Wing Commander: Prophecy
| Wing Commander: Prophecy | ||
| Entwickler | ||
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| Veröffentlichung | 16. Dezember 1997 (Win) 4. Juni 2003 (GBA) | |
| Plattform | PC (Windows), GBA | |
| Spiel-Engine | Vision-Engine (Advanced Technology Group) BlueRoses (GBA) | |
| Genre | Weltraum-Flugsimulation | |
| Spielmodus | Einzelspieler Mehrspieler (nur GBA) | |
| Steuerung | Maus & Tastatur, Joystick | |
| Medium | CD-ROM, DVD-ROM, Download | |
| Sprache | Deutsch | |
| Altersfreigabe |
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| Information | Die untere Wertung bezieht sich auf die GBA-Fassung des Spiels. | |
Wing Commander: Prophecy ist eine Weltraumactionsimulation von Origin Systems aus dem Jahr 1997. Es handelt sich um das erste Spiel der gleichnamigen Serie, das nicht mehr unter der Leitung des Serienschöpfers Chris Roberts entstand, nachdem dieser das Unternehmen verlassen hatte. Die Handlung des Spiels ist nach den Ereignissen des Kriegs gegen die Kilrathi angesiedelt und eröffnet einen neuen Handlungsrahmen. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Pilotenneulings Lance Casey, der an Bord der „TCS Midway“ auf die insektoide Alienrasse der Nephilim stößt. Das Spiel erschien ursprünglich für Windows, 2003 erfolgte eine Adaption des Spiels für den Game Boy Advance.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wing Commander: Prophecy spielt im Jahr 2681, zwölf Jahre nach der Zerstörung von Kilrah in Wing Commander III – The Heart of the Tiger. Die Einführung des Spiels beginnt mit einer alten Kilrathi-Prophezeiung, laut der eine große Zeit der Dunkelheit bevorsteht, sobald einer, der das Herz eines Kilrathis trägt und doch kein Kilrathi ist, die Kilrathi unterwerfen werde. Die Prophezeiung erfüllt sich, als sich im Kilrah-System ein Sprungtor öffnet, durch das ein fremdes Raumschiff das System betritt und alle Konföderationsschiffe vor Ort vernichtet. Ohne Kenntnisse dieser neuen Gefahr herrscht derweil noch Ruhe im Herrschaftsbereich der Konföderation, die aufgrund der anhaltenden Friedensphase bereits seit längerem mit der Reduzierung und Neuorganisation ihrer militärischen Mittel begonnen hat. Dazu zählt auch die Einführung der von Christopher Blair entworfenen Riesenträgerschiffe der Midway-Klasse, benannt nach ihrem ersten Vertreter, der „TCS Midway“. Kurz vor ihrem Jungfernflug werden der junge Akademieabsolvent Lance Casey (dessen Rufzeichen laut WCPedia vermutlich „Frosty“ lautet[1]), der neue Spielercharakter und zugleich Sohn von Michael „Iceman“ Casey, einem Piloten der „TCS Tiger's Claw“ in Wing Commander I, und sein Freund Maxwell „Maestro“ Garrett an Bord des Trägerschiffs versetzt. Ebenfalls an Bord sind der inzwischen zum Commodore beförderte Blair, die Piloten Todd „Maniac“ Marshall und Jacob „Hawk“ Manley und Cheftechnikerin Rachel Coriolis.
Während viele Besatzungsmitglieder anfangs noch von einer ruhigen Mission ausgehen, erhält die „Midway“ sehr bald einen Notruf eines Kilrathi-Kreuzers aus dem H'rekkah-System. Bei einem Aufklärungsflug werden Casey und seine Begleiter erstmals von Raumschiffen der unbekannten Alienrasse attackiert. In Unkenntnis ihrer Herkunft werden die Angreifer auf den Namen Nephilim getauft. Um eine Meldung an das Hauptquartier absenden zu können, nähert sich die „Midway“ einer verlassenen konföderierten Relaisstation. Die Station entpuppt sich als Hinterhalt der Nephilim und Blair, der die Station zusammen mit einem Trupp Marines und Lt. Col Gash Dekker betreten hatte, wird von den Invasoren entführt.
