AVUS
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| 52° 28′ 50″ N, 13° 15′ 5″ O | |||||||||
| Streckenart: | Ehemalige Rennstrecke | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Eröffnung: | 24. September 1921 | ||||||||
| Austragungsort Formel 1: |
1959 | ||||||||
| Stillgelegt: | 26. April 1998 | ||||||||
| Streckenlayout | |||||||||
| Verlauf der Rennstrecke: 1 – Südschleife 2 – Abfahrt zur Nordschleife 3 – Nordkurve 4 – Start- und Ziellinie | |||||||||
| Streckendaten | |||||||||
| Wichtige Veranstaltungen: |
Formel 1, DTM | ||||||||
| Streckenlänge: | 8,3 km (5,16 mi) | ||||||||
| Kurven: | 4 | ||||||||
| Kurvenüberhöhung: | 1937–1967: Nordkurve 43,6° | ||||||||
| Rekorde | |||||||||
| Streckenrekord: (Formel 1) |
2:04,5 min (Tony Brooks, Ferrari, 1959) | ||||||||
| Nr. | Jahr | Sieger | Auto | Zeit | Streckenlänge | Runden | Ø-Geschwindigkeit | Datum | GP von |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 1959 | Ferrari | 2:09:31,6 h | 8,3 km | 60 | 230,686 km/h | 2. August |
Nichtmotorisierte und sonstige Nutzung
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Obwohl die AVUS ab ihrer Eröffnung nur für motorisierten Verkehr zugelassen war, fanden und finden gelegentlich auch nichtmotorisierte Veranstaltungen auf der AVUS statt. Bei den Olympischen Spielen 1936 verliefen sowohl der Marathonkurs als auch der Kurs des Straßenradrennens über die AVUS.
Wenige Wochen nach Kriegsende während der Potsdamer Konferenz, am 20. Juli 1945, fand im Bereich der AVUS-Südkurve eine Aufstellung der US-amerikanischen 2nd Armored Division statt. Die Truppe wurde von Henry Stimson, US Secretary of War, abgenommen.
In den Wirren der Nachkriegsjahre wurde die kaum befahrene Strecke zeitweise sogar für Pferdefuhrwerke freigegeben, was allerdings bald zurückgenommen wurde.
An den vier autofreien Sonntagen während der Ölkrise im Jahr 1973 wurde die AVUS (unerlaubt) von begeisterten Bürgern mit allen möglichen nicht motorisierten Vehikeln genutzt. In den 1990er Jahren begann die Tradition der Fahrradsternfahrten des ADFC, die jedes Mal Tausende von Radfahrern an einem Sonntag im Juni auf die AVUS bringt.
Denkmäler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- An dem Standort der ehemaligen Nordkurve steht die Skulpturengruppe Motorradfahrer von Max Esser.
- Neben der „Spinnerbrücke“ an der Anschlussstelle Spanische Allee ehrt ein Denkmal von Joachim Matz bekannte Motorrad- und Autorennfahrer der Vor- und Nachkriegszeit, darunter die Berliner Rennfahrer Alfred Krauthahn und Herbert Schultze.
- In Fahrtrichtung Nord steht auf Höhe der AVUS-Tribüne auf der rechten Seite ein unscheinbares Betondenkmal mit der Inschrift „Dr. Curt Lindner zum Gedächtnis. Berlins Motorjournalisten und Motorsportfreunde“ (Lage).
Philatelistisches
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Deutsche Bundespost Berlin gab aus Anlass 50 Jahre AVUS-Rennen 1921–1971 mit Erstausgabetag 27. August 1971 einen Briefmarkenblock mit vier Briefmarken im Gesamtnennwert von 125 Pfennig aus. Der Entwurf stammt vom Bundesdruckerei-Grafiker Rudolf Gerhardt.
Mit dem Erstausgabetag 1. Juli 2021 gab das Bundesministerium der Finanzen (BMF) ein Sonderpostwertzeichen im Nennwert von 155 Eurocent anlässlich der Eröffnung der AVUS vor 100 Jahren heraus. Der Entwurf stammt von dem Bonner Grafiker Thomas Steinacker.[7]
Sonstiges
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die augenscheinlich schnurgerade Strecke der AVUS weist (von Süden kommend) eine sehr leichte Linkskurve direkt nach der Brücke über den Hüttenweg und einen guten Kilometer weiter die entsprechende – allerdings noch schlechter wahrnehmbare – Gegenkurve auf. Auf vielen Stadtplänen ist die AVUS durchgehend gerade gezeichnet. Auch auf Satellitenfotos sind die – beispielsweise vom Funkturm aus zu erkennenden – Kurven nur schwer wahrnehmbar.[8] In dem durch die Kurven gebildeten leichten Bogen liegt die Triebwagenhalle Hundekehle der S-Bahn.
