Oberglogau
| Oberglogau Głogówek | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Basisdaten | ||||||
| Staat: | ||||||
| Woiwodschaft: | Opole | |||||
| Powiat: | Prudnicki | |||||
| Gmina: | Oberglogau | |||||
| Fläche: | 22,06 km² | |||||
| Geographische Lage: | 50° 21′ N, 17° 52′ O | |||||
| Höhe: | 203 m n.p.m. | |||||
| Einwohner: | 5573 (31. Dez. 2016) | |||||
| Postleitzahl: | 48-250 | |||||
| Telefonvorwahl: | (+48) 77 | |||||
| Kfz-Kennzeichen: | OPR | |||||
| Wirtschaft und Verkehr | ||||||
| Straße: | DK 40 Głuchołazy–Pyskowice | |||||
| DW 416 Laskowice–Racibórz | ||||||
| Eisenbahn: | Kędzierzyn-Koźle–Nysa | |||||
| Nächster int. Flughafen: | Flughafen Katowice | |||||
| Jahr | Einwohnerzahl | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1783 | 1685 | ohne die Garnison, ausschließlich Katholiken[20] |
| 1816 | 1666 | ohne Schlossbezirk mit Dorf und zwei Wassermühlen (100 Einwohner)[21] |
| 1825 | 2506 | davon 59 Evangelische, 96 Juden[22] |
| 1840 | 3630 | davon 180 Evangelische, 3317 Katholiken, 133 Juden[23] |
| 1855 | 3831 | [24] |
| 1861 | 4188 | davon 237 Evangelische, 3780 Katholiken, 171 Juden;[24] |
| 1867 | 4498 | am 3. Dezember[25] |
| 1871 | 4661 | mit der Garnison (eine Schwadron Husaren Nr. 6), darunter 250 Evangelische und 170 Juden (100 Polen);[26] nach anderen Angaben 4660 Einwohner (am 1. Dezember), davon 239 Evangelische, 4262 Katholiken, ein sonstiger Christ, 158 Juden[25] |
| 1900 | 5625 | meist Katholiken[9] |
| 1910 | 7136 | am 1. Dezember, ohne Schloss und Gutsbezirk Oberglogau (188 Einwohner)[27] |
| 1933 | 7356 | [28] |
| 1939 | 7594 | - |
| 1945 | 4532 | |
| 2000 | 6410 | |
| 2022 | 5568 |
| Nationalitäten in Oberglogau | ||||||
| Nationalität | Anzahl | Anteil in Prozent | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Polnisch | 10.451 | 69,1 | ||||
| Deutsch | 3.757 | 24,8 | ||||
| Schlesisch | 219 | 1,4 | ||||
| keine Angabe | 679 | 4,4 | ||||
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Piotr Bujak wurde bei den Kommunalwahlen 2018 in das Amt des Bürgermeisters gewählt. Sitz der Behörden ist das Gemeindeamt am Marktplatz.
Stadt- und Landgemeinde Oberglogau
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadt ist Sitz einer Stadt- und Landgemeinde. Die Stadt- und Landgemeinde Oberglogau umfasst eine Fläche von 170 km². Die Einwohnerzahl beträgt 12.574 (Stand 1. Januar 2024).
Städtepartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Rietberg (Deutschland) seit 30. Mai 1998
- Osoblaha (Tschechien) seit 25. Juni 1998
- Vrbno pod Pradědem (Tschechien) seit 8. Juni 2002
- Ribérac (Frankreich) seit 25. Juni 2010
- Kelmenzi (Ukraine) seit Juli 2023
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Wappen der Stadt zeigt auf rotem Schild abwechselnd drei goldene Weinreben mit drei silbernen Winzermessern mit goldenen Griffen.
Sehenswürdigkeiten
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- Das Rathaus wurde 1608 auf dem gleichen Standort eines bereits im Jahr 1359 erwähnten Rathauses erbaut. 1774 erhielt es seine noch heute zu sehenden Verzierungen an den Außenwänden. Der Rathausturm ist sechseckig. Dessen Turmhelm wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt, aber Mitte der 1950er Jahre wieder originalgetreu rekonstruiert. Die letzte Renovierung des Gebäudes erfolgte im Jahr 2002. An den südlichen Ecken befinden sich die Statuen der hll. Florian und Johann Nepomuk. An der nördlichen Fassade ist ein Flachrelief mit der Darstellung der Justitia und Saturn zu sehen. Beides stammt vom mährischen Bildhauer Johann Schubert. Im Rathaus befinden sich heute das Arbeitsamt, das Standesamt und das Stadtamt.[30]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Am Bahnhof Oberglogau halten Regionalzüge der Przewozy Regionalne von Kędzierzyn-Koźle nach Nysa oder auch nach Brzeg. Weiterhin fahren tagsüber stündlich Busse der PKS w Głubczycach Sp. z o.o. nach Opole, außerdem sind per Fernbus zu erreichen die Städte Prudnik, Krapkowice, Głuchołazy, Kędzierzyn-Koźle und Głubczyce.