Nach diesem Fehlschlag begibt sich die „Midway“ in das T'lan-Meth-System, wo sie eine Kilrathi-Kolonie gegen die Angriffe der Nephilim verteidigen muss. Es gelingt ihr, eine von den Angreifern besetzte Weltraumbasis der Kilrathi zurückzuerobern, auf der auch der zuvor entführte Blair befreit werden kann. Die „Midway“ erhält dadurch Kenntnisse über die mächtige Plasmawaffe der Aliens, der die terranische Abwehrtechnik nichts entgegenzusetzen hat. Es gelingt Casey in einer Folgemission, eine solche Waffe für die „Midway“ sicherzustellen. Nachdem die Angreifer in mehreren Missionen zurückgeschlagen werden konnten, springt die „Midway“ für die finale Konfrontation in das Kilrah-System, wo die Nephilim mittlerweile ein dauerhaftes Sprungtor geöffnet haben, durch das permanenter Einheitennachschub in das System eindringt. Nach der Zerstörung eines Nephilim-Großschlachtschiffes und der sieben Kontrolltürme des Tores durch den Spieler, gelingt es schließlich, das Sprungtor dauerhaft zu versiegeln. Blair, der die Infiltration der letzten Kontrollstation persönlich führt, gelingt es allerdings nicht mehr, die Station rechtzeitig vor der Explosion zu verlassen. Das Spiel endet mit der Rückkehr und dem feierlichen Empfang Caseys auf der „Midway“.
Spielprinzip
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wing Commander: Prophecy übernimmt das Spielprinzip seiner beiden unmittelbaren Vorgänger und strafft den Ablauf lediglich in einigen Punkten. Es besteht weiterhin aus einer Mischung von Weltraumkampfmissionen und filmischen Dialogen und Zwischensequenzen. Im Gegensatz zum Vorgänger wurde die Zahl der Missionen jedoch weiter erhöht und die Filmsequenzen im Gegenzug reduziert. Die Zahl der Schauplätze an Bord des Trägers wurde auf drei beschränkt und auch die zahlreichen kleineren Entscheidungsmöglichkeiten im Rahmen der Filmdialoge wurden wieder aus dem Spiel entfernt.
Kleinere Verzweigungen des Spiels ergeben sich durch die Ausführung der Missionen. So können Missionen auch bei Nichterreichen aller Missionsziele noch abgeschlossen werden. Je nachdem werden jedoch zusätzliche Missionen erforderlich oder die Zahl der Feinde erhöht sich. Eine Besonderheit des Gegnerdesigns ist die Fähigkeit der Alienschiffe, sich zu größeren Kampfeinheiten zu verbinden. Diese erhalten dadurch eine höhere Durchschlagskraft. Umgekehrt kann ein Angriff auf ein solches Konglomerat dazu führen, dass sich das Schiff nach seiner Zerstörung in seine Einzeleinheiten auflöst, die danach ebenfalls wieder zerstört werden müssen.[2]
Am Ende jeder Mission kann der Spieler eine Bewertung seines Einsatzes einsehen. Diese verrechnet die Missionserfolge mit den spielerischen Leistungen wie Beschädigung des eigenen Jägers und Präzision beim Schießen und wandelt dies in eine Prozentbewertung um. Ein zuvor angekündigter Mehrspieler-Modus wurde letztlich nicht integriert.[2][3] Lediglich die sechs Jahre später veröffentlichte Version für die Handheld-Konsole Game Boy Advance bietet einen Deathmatch- und Team-Battle-Modus für bis zu vier Spieler.[4]
Entwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wing Commander: Prophecy war das erste Spiel, an dem Serienschöpfer Chris Roberts nicht mehr aktiv mitwirkte. Das Leitungsteam bestand aus Mark Day und David Downing sowie Adam Foshko als Regisseur der Zwischensequenzen.[2] Die Entwicklungsarbeiten an einem neuen Handlungs-Kapitel begannen im September 1996 und sollten nach der Beendigung der Kilrathi-Thematik und dem Weggang Roberts zugleich einen Neuanfang symbolisieren. Nachdem Wing Commander IV exzessiv von Filmen dominiert war, wollte sich das neue Designteam für Wing Commander: Prophecy stärker an den ersten Teilen der Serie orientieren. Die Zahl der Videosequenzen wurde deutlich reduziert und der Fokus verstärkt auf die Weltraummissionen gelegt. Das Entwicklungsbudget sank derweil auf drei Millionen US-Dollar ohne Marketingkosten. Dennoch wurde auch für Prophecy wieder mit Kulissen gearbeitet.[5] Sofern eine 3Dfx- oder Direct3D-fähige Grafikkarte vorhanden war, konnten Spieler zum ersten Mal in der Wing-Commander-Geschichte hardwarebeschleunigte Grafik bewundern. Diese war zwar keine Voraussetzung für die Lauffähigkeit des Spiels, bot aber nur mit dieser Zusatzhardware zusätzliche Grafikeffekte wie etwa Flare-Effekte.[3]
Für das Raumschiffdesign wurde der bekannte Industriedesigner Syd Mead (Tron, Blade Runner, Aliens) engagiert.[2] Mark Hamill, Tom Wilson und Ginger Lynn Allen kehrten in ihre bereits zuvor verkörperten Rollen zurück. Eine kleinere Komparsenrolle als Jägerpilot übernahm zudem Smudo, Mitglied der deutschen Hip-Hop-Gruppe Die Fantastischen Vier.[5]
2003 wurde Wing Commander: Prophecy von Raylight Studios auf den Game Boy Advance portiert. Im Gegensatz zur PC-Fassung musste auf die filmische Inszenierung verzichtet werden und durch die geringe 3D-Leistung der Handheld-Konsole die Grafikleistung deutlich reduziert werden. Hinzu kamen die Speicherplatzbeschränkungen der Steckmodule und die geringe Tastenzahl des Handhelds. Zwischensequenzen wurden daher in Spielgrafik der Handheld-Version und Filme in Standbilder mit Bildschirmtexten umgewandelt. Technische Grundlage bildete die BlueRoses-Engine des italienischen Entwicklers.[4][6] Die GBA-Version erhielt gegenüber der PC-Version von der USK eine niedrigere Altersfreigabe ab 6 Jahren.
Das später für PC erschienene Prophecy Gold beinhaltete zusätzlich noch den kostenlosen Downloadableger Wing Commander: Secret Ops.[7]
Nach dem Ende des offiziellen Supports durch Origin kümmerte sich die Fan-Community selbst weiter um den Support für das Spiel. Beispielsweise wurden durch die Community inoffizielle Patches zur Verbesserung der Kompatibilität mit neueren Windows-Versionen und neuerer PC-Hardware entwickelt.[8][9]
Besetzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Rolle | Schauspieler | Synchronsprecher |
|---|---|---|
| Lance R. Casey | Steven Petrarca | |
| Maxwell „Maestro“ Garrett | Neill Barry | |
| Todd „Maniac“ Marshall | Tom Wilson | Jan Odle |
| Jacob „Hawk“ Manley | Chris Mulkey | Reent Reins |
| Jean „Stiletto“ Talvert | Heather Stephens | |
| Terrence „Zero“ O’Hearn | Adam Lazarre-White | |
| Aurora Finley | Mindy Hester | |
| Jason „Dallas“ Fargo | Joel Stoffer | |
| Captain Daniel Wilford | Peter Jason | Hans Sievers |
| Cdr. Patricia Drake | Lauren Sinclair | Katja Brügger |
| Rachel Coriolis | Ginger Lynn | Sabine Falkenberg |
| Lt. Col. Gash Dekker | Jeremy Roberts | |
| Christopher „Maverick“ Blair | Mark Hamill | Frank Röth |
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wing Commander: Prophecy erhielt überwiegend sehr gute Bewertungen. Allgemein positiv bewertet wurde die Rückkehr zu den traditionellen Spielwerten und die Reduktion der Filminszenierung. Gelobt wurden die grafische und akustische Inszenierung, die Missionen wurden als etwas abwechslungsarm, aber unterhaltsam eingestuft.
