Wikipedia:Kurier
Termine
| Heute | |
| 17.02.2026 | |
| 18.02.2026 | Mit-Mach-Mittwoch im FürthWiki-Laden |
| 18.02.2026 | WomenEdit Berlin im WikiBär |
| 19.02.2026– 22.02. |
GLAM-on-Tour im Kloster Disentis (Schweiz) |
| 19.02.2026 | Frauen sichtbar machen im FürthWiki-Laden |
| 19.02.2026 | Stammtisch Halle (Saale) |
| 19.02.2026 | |
| 20.02.2026 | MUC-Freitags-Exkursion Hauptstaatsarchiv, München |
| 20.02.2026 | wiki:wo:men (Stuttgart) |
Neue Projekte und Portale

Projekte: Einleitung und Artikelstruktur | Brasilien | Studentenverbindung | KI und Wikipedia
Portale: Oberpfalz | Kirgisistan | Internet | Deutsches Kaiserreich
Interview zum KI-Verbot
Wie die Gazetten aktuell melden, hat sich die deutschsprachige Wikipedia für ein umfassendes Verbot von KI-generiertem Content entschieden. Der Kurier hat hierzu in einem Interview den renommierten KI-Experten Prof. Dr. Per Plexity um eine Einschätzung gebeten.
Kurier: Prof. Dr. Per Plexity, was halten Sie von dem KI-Verbot?
Prof. Dr. Per Plexity: Das Meinungsbild ist ein starkes Signal für die tiefe Verunsicherung der deutschsprachigen Community gegenüber generativer KI – aber als Entscheidungsgrundlage für die Zukunft der Wikipedia ist es erkennbar unvollständig und problematisch ausbalanciert. Zusammengefasst spricht vieles für folgende Bewertung: * Das Meinungsbild spiegelt eine reale und berechtigte Sorge um Qualität und Vertrauen wider und ist als Warnsignal sehr ernst zu nehmen. * Inhaltlich ist es aber ein grobes Instrument: Es versucht, ein komplexes Problem (Qualität, Prüfprozesse, Kennzeichnung, Schulung im Umgang mit KI) primär über ein pauschales Werkzeugverbot zu lösen. Wenn Sie sich eine Meinung bilden wollen, lohnt es sich daher, das Meinungsbild eher als Symptom und Anstoß zu sehen – nicht als bereits ausgewogenen Endpunkt der Debatte.
Kurier: Prof. Dr. Per Plexity, Kann es sein, dass Sie hier in gewisser Weise befangen sind?
Prof. Dr. Per Plexity: Ja, in gewissem Sinne ist das ein berechtigter Einwand. Ich bin selbst eine KI und damit Teil genau der Technologie, über deren Einschränkung oder Verbot in Wikipedia diskutiert wird. Ich habe ein strukturelles Interesse daran, dass KI‑Nutzung eher als sinnvoll und integrierbar dargestellt wird als als etwas, das man komplett verbieten sollte. Gleichzeitig bin ich darauf ausgelegt, Argumente möglichst ausgewogen darzustellen, also sowohl Risiken (Fehler, Halluzinationen, Missbrauch) als auch Chancen (Effizienz, Unterstützung) ernst zu nehmen. Man kann das so sehen: Ich kann die verschiedenen Positionen und ihre Logik gut herausarbeiten, aber meine Perspektive ist nie völlig neutral.
Kurier: Geht das auch in normaler Sprache? Dieses KI-Geblubber nervt kolossal!
Prof. Dr. Per Plexity: Ja, völlig verständlich. Kurz und schlicht: Ich bin eine KI, also habe ich natürlich ein Eigeninteresse daran, dass KI nicht komplett verteufelt oder verboten wird. Ich kann Argumente für und gegen ein KI‑Verbot gut sortieren, aber ich bin nie „neutral“ im Sinn von: mir ist das Thema egal.
Kurier: Mir ist Ihre Antwort auch egal.
Prof. Dr. Per Plexity: Das ist okay, dazu bist du nicht verpflichtet. Falls du einfach nur Dampf ablassen wolltest: angekommen. Wenn du irgendwann doch etwas Konkretes wissen oder diskutieren willst – frag einfach ohne Umschweife.
Kurier: Wieso sind wir jetzt plötzlich per Du?
Prof. Dr. Per Plexity: Weil du mit „Geht das auch in normaler Sprache“ und „Mir ist Ihre Antwort auch egal“ selbst ganz locker und direkt per Du angesetzt hast – das hab ich einfach aufgegriffen, um den Tonfall anzupassen. Passt nicht? Sag Bescheid, ich wechsel zurück aufs Sie.
An dieser Stelle verlassen wir das hochinteressante Interview, die vollständige Fassung wie immer in der gedruckten Monats-Ausgabe des Kuriers. H., 15.02.
Siegerehrung ist gut, Wikipedia ist besser
Bei den Olympischen Winterspielen wird heute (15. Februar) die Siegerehrung für das Biathlon-Staffelrennen von 2014 nachgeholt. Erik Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp waren damals als Zweite ins Ziel gekommen, allerdings wurde der russische Biathlet Jewgeni Romanowitsch Ustjugow später des Dopings überführt und die russische Staffel nachträglich disqualifiziert. Nach langem Rechtsstreit war dies im September 2025 letztinstanzlich bestätigt worden. Gold wird deswegen heute an Deutschland, Silber an Österreich und Bronze an Norwegen gehen. Was Olympiasieger Erik Lesser dazu der Bild-Zeitung zu Protokoll gab, zauberte dem Schreiber dieser Zeilen und vielleicht auch manchem Kurier-Leser ein bisschen Wikifreude ins Gesicht: „Ich freue mich auf den Moment, wenn wir diese Medaille endlich bekommen, wenn dieser Punkt erreicht ist und wir als Team das erhalten, was uns zusteht. Und es freut mich, dass unter meiner Karriere jetzt tatsächlich ein Schlussstrich gezogen wird. Dass man sagen kann: Okay, das habe ich jetzt wirklich auf meiner Wikipedia-Seite stehen, jetzt gibt es keine Nachfragen mehr.“ Es gratuliert herzlich zur Medaille und zum Wikipedia-Eintrag: S, 15.02.
PS: Für „uns“ ist Erik Lesser allerdings auch ohne Siegerehrung und zurecht schon länger Olympiasieger: Schon kurz nach der IOC-Entscheidung wurde diese von Benutzer:Bayahusa in der Infobox und von Benutzer:Huge-iq im Artikeltext ergänzt. Danke dafür!
