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Aero Commander 500

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Aero Commander 500 ist die Bezeichnung für eine Familie von leichten zweimotorigen Propellerflugzeugen. Das Ausgangsmuster war dabei die Aero Commander 520, die Mitte der 1940er Jahre von dem Unternehmen Aero entwickelt wurde. Die Serienherstellung übernahm die nachfolgende Aero Design and Engineering Company, die 1958 von Rockwell übernommen.

Die Idee zur Entwicklung und dem Bau des Commanders stammte von zwei Mitarbeitern der Douglas Aircraft Company, die im Dezember 1944 ihr eigenes Unternehmen Aero gründeten.[1] Die Konstrukteure entwarfen ein Ganzmetallflugzeug, das als Schulterdecker ausgelegt war und über ein einziehbares Bugradfahrwerk verfügte. Das Flugzeug bot Platz für fünf Personen und wurde von zwei Kolbenmotoren angetrieben.

Der erste Prototyp flog am 23. April 1948 unter der Bezeichnung L-3085. Im Oktober 1950 änderte Aero seinen Namen in Aero Design and Engineering Company und begann damit das Flugzeug als Aero Commander in Serie zu bauen. 1958 wurde das Unternehmen von Rockwell-Standard übernommen und im Oktober 1960 als Aero Commander Inc. als Abteilung von Rockwell eingegliedert. 1967 fand die Fusion mit North American zu dem neuen Unternehmen North American Rockwell statt, wobei die Aero-Commander-Abteilung in General Aviation Division umbenannt wurde. Die Flugzeuge wurden dann als Rockwell Commander vermarktet.

Die Übernahme von North American Rockwell durch Gulfstream Aerospace fand Ende 1980 statt.[2] Die zwei noch in Produktion befindlichen Muster Rockwell JetProp Commander 840 und Jetprop Commander 980 nannte Gulfstream nun Gulfstream Commander JetProp 840 und Commander JetProp 980 und stellte außerdem mit der Commander JetProp 900 und Commander Jetprop 1000 zwei neue Versionen vor. Von der JetProp 1200 wurde 1983 ein Prototyp gebaut und geflogen.[3] Die letzte vermarktete Version war das bis 1985 gebaute Turbopropmodell JetProp 1000B.

Zwischen 1948 und 1985 entstanden neunundzwanzig Versionen, ausgehend von der Aero Commander 520. Einige Varianten erhielten Turboprop-Antriebe und wurden dann Turbo Commander oder Jetprop Commander genannt. Die letzten Versionen wiesen im gestreckten Rumpf bis zu elf Sitze auf, teilweise verfügten sie über eine Druckkabine. Nach ungefähr zweitausend Flugzeugen wurde die Produktion 1985 eingestellt.

