Bibergau
Bibergau Stadt Dettelbach | |||||||
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| Koordinaten: | 49° 48′ N, 10° 6′ O | ||||||
| Höhe: | 256 m ü. NHN | ||||||
| Fläche: | 6,89 km²[1] | ||||||
| Einwohner: | 650[Ohne Beleg] | ||||||
| Eingemeindung: | 1. Juli 1972 | ||||||
| Postleitzahl: | 97337 | ||||||
| Vorwahl: | 09324 | ||||||
Lage von Bibergau (fett) im Dettelbacher Gemeindegebiet
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Die folgenden Verwaltungseinheiten waren der Gemeinde Bibergau übergeordnet.
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Gerichtlich unterstand Bibergau folgenden Instanzen.
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Wappen
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Blasonierung: „Gespalten von Silber und Rot; vorne ein rotes Tatzenkreuz, hinten ein aufspringender silberner Biber mit goldenem Stab in den Vorderpfoten.“[13] |
| Wappenbegründung: Erstmals abgebildet ist das Gemeindewappen auf einer Urkunde des Jahres 1650. Es folgte die Darstellung auf einer Urkunde von 1710. Im Jahr 1967 stellte die Gemeinde einen Wappenverleihungsantrag. Das Tatzenkreuz weist auf den Johanniterorden hin, während der Biber den Ortsnamen repräsentiert. Der Stab in den Vorderpfoten ist als Gerichtsstab zu deuten. Mit der Tingierung werden die fränkischen Farben Silber-Rot eingebracht. |
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bürgermeister und Stadträte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Vertreter im Dettelbacher Stadtrat | |||||||
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| Name | Amtszeit | ||||||
| Richard Konrad | 1972–1974 | ||||||
| Reinhold Kuhn | 1972–1974 | ||||||
| Ernst Öhrlein | 1972–1974 | ||||||
| Reinhold Kuhn | 1974–1978 | ||||||
| Rudolf Schmitt | 1978–1984 | ||||||
| Reinhold Kuhn | 1978–1984 | ||||||
| Liste der Bürgermeister in Bibergau (Auswahl) | |||||||
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| Name | Amtszeit | Anmerkungen | |||||
| Georg Mitesser | 1900–1905 | Beigeordneter Bonaventura Kuhn | |||||
| Kilian Eberth | 1906–1911 | Beigeordneter Andreas Stühler | |||||
| Georg Mitesser | 1912–1919 | Beigeordneter B. Eberth | |||||
| Georg Felix Schmitt | 1919–1924 | Zweiter Bürgermeister N. Ebert | |||||
| Johann Christoph Hack | 1925–1932 | Zweiter Bürgermeister Georg Göbel (1925–1929), Josef Konrad (1929–1932) | |||||
| Josef Konrad | 1932–1932 | Zweiter Bürgermeister Georg Krönert | |||||
| Heinrich Schmitt | 1945–1956 | Zweiter Bürgermeister J. Schmitt (1945–1948), Edmund Gehring (1948–1956) | |||||
| Josef Steinmüller | 1956–1960 | Baumeister, Zweiter Bürgermeister Martin Maag | |||||
| Josef Steinmüller | 1960–1963 | Kohlenhändler, Zweiter Bürgermeister Walter Tietze | |||||
| Richard Konrad | 1963–1972 | Zweiter Bürgermeister Walter Tietze[14] | |||||
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts sind die Einwohnerzahlen Bibergaus statistisch erfasst. Mit seinen ca. 500 Einwohnern gehörte der Ort zu den größeren Dörfern der Gäuhochfläche, die durchschnittlich nur von etwa 250 Menschen bewohnt wurden. Die Bevölkerung wuchs in den folgenden Jahrzehnten außerordentlich stark, sodass 1818 bereits 572 Bewohner in Bibergau lebten. Bis zum Ende des Jahrhunderts hatte sich die Zahl allerdings wieder auf etwa 500 reduziert. Trotz der Anbindung an die Bahn wuchs Bibergau nun bis in die Mitte des Jahrhunderts kaum.
