Hopeit entwickelt meist tafelige bis prismatische Kristalle, findet sich aber auch in Form büscheliger, strahliger oder massiger Mineral-Aggregate oder krustiger Überzüge. Sichtbare und unverwitterte Kristallflächen weisen einen glasähnlichen Glanz auf, Spaltflächen schimmern dagegen perlmuttartig. In reiner Form ist das Mineral farblos und durchsichtig. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterbaufehlern oder multikristalliner Ausbildung kann es allerdings auch grauweiß erscheinen und durch Fremdbeimengungen eine gelbe bis orange Farbe annehmen. Seine Strichfarbe ist jedoch immer weiß.
Hopeit und Hemimorphit (farblose Kristalle unten links) aus der Typlokalität „Altenberg“ (Sichtfeld3,6cm)
Erstmals entdeckt wurde Hopeit bei „Altenberg“ (heute Kelmis) in der belgischen Provinz Lüttich und beschrieben 1824 von David Brewster, der das Mineral nach dem schottischen Arzt und Chemiker Thomas Charles Hope (1766–1844) benannte.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Hopeit die System- und Mineralnummer 40.03.04.01. Das entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate etc.“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit (A2+)3(XO4)2 × x(H2O)“ in der „Hopeitgruppe“, in der auch Rollandit eingeordnet ist.
Die Verbindung Zn[6]Zn2[4][PO4]2·4H2O ist dimorph, kommt also in der Natur neben dem orthorhombisch kristallisierenden Hopeit noch als triklin kristallisierender Parahopeit vor.[4]
Als seltene Mineralbildung konnte Hopeit bisher (Stand: 2011) nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden. Als bekannt gelten rund 20 Fundorte.[5] und seine Typlokalität „Altenberg“ (Kelmis) ist der bisher einzige bekannte Fundort in Belgien.
Weitere Fundorte liegen unter anderem in Australien, Bolivien, China, Kanada, Portugal, Sambia, Spanien, Südafrika und den Vereinigten Staaten von Amerika.[5]
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.473.
12345
John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols: Hopeite, in: Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America, 2001 (PDF 64,6 kB)
↑Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.