Im Jahr 1526 neigt sich der Deutsche Bauernkrieg seinem Ende zu. Nur noch in Salzburg und Tirol gibt es nennenswerte Aufstände und auch diese werden bis zum Sommer niedergeschlagen.
Anfang des Jahres scheinen auch die Italienischen Kriege nach mehr als 20 Jahren mit dem Frieden von Madrid zwischen dem deutschen König Karl V. und dem in Gefangenschaft befindlichen französischen König Franz I. endlich zu Ende zu gehen, doch im Mai flammen sie nach der Gründung der Liga von Cognac neuerlich auf, die im Herzogtum Mailand einmarschiert und die kaiserlichen Truppen dabei in einer schwachen Position trifft.
Entwicklung der Machtbereiche in Ungarn nach der Schlacht bei Mohács
14. Januar: König Karl V. und der gefangene französische König Franz I. schließen knapp ein Jahr nach der Schlacht bei Pavia den Frieden von Madrid. Der französische König verzichtet darin unter anderem auf Neapel und Mailand und sichert die Rückgabe Burgunds zu. Zugleich wird vereinbart, dass er im Gegenzug für seine Freilassung zwei Söhne als Geiseln nach Spanien zu geben hat. Am 18. März erfolgt am Bidasoa an der Grenze zu Frankreich der Austausch. Die beiden Prinzen werden von der Regentin Luise von Savoyen den Spaniern übergeben und Franz kehrt in seine Heimat zurück. Unmittelbar nach seiner Rückkehr erklärt er jedoch die Friedensbedingungen für erzwungen und für daher nichtig. Hierzu erhält er die Rückendeckung des Papstes, der nun angesichts der Machtfülle Karls V. zu dessen Gegner mutiert.
22. Mai: Franz I. bildet gemeinsam mit Papst Clemens VII., Francesco Sforza, dem Herzog von Mailand, sowie den Republiken Venedig und Florenz die Liga von Cognac gegen Kaiser Karl V.; wenig später beginnt der zweite Krieg zwischen Franz I. und Karl V. Die Truppen der Liga marschieren unter der Führung des Herzogs von Urbino, Francesco Maria I. della Rovere, im Herzogtum Mailand ein. Die kaiserlichen Truppen in der Lombardei befinden sich zu diesem Zeitpunkt in einer militärisch schwachen Position: sie sind zahlenmäßig nicht stark, der Sold steht seit langem aus und bei der einheimischen Bevölkerung sind sie verhasst. Georg von Frundsberg, der Sieger von Pavia, sammelt daraufhin in kaiserlichem Auftrag ein Landsknechtheer und zieht mit 20.000 Mann gegen die päpstlichen Truppen, die er am Jahresende bei Brescia schlägt.
Der Memminger Vertrag mit den zehn Siegeln von 1526
Januar: Zwischen dem Fürststift Kempten und seinen Untertanen wird der Memminger Vertrag geschlossen, der den Bauern vom weltlich-geistlich regierten Fürststift gewisse Rechte gewährt. Der größte Vorzug für die Bauern ist dabei das Ende der willkürlichen Steuer- und Gebührenentscheide des Fürstabts.
Flugblatt mit Spottlied gegen die aufständischen Bauern vor Radstadt
9. Mai: In seinem Entwurf einer neuen Tiroler Landesordnung konzipiert der Bauernführer Michael Gaismair einen egalitären, christlich-demokratischen Knappen- und Bauernstaat. Er sammelt im Anschluss Getreue um sich und unterstützt den Bauernaufstand in Salzburg.
Mai/Juni: Während er Radstadt belagert, schlägt Michael Gaismair erfolgreiche Gefechte gegen heranrückende Heere.
2. Juli: Michael Gaismair und sein Bauernheer erleiden in der Schlacht bei Radstadt eine vernichtende Niederlage. Damit endet der Bauernkrieg in Tirol. Gaismair entkommt über die Alpen nach Venetien.
Der protestantische Torgauer Bund (lila) und der katholische Dessauer Bund (gelb)
27. Februar/5. März: Als Reaktion auf den Dessauer Bund mehrerer katholischer Fürsten schließen Kurfürst Johann der Beständige von Sachsen und Landgraf Philipp von Hessen in Gotha ein Verteidigungsbündnis, dem sich im Sommer eine Reihe weiterer Fürsten anschließen, darunter die Herzöge von Preußen, Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Güstrow sowie Braunschweig-Lüneburg und Braunschweig-Grubenhagen (Torgauer Bund).