Die GBA-Version erhielt ebenfalls gute Bewertungen und wurde als gelungene Portierung bezeichnet, die zwar durch deutliche Einschränkungen gegenüber dem Original gekennzeichnet sei, aber die wichtigen Elemente der Vorlage gut übertrage und sich auf Augenhöhe mit anderen Konkurrenzprodukten auf der GBA-Plattform befinde. Kritisiert wurden hauptsächlich die Steuerung und Tastenbelegung, die als holprig bezeichnet wurde und durch Doppelbelegungen häufiger zu falschen Eingaben verleite.
Wing Commander: Prophecy war zugleich der letzte Teil der Hauptserie. Obwohl die Handlung ursprünglich auf mehrere Teile ausgelegt war,[2] wurde die Reihe von Origin/Electronic Arts nicht mehr weitergeführt. Im Anschluss an Prophecy experimentierte Origin in Form der Wing Commander: Secret Ops noch mit der Veröffentlichung eines Download-Episodenformats, das auch in der später veröffentlichten Budgetfassung Prophecy Gold enthalten war.
Wertungsspiegel PC
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Wertungsspiegel Game Boy Advance |
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Wing Commander: Prophecy bei MobyGames (englisch)
- Wing Commander News. Umfangreiches Archiv zur Wing-Commander-Reihe.
- Deutschsprachiges Forum mit aktuellen Newsmeldungen, umfangreicher Datenbank sowie Downloadbereich rund um Wing Commander
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Wing Commander Encyclopedia Project - Lance Casey
- 1 2 3 4 5 6 Oliver Menne: Wing Commander Prophecy: Offenbarung. In: PC Games. Nr. 02/1998, Februar 1998, S. 86–90 (pcgames.de [ARTIKELSCAN]).
- 1 2 3 Chris Anderson: Wing Commander Prophecy. In: PC Zone. Nr. 59, Januar 1998, S. 70–73 (englisch, pixsoriginadventures.co.uk [ARTIKELSCAN]).
- 1 2 3 Wing Commander: Prophecy Review - gamespot.com ( vom 6. Juli 2013 im Internet Archive)
- 1 2 Markus Krichel: Wing Commander: Prophecy - Alien Invasion. In: PC Games. Nr. 08/1997, August 1997, S. 20–24 (wcnews.com [ARTIKELSCAN]).
- 1 2 Craig Harris: Wing Commander: Prophecy. In: IGN. News Corp, 9. Juni 2003, abgerufen am 1. April 2012 (englisch).
- ↑ Christian Klaß: Wing Commander Fans aufgepaßt! In: Golem.de. 22. Oktober 1998, abgerufen am 28. April 2012.
- ↑ Prophecy Enhancement Pack Reminder. wcnews.com, 9. Mai 2009, abgerufen am 2. Dezember 2013 (englisch): „HCl's Prophecy Enhancement Pack is an awesome thing. It runs WCP in high resolution, adds online multiplayer, allows DVD quality videos to be patched in and fixes bugs that were part of the original game.“
- ↑ OpenGL Does DVDs. wcnews.com, 27. August 2011, abgerufen am 2. Dezember 2013 (englisch): „PopsiclePete reports that Pedro has updated the OpenGL renderer for WCP and SO to version 1.2.1. The new version is designed to work properly with HCl's Enhancement Pack -- meaning that it should now work correctly with the DVD upgraded version of Wing Commander Prophecy! The OpenGL package updates Prophecy's graphics for higher resolutions, adds improved effects and even high resolution textures.“
- ↑ Jörg Langer: Bombast-Welraumaction: Wing Commander Prophecy. In: GameStar. Nr. 02/1998, Februar 1998, S. 50–63.
- 1 2 Pressespiegel zu Wing Commander: Prophecy in der PC Games Database. Abgerufen am 2. April 2012
- ↑ Tery Coleman: Prophecy Motive. In: Computer Gaming World. Nr. 159, Oktober 1997, S. 94–101 (englisch, cgwmuseum.org [ARTIKELSCAN]).
- ↑ Wing Commander: Prophecy Review ( vom 6. Juli 2013 im Internet Archive)
- ↑ Thorsten Wiesner: Spieletest: Wing Commander Prophecy - GBA-Weltraum-Action. In: Golem.de. 30. September 2003, abgerufen am 28. April 2012.