Aero Commander 500A
Aero Commander L-3805
Prototyp, ein Exemplar gebaut.
Aero Commander 520
Erste Produktions-Version, eine entwickelte L-3805 mit größerem Seitenleitwerk und größerer Kabine mit zwei 260 PS leistenden Lycoming GO-435-C-Motoren, 150 Stück gebaut.
Aero Commander 560
Wie 520 mit gepfeiltem Leitwerk, erhöhtem Abfluggewicht, sieben Sitzen, leistungsstärkeren Motoren (zwei Lycoming GO-480B-Motoren) und verbesserten Tragflächen, 80 Stück gebaut.
Aero Commander 560A
Neues Fahrwerk, verlängertem Rumpf und zahlreichen anderen Verbesserungen, 99 Stück gebaut.
Aero Commander 560E
Vergrößerte Tragflächen und eine größere Nutzlast, 93 Stück gebaut.
Aero Commander 360
Leicht-Version des 560E mit vier Sitzen und zwei 180-PS-Motoren, ein Exemplar gebaut.
Aero Commander 500
Economy-Version eingeführt 1958, als 560E mit 250 PS leistenden Lycoming O-540-A-Motoren, 101 Stück gebaut.
Aero Commander 500A
Erster Aero Commander-Typ – neue Gondeln mit Einspritzmotoren, 99 Stück gebaut.
Aero Commander 500B
560E mit Einspritzmotoren Lycoming IO-540-Motoren, 217 Stück gebaut.
Aero Commander 500U/Shrike Commander
500B mit spitzer Nase und geändertem Heck, zwei 290 PS leistenden Lycoming IO-540-Motoren, ersetzt 500A, 500B, 560F und 680F, 56 Stück gebaut.
Aero Commander 680 Super
Weiterentwicklung der 560A mit aufgeladenen 340 PS leistenden Lycoming GSO-480-A-Motoren und erhöhter Kraftstoffkapazität, 254 Stück gebaut.
Aero Commander 680E
Leicht-560E mit 560A-Typ-Fahrgestell, 100 Stück gebaut.
Aero Commander 680F
680E mit neuem Fahrwerk und aufgeladenen Einspritzmotoren Lycoming IGSO-540 und neuen Gondeln, 126 Stück gebaut.
Aero Commander 680PF
Version der 680F mit Druckkabine, 26 Stück gebaut.
Aero Commander 680FL Grand Commander
680F mit verlängertem Rumpf und größerem Leitwerk, 157 Stück gebaut. Nach 1967 als Courser Commander benannt.
Aero Commander 680FL/P Grand Commander
Version der 680FL mit Druckkabine, 37 Stück gebaut.
Aero Commander 680T Turbo Commander
680FL/P mit Garrett TPE331-43-Turboprop-Motoren, 56 Stück gebaut.
Aero Commander 680V Turbo Commander
680T mit erhöhter Startmasse und leicht verbesserter Ladekapazität, 36 Stück gebaut.
Aero Commander 680W Turbo II Commander
680V mit spitzer Nase, geändertem Leitwerk, einem Panorama- und zwei kleinen Kabinenfenstern sowie Wetterradar, 46 Stück gebaut.
Rockwell Commander 681 Hawk
680W mit verbesserter Druckkabine, Klimaanlage und Nase, 43 Stück gebaut.
Rockwell 681B Turbo Commander
Marketing Bezeichnung für Economy-Version der 681, 29 Stück gebaut.
685 Rockwell Commander
ab 1972 gebaute Version der 690 angetrieben von zwei 435 PS leistenden Continental GTSIO-520k-Kolben-Motoren, 66 Stück gebaut.
Commander 690
681 mit neuen Tragflächenmittelstück sowie weiter nach außen verlegten neuen Motoren, zwei AirResearch TPE331-5-521-Turboprops, 79 Stück gebaut.
Commander 690A
690 mit geänderter Kabinengestaltung und erhöhter Druckbeaufschlagung, 245 Stück gebaut.
Commander 690B
690A mit verbessertem Schallschutz und internem WC, 217 Stück gebaut.
690C Jetprop840
690B mit vergrößerter Spannweite, Tragflächenkraftstoffbehälter und Winglets, zwei 840 PS TPE331-5-254K-Turboprops, 136 Stück gebaut.
690D Jetprop900
Ähnlich wie bei 690C mit erweiterter hinterer Kabine, verbesserter Druckbeaufschlagung und fünf quadratischen Fenstern, 42 Stück gebaut.
695 Jetprop 980
Ähnlich wie bei der 690C mit 735 PS leistenden TPE331-10-501K-Motoren, 84 Stück gebaut.
695A Jetprop 1000
690D mit höherem Startgewicht und stärkeren TPE331-10-501K-Motoren, 101 Stück gebaut.
695B Jetprop 1000B
695A mit geringfügigen Änderungen, sechs Stück gebaut.
Aero Commander 720 AltiCruiser
Druckkabinenversion der 680, 13 Stück gebaut.
YL-26 → YU-9A
Aero Commander 520 von der US Army getestet, drei Stück gebaut.
YL-26A
Aero Commander 560 von der US Air Force getestet, ein Exemplar gebaut.
L-26B → U-4A
Aero Commander 560A verkauft an die US Air Force, 14 Stück gebaut.
L-26B → U-9B
Aero Commander 560A verkauft an die US Army, 1 Stück gebaut.
L-26C → U-4B
Aero Commander 680 Super verkauft an die US Air Force, 2 Stück gebaut.
L-26C → U-9C
Aero Commander 680 Super verkauft an die US-Armee, 4 Stück gebaut.
RL-26D → RU-9D
Commander 680 für die US Army mit SLAR (Seitensichtradar), zwei Stück gebaut.
NL-9D → NU-9D
Ein Exemplar gebaut

