Mineral-Aggregat aus zentimetergroßen, farblosen und leicht gelblichen Bromellit-Kristallen, zementiert von weißer, zuckerartig-körniger Phenakitmasse und umgeben mit einer Kruste aus olivgrünem Chrysoberyll aus der Grube Malyshevskaya, Jekaterinburg, Ural, Russland (Sichtfeld:≈4,3cm×3cm)
Bromellit ist durchsichtig bis durchscheinend und kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem, entwickelt jedoch meist nur kleine, farblose oder weiße bis cremeweiße, gelegentlich auch blassgelbe Kristalle im Millimeterbereich mit glasähnlichem Glanz auf den Oberflächen. Bekannt sind aber auch Kristallgrößen von bis zu 10 Zentimeter.[5]
Mit einer Mohshärte von 9 gehört Bromellit zu den harten Mineralen, dass wie das Referenzmineral Korund nur von diamantharten Werkstoffen geritzt werden kann.
Magnus von Bromell (Bleistiftzeichnung von Lars Roberg)
Erstmals gefunden wurde Bromellit in der schwedischen Grubengemeinde Långban und 1925 beschrieben durch Gregori Aminoff, der das Mineral zu Ehren des schwedischen Arztes und Mineralogen Magnus von Bromell (1679–1731) nach diesem benannte.[7]
Da der Bromellit bereits lange vor der 1958 gegründeten International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und der Bromellit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral bezeichnet.[9] Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Bromellit lautet „Bmel“.[1]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Bromellit die System- und Mineralnummer 04.02.02.02. Dies entspricht ebenfalls der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung „Oxide“, wo das Mineral zusammen mit Zinkit in einer unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 04.02.02 innerhalb der Unterabteilung „Einfache Oxide mit einer Kationenladung von 2+ (AO)“ zu finden ist.
In reiner Form besteht Bromellit zu 36,03% aus Beryllium und zu 63,97% aus Sauerstoff[4] und hat damit von allen bekannten Mineralen die höchste Berylliumkonzentration.[11] Als Fremdbeimengungen wurden jedoch bereits bei der ersten Analyse durch G. K. Almström Calcium, Barium und Magnesium beobachtet werden. Die ebenfalls festgestellten geringen Beimengungen von Sb2O5 und Al2O3 sind dagegen Almström zufolge eher auf eine Verunreinigung der Proben mit dem Mineral Swedenborgit zurückzuführen.[7]
Die Kristalle des Bromellit sind meist gut entwickelt und von prismatischem Habitus, gestreckt nach [0001] und einseitig (hemimorph) pyramidalem Abschluss. Auch tafelige Kristalle parallel {0001} und rosettenförmige Mineral-Aggregate sind möglich.
Bromellit ist pyroelektrisch, lädt sich also bei intervallartig wechselnder Temperatur elektrisch auf. Bei Bestrahlung mit langwelligem oder kurzwelligem UV-Licht zeigt sich gelblichweiße Fluoreszenz.
Farblose bis leicht gelbliche Bromellit-Kristalle, zementiert von weißer, zuckerartig-körniger Phenakitmasse aus einem Phlogopit-Schiefer, umgeben mit einer olivgrünen Chrysoberyll-Kruste. Fundort: Grube Malyshevskaya, Jekaterinburg, Ural, Russland (Größe8cm×5cm×3cm)
Bromellit sollte als hochgiftige Verbindung nur in staubdichten Behältern aufbewahrt werden. Das Mineral ist als haut- und lungenschädigend eingestuft,[15] daher sollte die Aufnahme in den Körper vor allem über die Atemwege (Inhalation) auf jeden Fall verhindert und zur Sicherheit direkter Körperkontakt vermieden sowie beim Umgang mit dem Mineral Mundschutz und Handschuhe getragen werden.
G. Aminoff:Über Berylliumoxyd als Mineral und dessen Kristallstruktur. In: Riksmuseets mineralogiska avdelning. Stockholm März 1925, S.113–122 (Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 15. April 2024 im Internet Archive) [PDF; 2,1MB; abgerufen am 29.Januar 2026]).
Bromellite search results.In:rruff.net.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 29.Januar 2026(englisch).
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.184 (englisch).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12David Barthelmy:Bromellite.In:webmineral.com.Abgerufen am 29.Januar 2026(englisch).
12345
Bromellite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 49kB; abgerufen am 29.Januar 2026]).
123Bromellite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 29.Januar 2026(englisch).
12G. Aminoff:Über Berylliumoxyd als Mineral und dessen Kristallstruktur. In: Riksmuseets mineralogiska avdelning. Stockholm März 1925, S.113–122 (Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 15. April 2024 im Internet Archive) [PDF; 2,1MB; abgerufen am 29.Januar 2026]).