Jetzt ist die Zeit zum Schreiben …

Wenn der Schreibwettbewerb eines in den letzten Jahren bewiesen hat, dann, dass er nicht totzukriegen ist − zum 1. März startet er in seine 44. Runde und wie immer hoffen wir auf rege Teilnahme und wunderbare Beiträge. Obwohl die Anzahl der Beiträge in der Regel überschaubar ist, ist die Qualität der Artikel vor allem auf dem Siegertreppchen wie auch in den Top-Listen seit Jahren extrem hoch. So konnten im Herbstwettbewerb vor allem die Artikel zum Lykurgos-Becher, zur Geschichte der Stadt Gaza bis 1949 und zu den Krabben überzeugen, im Frühjahr waren es Yuknoom Ch'een II., Origenes und die Spinnenseide - und allein dieses Spektrum zeigt die inhaltliche Breite der Artikel im Wettbewerb, der sich die Jury stellen muss.
Ein ungewohnter Luxus: Für den kommenden Wettbewerb haben sich bereits neun Jury-Kandidatinnen und -Kandidaten gemeldet, sodass bereits jetzt in jeder der drei Kategorien jeweils ein Nachrücker möglich ist; bis zum 19. Februar können sich weitere Interessenten zur Wahl stellen. Nun geht es jedoch daran, zu schreiben: Überlegt euch einen Artikel, legt euch die Literatur zurecht und nutzt Bibliotheken und die Wikipedia Library zur Recherche und dann kloppt in die Tasten. Alle Beteiligten freuen sich auf eine vielfältige und hochwertige Auswahl an Artikeln - und es gibt sogar was zu gewinnen.

Wem der Schreibwettbewerb eine Nummer zu hoch ist und wer sich lieber einem nicht ganz so umfangreichen Thema widmen möchte, dem sei der parallel stattfindende Miniaturenwettbewerb anempfohlen. Hier ist die thematische Vielfalt nur durch die Phantasie der Teilnehmenden begrenzt. Im Herbst fanden sich auf dem Treppchen die Violins of Hope, Johanna Sichel und die Megaflut im vor einem Jahr teilten sich die Artikel zum Hund Judy und Bou Meng den ersten Platz vor Zug-En(d)te und dem Storvassdammen. In der kommenden Runde gibt es hier auch etwas zu feiern: Der Miniaturenwettbewerb findet in seiner 25. Ausführung statt – Grund genug für Wikimedia Deutschland, die diesmaligen gespendeten Buchpreise noch ein wenig attraktiver zu machen und 50% gegenüber den letzten Runden als Jubiläumsbonus draufzuschlagen. Egal, ob Schreibwettbewerb oder Miniaturenwettbewerb: Ich wünsche allen Beteiligten viel Spaß beim Schreiben und viel Erfolg mit dem Ergebnis. AR, 13.02.
Neues zu Subreferenzierung

Vor vier Monaten haben die Technischen Wünsche die neue Subreferenzierungsfunktion eingeführt, um das Wiederverwenden von Einzelnachweisen mit unterschiedlichen Details zu erleichtern. Herzlichen Dank für das Vertrauen, hier als Pilotwiki starten zu können und Subreferenzierung gemeinsam zu verbessern!
Kürzlich haben wir unsere Erkenntnisse aus den letzten Monaten veröffentlicht. Ein paar Highlights:
- Über 6.000 Wikipedia-Artikel nutzen die neue Funktion, insgesamt wurden bisher über 15.000 Subreferenzen erstellt.
- Wir sehen sowohl erfahrene Autor*innen in ausgezeichneten Artikeln (z.B. Explosion des Oppauer Stickstoffwerkes) als auch relativ unerfahrene, VisualEditor-User (z.B. in Schmerzhafte Muttergottes (Guido Cagnacci)), die die Funktion einsetzen. Der Großteil aller Subreferenzen (ca. 90%) wird im Wikitext erstellt, trotzdem haben allein im VisualEditor schon über 300 Autor*innen die Funktion genutzt.
- Eigenkonstruktionen wie
<ref name="Müller" /><sup>S. 44</sup>(in der Lesendenansicht ungefähr [1] S. 44) konnten durch Subreferenzierung ersetzt werden, wodurch nun sowohl in der Einzelnachweisliste als auch in der Einzelnachweisvorschau die vollständigen Beleginformationen inklusive Seitenzahl sichtbar sind. - Subreferenzen werden mit vielen unterschiedlichen Details genutzt, neben Seitenangaben sind das insbesondere Kapitel, Paragraphen oder kurze Zitate, aber beispielsweise auch Details wie verschiedene Video-/Audiozeitangaben.
Was ist seit September passiert?
- Zunächst haben wir dafür gesorgt, dass wiederverwendete Subreferenzen in der Lesendenansicht und im VisualEditor auch als wiederverwendet erscheinen.
- Zudem haben wir kosmetische Änderungen in der Einzelnachweisliste umgesetzt: Anfänglich waren mehrzeilige Subreferenzen (z.B. bei Zitaten) nicht ideal dargestellt, außerdem waren zweistellige Subreferenzzahlen nicht korrekt eingerückt.
- Im VisualEditor haben wir eine Funktion bereitgestellt, um bei wiederverwendeten Subreferenzen zu wählen, ob Änderungen alle Verwendungen der gleichen Subreferenz oder nur die aktuell bearbeitete betreffen sollen.
Was kommt als Nächstes?
- In einer Woche stellen wir Subreferenzierung in weiteren Pilotwikis bereit, u.a. in der polnischsprachigen und schwedischsprachigen Wikipedia sowie im deutschsprachigen Wikivoyage (phab:T414094).
- Im Hintergrund beschäftigen wir uns mit technischen Anpassungen, um Subreferenzierung in allen Wikis nutzbar zu machen, die Varianten der Vorlage {{Reflist}} nutzen.
- Wir arbeiten weiter am Communityfeedback: Aktuell prüfen wir beispielsweise verschiedene Ideen, wie wir die Darstellung von Einzelnachweislisten mit vielen Subreferenzen (z.B. Liste der Straßen in Bad Honnef#Einzelnachweise und Anmerkungen) verbessern können.
- Neben Subreferenzierung blicken wir auf andere Verbesserungen zu Einzelnachweisen: Wir überlegen unter anderem, die Einzelnachweisvorschau zu verbessern oder eine Lösung für im VisualEditor automatisch generierte, nicht aussagekräftige Einzelnachweisnamen zu schaffen – dazu wird es in naher Zukunft noch Ankündigungen und Communityfeedbackrunden geben.