Erst mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam es wiederum zu einem starken Bevölkerungswachstum. Grund hierfür waren die vielen Flüchtlinge aus den ehemals deutschen Gebieten in Osteuropa. 1946 erreichte man das Allzeithoch von 712 Personen im Ort, wobei die neuen Bewohner in Scheunen untergebracht wurden. Deshalb reduzierte sich die Zahl bis in die 1960er Jahre durch Wegzug auch drastisch. Den nun einsetzenden Bevölkerungsschwund versuchte man durch die Ausweisung neuer Wohngebiete zu stoppen, was nur verzögert gelang. Heute hat Bibergau um 600 Einwohner und ist damit nach Dettelbach der zweitgrößte Gemeindeteil der Großgemeinde.
| Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner |
|---|---|---|---|---|---|
| 1803 | 499 | 1900 | 518 | 1961 | 551[15] |
| 1818 | 572[16] | 1919 | 500 | 1970 | 542[17] |
| 1840 | 546 | 1933 | 492 | 1987 | 498[18] |
| 1871 | 553[19] | 1946 | 714[20] | 2005 | 609[21] |
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Baudenkmäler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]St. Simon und Judas Thaddäus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kirche in Bibergau entstand sehr spät. Zunächst wurde die Gemeinde von Euerfeld aus betreut. Die heutige Kirche entstand während des Dreißigjährigen Krieges und geht in großen Teilen auf das Jahr 1630 zurück. Das Langhaus wurde im Jahr 1732 an die Kirche angebaut. Am 6. Dezember 1860 erhob König Max II. von Bayern die Kirche zu einer Kuratie und das Gotteshaus war nicht länger Tochterkirche von Euerfeld. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Gemeinde stark an, sodass das Gotteshaus erweitert wurde.
Die Kirche ist ein schlichter Saalbau mit einem großen Chorturm. Der Chor ist eingezogen und hat einen quadratischen Grundriss. Der Julius-Echter-Turm mit seinen vier Geschossen ist das älteste Bauelement der Kirche und stammt noch aus dem 16. Jahrhundert. Die vielen Erweiterungen des 20. Jahrhunderts prägen den Bau. Das Langhaus hat innen eine Flachdecke und drei Fensterachsen.
Die Kirche wird von ihren drei Altären geprägt. Der zentrale Hochaltar im Chor besteht aus mehreren Elementen, die in unterschiedlichen Zeiten geschaffen wurden. Der Aufbau stammt aus dem 18. Jahrhundert, im Jahr 1847 gelangte das Altarblatt in die Kirche. Älteste Teile der Ausstattung sind die beiden Epitaphe der Dorfherren von Bibergau. Das eine aus dem Jahr 1490 zeigt die verstorbene Magdalena Hasen von Gnodstadt. Aus dem 16. Jahrhundert stammt das Epitaph für Jörg von Fronhofen und seine Frau Sibilla.
Schloss Bibergau
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Wasserschloss Bibergau geht auf einen befestigten Ansitz des 16. Jahrhunderts zurück. Als Erbauer wird der Adelige Jörg von Fronhofen vermutet, dessen Familie im Ort begütert war. Im Schloss lebten die jeweiligen Dorfherren über Bibergau. Die Fuchs von Bimbach erhielten das Schloss und errichteten die heutigen Renaissancegebäude. Im 19. Jahrhundert wurde ein Gutshof in den Räumlichkeiten eingerichtet, der von verschiedenen Großgrundbesitzern bewirtschaftet wurde. Heute sind Wohnungen im ehemaligen Schloss untergebracht.
Von der ursprünglich wohl größeren Anlage haben sich nur der Wohnbau und ein angebauter Turm aus dem Vorgängerschloss erhalten. Der Wohnbau ist dreigeschossig und schließt nach Norden hin mit einem Treppengiebel ab. Im Süden schließt der quadratische Turm an das Gebäude an. Er hat kleine Fenster der Spätgotik und schließt mit einem Zeltdach und einem Windrichtungsgeber nach oben hin ab. Um das Schloss war wohl ursprünglich ein herrschaftlicher Park angelegt. Heute haben sich Reste des ehemaligen Wassergrabens erhalten.
