Cornubit tritt in Form von faserigen, traubigen und kugeligen Mineral-Aggregaten sowie porzellanartigen Massen auf. Die bis 5 mm großen, parallel {211} tafeligen Kristalle sind hingegen sehr selten. Kristalle und Aggregate zeigen charakteristischerweise apfelgrüne Farbtöne.[5][7]
Erstmals entdeckt wurde Cornubit in der englischen Grafschaft Cornwall im Vereinigten Königreich, genauer in der Lagerstätte Wheal Carpenter bei Fraddam, Gwinear. Das Mineral wurde 1959 durch die englischen Mineralogen Gordon Frank Claringbull, Max Hutchinson Hey und R. J. Davis erstbeschrieben. Sie benannten das Mineral nach Cornubia, dem mittelalterlichen lateinischen Namen der Grafschaft Cornwall.[8]
Das Typmaterial des Mineral wird im Natural History Museum in London aufbewahrt (Register-Nr. 1964R, 8650).[6]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Cornubit die System- und Mineralnummer 41.04.02.01. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserfreie Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen mit (AB)5(XO4)2Zq“ in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 41.04.02, in der auch Cornwallit eingeordnet ist.
Die Kristallstruktur enthält Schichten von kantenverknüpften CuO6-Oktaedern parallel (011), die mit den AsO4-Tetraedern über gemeinsame Ecken sowie über Wasserstoffbrückenbindungen verknüpft sind.[7]
Cornubit kommt im Allgemeinen in Form von faserigen, traubigen und kugeligen Aggregaten sowie porzellanartigen Massen vor. An der Typlokalität Wheal Carpenter fand sich das Mineral in apfelgrünen, traubenförmigen, im Innern faserigen Aggregaten auf dunkelgrünem, faserigem Cornwallit, der auf gut kristallisiertem Quarz saß. In Reichenbach traten sehr selten nach {211} tafelige, oft zu unregelmäßigen Massen verwachsene Kristalle von maximal 0,3mm×0,3mm Größe und bis zu 0,05mm Dicke auf.[7]
Die Farbe des Cornubits ist apfelgrün, seine Strichfarbe blassgrün. Während die faserigen Aggregate seidenglänzend sind, weisen die durchscheinenden Kristalle Glasglanz auf. Mit einer Mohshärte von 4 gehört Cornubit zu den mittelharten Mineralen, die sich ähnlich wie das Referenzmineral Fluorit mit einem Taschenmesser leicht ritzen lassen.[7] An Cornubit-Kristallen lassen sich zwei Spaltbarkeiten, beide senkrecht zu (211), beobachten: sie liegen etwa parallel zu (011) bzw. (111) und schneiden einander in einem Winkel von etwa 70°. Das Mineral weist hohe Brechungsindizes auf, die sich aufgrund der schnellen Reaktion der Kristalle mit den Immersionsflüssigkeiten schlecht ermitteln lassen. Der berechnete mittlere Brechungsindex beträgt 1,854.[7]
Cornubit ist in Säuren wie HCl und HNO3 löslich. In basischen Lösungen ist er potentiell instabil.[10]
Die Verbindung Cu5[(OH)4|(AsO4)2] ist dimorph und kommt in der Natur neben dem triklin kristallisierenden Cornubit noch als monoklin kristallisierender Cornwallit vor.[3] Chemisch ist Cornubit das Arsenat-dominante Analogon der Phosphat-dominierten Minerale Pseudomalachit, Ludjibait und Reichenbachit.