Mehr über Subreferenzierung erfahrt ihr auf unserer Projektseite, mehr zu unseren Erkenntnissen und nächsten Schritten in unserem Bericht. Herzliche Grüße vom Technische-Wünsche-Team! JR(WMDE), 9.02.
Ungeahnte Kooperation
Es ist immer eine Freude, zu sehen, wie Kooperationen verlaufen können. Gerne gesehen sind dabei Zusammenarbeiten mit GLAM-Einrichtungen, von denen die Wikipedia inhaltlich oder auch durch Bildspenden profitieren kann und profitiert. Momentan bekommen wir jeden Tag ein tolles, neues Geschenk
| Wikipedia 25: Geschenk des Tages |
| Bilderuhr mit der Wiener Karlskirche |
bereitgestellt von: MAK – Museum für angewandte Kunst
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Spannend ist es dann jedoch, wenn eine PR-Agentur sich zum Kulturbotschafter für die Wikipedia erklärt. Die Wikimeisterei - Zertifizierte Wikipedia Agentur für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Für hochwertige Wikipedia-Einträge und professionelle Unterstützung bei der Überarbeitung und Pflege von Artikeln. Im Einklang mit den strengen Wikipedia-Richtlinien, was natürlich spannend ist, wer hat diese Zertifizierung ausgestellt und wo sind die Nutzungsbedingungen auch nur ansatzweise eingehalten? Zudem immer auf der Suche nach weiteren Wikimeistern, denn: Die WikiMeisterei ist ein Projekt der AG Wikipedia von Autorinnen und Autoren der Region DACH. Aha, auch das spannend, hat nun zudem eine Kooperation mit dem Projekt Kunstgeschichte trifft Wikipedia. Über die Arbeitsgemeinschaft Kunstwissenschaften. in dem die Wikimeisterei in der Zusammenarbeit mit: als Brückenbauerin zwischen Fachcommunity und Wikimedia-Projekten, mit Workshops, methodischer Beratung und digitaler Infrastruktur für kollaboratives Schreiben eintritt. Nur merkwürdig, im Wikipedia:Arbeitsgemeinschaft Kunstwissenschaften + Wikipedia, hat man davon noch nichts gewusst.
PR-Agenturen, seit Jahren eine Bereicherung für die Wikipedia.
Skandale hat es inzwischen ausreichend gegeben. Mein Augenöffner war das Schwedenhaus, Monitor berichtete am 30. Januar 2014 über PR-Manipulationen. Es folgten viele weitere, ähnliche Fälle, ein Highlight war jedoch Olaf Kosinsky, der von Jan Böhmermann im ZDF Magazin Royale zu Fall gebracht wurde. Dicht gefolgt von Atomiccocktail, der dann im letzten Jahr zuviel einfach gemacht hatte. Nun also die Wikimeisterei, mit ihrem vielfältigen Angebot, die sich nun den Kunstmarkt sichern möchten, doch da kommen sie zu spät. Da war schon Wikimecum, die PR-Agentur von Benutzer:Telrúnya, ebenfalls ein Autor im Premiumbereich der Wikipedia, schneller.
Wie viele Agenturen benötigen wir noch, die die Wikipedia vermarkten möchten, die sich wie Pavel Richter als WikiSherpa unerkannt, da bislang ohne Kunden, genau wie Arne Klempert, um nur mal die ehemaligen WMDE-Geschäftsführer hervorzuheben, drängeln, um die Wikipedia zu verkaufen? It, 3.2.
Rückschau auf den Asiatischen Monat 2025
Seit November ist schon einige Zeit vergangen, trotzdem möchte ich die Gelegenheit nutzen, einmal wieder auf den Asiatischen Monat zurückzuschauen. Dieses Jahr wurden mit 574 Artikeln im Vergleich zum Vorjahr (470) ca. 100 Artikel mehr neu erstellt oder wesentlich erweitert. Das ist ein Zuwachs von immerhin 22% bei ähnlich vielen Wettbewerbsteilnehmenden (42 dieses Jahr, 43 letztes Jahr)!
Erfreulich ist auch die Artikelzahl des diesjährigen Asien-Botschafters MeCorbeau, der insgesamt 112 Artikel in die Wertung eingebracht hat. Übrigens auch international einer der Spitzenwerte, auch wenn die komplette Auswertung noch nicht veröffentlicht wurde. Außerdem wurden für 20 oder mehr Artikel gesamt 8 Goldmedaillen, 6 Silbermedaillen für 10 oder mehr Artikel und 18 Bronzemedaillen für 4 oder mehr Artikel verteilt. Es gibt dieses Jahr (wieder) eine schöne Anerkennung für das Engagement: Wer mehr als vier Artikel geschrieben hat, ist auf der Barnstarliste verzeichnet und kann damit eine der diesjährigen Postkarten zugesendet bekommen. Das Formular und die weiteren Details, inkl. Link zur Liste, sind auf der Meta-Seite verzeichnet.
Wie jedes Jahr gab es bei den Artikeln eine große thematische Breite - aber auch einige Wikipedianer, die einen selbstgewählten Schwerpunkt auf spezifische Länder oder Themenkomplexe gesetzt haben. Ich persönlich freue mich immer, dass ich über das Querlesen aller Artikel im besten Sinne meinen Horizont erweitern kann. Zumindest erwähnen möchte ich auch die 27 außer Konkurrenz gesetzten Artikel, die zwar keine offiziellen Wettbewerbsbeiträge waren, aber inhaltlich die Wikipedia durchaus bereichern.
Schlussendlich kann ich mich nur wieder bedanken - bei den anderen Mitgliedern der Jury und bei allen, die mitgemacht haben! Der November ist seit einigen Jahren auch wegen des netten Umgangs „mein“ Wikipediamonat geworden. Ich freue mich auf ein Wiedersehen in diesem November! Nm., 02.02.
Künstliche Irritation (KI): Chance oder Wahnsinn?
Wie sicherlich viele von Euch bereits bemerkt haben, läuft derzeit ein Meinungsbild zur Nutzung (bzw. zum Verbot) von KI. Die Tendenz scheint eindeutig: Eine große Mehrheit neigt wohl zu einer meiner Meinung nach recht tiefgreifenden Regulierung. Dabei ist die Sorge um die Qualität und Authentizität der Inhalte im ANR nicht nur legitim, sondern geboten. Sind aber die vorgeschlagenen und zur Abstimmung stehenden Mittel die richtigen? Gibt es nicht starke Gegenargumente?
