Yvonit kristallisiert im triklinen Kristallsystem und entwickelt nur kleine, tafelige Kristalle bis etwa 0,15 Millimeter Länge, die nach der c-Achse gestreckt und meist in radialstrahligen oder kugeligen Mineral-Aggregaten angeordnet sind. Die Kristalle selbst sind durchsichtig und von türkisblauer Farbe und weisen auf den Flächen einen glasähnlichen Glanz auf, allerdings wirkt das Mineral aufgrund der multikristallinen Ausbildung in Aggregatformen eher durchscheinend bis undurchsichtig. Auf der Strichtafel hinterlässt Yvonit ebenfalls einen blauen Strich.
Entdeckt wurde Yvonit durch M. G. Favreau in der Grube „Salsigne“, die an der Südseite des Montagne Noire und etwa 15km nördlich von Carcassonne im französischen Département Aude liegt.
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[10]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Yvonit ebenfalls in die Abteilung der „Phosphate usw. ohne zusätzliche Anionen; mit H2O“ ein. Diese Abteilung ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen und dem Stoffmengenverhältnis vom Phosphat-, Arsenat- bzw. Vanadatkomplex zum enthaltenen Kristallwasser, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit ausschließlich mittelgroßen Kationen; RO4:H2O=1:1“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 8.CB.25 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Yvonit die System- und Mineralnummer 39.01.10.01. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige saure Phosphate etc.“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige saure Phosphate etc., A+[HXO4] × x(H2O)“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 39.01.10.
Die Kristallstruktur besteht aus zwei unabhängigen, symmetrisch verzerrten CuO5(H2O)-Oktaedern, die an einer Kante miteinander verknüpft sind und Ketten parallel der c-Achse bilden. Zwei ebenfalls unabhängige, verzerrte ASO3(OH)-Tetraeder vernetzen diese Ketten zu Schichten parallel der Gitterebene ‚a‘. Zwischen den Schichten befinden sich zwei unabhängige und symmetrisch angeordnete H2O-Moleküle, die nur schwach über ein Netz von Wasserstoffbrücken miteinander verbunden sind. Die schwache Bindung zwischen den Schichten ist auch der Grund für die vollkommene Spaltbarkeit des Minerals in dieser Richtung.
Außer an seiner Typlokalität, der Grube „Salsigne“ bei Carcassonne konnte das Mineral in Frankreich bisher nur noch in der Grube „Cap Garonne“ nahe Le Pradet im Département Var gefunden werden. Weitere bisher dokumentierte Fundorte sind Jáchymov (deutsch Sankt Joachimsthal) im böhmischen Teil des tschechischen Erzgebirges und die Tsumeb Mine in Namibia (Stand 2022).[11]
Yvonit hat aufgrund seiner Seltenheit außer als Mineralprobe keinerlei wirtschaftliche Bedeutung, ist jedoch aufgrund seiner ansprechenden Farbe dennoch ein begehrtes Sammlermineral.
Halil Sarp, Radovan Černý:Description and crystal structure of yvonite, Cu(AsO3OH)·2H2O. In: American Mineralogist. Band83, 1998, S.383–389 (minsocam.org[PDF; 209kB; abgerufen am 20.Februar 2023]).
Yvonite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 22.November 2022(englisch).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.475 (englisch).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑David Barthelmy:Yvonite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 22.November 2022(englisch).
12345678
Yvonite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org[PDF; 52kB; abgerufen am 22.November 2022]).
12345Yvonite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 22.November 2022(englisch).