12. Juni: Dem Torgauer Bund treten mit dem Magdeburger Vertrag weitere norddeutsche Fürsten protestantischen Glaubens bei, was den politischen Einfluss der Vereinigung in der Zeit der Reformation stärkt.
25. Juni: Der Bundstag der Drei Bünde beschließt die zweiten Ilanzer Artikel, mit denen die Rechte der katholischen Kirche und des Bischofs stark beschnitten werden.
27. August: Der Reichstag zu Speyer beschließt in der Religionsfrage den Reichsständen zu erlauben, für sich also zu leben, zu regieren und zu halten, wie ein jeder solches gegen Gott, und Käyserl. Majestät hoffet und vertraut zu verantworten. Damit ist das Wormser Edikt faktisch aufgehoben; eine endgültige Entscheidung wird einem noch einzuberufenden Nationalkonzil vorbehalten.
Bildnis von Carlos V und Isabel de Portugal, Kopie von Peter Paul Rubens nach einem verlorenen Original von Tizian
10. März: Der deutsche König Karl V., zugleich als Carlos I. König von Spanien, heiratet in SevillaIsabella von Portugal, die Schwester des portugiesischen Königs Johann III. Der Hochzeit sind jahrelange Verhandlungen über kolonialpolitische Streitigkeiten und über die Höhe der Mitgift vorausgegangen. Wegen des engen Verwandtschaftsverhältnisses der beiden benötigen sie einen Dispens, den Papst Clemens VII. erteilt. Obwohl die Heirat des Kaiserpaars rein politisch motiviert ist, verlieben sich die Eheleute rasch ineinander und führen eine äußerst glückliche Ehe. Im Sommer übersiedelt das Paar nach Granada und logiert bis Jahresende in der Alhambra. Der Kaiser wird deshalb sogar von Mitgliedern des Staatsrates gerügt, seine Flitterwochen nicht zu lange auszudehnen.
April: Nachdem das Königreich Ungarn Tributzahlungen verweigert hat, marschiert ein osmanisches Heer von angeblich 50.000 bis 60.000 Mann unter Sultan Süleyman I. von Belgrad aus Richtung Buda.
10. September: Die Osmanen erobern Buda. Am 25. September wird Pest in Brand gesteckt. Danach rückt das osmanische Heer über Belgrad wieder ab. Nur in den Grenzfestungen liegen noch osmanische Truppen.
16. Oktober: Ludwigs Onkel Johann Zápolya wird in Tokaj von einer Mehrheitsvertretung des niederen und mittleren weltlichen Adels und der hohen Geistlichkeit zum König von Ungarn gewählt. Seine Wahl wird von einer weiteren Versammlung in Stuhlweißenburg am 10. November bestätigt und er wird am folgenden Tag als Johann I. mit der Stephanskrone gekrönt.
16. Dezember: Ludwigs Schwager Ferdinand I. aus dem Haus Habsburg, der am 22. Oktober von einer Ständeversammlung bereits zum König von Böhmen gewählt wurde, wird von den Ständen in Preßburg zum König von Ungarn gewählt. Zu den wenigen ungarischen Unterstützern Ferdinands zählen prominente hohe Adelige, vor allem aus Westungarn. Im folgenden Jahr kommt es zum Bürgerkrieg in Ungarn.
10. März: Mit dem kinderlosen Tod von Janusz III. stirbt die Linie der masowischen Piasten im Mannesstamm aus, und das Herzogtum Masowien wird als erledigtes Lehen durch die polnische Krone eingezogen. Seine Schwester Anna von Masowien muss trotz Unterstützung durch masowische Magnaten noch im selben Jahr auf den Herzogsthron verzichten.
9. Juni: Nach dem Tod von Go-Kashiwabara am 19. Mai wird sein jüngerer Bruder Go-Nara Tennō von Japan. Aufgrund finanzieller Probleme kann seine Krönungszeremonie allerdings erst im Jahre 1536 abgehalten werden.