Privathäuser und Kleindenkmäler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Bibergau haben sich nur noch wenige Baudenkmäler erhalten. Das einzige geschützte Privathaus steht in der Ritterstraße 17. Es handelt sich um ein zweigeschossiges Bauernhaus des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Das Haus wurde in Massivbauweise errichtet, lediglich der Giebel entstand als Fachwerkbau. Das Haus schließt mit einem Krüppelwalm ab und wurde giebelständig in Richtung der Ritterstraße errichtet. In der Ritterstraße 21 steht außerdem ein typisch fränkischer Hoftorpfosten aus Sandstein. Er entstand im 19. Jahrhundert.
Das Dorf und seine Gemarkung werden von vielen Kleindenkmälern geprägt. Besonders häufig entstanden in der Vergangenheit Bildstöcke als Zeichen der Volksfrömmigkeit, als Wegmarken und Mahnmale. Bereits auf das Jahr 1693 datiert ein Sandsteinrelief in der Hofmauer der Effeldorfer Straße 2. Im Ortszentrum steht außerdem eine kleine Kapellennische mit der Darstellung der Marien-Krönung und der Vierzehn Nothelfer. Auf einer Hofmauer in der Ritterstraße hat sich ein Kreuzschlepper aus dem 18. Jahrhundert erhalten.
Besonders viele Objekte stehen aus dem 19. Jahrhundert um Bibergau. Auf 1836 bzw. 1872 datieren zwei Bildhäuschen am Dettelbacher Weg, die wohl mit der Wallfahrt in die Nachbarstadt zusammenhängen. Sie zeigen die Heilige Familie und die Vierzehn Nothelfer. Ein Bildstock von 1893 steht an der Ecke Ritterstraße/Katharinenberg im Ortskern. Er zeigt in seinem Aufsatz die Ölberg-Szene. Ein Jahr später, 1894, entstand außerdem das Kruzifix am Schernauer Weg.
- Der Innenraum der Pfarrkirche
- Das Schloss in Bibergau
- Das Bauernhaus in der Ritterstraße
- Bildhäuschen von 1872 am Dettelbacher Weg
Andere sehenswerte Gebäude
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Dorfmühle von Bibergau war bereits im 19. Jahrhundert stillgelegt worden, weil der vom Bibergauer Mühlbach abgeleitete Bach, an dem sie lag, immer wieder mit Wassermangel zu kämpfen hatte. Die Dorfmühle lag lange Zeit außerhalb des Ortes am Dettelbacher Weg, nordöstlich der Pfarrkirche. Eigentlich war die Mühle für das Mahlgut der Orte Biebelried, Bibergau und Effeldorf zuständig. Bereits 1827 wurde in einer Steuerkartei die geringe Leistungsfähigkeit der Mühle deutlich, weil der Müller lediglich 5 Gulden zu zahlen hatte.[22] → siehe auch: Liste der Mühlen am Dettelbach, am Bibergauer Mühlbach und am Schernauer Bach
Das Mosaikhaus wurde im Jahr 2000 erbaut. Seitdem verwandelt es die Grundschullehrerin und Künstlerin Anne Sauer[23] in ein Gesamtkunstwerk aus Mosaiken. Die Front des Hauses ist mit großflächigen Blumenmosaiken verziert, auch an den Seiten sowie der Rückwand befinden sich viele verschiedene Blumenmotive. Ebenso wurde die Garage und der sich anschließende Außensitzplatz des Einfamilienhauses großflächig mit Mosaiken – hier in Regenbogenfarben – gestaltet. Im Hausinneren sind alle Räume mit mindestens einem Mosaik beklebt und die Räume in verschiedene Farbthemen aufgeteilt. Besuche sind zu Veranstaltungen wie "Tag der offenen Gartentür" und auf vorherige Anfrage möglich.[24][25]
Regelmäßige Veranstaltungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bergfest: Das traditionelle Bergfest ist der Höhepunkt in Bibergau. Jedes Jahr am letzten Wochenende der Sommerferien veranstaltet der Bibergauer Musikverein (Die Bibergauer) dieses zweitägige Fest mit Live-Musik in der Festhalle. Das Bergfest findet großen Anlauf in der Region.