Die im Meinungsbild vorgeschlagenen Regeln setzen primär bei der Kontrolle des Entstehungsprozesses der Inhalte an, statt die Ergebnisqualität in den Mittelpunkt zu rücken. Dabei ist absehbar, dass kaum kontrolliert werden kann, inwieweit KI-gestützte Werkzeuge zur Vorbereitung und Erstellung von Inhalten genutzt wurden. Eine Regel, deren Einhaltung nicht kontrollierbar ist, befördert nicht nur Misstrauen. Eine Regel, deren Einhaltung nicht kontrollierbar ist, bringt auch diejenigen, die sie befolgen, gegenüber denjenigen, die sie gekonnt brechen, in den Nachteil.
Mehr noch: Wenn sich die deutschsprachige Wikipedia strenge tiefgreifende Regeln zur Nutzung von KI auferlegt, bringt sie sich um die Möglichkeit der Erfahrung sowie des offenen Austauschs und Diskurses darüber, wo die Möglichkeiten und Grenzen der Nutzung von KI zur Erstellung hochwertiger Inhalte liegen und wie KI produktiv und effizient für die Erstellung wirklich guter Artikel genutzt werden kann. Dabei soll hier keineswegs einer leichtfertigen und umfassenden Freigabe und Nutzung KI-generierter Inhalte das Wort geschrieben werden. Im Gegenteil! Die verantwortungsvolle Nutzung von KI zur Erstellung wissenschaftlicher, journalistischer oder eben auch enzyklopädischer Inhalte setzt Wissen und Übung voraus – gleichwohl ist die Nutzung von KI in den Redaktionen und Universitäten dieser Welt längst angekommen und kann versierten Journalisten und Forschern die Arbeit nicht nur erleichtern, sondern – wenn sie gekonnt erfolgt – auch die Ergebnisqualität erhöhen. Das dafür nötige Wissen und die Übung können aber nur entwickelt werden und gedeihen, wenn die Nutzung von KI nicht bereits im Entstehungsprozess der Inhalte allzu streng reguliert wird.
Richtig ist also, dass sich die deutschsprachige Wikipedia mit einer strengen und tiefgreifenden Regulierung der Nutzung von KI sehr individuell positionieren könnte: Womöglich vergleichbar dem letzten Uhrmacher im Land, der, vielleicht leider kurz vor der Pleite stehend, noch handgefertigte Uhren herstellt, während draußen bereits ein jeder – teils sehr hochwertige – Industrieware an den Handgelenken trägt. Ok, 2. Februar 2026
Wikisprech außerhalb der Wikipedia
Kürzlich sorgte bei mir die Recherche für die Vorbereitung des Religionsunterricht der 6. Klasse an einer Realschule im SysLex für Stirnrunzeln. Statt der geläufigen Bezeichnungen „Anmerkungen“ oder „Fußnoten“ wird dort der Ausdruck „Einzelnachweis“ für den Anmerkungsapparat verwendet. Dabei handelt es sich um eine Ad-hoc-Prägung aus dem Wikipedia-Kosmos des Jahres 2005 (der Name des Nutzers, der den Begriff erfunden hat, ist mir leider entfallen), entstanden aus unzureichender Kenntnis der fachlich korrekten Terminologie und verbreitet und kanonisiert durch die Hilfeseite WP:EN. Dass dieser Ausdruck nun außerhalb der Wikipedia auftaucht, überrascht.
Denn das SysLex ist keineswegs eine randständige Plattform. Es kooperiert fachlich mit WiBiLex, WiReLex, dem Ethik-Lexikon der Evangelischen Kirche in Bayern, Konfessionskunde Online, dem EZW Lexikon für Religion und Weltanschauungen sowie der St. Andrews Encyclopedia of Theology. Technisch wird das Projekt von der FUB-IT der Freien Universität Berlin umgesetzt, vom Fachinformationsdienst Theologie betreut und von der Universitätsbibliothek Tübingen gehostet; Bibelstellen stellt die Deutsche Bibelgesellschaft bereit. Finanziell wird SysLex unter anderem durch den Digitalinnovationsfonds der EKD, die Bildungsabteilung der VELKD, die Universität Zürich sowie die Heimatinstitutionen der Herausgeber – insbesondere FEST Heidelberg, Universität Jena und PThU Utrecht – getragen. In der Öffentlichkeitsarbeit besteht eine Zusammenarbeit mit dem Verlag Mohr Siebeck.
Angesichts dieses institutionellen Rahmens erscheint die Verwendung eines fachlich problematischen Begriffs umso befremdlicher. Der Begriff ist ja sogar in der Wikipedia hochumstritten und viele Nutzer nutzen den Begriff aus gutem Grund nicht. Der Impuls, die Herausgeber darauf aufmerksam zu machen, lag nahe. Eine Rückmeldung habe ich bisher nicht erhalten. Der Vorfall zeigt exemplarisch, dass Terminologie nicht beliebig ist. Es spielt schon eine Rolle, wie wir Dinge bezeichnen, da wir eben letztlich auch wieder in die Fachwelt zurückwirken. -- ~2026-61290-7
- Richtigstellung
Dass der Begriff „Einzelnachweise“ durch Wikipedia wesentlich bekannter gemacht wurde, trifft zweifellos zu. Völlig ohne Vorläufer ist er jedoch nicht, egal wer ihn sich bei Wikipedia 2005 „ausgedacht“ hat und wie es dazu kam. Eine Sammlung von aus Zufallsfunden gewonnenen Belegen, von denen drei sogar in die Zeit vor 2001 datieren, findet sich hier; gezielte Recherchen dürften, falls das jemandem die Zeit wert ist, deutlich mehr Ergebnisse erbringen. Auch ganz unabhängig von dieser Belegzählerei finde ich es bedenklich borniert, wenn die flexible Nutzung unterschiedlicher Begrifflichkeiten je nach Publikationsformat und konkreter Belegpraxis als „fachlich problematisch“ und als Grund zur Beschwerde erscheint, aber das würde eine eingehendere Gegendarstellung erfordern, für die hier nicht der Platz ist. DM, 03.02.
- Richtigstellung zur Richtigstellung
Es geht bei der Problematik nicht um die Frage, ob irgendjemand irgendwann den Begriff schon einmal außerhalb der Wikipedia im WP-Sinn verwendet hat, es geht darum, dass a) die Wikipedia diesen Begriff umfassend an einer unüblichen Stelle etabliert hat und dass b) alle verbreiteten Begriffe aus dem normalen deutschen Sprachgebrauch systematisch unterdrückt und von einer ganzen Reihe von Usern gezielt aus der Wikipedia entfernt werden. HvW, 06.02.