- Durch den Ort führen die Landesstraße Droga krajowa 40 sowie die Woiwodschaftsstraße Droga wojewódzka 416.
Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es gibt 2 Kindergärten, 3 Grundschulen, 2 Gymnasien, 3 allgemeinbildende weiterführende Schulen, 1 Berufsschule 2 technische Schulen und 1 Fachschule.
Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es gibt folgende Sportvereine: KS Fortuna Głogówek (Fußball) LKS Rolnik Biedrzychowice Głogówek (Fußball) UKS Akademia Piłki Nożnej Głogówek (Fußball) sowie SPS Głogówek (Volleyball).
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Söhne und Töchter der Stadt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Anton Ignaz Müntzer (1659–1714), römisch-katholischer Geistlicher, Weihbischof
- Giovanni Stanetti (1663–1726), Bildhauer
- Johann George Pfister (1697–nach 1752), Goldschmied
- Johann Sedlatzeck (1789–1866), Flötist
- Eduard von Oppersdorff (1800–1889), Reichstags- und Landtagsabgeordneter
- Gustav von Schlesinger (1834–1906), Journalist und Großgrundbesitzer, Akteur des österreichisch-ungarischen Ausgleichs 1867
- Carl Schneeweiß (1808–1887), Jesuitenprior, Mitglied des Preußischen Landtages
- Hugo Schwantzer (1829–1886), Organist, Komponist und Hochschullehrer
- Wilhelm Fraenkel (1844–1916), Architekt und Stadtbaumeister (Sacher-Hotel Wien)
- Karl Zuschneid (1856–1926), Musikwissenschaftler, 1907 bis 1917 Direktor der Hochschule für Musik in Mannheim

- Hans Georg von Oppersdorff (1866–1948), deutscher Politiker
- Max Hanke (1875–1917), deutscher Kartographiehistoriker und katholischer Geistlicher
- Albrecht Müller von Blumencron (1884–?), preußischer Verwaltungsjurist
- Gerhard Strecke (1890–1968), Musikpädagoge und Komponist
- Albert Willimsky (1890–1940), katholischer Geistlicher
- Rafał Urban (1893–1972), polnischer Schriftsteller
- Hildegard von der Gablentz (1901–1961), deutsche Politikerin (CDU)
- Vinzenz Rose (1908–1996), deutscher Sinto, Bürgerrechtler
- Walter Ofiera (1911–1995), deutscher Schauspieler und Synchronsprecher
- Joachim Georg Görlich (1931–2009), deutscher Musikpädagoge, Dirigent, Komponist und Journalist
- Peter Hutsch (1935–2005), deutscher Journalist und Schriftsteller
- Jox Reuss (* 1941), deutscher Maler und Bildhauer
- Siegfried Tann (* 1942), deutscher Kommunalpolitiker (CDU)
- Christian Olearius (* 1942), deutscher Bankier
- Lothar Kroll (* 1959), deutsch-polnischer Maschinenbauingenieur
Persönlichkeiten, die vor Ort wirkten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Nikolaus von Cosel (~ 1390–nach 1423), Theologe und Franziskaner-Minorit.
Er gilt als der früheste deutsche Schriftsteller Oberschlesiens. - Ludwig van Beethoven (1770–1827), deutscher Komponist. Er lebte 1806 im Schloss von Oberglogau und schenkte dem Grafen von Oppersdorff die IV. Symphonie in B-dur op. 60.
- Marc Marie Marquis de Bombelles (1774–1822), französischer Diplomat und Geistlicher, Dechant von Oberglogau
- Franz von Oppersdorff (1778–1818), schlesischer Adliger, Herr der Ortschaft Oberglogau
- Johann Alois Fietzek (1790–1862), oberschlesischer katholischer Pfarrer, besuchte das Lehrerseminar in Oberglogau
- Anton Frenzel (1790–1873), katholischer Theologe, Direktor Lehrerseminar in Oberglogau
- Oscar Theodor Baron (1847–1927), schlesischer Lepidopterologe, Entomologe und Ornithologe, verstarb in Oberglogau
- Max Kolbe (1859–1925), deutscher Lehrer und Politiker, Kreisschulinspektor und Stadtverordneter in Oberglogau
- Johannes Hansen (1863–1938), deutscher Agrarwissenschaftler, leitete die Majoratsherrschaft in Oberglogau
- Georg Koßmala (1896–1945), deutscher Offizier, verstarb bei Oberglogau
- Cäsar Klose (1813–1879), deutscher Jurist, Kreisrichter in Oberglogau
- Georg Kontny (1814–1873), deutscher Arzt, Arzt in Oberglogau
- Martin Matschke (1932–2017), deutscher Bildhauer, wuchs in Oberglogau auf
Weitere Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Der Großvater der US-amerikanischen Schauspielerin Uma Thurman, Friedrich Karl Johannes von Schlebrügge, wurde am 21. November 1886 in Oberglogau geboren und emigrierte in den 1930ern nach Schweden.