- Sportfest: Der VfR Bibergau lädt jedes Jahr zum Sportfest ein.
- Weitere Veranstaltungen:
- Die Freiwillige Feuerwehr Bibergau trägt mit jährlich zwei Festen zum Dorfleben bei, dies sind: am 1. Mai das Aufstellen des Maibaums, neuerdings im September das Kesselfleischessen.
- In der Muckengasse findet jährlich das „Muckengassen-Fest“ statt. Am 30. April wird in der Muckengasse ein eigener Maibaum aufgestellt.
- An Ostern gibt es einen geschmückten Osterbrunnen mit hunderten von selbstbemalten Eiern.
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Dorf profitiert heute von seiner Lage zwischen Kitzingen und Würzburg, die Bewohner pendeln in die Industrie- und Dienstleistungsbetriebe in den größeren Städten. Nach wie vor spielt daneben die Landwirtschaft eine bedeutende Rolle. Allerdings verlor der Ackerbau seit dem Zweiten Weltkrieg an Flächen. So waren 1953 noch 96 % der Gemarkung ackerbaulich genutzt. Erste Ansätze zu einer Industrialisierung setzten in Bibergau nach dem Ersten Weltkrieg ein. Das Baugeschäft Steinmüller senkte die Arbeitslosigkeit vor Ort in den 1920er bis 1960er Jahren.
Historisch spielt der Weinbau für die Bewohner eine große Rolle. So bestanden 1895 noch 6 Hektar, die mit Reben bestockt waren. Heute wird in Bibergau nur noch sehr wenig Weinbau betrieben. Der Wein wird unter dem Namen der Einzellage Dettelbacher Honigberg vermarktet. Lediglich ein Weingut ist im Dorf ansässig. Besondere kulturelle Bedeutung haben auch die Bibergauer Steinbrüche, die heute jedoch nicht mehr ausgebeutet werden. Nächste Einzelhandelsgeschäfte sind im Unterzentrum Dettelbach zu finden.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bibergau liegt heute abseits der bedeutenden Verkehrswege, allerdings grenzt die Bundesautobahn 3 (Europastraße 45) mit dem Autobahnkreuz Biebelried an die Gemarkung des Gemeindeteils. Südlich der bebauten Fläche verläuft die Staatsstraße 2450 zwischen dem Mainfrankenpark und Dettelbach auf einer kurzen Strecke durch Bibergauer Gebiet. Von ihr zweigt die für den Ort bedeutsame Kreisstraße 28 ab. Sie verläuft als Ritterstraße durch Bibergau und durchquert das Dorf von Südwesten nach Nordosten in Richtung Euerfeld.
Die Straße nach Effeldorf, die bereits auf eine historische Ortsverbindung zurückgeht, wird heute wie eine Innerortsstraße genutzt. An ihr, in Bibergau Effeldorfer Straße genannt, liegt auch die Verbandschule. Von historischer Bedeutung ist auch die Verlängerung der im Nordosten des Ortskerns gelegenen Lindenstraße. Sie bildet die Ortsverbindung in den Hauptort Dettelbach. Nur noch wenige Überreste erinnern an den ehemaligen Haltepunkt Bibergau an der Bahnstrecke Dettelbach Bahnhof–Dettelbach Stadt, der 1899 errichtet wurde und von 1900 bis 1960 genutzt wurde.