Die spanische Expedition von García Jofre de Loaísa auf der Suche nach einem Seeweg zu den Gewürzinseln um die Südspitze Südamerikas erreicht im Januar unter großen Schwierigkeiten Patagonien. Bereits zu diesem Zeitpunkt hat das Flaggschiff Santa Maria de la Victoria zeitweilig den Kontakt zu den anderen sechs Schiffen des Geschwaders verloren. In den folgenden Monaten driften die Schiffe unterschiedlicher Bauart immer wieder auseinander, wobei zwei von ihnen Schiffbruch erleiden. Die Besatzung eines weiteren meutert und setzt sich in den Atlantik ab. Die San Lesmes unter dem Kommando von Francisco de Hoces wird beim Versuch, in die Magellanstraße einzufahren, so weit südlich abgetrieben, dass er möglicherweise als Entdecker der Drake-Passage zu bezeichnen ist. Mitte Mai gelangt Loaísa schließlich mit den vier verbliebenen Schiffen doch noch in den Pazifik, wo das Geschwader endgültig durch einen Orkan getrennt wird. Die San Lesmes verschwindet für immer ohne jede Spur. Die Santiago segelt 10.000 km nordwärts und erreicht als erstes Schiff von Europa aus die mexikanische Pazifikküste. Der Santa María del Parral gelingt die Durchquerung des Pazifiks, vor Celebes erleidet sie jedoch Schiffbruch. Die Santa Maria de la Victoria ist das einzige Schiff, das das Expeditionsziel erreicht. Weder Loaísa noch sein Chefnavigator Juan Sebastián Elcano überleben allerdings die Pazifiküberfahrt. Loaísa stirbt am 30. Juli, Elcano am 4. August. Das Kommando übernimmt zunächst Alonso Toribio de Salazar. Am 21. August sichtet er die Marshallinseln, die Strömung ist jedoch zu stark zum Anlanden. Wenige Tage später erreicht man Guam. Am 5. September stirbt Salazar an Skorbut. Über Mindanao auf den Philippinen und Celebes erreicht die Expedition die östlichen Teile der Gewürzinseln bei Halmahera, wo es zu Gefechten mit den Portugiesen kommt.
31. Mai: Cord Broyhan erfindet in Hannover das Broyhan-Bier. Dieses hellbraune, obergärige Bier wird rasch zu einem Exportschlager der Stadt, der ihr eine wirtschaftliche Blüte beschert.
Albrecht Dürer vollendet die beiden zusammenhängenden Gemälde Die vier Apostel, sein letztes großes malerisches Werk. Sie werden als Stiftung Dürers nach Art mittelalterlicher Gerechtigkeitsbilder in der oberen Regimentsstube der Stadt Nürnberg aufgehängt.
Frühjahr: Die erste vollständige Übersetzung des Neuen Testaments ins Englische von William Tyndale wird in Worms durch Peter Schöffer den Jüngeren mit einer Auflage von 6000 Exemplaren gedruckt, nachdem ein erster Druckversuch in Köln durch die katholische Kirche unterbunden worden ist. Die Übersetzung von Tyndale wird in England verboten und seine Bücher verbrannt.
19. Oktober: Beginn der von Landgraf Philipp von Hessen einberufenen Homberger Synode; sie beschließt die Einführung einer evangelischen Landeskirchenordnung für die Landgrafschaft. Die hessischen Klöster werden säkularisiert, die Predigt nach lutherischer Lehre vorgeschrieben; erstmals werden auch Kirchenbücher angelegt.
nicht vor 12. Januar: Biagio Buonaccorsi, Amtsträger der Republik Florenz und Dichter (* vermutl. 1472)
April: Nicolaus Baumann, deutscher Gelehrter, Doktor der Rede, Professor der Geschichte und Politik sowie mittelniederdeutscher Schriftsteller (* um 1450)
Dezember: Lê Chiêu Tông, Kaiser Vietnams der Lê-Dynastie (* 1506)
Ende des Jahres: Petrus Martyr von Anghiera, italienischer Mönch, Geschichtsschreiber, Kartograf und Chronist, Prior der Kathedrale von Granada und designierter Bischof von Jamaika (* 1457)
Berend Bomhover, Ratsherr und Flottenführer der Hansestadt Lübeck
Johannes Dörig, Schweizer katholischer Pfarrer und Reformator (* um 1490)