Militärische Produktion

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Militärische Lieferungen:[4]

Aero Commander 500

Aero Commander 690A
TypGeschäftsreiseflugzeug
Entwurfsland

Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten

Hersteller Aero Design and Engineering Company, Rockwell, Gulfstream Aerospace
Erstflug 23. April 1948
Produktionszeit

1948–1985

Stückzahl ca. 2000
Version Land 1952 1953 1954 1955 1956 1957 1958 1959 1960 1961 1962 1963 1964 1965 1966 1967 1968 1972 1973 1974 1975 1976 1981 Summe
YL-26 USA US Army 3 3
L-26A 1 1
L-26B USAF 6 6
VL-26B 7 7
L-26B US Army 1 1
L-26C 4 4
L-26C USAF 2 2
RL-26D US Army 3 1 1 5
500S Mexiko FAM 9 11 20
680 Guatemala FAG 1 1
500U Argentinien FAA 14 14
680V 1 1
680 Kolumbien FAC 1 4 5
520 Dominikanische Republik FAD 1 1
680F Griechenland Armee 1 1
680FL 2 2
500B Elfenbeinküste 1 1
500B Obervolta 1 1
500B Dahomey 1 1
500B Niger 1 1
681B Iran Luftwaffe 3 3
690 Marine 1 1 2
690 Luftwaffe 3 3
690A Marine 1 1
690A Armee 2 2 4
500U Marine 1 2 3
690A Libanon Armee 1 1
680FL Indonesien Armee 2 2
680FLP Marine 1 1
690C Pakistan Armee 2 2
520 Philippinen Luftwaffe 1 1
520 Korea Luftwaffe 3 3
560F 1 1 2
Summe 4 1 3 14 8 8 1 1 0 5 1 0 0 3 2 2 14 5 6 11 13 2 2 106

Die militärisch genutzten Versionen erhielten in dem bis 1962 von der US Air Force und US Army verwendeten System anfangs die Bezeichnung L-26. In dem ab 1962 geltenden gemeinsamen Bezeichnungssystem für Luftfahrzeuge der US-Streitkräfte wurden die ehemaligen USAF-Flugzeuge dann als U-4 und die ehemaligen US-Army-Maschinen als U-9 bezeichnet.[5]

Eine L-26C diente Dwight Eisenhower von 1956 bis 1960 als Präsidentenmaschine und war damit die kleinste Air Force One. Sie war gleichzeitig die erste mit der typischen blau-weißen Lackierung. Auch der Premierminister Australiens nutzte zeitweise diesen Flugzeugtyp.

Hoovers Shrike Commander im Udvar-Hazy Center des Smithsonian National Air and Space Museums (2004)

Der Kunstflieger Bob Hoover flog mit einer Shrike Commander in seinem Programm Loopings, gesteuerte Rollen oder Fassrollen, teilweise flog er diese auch mit einem oder zwei stehenden Triebwerken.[6]

