Daten und Fakten (PDF, englisch; 3,2 MB).
- ↑ Stefanie Diemand: Ikea legt das Russlandgeschäft auf Eis. In: Frankfurter Allgemeine Online. 3. März 2022, abgerufen am 16. März 2022.
- ↑ Auf welche Tricks Ikea bei der Logistik zurückgreift. In: logistik-watchblog.de. 29. Oktober 2014, abgerufen am 27. August 2022.
- ↑ IKEA Warenverteilzentrum wächst weiter – Dortmund ist weltweit größter IKEA Logistik-Standort ( vom 13. Oktober 2007 im Internet Archive) Pressemitteilung IKEA 21. September 2007.
- ↑ Till Raether "Ich: bitte Sie!", Süddeutsche Zeitung Magazin Nr. 50, 16. Dezember 2022, S. 24 ff
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Koordinaten: 52° 10′ 1,6″ N, 4° 28′ 56,6″ O