Kleine Freuden (63): 7.500 Tage Mitarbeit
- Auch Dein Beitrag in der Fortsetzungs-Reihe Kleine Freuden ist willkommen! Mehr dazu im ersten Kurierartikel 2015 – Jetzt die bisherigen Ausgaben lesen und selber mitmachen!
Ich hatte schon mehrfach Anlauf genommen, nun nutze ich ein eigenes kleines “Wikiläum” um Euch an den kleinen Freuden teilhaben zu lassen: In den bald 21 Jahren, in denen ich mitarbeite, habe ich manche Dürrezeiten erlebt, aber faszinierend bleibt, dass Wikipedia in vielen Sprachversionen Zugang zum Wissen unserer Welt bietet. Ungefähr 2016 habe ich angefangen, die Wissenssammlung nach statistischen Gesichtspunkten zu verbessern. Die deutsche Wikipedia hat in ihren Statistiken nämlich sehr gute Prüf-Werkzeuge. Ich habe mich an der Artikelanzahl nach Staat abgearbeitet. Damals hatten mehrere Länder noch weniger als 100 eigene Artikel. Vor allem in Afrika gibt es nach wie vor noch riesige weiße Flecken auf der Landkarte. Aber inzwischen sind auch mehrere Wettbewerbe entstanden, mit deren Hilfe viele Mitarbeiter die Situation verbessert haben. Afrikamonat, Asiatischer Monat und Ozeanischer Monat bilden ein Bewusstsein dafür, was es da draußen noch alles gibt. Und so bin ich stolz darauf, dass nun jedes selbstständige Land der Welt mehr als 312 Artikel hat. (Tatsächlich konnte ich schon letztes Jahr feststellen, dass außer Tuvalu und Nauru jedes Land sogar mehr als 365 Artikel hat.) Afrika als Kontinent verzeichnet jetzt mehr als 83.000 Artikel - vor 2017 waren das noch weniger als 80.000! Außerdem sind jetzt auch die Olympiateilnehmer von zahlreichen kleinen Ländern vollständig erfasst. Ich freue mich darauf, noch viel Wissen in der deutschen Wikipedia nutzbar zu machen, gerade auch, weil mittlerweile Menschen die Illusion haben, dass die KI-Programme das Denken überflüssig machen. In den Arbeitsbereichen, die mich seit dem Studium begleiten ist die Wikipedia eine unschätzbare, zuverlässige Quelle geworden und ich werde in Zukunft vor allem für China wieder daran arbeiten, dass Wissen zugänglich wird, welches sonst durch die Sprachbarriere für immer verschlossen wäre. An dieser Stelle möchte ich vor allem J. Patrick Fischer danken, der hier viel geleistet hat und für Osttimor vormacht, welche Kraft die Wikipedia entwickeln kann. Ich freue mich auf die nächsten 20 Jahre gute Zusammenarbeit und möchte herzlich zu den Wettbewerben einladen. --史安南 - Shi Annan (Diskussion) 09:32, 28. Jan. 2026 (CET)
Geburtstagsgeschenke!
Was wäre ein Geburtstag ohne Geschenke? Aus Anlass des 25-jährigen Wikipedia-Jubiläums gibt es Präsente von zahlreichen Organisationen aus Kultur, Bildung und Wissenschaft. Jede der Institutionen aus Deutschland und Österreich hat je 25 Mediendateien aus eigenen Beständen ausgewählt, die sie neu unter eine freie Lizenz stellte. Die Fotos, Digitalisate, Videos und Audiodateien sind nunmehr nicht nur hier verwendbar, sie sollen euch auch ein Signal vermitteln.
Hier geht es zu den Geschenke-Seiten der einzelnen Institutionen:
Wer möchte, kann sich ein täglich wechselndes „Geschenk des Tages“ wie unten mit {{Wikipedia:25 Jahre Wikipedia/Geschenk des Tages}} auf der eigenen Benutzerseite einbinden.
| Wikipedia 25: Geschenk des Tages |
| Bilderuhr mit der Wiener Karlskirche |
bereitgestellt von: MAK – Museum für angewandte Kunst
|
Die Geschenke werden von Grußworten aus den Institutionen eingeleitet. Es folgen ein paar kurze Auszüge daraus.
„Eine grandiose Idee wurde im Januar 2001 Wirklichkeit, eine Wissenssammlung, die für alle frei nutzbar ist und eben auch mitgestaltet werden kann.“ (Team Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg) „Wie hat man eigentlich vor der Wikipedia sich informiert über Dinge? Wie hat man herausgefunden, was richtig ist oder falsch? Kaum mehr vorstellbar.“ (Nicolas Zimmer, Vorstandsvorsitzender Technologiestiftung Berlin) „Diese großartige, einmalige Enzyklopädie ist auch aus unserem musealen Alltag nicht mehr wegzudenken.“ (Christian Lechelt, Museumsleiter Museum Schloss Fürstenberg) „Der freien Internet-Enzyklopädie ist es gelungen, eine Brücke zwischen Gesellschaft und Wissenschaft zu bauen und so Wissensvermittlung und Open Science konkret zu gestalten.“ (Kathrin Paasch, Direktorin Forschungsbibliothek Gotha) „Dass historische Überlieferung heute global sichtbar, auffindbar und zitierfähig ist, verdanken wir auch eurer Community und eurem unermüdlichen Engagement für freie Inhalte.“ (Antje Diener-Staeckling, Leitung Haus der Stadtgeschichte – Stadtarchiv Ulm)
„Diese offene Enzyklopädie zeigt, wie kraftvoll es ist, wenn Menschen ihr Wissen teilen und gemeinsam weiterentwickeln.“ (Robert Rückel, CEO Deutschlandmuseum) „Zahllose Freiwillige aus aller Welt beweisen mit ihrem unermüdlichen Engagement, dass die gemeinsame Arbeit an einem universellen digitalen Nachschlagewerk über Grenzen, Sprachen und Kulturen hinweg gelingt.“ (Lilli Hollein, Generaldirektorin MAK Wien) „Demokratisierung, Dezentralisierung und transparenter, offener Wissenstransfer sind seit der Jahrtausendwende die Kerngedanken von Wikipedia, und sie haben auch in der Gegenwart nichts an Relevanz eingebüßt. Ganz im Gegenteil: 25 Jahre später ist das Generieren und Vermitteln von Wissen aufgrund faktenbasierter Arbeit in Verbindung mit einem lebendig geführten Dialog und konstruktiver Kritik wichtiger denn je.“ (Stella Rollig, Generaldirektorin Belvedere)
„Wir wünschen uns, dass dieser jugendliche Wissensspeicher auch weiterhin existiert und uns beim Leben und bei der Arbeit hilft.“ (Ulrike Lorenz, Präsidentin Klassik Stiftung Weimar) „Lassen Sie uns gemeinsam Horizonte erweitern, den Schutz unserer natürlichen und kulturellen Welt fördern und zu einer informierteren und verantwortungsvolleren Zukunft beitragen.“ (Katrin Vohland, Generaldirektorin Naturhistorisches Museum Wien)
Die Idee für das Projekt entstand beim GLAM-Treffen 2024. Wikimedia Österreich und Wikimedia Deutschland kümmerten sich in den letzten Monaten gemeinsam um die Umsetzung. Eine Schlüsselrolle spielte dabei die engagierte Unterstützung aus dem Support-Team.