- An der Anschlussstelle Hüttenweg wurden 1982 Szenen einer Verfolgungsjagd für den James-Bond-Film Octopussy gedreht; Roger Moore fuhr hier einen Alfa Romeo GTV 6.[9] Auch wurden an der AVUS 1984 einige Szenen für den Film Richy Guitar aufgenommen. Das Motel Avus ist im 2004 entstandenen Film Die Bourne Verschwörung zu sehen. Im Film Todestanz eines Killers von 1968 wird die alte Strecke mit der Steilkurve mehrere Minuten lang als Kulisse gezeigt.
- Seit Mai 1989 gilt auf der AVUS eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Die Einführung des Tempolimits war von Protesten begleitet, die jedoch letztlich erfolglos blieben.[10]
- Lange Zeit verfügte die Avus über eine Straßenbeleuchtung mit 350 Masten. Im Jahr 1997 wurde die Anlage aus Kostengründen abgeschaltet und die Leuchten später demontiert.
- Im Grunewald befindet sich ein – inzwischen teilweise vermoostes – Modell der vor dem Zweiten Weltkrieg geplanten Südschleife im Maßstab 1:100, die allerdings niemals realisiert wurde. Nach Auffassung der Senatsverwaltung hat es jedoch keinen Denkmalwert.[11]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- S. S. Collins (Text), Gavin D. Ireland (Fotos): Vergessene Rennstrecken – Traditionskurse in Europa. Heel, Königswinter 2006, ISBN 3-89880-644-8.
- Adolf Frey: Verkehrs- und Übungsstraße für Kraftwagen von Berlin nach Potsdam. In: Zentralblatt der Bauverwaltung, 1915, Nr. 92, S. 605–607. Digitalisiert von der Zentral- und Landesbibliothek Berlin.
- Axel Kirchner: Die Avus: Deutschlands legendäre Rennstrecke – acht Jahrzehnte Motorsport. Delius Klasing, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-7688-2452-1.
- Ulrich Kubisch, Gert Rietner: Die Avus im Rückspiegel. Rennen, Rekorde, Rückstaus. Elefanten Press, Berlin 1987, ISBN 3-88520-232-8.
- Ulf Schulz, Sven Wedemeyer: AVUS 100 – Ein rasantes Jahrhundert. Prestel Verlag, München 2021, ISBN 978-3-7913-8831-1.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Aufsatz von 1939 ( vom 6. Mai 2008 im Internet Archive)
- Weitere Streckenkarte, Jahr 1988
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Berlin Chronik. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 22. Januar 2021; abgerufen am 16. Januar 2021.
- ↑ siehe histomapberlin.de, Kartenblatt 4053, Ausgabe 1927
- ↑ Deutsches Historisches Museum (DHM): Tagesfakten: An einem 24. September. Abgerufen am 16. Januar 2021.
- ↑ Peter Neumann: Nach 77 Jahren: Berlin nimmt Abschied von den Avus-Rennen. In: Berliner Zeitung. 30. April 1998, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 14. April 2013; abgerufen am 28. Oktober 2012.
- ↑ Straßen und Brücken für Berlin – Erneuerung der A 115 (AVUS). Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, abgerufen am 16. November 2012.
- ↑ Das letzte große Avus-Rennen. In: Die Welt, 9. September 1996
- ↑ Briefmarken und Sammlermünzen. Briefmarken Juli 2021. Bundesministerium der Finanzen (BMF), abgerufen am 29. Dezember 2024.
- ↑ 52° 28′ 43,8″ N, 13° 14′ 54,7″ O AVUS im Bereich Hüttenweg
- ↑ Auf den Spuren von 007. Abgerufen am 18. Dezember 2022.
- ↑ Andreas Conrad: Straße des Westens. In: Der Tagesspiegel. 8. Januar 2011, abgerufen am 18. Oktober 2016.
- ↑ Die Avus-Südkurve, die nie gebaut wurde. In: B.Z. 12. März 2012, abgerufen am 8. Juni 2023.