Vereine und Verbände
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Bibergau bestehen heute nur noch sehr wenige Vereine. Der Teilort ist in den Strukturen der Gemeinde weitgehend aufgegangen. Bedeutender Treffpunkt für die Dorfbevölkerung ist die am 1. September 1874 gegründete Freiwillige Feuerwehr, die in einem Feuerwehrverein organisiert ist. Zwischen 1933 und 1946 wurde die Feuerwehr von den Nationalsozialisten aufgelöst und zu einem Teil der politischen Polizei umgewandelt. Heute besitzt die Freiwillige Feuerwehr Bibergau ein Löschgruppenfahrzeug (LF 10). Amtierender Kommandant ist Wolfgang Schmiedel.[26]
Im Jahr 1946 wurde außerdem ein Kindergartenverein ins Leben gerufen, der den Aufbau der Kleinkinderbetreuung begleiten sollte. Ein Jahr später entstand der VfR (Verein für Rasensport) Bibergau. Der Sportverein geht bereits auf einen Vorgänger aus dem Jahr 1919 zurück, der unter dem Namen 1. FC Bibergau ins Leben gerufen wurde. Bereits 1972 entstand eine Frauen-Fußballmannschaft im Verein. 1976 gründete sich außerdem eine Handballabteilung. 1983/1984 entstand der heutige Sportplatz im östlichen Ortszentrum.
Jüngster, bestehender Verein ist der Musikverein Bibergau von 1985. Er ging aus der bereits zuvor bestehenden Dorfkapelle zurück. Aufgelöst sind dagegen der Verein der Katholischen Landjugendbewegung im Dorf, der Reiterverein und der Heimkehrer-Ortsverband Bibergau. Der Spar- und Darlehenskassenverein, der bereits 1918 ins Leben gerufen wurde, verlor mit der Verschmelzung der Raiffeisenbank Bibergau mit ihrem Pendant in Effeldorf 1965 und dem endgültigen Zusammenschluss mit der Raiffeisen-Volksbank Dettelbach 1969 seine Existenzberechtigung.[27]
Bildung
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In Bibergau bestand bereits in der Frühen Neuzeit ein Schulhaus. Es ist ungeklärt, ob die Schule um 1700 zunächst im Rathaus untergebracht war. Der Schulmeister war lange Zeit im Gemeindedienst beschäftigt. Im Jahr 1890 erhielt das Dorf ein neues Schulhaus in der Ritterstraße. Die enge Verbindung zur Kirche wurde beim Neubau deutlich, weil die Baulast des neuen Schulhauses bei der katholischen Kirchenstiftung lag. 1914 ist eine Fortbildungsschule in den Räumlichkeiten nachzuweisen, die in den Sommermonaten angesetzt war.[28]
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Schülerzahl insbesondere durch Zuzüge von Vertriebenen stark an. 1954 wurde ein Raum im Rathaus in ein Klassenzimmer umgewandelt. Bereits in den 1960er Jahren hatte die Schule wieder ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Der Landkreis schlug den beiden Gemeinden Bibergau und Effeldorf daraufhin die Gründung einer Verbandschule vor, die 1963 als erster Schulverband im Landkreis eingerichtet wurde.[29] Vor 1984 wurde die Schule aufgelöst. Seitdem besuchen die Kinder die Volksschule im Hauptort Dettelbach.
In Bibergau besteht heute ein Kindergarten für die frühkindliche Erziehung. Er wurde 1946 gegründet und geht ebenfalls auf den starken Einwohnerzuwachs nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. Kinder aus Bibergau und Effeldorf werden in der Bildungseinrichtung aufgenommen. Bibergau gehört heute zum Sprengel der Rudolf-von-Scherenberg-Grundschule in Dettelbach. Ebenso wurde der Ort dem Mittelschulsprengel Dettelbach als Teil des Schulverbandes Dettelbach-Volkach zugeordnet, die Schüler werden derzeit in Volkach unterrichtet. Weiterführende Bildung wird von der Staatlichen Realschule Dettelbach geleistet. Gymnasien sind in Volkach-Gaibach (Franken-Landschulheim Schloss Gaibach), Schwarzach (Egbert-Gymnasium Münsterschwarzach) und Kitzingen (Armin-Knab-Gymnasium) zu finden.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Joseph Gerold (1872–1958), Pfarrer in Bibergau (1932–1950); am 15. Juli 1947 zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt
- Norbert Eder (1955–2019), Fußball-Nationalspieler; geboren in Bibergau
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- o. A.: Bibergau 1994. Ein Dorf stellt sich vor. Markt Erlbach 1994. (verschiedene Aufsätze zur Dorfgeschichte)
- Reinhold Kuhn: Aus der Geschichte des Ortsteiles Bibergau 1900–1984. In: Stadt Dettelbach (Hg.): Dettelbach 1484–1984. Festschrift und kleine Charakteristik einer 500jährigen Stadt. Dettelbach 1984. S. 258–264.