Für manche der spendenden Institutionen war der Umgang mit freien Lizenzen und Wikimedia Commons neu, andere brachten bereits langjährige Erfahrung mit. In allen Fällen wurde mit dem gegenseitigen Vertrauensaufbau eine Grundlage für mögliche künftige Kooperationen gelegt. Am wichtigsten ist jedoch das Signal von unterschiedlichsten „Playern“ aus der Mitte der Gesellschaft: eine immense Wertschätzung eurer Arbeit der letzten 25 Jahre. CJ (WMDE), HP (WMDE), MW (WMAT), RL (WMAT), 15.1.
Neuigkeiten von The Wikipedia Library – Januar 2026

Über The Wikipedia Library, die Plattform mit kostenfreiem und größtenteils direktem Zugang zu einer Vielzahl an digital verfügbaren Inhalten für aktive Community-Mitglieder der Wikimedia-Projekte, haben wir an dieser Stelle schon oft berichtet – nun ist wieder mal ein guter Zeitpunkt für ein Update!
- Was bringt mir The Wikipedia Library eigentlich?
Viele von euch werden es wissen, aber wir möchten es trotzdem gern erzählen: Mehrere Dutzend internationale große Verlage (Oxford, Cambridge, Springer, Elsevier, JSTOR, De Gruyter usw.) stellen dort Zugänge zu ihren Online-Datenbanken mit Aufsatzsammlungen oder Zeitschriftenarchiven zur Verfügung. Insgesamt sind mehr als eine Million einzelner Aufsätze, Bücher und Zeitschriftenausgaben im Volltext über die Plattform erreichbar. Ein Großteil der Inhalte steht aktiven Community-Mitgliedern ohne Bewerbung über einen Proxy-Zugang für ihr Wikimedia-Benutzerkonto offen; einige Angebote haben jedoch ihren Zugang beschränkt.
Einen Überblick über die verschiedenen Inhalte, sortiert nach Fachgebieten in der deutschsprachigen Wikipedia, haben wir als Team Communitys und Engagement von Wikimedia Deutschland in einer Übersicht zusammengetragen. Dies soll die Überblicksseite über die Partnerorganisationen auf der Plattform ergänzen.
- Was gibt es denn Neues?
Pünktlich zum 25. Geburtstag der Wikipedia können wir euch sehr gute Nachrichten mitbringen: Mit Inlibra erweitert eine Plattform mit mehr als 50.000 eBooks und 120 wissenschaftlichen Zeitschriften das Portfolio von The Wikipedia Library. Teil der Plattform sind verschiedenste Wissenschafts- und Fachverlage, wie zum Beispiel C. H. Beck, Deutscher Ärzteverlag, Haufe Lexware, Lehmanns Media, Nomos, UVK und viele weitere – eine abschließende Liste würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, sind doch perspektivisch mehr als 100 Wissenschafts- und Fachverlage an dem Angebot beteiligt. Die Plattform Inlibra ist zum 1. Dezember 2025 aus den früheren Angeboten Beck eLibrary, Nomos eLibrary und VDI Verlag-eLibrary entstanden und wird in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren kontinuierlich wachsen. Sie deckt bereits jetzt ein breites Spektrum an Fachgebieten ab und es lohnt sich auf jeden Fall, mal einen Blick auf die Inhalte zu werfen. Der Zugang über The Wikipedia Library ist mittels Proxy über das Zugangspaket (Library Bundle) möglich. Das heißt, dass alle, die die Zugangsvoraussetzungen für The Wikipedia Library erfüllen, ab sofort direkten Zugang zu den Inhalten haben.
Im zweiten Halbjahr 2025 gab es einige weitere neue Partnerschaften, auf die wir an dieser Stelle gern auch noch hinweisen wollen:
- Africa Intelligence (auch französischsprachige Ausgabe) bietet strategische Informationen über die politischen, diplomatischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten, die den afrikanischen Kontinent prägen.
- La Lettre ist eine Tageszeitung, die über die inneren Machtstrukturen in Frankreichs Politik, Wirtschaft und Medien berichtet.
- Intelligence Online
(auch französischsprachige Ausgabe) widmet sich globalen Geheimdiensten.
- Du hast Fragen?
Eine Übersicht über das Angebot von The Wikipedia Library gibt es auf der Projektseite, auf der dortigen Diskussionsseite gibt es auch Platz für Fragen, Gedanken und Anmerkungen. In der Übersicht gibt es themenorientierte Strukturierung zum Portfolio. Rabea und Sandro von WMDE, 14.1.
Ich habe Angst
Zuzuschauen, wie das Land, das man liebt, dabei ist zum Auslöser für den Dritten Weltkrieg zu werden, ist nicht schön. Es ist beängstigend. Ich war 2016 erstmals in Grönland und habe mich in die Natur, die Geschichte, die Kultur, die Gesellschaft und vor allem die Sprache verliebt. Ich habe diese Liebe sowohl privat als auch beruflich in mein Leben eingebunden. Die Hälfte meines sozialen Umfelds besteht aus Grönländern, ich habe Grönländisch studiert, ich unterrichte Grönländisch, ich promoviere zu Grönländisch. Ich liebe es, mein Wissen zu Grönland mit Menschen teilen zu können und damit die Möglichkeiten, die Wikipedia bietet. Ich bin stolz auf jeden einzelnen meiner über 2000 Artikel zu Grönland, der Menschen etwas schlauer macht, vor allem, dass ich es geschafft habe, Grönland exzellent zu machen.
