Riddes
| Riddes | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Staat: | ||||||||||||
| Kanton: | ||||||||||||
| Bezirk: | Martigny | |||||||||||
| BFS-Nr.: | 6139 | |||||||||||
| Postleitzahl: | 1908 Riddes 1914 Auddes-sur-Riddes 1918 La Tzoumaz | |||||||||||
| Koordinaten: | 583435 / 113625 | |||||||||||
| Höhe: | 482 m ü. M. | |||||||||||
| Höhenbereich: | 464–3023 m ü. M.[1] | |||||||||||
| Fläche: | 23,90 km²[2] | |||||||||||
| Einwohner: | 3749 (31. Dezember 2024)[3] | |||||||||||
| Einwohnerdichte: | 157 Einw. pro km² | |||||||||||
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 33,2 % (31. Dezember 2023)[4] | |||||||||||
| Website: | www.riddes.ch | |||||||||||
Riddes | ||||||||||||
| Lage der Gemeinde | ||||||||||||
| Bevölkerungsentwicklung | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1802 | 1850 | 1900 | 1950 | 2000 | 2010 | 2012 | 2014 | 2016 | 2018 | 2020 | 2022 |
| Einwohner | 195 | 487 | 892 | 1262 | 2197 | 2679 | 2785 | 2902 | 3035 | 3133 | 3277 | 3535 |
Der grosse Mehrheit der Bevölkerung lebt im Hauptort Riddes im Rhonetal. Gut 500 Personen leben in La Tzoumaz und weitere 50 im Weiler Auddes-sur-Riddes.[13]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wasserkraft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Riddes gibt es zwei Wasserkraftwerke. Das Kraftwerk Nendaz ist ein Teil des Wasserkraftkomplex Cleuson-Dixence und liegt an der Grenze zu den Gemeinden Chamoson und Nendaz. Das Wasser aus dem Stausee Lac de Dix wird über das Kraftwerk Fionnay ins Kraftwerk Nendaz geleitet. Es handelt sich um das zweitgrösste Wasserkraftwerk der Schweiz nach dem gleich nebenan liegenden Kraftwerk Bieudron auf dem Gemeindegebiet von Nendaz. Weitere Teile des Kraftwerkkomplexes befinden sich auf der anderen Seite der Rhone auf dem Gemeindegebiet von Chamoson.[14]
Das Wasserkraftwerk Riddes befindet sich beim Weiler Ecône und wird durch Wasser aus dem Lac de Mauvoisin im Val de Bagnes betrieben.
Landwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Riddes ist eine der grössten Obstanbaugemeinden des Kantons.[15] Auf dem Gemeindegebiet von Riddes befinden sich drei grosse landwirtschaftliche Zonen, auf denen Gemüse und Obst, insbesondere Aprikosen angebaut wird. Einerseits handelt es sich um Les Morand zwischen Riddes und Ecône. Teile dieser Fläche wurden umgezont und werden aktuell zu einer Gewerbezone ausgebaut. Weiter handelt es sich um die Zone Les Chavannes zwischen der Autobahn und dem Rhonebogen und schliesslich um das Gebiet Les Epeneys entlang der Rhone im Osten des Dorfes.
Weinbau
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit einer Anbaufläche von rund 60 ha gehört Riddes zu den mittelgrossen Weinbaugemeinden des Kantons.[16] Auf dem Gemeindegebiet gibt es zwei Weinberge. Einerseits den Weinberg La Vigne beim gleichnamigen Ortsteil. Er erstreckt sich am südlichen Ortsrand vom Bergbach La Fare im Osten bis nach Ecône im Westen. Der zweite Weinberg Arbin befindet sich östlich des Dorfes.
Tourismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ab 1950 entwickelte sich in Mayens-de-Riddes, den Maiensässen von Riddes, ein Wintersportort. 2005 wurde der Ort in La Tzoumaz umbenannt.[17] La Tzoumaz ist heute Teil des Skigebiets 4Vallées und die Bergbahnen werden von Téléverbier betrieben. Der Tourismusort La Tzoumaz verfügt heute über mehr als 7000 Betten, mehrheitlich in Chalets und Ferienwohnungen, und erzielt jährlich rund 150'000 Übernachtungen.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Bahnhof von Riddes liegt an der Bahnlinie von Brig nach Monthey. Der Bahnhof Riddes liegt zudem an der Buslinie Sion–Martigny. Weiter führt vom Bahnhof Riddes eine Busverbindung über Leytron nach Ovronnaz. Von Riddes aus führt eine Seilbahn nach Isérables.[18] Von Isérables gibt es eine Busverbindung nach La Tzoumaz.