Militärische Nutzer

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 Argentinien
 Belgien
 Benin
 Burkina Faso
 Dominikanische Republik
 Honduras
 Griechenland
  • Luftwaffe
  • Marine
 Guatemala
 Indonesien
  • Luftwaffe
  • Armee
 Iran
  • Luftwaffe
  • Heer
  • Marine
 Kenia
 Libanon
 Mexiko
  • Luftwaffe
  • Marine
 Pakistan
 Peru
 Südkorea
 Südvietnam
  • Luftwaffe
 Thailand
 Vereinigte Staaten
 Uruguay
  • Luftwaffe
 Deutschland
 Vereinigte Staaten
  • Am 23. Februar 1989 stürzte eine Aero Commander 690D der Rheintalflug in den Bodensee. Die Unfallursache ist ungeklärt.[7]
  • Am 16. August 2021 verunglückte direkt nach dem Start eine 1977 gebaute Aero Commander 690B des Betreibers MAG Aerospace Canada Corp. (MAG Canada) auf dem Thunder Bay Flugplatz, Ontario (Kanada). Der Pilot, als einziger Insasse, kam beim Aufschlag mit anschließendem Brand ums Leben, das Flugzeug wurde zerstört. Abdrücke der beiden drehenden Propeller auf der Rollbahn lassen annehmen, dass beide Triebwerke beim Aufschlag funktionierten. Beim Unfallflug handelte es sich um den dritten Startvorgang des Tages vom selben Flugplatz. Bei allen drei Startvorgängen wurden ungewöhnliche Flugbewegungen ausgeführt. Die aufgezeichnete Kommunikation mit dem Tower enthält Zitate wie “that was fantastic” („das war fantastisch“), „thanks for the little show“ („danke für die kleine Show“). Der Untersuchungsbericht der kanadischen Flugunfalluntersuchungsbehörde zitiert einen der letzten Funksprüche des verunglückten Piloten desselben Tages, der lautete “Get your camera ready if you’d like.” („Halten Sie Ihre Kamera bereit, wenn Sie möchten“). Der Untersuchungsbericht fasst zusammen „Nach dem Start von Rollbahn 12 flog der Pilot eine schnelle, steile Kurve auf niedriger Höhe, wodurch das Flugzeug in einen beschleunigten Strömungsabriss geriet, der zu einem Kontrollverlust und einer anschließenden Kollision mit der Oberfläche von Piste 07 in einer umgekehrten Fluglage führte.“[9]
  • Am 17. März 2026 verunglückte eine Aero Commander 500B der Central Air Southwest (N444CA) kurz nach dem Start vom Spirit of St. Louis Airport (Missouri, USA), nachdem der Pilot der Maschine nach dem Start technische Probleme meldete und zum Startflughafen zurückkehren wollte. Dabei verunglückte das Flugzeug hinter der Startbahn und ging in Flammen auf. Der Pilot, welcher der einzige Insasse war, wurde bei dem Unfall tödlich verletzt.[10]

Technische Daten

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Aero Commander L-26B
Kenngröße Daten Rockwell Aero Commander 500S Daten Rockwell Jetprop Commander 1000
Besatzung11–2
Passagiere56–10
Länge11,22 m13,10 m
Spannweite14,95 m15,89 m
Höhe4,56 m4,56 m
Nutzlast961 kg
Startmasse3060 kg5080 kg
Reisegeschwindigkeit312 km/h474 km/h
Höchstgeschwindigkeit346 km/h571 km/h
Dienstgipfelhöhe5.915 m10.000 m
Reichweite1915 km2430 km
Triebwerke2 × Lycoming IO-540-E1B5-Kolbenmotoren mit je 214 kW (290 PS)2 × Turboprop Garrett TPE331-10-501K mit je 610 kW (830 PS)

Einzelnachweise

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  1. ↑ Bill Gunston: World Encyclopaedia of Aircraft Manufacturers. Patrick Stephens Ltd., 1993, ISBN 1-85260-205-8, S. 12.
  2. ↑ Gulfstream Commander JetProp 840/900/980/1000/1200. In: Aero-Das illustrierte Sammelwerk der Luftfahrt, Heft 89, Seite 2485.
  3. ↑ Jane’s 1983–84, S. 398 f.
  4. ↑ Statistical Digest of the USAF 1952 S. 158; 1953, S. 185 f.; 1954, S. 70 f.; 1955, S. 80 f.; 1956, S. 91 f.; 1957, S. 97 f.; 1958, S. 72 f.; 1959, S. 68 f.; Collman, Barry J.: The Aero Commander in Governmental Service, in: Air-Britain Aviation World June 2008, S. 64–69; September 2008, S. 113–119; December 2008, S. 174–178; March 2009, S. 16–19
  5. ↑ Zu den Umbenennungen
  6. ↑ Thomas B. Haines: Aviation Legend Bob Hoover dies at 94. AOPA, 27. Oktober 2016, abgerufen am 22. Juni 2022.
  7. ↑ Michael Gasser: Das Drama um Flug „Rheintal 102“. In: Vorarlberger Nachrichten. 15. Februar 2014, abgerufen am 15. Juli 2015.
  8. ↑ Unfallbericht Aero Commander 500 J8-VAX, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 24. Oktober 2024.
  9. ↑ Transportation Safety Board of Canada (TSB): Air transportation safety investigation report A21C0078. 2. Februar 2023, abgerufen am 10. Februar 2023.
  10. ↑ Unfallbericht einer Aero Commander 500B am Spirit of St. Louis Airport (N444CA). Abgerufen am 20. März 2026 (englisch). Aviation Safety Network