Schönau in deutscher ZeitKirche St. HedwigWegkapelleAltes Wohnhaus
Die Gegend um Schönau war bereits zwischen dem 6. und 10. Jahrhundert besiedelt und erstmals im 12. Jahrhundert als Szonovo urkundlich erwähnt.[1] 1245 ist es in der Schreibweise Sonono belegt. 1335 wurde die Pfarrkirche St. Hedwig erstmals erwähnt.[2] 1580 wurde die steinerne Hedwigskirche errichtet.[1] Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf geplündert. 1645 wütete die Pest im Ort.[1]
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Schönau mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. Bis 1816 gehörte Schönau zum Kreis Neustadt O.S.[3] Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Schönau ab 1816 zum Landkreis Leobschütz, mit dem sie bis 1945 vebunden blieb. 1845 bestanden im Dorf eine katholische Pfarrkirche, eine katholische Schule, eine Brennerei, eine Windmühle und 202 Häuser. Die Einwohnerzahl lag bei 1134, allesamt katholisch.[2] 1874 wurde der AmtsbezirkGläsen gebildet, dem die Landgemeinden Berndau, Gläsen, Schönau und Thomnitz sowie die Gutsbezirke Berndau und Gläsen eingegliedert wurden.[4]
Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten in Schönau 922 Personen für einen Verbleib bei Deutschland und keine für Polen. Schönau verblieb wie der gesamte Stimmkreis Leobschütz beim Deutschen Reich.[5] 1923 wurde das Dorf elektrifiziert. 1933 zählte der Ort 1297 Einwohner, 1939 waren es 1208. Am 17. März 1945 nahm die Rote Armee Schönau ein. Die deutsche Zivilbevölkerung war kurz zuvor ins Sudetenland geflohen.
Als Folge des Zweiten Weltkriegs 1945 kam der bisher deutsche Ort unter polnische Verwaltung, wurde in Szonów umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. Im Mai und Juni 1945 kehrte ein Teil der zuvor geflohenen deutschen Bewohner zurück nach Schönau. Im Sommer 1946 wurden sie endgültig vertrieben. 1950 wurde Szonów der Woiwodschaft Opole eingegliedert; seit 1999 gehört es zum Powiat Prudnicki.
Im Frühjahr 1946 wurde in Szonów eine Einheit der polnischen Freiwilligen Feuerwehr gegründet. 1956 gab es 194 Häuser, ein Lebensmittel- und Textilgeschäft, ein Gasthaus, eine Bäckerei, eine Schmiede und eine landwirtschaftliche Genossenschaft mit 20 Mitgliedern. 1958 wurde eine neue Feuerwache gebaut. 1960 wurde das örtliche Gemeindezentrum renoviert und der Platz im Zentrum mit Bäumen bepflanzt. 1968 wurde eine neue Schule und 1973 zwei Häuser für Lehrer gebaut. 1984 wurde das gesamte Dorf an das Wasserversorgungsnetz angeschlossen. Ende der 1980er Jahre wurden neue Asphalt- und Regenwasserkanalisationssysteme auf den Straßen im gesamten Dorf verlegt, anstelle der früheren Gräben wurden Gehwege angelegt.[6]
katholische Kirche mit dem Patrozinium der hl. Hedwig (Kościół św. Jadwigi) wurde 1335 erstmals erwähnt und 1580 neu errichtet. Der Kirchenbau steht seit 1966 unter Denkmalschutz.[7]
In das Denkmalregister der Gemeinde wurden eingetragen:
Bäuerliche Bauweise des Dorfes
Wegkapelle beim Haus Nr. 148
Wegkapelle beim Haus Nr. 50A
Wohnhäuser mit den Hausnummern 23, Nr. 48, Nr. 50, Nr. 115 und Nr. 148
Das frühere Kloster und Armenhaus St. Joseph (heute Gesundheitszentrum) im Haus Nr. 141
12Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 601.