Riddes liegt an der Autobahn A9 mit eigener Auffahrt und an der Hauptstrasse 9. Die Kantonsstrasse 87 führt von der Autobahnausfahrt Riddes nach La Tzoumaz. Im Sommer führt von dort eine Nebenstrasse über den Pass Croix-de-Coeur nach Verbier.[19]
Einsturz einer Tunneldecke am 4. Februar 2024
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 4. Februar 2024 stürzte ein Teil der Tunneldecke eines Strassentunnels zwischen Riddes und La Tzoumaz bzw. Iserables ein. Die Strecke blieb während über 4 Monaten gesperrt. La Tzoumaz war in dieser Zeit nur über eine schmale Umfahrungsstrasse über Nendaz und Isérables erreichbar. Der sanierte Tunnel wurde am 7. Juni 2024 wiedereröffnet.[20][21]
Seilbahnprojekt Riddes - La Tzoumaz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Juni 2024 stellten der Kanton Wallis und die Gemeinde Riddes ein Projekt für eine Seilbahn vom Bahnhof Riddes nach La Tzoumaz vor. Im Gewerbegebiet Les Morands ist eine Zwischenstation und ein Parkplatz geplant. Die Seilbahn soll Teil des Öffentlichen Verkehrssystems werden.[22]
Bilder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Riddes von der Seilbahn nach Isérables aus gesehen
- Pfarrkirche, 1972
- Brücke von Riddes
- Mont Gelé
- Ecône
- Wasserkraftwerk Riddes bei Ecône
- Wasserkraftwerk Nendaz bei Riddes
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]La Vidondée
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Vidondée ist ein Gebäude, dessen Geschichte bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts zurückreicht und das früher im Besitz der Herren von Châtelard war. Es wurde 1995 restauriert und zum Kulturzentrum von Riddes umgebaut. Die renovierte ehemalige Scheune dient heute als Veranstaltungsort für Aufführungen, Ausstellungen und Versammlungen.[23]
Ehemalige Pfarrkirche Saint-Laurent
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ehemalige Pfarrkirche Saint-Laurent aus dem Jahr 1701 hat einen rechteckigen Grundriss und wird im Süden von einem Glockenturm mit achteckigem Steinspitzturm flankiert. Das Kirchenschiff ist mit einem Kreuzgewölbe überdacht. Der barocke Hochaltar und die geschnitzte Kanzel stammen aus der Zeit um 1700. Das Gebäude dient heute nur noch als Leichenhalle.[23]
Katholische Kirche von Riddes
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nördlich der alten Kirche steht die heutige Pfarrkirche, ein Betonbau mit beeindruckenden kubischen Volumen. Sie wurde 1970–1972 von den Architekten Xavier Furrer und Willy Jeiziner erbaut. Im Inneren sind das Taufbecken und die Statuen aus dem ehemaligen Heiligtum erhalten geblieben. Die zeitgenössischen Glasfenster stammen von Werner Zurbriggen.[23]
Weitere Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Pont de Riddes
- Eisenbahnbrücke Riddes
- Autobahnbrücke Riddes
- Viaduc de Riddes
- Wasserkraftwerk Riddes
- Wasserkraftwerk Nendaz der Grande Dixence
- Schrägseilbrücke Riddes–Leytron[24]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bernard Monnet: Riddes. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2010.
- Benjamin Meiziz: Bref aperçu historique sur la Commune de Riddes. In: Annales valaisannes, 1935. S. 429–438.
- Constance Lambiel: L’accès à Isérables. Une histoire illustrée. In: Annales valaisannes, 2004, S. 175–185.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Riddes auf der Plattform ETHorama
- Offizielle Website der Gemeinde Riddes
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
- ↑ Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2023. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 22. August 2024
- ↑ Les voies de communication, auf riddes.ch.
- ↑ Benjamin Meiziz: Bref aperçu historique sur la Commune de Riddes. In: Annales valaisannes, 1935. S. 429–438, hier S. 429.
- ↑ Alain Clavien: La naissance du Parti socialiste valaisan. In: Les origines du socialisme en Suisse romande, 1880–1920. Avec Claude Cantini, François Kohler, Alain Meyer, Marc Perrenoud, Jean-Claude Piguet, Charles F. Pochon, Brigitte Studer et Marc Vuillemier (= Cahiers de Association pour l’étude de l’histoire du mouvement ouvrier. Band 5). Éditions d’en bas, Lausanne 1989, S. 189–212, hier S. 203.
- ↑ Pont de Riddes, auf structurae.net.
- ↑ Umberto Guglielmetti: Ponts sur le Rhône à Riddes, Suisse. IABSE Symposium: Bridges – Interaction between construction technology and design. Leningrad 1991, S. 51–56.
- ↑ Viaduc de Riddes: Beginn der Hauptarbeiten, Bundesamt für Strassen, 17. März 2021, abgerufen am 8. September 2021.
- ↑ Gemeinde Riddes: Conseil communal, abgerufen am 17. Februar 2025
- ↑ Bundesamt für Statistik: NR - Ergebnisse Parteien (Gemeinden) (INT1). In: Eidgenössische Wahlen 2019 | opendata.swiss. Abgerufen am 22. Oktober 2021.
- ↑ Population. Gemeinde Riddes, abgerufen am 16. November 2021 (französisch).
- ↑ Cleuson-Dixence. Alpiq, abgerufen am 17. November 2021.
- ↑ Statistiques. Kanton Wallis, abgerufen am 17. November 2021 (französisch).
- ↑ Walliser Weinberg. Kanton Wallis, abgerufen am 17. November 2021.
- ↑ La Tzoumaz célèbre le dixième anniversaire de son changement de nom. Rhone FM, 29. August 2015, abgerufen am 14. November 2021 (französisch).
- ↑ Telepherique. Gemeinde Riddes, abgerufen am 15. Dezember 2021 (französisch).
- ↑ Strassennetz Kanton Wallis. Kanton Wallis, abgerufen am 15. Dezember 2021.
- ↑ Teil eines Strassentunnels stürzt im Wallis ein tagesanzeiger.ch, 4. Februar 2024
- ↑ Kantonsstrasse Riddes - Isérables/La Tzoumaz Bulletin Valais/Wallis, 13. Juni 2024
- ↑ Projet de liaison câblée Riddes - La Tzoumaz. Gemeinde Riddes, abgerufen am 17. Februar 2025 (französisch).
- 1 2 3 Fribourg, Freiburg, Valais, Wallis. In: Société d'histoire de l'art en Suisse (Hrsg.): Guide artistique de la Suisse. Vol. 4b. Bern 2012, ISBN 978-3-906131-99-3, S. 451.
- ↑ Paul Missbauer: Pont haubané sur le Rhône entre Riddes et Leytron. In: Ingénieurs et architectes suisses. 118, 1992, S. 472–475.