Krusten aus kugeligen Cornubit-Aggregaten bis zu 0,25 mm Durchmesser aus der „Mine de Salsigne“, Mas-Cabardès, Carcassonne, Aude, Okzitanien, FrankreichCornubit in maximal 0,3 mm großen kugeligen Aggregaten und hellgrüne nadelige Olivenit-Kristalle aus der „Mina Grande“ bei Marqueza, Region Coquimbo, Chile
Cornubit bildet sich sekundär in der Oxidationszone von hydrothermalen, Kupfer-Zinn-Silber führenden Erzgängen. Als Begleitminerale können weitere Kupferphosphate bzw. -arsenate auftreten. Bekannt sind Cornwallit, Chalkophyllit, Olivenit, Lirokonit, Chenevixit, Klinoklas, Pseudomalachit, Bayldonit, Parnauit, Tirolit sowie Azurit, Malachit, Cuprit, Chrysokoll und Quarz. An der Typlokalität fand sich das Mineral auf Cornwallit, der selber auf gut kristallisiertem Quarz saß. In Reichenbach ist das dominierende Erzmineral Chalkopyrit fast vollständig in Chalkosin und Malachit umgewandelt. Begleiter des Cornubits waren dort Goethit in samtartigen Überzügen auf Quarz; blaugrüne Pseudomalachit-Kristalle; hellblaue nadelige Agardit-/Mixit-Kristalle; dunkelgrüne tafelige Bayldonit-Kristalle; hellgrüne prismatische Duftit-Kristalle; farblose bis bläuliche Hinsdalit-Kristalle und möglicherweise auch Tsumcorit. Die Altersbeziehung zwischen den vergesellschafteten Mineralen ist Quarz → Goethit → Cornubit + Pseudomalachit → Agardit/Mixit.[7]
Als seltene Mineralbildung konnte Cornubit nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden. Bisher (Stand 2016) sind rund 120 Fundorte[11] bekannt. Neben seiner Typlokalität, der Grube „Wheal Carpenter“ bei Gwinear, trat das Mineral im Vereinigten Königreich auch in den Gruben „Wheal Gorland“, „Wheal Unity“ und „Wheal Muttrell“, alle im Gwennap Mining District bei Camborne; der „Phoenix United Mine“ bei Linkinghorne; der „East Gunnislake Mine“ bei Calstock, der „Penberthy Croft Mine“ bei St Hilary, der „Botallack Mine“ bei St Just in Penwith (alle in Cornwall), sowie in der „Bedford United Mine“ und in „Devon Great Consols“, beide bei Tavistock (Devon) in Devon (England), in der „Old Potts Gill Mine“, Caldbeck Fells, Cumbria, sowie an den Southwick Cliffs bei Dalbeattie, Dumfries and Galloway, Schottland, auf.
Weitere Fundorte befinden sich u. a. Griechenland, Ungarn, Italien, Argentinien, Australien, Bulgarien, China, Frankreich, Japan, Marokko, Polen, Spanien sowie mehreren Bundesstaaten in den Vereinigten Staaten.[13]
Cornubite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 24.April 2024(englisch).
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.448 (englisch).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12345678910
Cornubite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org[PDF; 54kB; abgerufen am 24.April 2024]).
123456Cornubite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 24.April 2024(englisch).
12345678910Ekkehart Tillmanns, Wolfgang Hofmeister, Klaus Petitjean:Cornubite, Cu5(AsO4)2(OH)4, first occurrence of single crystals, mineralogical description and crystal structur. In: Bulletin of the Geological Society of Finland. Band57, 1985, S.119–127, doi:10.17741/bgsf/57.1-2.009 (rruff.info[PDF; 533kB; abgerufen am 24.April 2024]).
↑G. F. Claringbull, M. H. Hey, R. J. Davis:Cornubite, a new mineral dimorphous with cornwallite. In: Mineralogical Magazine. Band32, 1959, S.1–5 (rruff.info[PDF; 244kB; abgerufen am 15.Januar 2017]).
↑Rudolf Duthaler, Stefan Weiß:Mineralien reinigen, präparieren und aufbewahren. Das Arbeitsbuch für den Sammler. 1. Auflage. Christian Weise Verlag, München 2008, ISBN 978-3-921656-70-9, S.139,152.
↑Localities for Cornubite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 24.April 2024(englisch).
↑Y. Laurent, R. Pierrot:Sur la présence de cornubite au cap Garonne (Var). In: Bull. Soc. fr. Minéral.Band84, 1961, S.318–319 (französisch).
↑
Fundortliste für Cornubit beim Mineralienatlas und bei Mindat (englisch), abgerufen am 24. April 2024.