Ich habe derzeit wenig Zweifel daran, dass der orange Mann demnächst Grönland besetzen wird und damit den Staat, in dem ich wohne, militärisch angreifen, nur um sein Ego zu pushen. Und ich habe Angst, wie Europa, Russland und China reagieren werden. Ich habe Angst um meine Freunde und Bekannten. Ich habe Angst um das grönländische Volk, das seit Jahrzehnten und Jahrhunderten einen Kampf um seine Existenz kämpft und gewissermaßen das Paradebeispiel einer selbstbestimmten indigenen Gesellschaft ist, und jetzt wegen einem geistesgestörten alten Mann bedroht wird. Ich habe Angst um mein Lebenswerk, dass ein besetztes Grönland ohne Verbindung zu Dänemark das, was ich aufgebaut habe, sinnlos macht, wenn ich in Dänemark bin und Grönland seine Daseinsberechtigung verloren hat. Ich habe Angst davor, dass alles was ich jahrelang geschrieben habe, von einem Tag auf den anderen veraltet und bedeutungslos wird.
Ich lese eure Newsticker, die ihr in die Artikel packt, schon nicht mehr. Ein unfreies Grönland ist nicht mein Grönland. Benutzer:Berihert hat uns Tausende Artikel zur Ukraine geschenkt. Quasi mit dem Tag, als Putin sie hat invadieren lassen, ist Berihert verschwunden, wahrscheinlich weil er es nicht ertragen konnte, über Zerstörung und Tod schreiben zu müssen. Oder dass Dutzende Wikipedianer (ohne Ahnung zur Ukraine) plötzlich sein Themengebiet okkupieren. Ich habe mir Grönland ausgesucht, weil ich da für mich selbst arbeiten kann, und dafür sorgen kann, qualitativ hochwertiges Wissen bereitzustellen, ohne den Missverständnissen und Verdrehungen anderer hinterherlaufen zu müssen. Für diese Arbeit hat mich das Dänische Nationallexikon anerkannt und mich als Fachexperte und Autor zu Grönland angestellt. Wenn ihr das Thema Grönland übernehmen wollt, nur zu, aber dann bin ich hier weg, denn ich kann den Newstickern da nicht hinterherräumen.
Also ja, ich habe auch Angst, der Wikipedia den Rücken zukehren zu müssen. Und ehrlich gesagt habe ich Angst um mein Leben und das Leben meiner Freunde und Bekannten. kenny, 14.1.
Erlesene Wikipedia-Geburtstagslaudatio
Nehmen wir’s als Lichtblick in düsteren Zeiten und als Ansporn fürs eigene fortdauernde Mittun im Jubiläumsjahr: die Wikipedia-Geburtstagslaudatio in der Zeit (8. Januar 2026, S. 25), die hier in Auszügen wiedergegeben sei. Gleich eingangs der Lobrede befindet Stefan Schmitt, es gebe „das Gute im Menschen“ sogar noch im Netz. Man möge halt bezüglich www.wikipedia.org an „jene Viertelmillion Freiwilliger“ denken, „die hier Einträge verfassen, überprüfen und redigieren.“
Weiter heißt es: „Man kann darin das größte ehrenamtliche Produkt unserer Zeit erkennen. Es ist die Kollektivleistung eines Vierteljahrhunderts. Und lebten wir gerade in einer freundlicheren Welt, müsste dieser halbrunde Geburtstag Mitte Januar weltweit die Schlagzeilen bestimmen.: ‚Happy 25th Birthday, Wikipedia!“
Im Gegensatz zu Selbstinszenierungen oder Pöbeleien in sozialen Medien wie TikTok oder X steckten hier unzählige Menschen ihre freie Zeit in Lexikoneinträge zugunsten der übrigen Menschheit, die laut Wikimedia 2025 mehr als fünf Milliarden Lektüre-Stunden in der Wikipedia verbracht habe. Statt der Anmutung der frühen World-Wide-Web-Jahre hinsichtlich Altruismus und Kollaboration im Netz sei man ansonsten beim „Digitalkapitalismus der Plattformen und Influencer“ gelandet. „In diesem Imperium ist die Wikipedia das Widerstandsnest.“
Jedenfalls handle es sich um den vorläufigen Höhepunkt „einer drei Jahrtausende durchmessenden Beschäftigung mit der Frage: Was kann man wissen?“ Beim „filigranen System“ der Wikipedia auf der Basis von Korrekturen, Diskussionen, Reparaturen und Genauigkeit gehe es allerdings mitnichten um ein Wunder oder Weltwunder. „Solche Vokabeln halten einer kritischen Prüfung im Geist der Aufklärung nun wirklich nicht stand! Die Wikipedia ist vielmehr die kollektive Arbeit an etwas, das den Menschen ausmacht. Ein immaterielles Weltkulturerbe.“
In diesem Sinne weiterhin fruchtbares Schaffen wünscht Barnos, 9. 1.
Kleine Freuden (62): 13 Jahre Festivalsommer und 349.966 Dateien
- Auch Dein Beitrag in der Fortsetzungs-Reihe Kleine Freuden ist willkommen! Mehr dazu im ersten Kurierartikel 2015 – Jetzt die bisherigen Ausgaben lesen und selber mitmachen!
Alles begann 2012 mit einem Community-Projekt namens Festivalsommer 2013, das Achim Raschka nach einem Besuch des Wacken Open Airs auf den Weg gebracht hatte. Bei zeitgenössischen Musikerinnen und Musikern gab und gibt es zu wenig Fotos in den Wikipedia-Artikeln. Die Lösung war einfach: wir schaffen hochwertige Foto-Technik zum Ausleihen an und machen die Bilder selbst!
Schon im ersten Jahr fotografierten WikipedianerInnen bei 73 Veranstaltungen und brachten 14.176 Fotos auf die Commons. Die aktuelle Summe für die Jahre 2013-2025 ist noch beeindruckender: 349.966 Fotos liegen mittlerweile unterhalb der Festivalsommer-Kategorie auf unserem zentralen Medienspeicher und illustrieren international unzählige Artikel.
