Witzkeit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem, ist farblos und durchsichtig und konnte bisher nur in Form winziger, tafeliger Kristalle bis etwa 140 Mikrometern Länge gefunden werden. Diese zeigen eine deutliche Spaltbarkeit rechtwinklig zur c-Achse und einen glasähnlichen Glanz auf den Oberflächen.
Erstmals entdeckt wurde Witzkeit im Guano-Bergbaugebiet am Punta de Lobos in der chilenischen Región de Tarapacá. Beschrieben wurde er 2011 durch Fabrizio Nestola, Fernando Cámara, Nikita V. Chukanov, Daniel Atencio, José M.V. Coutinho, Reynaldo R. Contreira Filho und Gunnar Färber, die das Mineral nach dem deutschen Mineralogen Thomas Witzke (* 1963) benannten, um dessen Beiträge zu mineralischen Umwandlungs- bzw. Verwitterungsprozessen und deren Produkte zu ehren, die zudem zur Erstbeschreibung zahlreicher neuer, hauptsächlich sekundärer Minerale führten.
Das Typmaterial des Minerals wird in der Mineralogischen Sammlung der geowissenschaftlichen Abteilung der Universität Padua in Italien aufbewahrt (Katalog-Nr. MMP M10009).
Die von der Mineraldatenbank „Mindat.org“ weitergeführte Strunz-Klassifikation ordnet den Witzkeit ebenfalls in die Abteilung der „Sulfate (Selenate usw.) mit zusätzlichen Anionen, mit H2O“ (englischSulfates (selenates, etc.) with additional anions, with H2O) und dort in die Unterabteilung „Mit großen bis mittelgroßen Kationen; mit NO3, CO3, B(OH)4, SiO4 oder IO3“ (englischWith large and medium-sized cations; with NO3, CO3, B(OH)4, SiO4 oder IO3). Hier ist er als einziges Mitglied in einer neu definierten, aber unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 7.DG.60 zu finden.[6]
Witzkeit bildete sich, vergesellschaftet mit Dittmarit und Nitronatrit, in der Oxidationszone des als Typlokalität benannten Guano-Bergbaugebietes am südöstlichen Hang des Punta de Lobos in Chile. Es ist auch der bisher einzige bekannte Fundort des Minerals (Stand 2024).[7]
Fabrizio Nestola, Fernando Cámara, Nikita V. Chukanov, Daniel Atencio, José M.V. Coutinho, Reynaldo R. Contreira Filho, Gunnar Färber:Witzkeite: A new rare nitrate-sulphate mineral from a guano deposit at Punta de Lobos, Chile. In: American Mineralogist. Band97, 2012, S.1783–1787, doi:10.2138/am.2012.4109 (englisch, researchgate.net[PDF; 1,2MB; abgerufen am 24.August 2021]).
P. A. Williams, F. Hatert, Marco Pasero, S. J. Mills:IMA Commission on new minerals, nomenclature and classification (CNMNC) Newsletter 12. New minerals and nomenclature modifications approved in 2012. In: Mineralogical Magazine. Band76, Nr.1, 2012, S.151–155 (englisch, rruff.info[PDF; 80kB; abgerufen am 24.August 2021]).
Witzkeite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 343kB; abgerufen am 24.August 2021]).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12345678910111213141516Fabrizio Nestola, Fernando Cámara, Nikita V. Chukanov, Daniel Atencio, José M.V. Coutinho, Reynaldo R. Contreira Filho, Gunnar Färber:Witzkeite: A new rare nitrate-sulphate mineral from a guano deposit at Punta de Lobos, Chile. In: American Mineralogist. Band97, 2012, S.1783–1787, doi:10.2138/am.2012.4109 (englisch, researchgate.net[PDF; 1,2MB; abgerufen am 24.August 2021]).