- Fritz Mägerlein: Bibergau. In: Im Bannkreis des Schwanbergs 1971. Heimat-Jahrbuch für den Landkreis Kitzingen. Kitzingen 1971. S. 195–199.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Gemarkung Bibergau (091134). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 205, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ Stadt Dettelbach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ Kulturhistorischer Kreis Dettelbach (Hrsg.): Bibergau 1993. Ein Dorf stellt sich vor. Dettelbach 1994. S. 18.
- ↑ Kulturhistorischer Kreis Dettelbach (Hrsg.): Bibergau 1993. Ein Dorf stellt sich vor. Dettelbach 1994. S. 12.
- ↑ Kulturhistorischer Kreis Dettelbach (Hrsg.): Bibergau 1993. Ein Dorf stellt sich vor. Dettelbach 1994. S. 26.
- ↑ Kulturhistorischer Kreis Dettelbach (Hrsg.): Bibergau 1993. Ein Dorf stellt sich vor. Dettelbach 1994. S. 27.
- ↑ Kulturhistorischer Kreis Dettelbach (Hrsg.): Bibergau 1993. Ein Dorf stellt sich vor. Dettelbach 1994. S. 13.
- ↑ Reinhold Kuhn: Aus der Geschichte des Ortsteiles Bibergau 1900–1984. In: Stadt Dettelbach (Hrsg.): Dettelbach. 1484–1984. Festschrift und kleine Charakteristik einer 500jährigen Stadt. Dettelbach 1984. S. 258.
- ↑ Kulturhistorischer Kreis Dettelbach (Hrsg.): Bibergau 1993. Ein Dorf stellt sich vor. Dettelbach 1994. S. 109.
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 497.
- ↑ o.A.: Bibergau 1994. S. 94.
- ↑ o. A.: Bibergau bis 1994. S. 95 ff.
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 881 (Digitalisat).
- ↑ Kulturhistorischer Kreis Dettelbach (Hrsg.): Bibergau 1993. Ein Dorf stellt sich vor. Dettelbach 1994. S. 21.
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 188 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 364 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 214, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 205, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ Neuses am Berg-Stadt Dettelbach. In: dettelbach.de. Abgerufen am 11. Februar 2021.
- ↑ Kulturhistorischer Kreis Dettelbach (Hrsg.): Bibergau 1993. Ein Dorf stellt sich vor. Dettelbach 1994. S. 17.
- ↑ Zaubermosaik Ausstellung in Dettelbach. Abgerufen am 3. Januar 2025.
- ↑ Kulturpunkte 2023. Abgerufen am 3. Januar 2025.
- ↑ Wunderbar anders wohnen Folge 024. Abgerufen am 3. Januar 2025.
- ↑ KFV-Kitzingen: FFW Bibergau, abgerufen am 17. Juni 2021.
- ↑ Kulturhistorischer Kreis Dettelbach (Hrsg.): Bibergau 1993. Ein Dorf stellt sich vor. Dettelbach 1994. S. 198 f.
- ↑ Kulturhistorischer Kreis Dettelbach (Hrsg.): Bibergau 1993. Ein Dorf stellt sich vor. Dettelbach 1994. S. 71.
- ↑ Kulturhistorischer Kreis Dettelbach (Hrsg.): Bibergau 1993. Ein Dorf stellt sich vor. Dettelbach 1994. S. 93.


