Die Boeing Stearman ist einer der bekanntesten und meistgebauten Doppeldecker, über 8.500 Stück wurden ab 1934 produziert. Das US Army Air Corps setzte sie mit den Bezeichnungen PT-13, PT-17 und PT-18 Kaydet als Schulflugzeuge ein. Bei der United States Navy wurde sie als N2S bezeichnet. Von der PT-27 wurden ab 1942 300 Stück an die Royal Canadian Air Force geliefert, von der PT-17 gingen 150 Stück nach China (einschließlich Lizenz zum Nachbau) und insgesamt rund 50 nach Brasilien, Dominikanische Republik, Guatemala, Kuba und Venezuela. Nach Angaben von Boeing wurden 8.584 Maschinen produziert sowie weitere 2.000 in Form von Ersatzteilen.
Nach 1945 wurden 2100 Maschinen als Sprühflugzeuge in der Landwirtschaft eingesetzt. Dazu wurden die Flügel aluminiumbeplankt, da die Chemikalien die Stoffbespannung angegriffen hätten. Mit einer dieser Maschinen fand am 12. August 1955 im Mendocino National Forest der weltweit erste erfolgreiche Einsatz als Löschflugzeug statt. Die Maschine konnte ca. 640 Liter Wasser (170 Gallonen) mitführen.[1]
In weiterer Folge wurden diese Flugzeuge mit stärkeren Motoren wie dem Pratt & Whitney R-985Wasp junior ausgestattet.
Die Super Stearman ist die Sportversion dieses Flugzeugs.
Im Gegensatz zur klassischen Version wurde sie mit einer Motorhaube versehen, trägt eine rot-weiße Lackierung und hat vier Querruder.
Bekannt wurde die Super Stearman als Akrobatik-Star bei vielen Flugshows.
Abnahme der Stearman Kaydet durch die USAAF und die US Navy 1940 bis 1945:[3]
Version
1940
1941
1942
1943
1944
1945
SUMME
PT-13B, PT-17, N2S-3
376
1523
1899
PT-18
98
52
150
N2S-1
114
136
250
N2S-2
125
125
N2S-3
225
225
PT-17, N2S-3, N2S-4
1917
1655
3572
PT-27
300
300
PT-13D, N2S-5
988
708
72
1768
SUMME
588
2061
2217
2643
708
72
8289
Die USAAF übernahm im Laufe des Jahres 1941 die Abnahme der Kaydet für die Navy, sodass die betreffenden Flugzeuge unter der USAAF-Bezeichnung vereinnahmt wurden. In der Zahl der PT-13/PT-17 sind eine geringe Anzahl Exportmodelle enthalten. Vor 1940 wurden 295 Stearman Kaydet gebaut.
↑Statistical Digest of the USAF 1946. S. 100 ff.; www.uswarplanes.net; Phillips, Edward H.: Stearman Aircraft. A Detailed History, North Branch 2006, S. 201 f.