- Die Urgroßmutter von John Kerry, von 2013 bis 2017 der 68. Außenminister der USA, Mathilde Fränkel, wurde am 14. August 1845 in Oberglogau geboren.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1865, S. 1059–1069.
- Günter Hauptstock: Beiträge zur Geschichte der Stadt Oberglogau. Band I–III. Selbstverlag G. Hauptstock.
- Jaroslaw Kluskiewicz, Barbara Grzegorczyk: Głogówek (Oberglogau O/S) auf alten Ansichtskarten. 2008. (deutsch/polnisch)
- Ralph Wrobel: Das Kloster Wiese-Pauliner bei Oberglogau in den „Regestra Perceptarum et Expensarum …“ von 1711. In: Archiv für schlesische Kirchengeschichte, Bd. 70 (2012), S. 159–181.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Gotthold Rhode: Kleine Geschichte Polens. Darmstadt 1965, S. 24–25.
- ↑ Schlesische Regesten, Nr. 154 oder Schlesisches Urkundenbuch, Bd. 1, Nr. 143.
- ↑ 700 Jahre Oberglogau in Oberschlesien. Kurznachrichten in der Vossischen Zeitung, 30. Juni 1925, Morgen-Ausgabe, S. 9.
- ↑ Schlesische Regesten oder Schlesisches Urkundenbuch.
- ↑ Vgl. Chronologie der Historischen Kommission für den Kreis Neustadt/Oberschlesien ( vom 25. April 2008 im Internet Archive)
- 1 2 3 Reiseführer Oberschlesien. Abgerufen am 27. Februar 2018.
- ↑ Historia Powiatu Prudnickiego – Starostwo Powiatowe w Prudniku. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 16. November 2020; abgerufen am 9. November 2020.
- ↑ Regierungsbezirk Oppeln. In: Gemeindelexikon für die Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen bearbeitet vom Königlich Preußischen Statistischen Landesamte. Heft VI. Verlag des Königlichen Statistischen Landesamtes, Berlin 1912, S. 50 f. (bibliotekacyfrowa.pl [PDF]).
- 1 2 Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 8, Leipzig/Wien 1907, S. 45–46, Ziffer 2.
- ↑ Zitiert nach: Gunnar Anger: Oppersdorff, Hans Georg Graf von. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 21, Bautz, Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-110-3, Sp. 1095–1112.
- ↑ Vgl. Ergebnisse der Volksabstimmung ( vom 8. November 2009 im Internet Archive) abger. am 6. Februar 2011
- ↑ Vgl. dat.prosilesia.net ( vom 26. März 2009 im Internet Archive)
- ↑ Vgl. nto.pl
- ↑ Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1865, S. 1063.
- 1 2 Gmina Głogówek, auf glogowek.pl
- ↑ Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 309
- ↑ D. Emmerling (2011): Rathäuser der Städte der Woiwodschaft Opolskie. Schlesischer Verlag. S. 25
- ↑ Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. München 2005, S. 309, ISBN 3-422-03109-X
- ↑ Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. München 2005, S. 310, ISBN 3-422-03109-X
- ↑ Friedrich Gottlob Leonhardi: Erdbeschreibung der preussischen Monarchie, Band 3, Teil 1, Halle 1792, S. 94–95.
- ↑ Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Band 2, G–Ko, Halle 1821, S. 41.
- ↑ Johann Georg Knie: Alphabetisch-Statistisch-Topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuß. Provinz Schlesien, mit Einschluß des jetzt ganz zur Provinz gehörenden Markgrafthums Ober-Lausitz und der Grafschaft Glatz; nebst beigefügter Nachweisung von der Eintheilung des Landes nach den verschiedenen Zweigen der Civil-Verwaltung. Melcher, Breslau 1830, S. 929.
- ↑ Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preusz. Provinz Schlesien. 2. Auflage. Graß, Barth und Comp., Breslau 1845, S. 824.
- 1 2 Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1865, S. 1040, Ziffer 25
- 1 2 Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Schlesien und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. Dezember 1871. Berlin 1874, S. 382–383, Ziffer 1.
- ↑ Gustav Neumann: Das Deutsche Reich in geographischer, statistischer und topographischer Beziehung. Band 2, G. F. O. Müller, Berlin 1874, S. 182–183, Ziffer 14.
- ↑ Landkreis Neustadt (Oberschlesien). Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 6. Dezember 2022; abgerufen am 21. Februar 2026.
- ↑ Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com. Abgerufen am 10. Mai 2023.
- ↑ Vgl. Polnisches Statistisches Amt ( vom 4. Oktober 2008 im Internet Archive)
- ↑ D. Emmerling (2011): Rathäuser der Städte der Woiwodschaft Opole. Schlesischer Verlag. S. 25