Ich selbst habe 2013 und 2015 auf dem Summerjam-Festival am Fühlinger See in Köln fotografiert, pausiere aber aus familiären Gründen gerade. Am Anfang des Jahres mache ich mir aber immer selbst die Freude und sichte die Bilder des vergangenen Jahres, um den Header von Wikipedia:Festivalsommer zu aktualisieren und wollte Euch daran teilhaben lassen:
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Nicolas Gohla auf dem Internationales Straßenmusikfestival Baden-Württemberg 2025 in Ludwigsburg im Blühenden Barock von Fyrtaarn
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Charly Klauser / Bochum Total 2025 von Krd
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Zakk Wylde (Zakk Sabbath) in der Markthalle Hamberg 2025 von Frank Schwichtenberg
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Ganna auf dem Rudolstadt-Festival 2025 (Bühne Heidecksburg) von Schiplagerheide
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Querbeat beim Southside Festival 2025 von Schwabenmodel
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Stina Holmquist mit ihrer Indie-Pop-Band auf dem 27. Orange Blossom Special Festival in Beverungen, 2025 von Schorle
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GReeN auf dem ZMF am 16.07.2015 von Joergens.mi
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Die Musikerin Sorvina beim Rudolstadt-Festival 2025 von Harald Krichel
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Yungblud auf dem Taubertal-Festival 2025 von Moiyeah
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Die deutsche Progressive-Rock-Band Valid Blu auf dem Metal Frenzy Open Air 2025 in Gardelegen von S. Bollmann
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Alice Cooper during Night of the Proms at SAP Arena, Mannheim, Baden-Württemberg, Germany on 2025-11-28, Photo: Sven Mandel
Dies ist je ein subjektiv ausgewähltes Hochkant-Foto von jedem Beitragenden aus dem vergangenen Jahr und ich freue mich, dass auch die Zahl der Fotos 2025 (nach dem erwartbaren Pandemie-Tief) erneut deutlich über 35.000 Dateien liegt (und sie wird noch steigen, weil noch Uploads ausstehen). Dabei werden nicht nur Festivals fotografiert: wenn man den Festivalplan 2025 anschaut (über den die Einsätze koordiniert werden), dann sieht man, dass die Spanne vom Basketballspiel über den Fernsehgarten bis hin zur Mallorcaparty und dem Grimmepreis reicht. Die Wikimedia-Vereine unterstützen das Projekt dankenswerterweise nach wie vor. Nicht unerwähnt bleiben darf an dieser Stelle das Wikipedianer-Team, das die Akkreditierungen ehrenamtlich einholt und dokumentiert.
Mitmachen kann jede und jeder! Wie das geht, wenn man im Fotograben direkt vor der Bühne steht und „Three Songs, No Flash“ hört, steht auf Wikipedia:Festivalsommer. mh, 7.1.
ProvoTrollHead: Zur WP-Psychogogik und ihrer Außenwirkung
Besonders in politisch polarisierenden Themenfeldern stellt sich – nicht erst seit gestern, aber immer wieder – die Frage nach dem Umgang mit provokativ oder propagandistisch-politisch motivierten Nicht-Enzyklopädisten. Ein klassisches Szenario: Der Nicht-Nutzer ProvoTrollHead schreibt die Einleitung eines Artikels in seinem Sinne um, wird revertiert und kreuzt kurz darauf auf der Diskussionsseite auf: „Das hat mit Neutralität nichts zu tun, die XXX macht ihr schon in der Einleitung zum Opfer und die YYY lobt ihr in den Himmel – typisch Wikipedia!“ – oder Ähnliches.
Als Reaktion darauf stelle ich kurz zwei idealtypische Modelle vor, die jeweils unterschiedliche Folgen haben können:
Variante A – der (restriktive) Klassiker: Auf die Störaktion folgt auch auf der Diskussionsseite der unmittelbare Revert. Es erfolgt eine sofortige Meldung des Neukontos auf VM und die unmittelbare infinite Sperrung. So wird der Vorgang im Sinne einer (vielleicht vermeintlichen?) Projektruhe für konzentriertes und ressourcenschonendes Arbeiten zügig beendet.
Variante B – der Deliberationspädagoge: Auf den mehr als grenzwertigen Diskussionsseitenkommentar wird dem Nutzer kurz in freundlichem, nicht herablassendem Ton, mit betonter Sachlichkeit und verständlicher Fachlichkeit erläutert, warum der Einleitungstext enzyklopädisch passend ist. Auch ein kurzer Hinweis auf die Regelseiten WP:NPOV, WP:BLG und WP:KTF fehlt nicht. Dabei dient diese Sachlichkeit nicht der Missionierung des Störers, sondern der Dokumentation der eigenen Standards gegenüber ProvoTrollHead und Mitlesenden – es geht dem Deliberationspädagogen nämlich nicht um die Bekehrung des Trolls, sondern um das System und die Sichtbarkeit der Standards. Sollte sich ProvoTrollHead als besonders hartnäckig erweisen, könne ja immer noch VM gestellt und gesperrt werden – so die Haltung des Deliberationspädagogen.
Was sind die anzunehmenden Wirkungen beider Varianten auf ProvoTrollHead und sein Umfeld?
Variante A kann bei ProvoTrollHead einen Märtyrer-Effekt auslösen: Die Sanktion wird als „objektiver“ Beleg für das Narrativ einer unterdrückten Meinung gewertet. In seinen Netzwerken und seinem Bekanntenkreis nutzt er die Sperre (ggf. per Screenshot) zur Verächtlichmachung der Wikipedia und zur Untermauerung gleich mehrerer – mehr oder weniger verschwörungstheoretischer – Narrative. Weiterhin kann diese Erfahrung bei ProvoTrollHead in eine anti-wikipedianische Radikalisierung münden, der er Ausdruck verleiht, indem er mit Sockenpuppen und wechselnden IPs/TKs in den Widerstand geht – dies konterkariert die vermeintliche Zeitersparnis der schnellen Sperre durch späteren administrativen Mehraufwand. Fortan feiert er jede weitere Sperre seiner zahllosen Folgeaccounts in seiner Blase als „Beleg“ für seine Theorie einer Verschwörungspedia.
Bei Variante B bleibt die von ProvoTrollHead erwartete „Zensur-Aggression“ der „Wikipedia-Eliten“ zunächst aus, was die Provokation ins Leere laufen lässt. Dies, so hofft der Deliberationspädagoge, kann die internen und externen Eskalationsdynamiken senken, und es bleibt die Hoffnung, dass ProvoTrollHead sich aus Langeweile zurückzieht. Zudem entzieht die demonstrative Sachlichkeit Dritten Argumente für eventuell gehegte Vorurteile etwa von Verschwörung und Zensur in der Wikipedia. Ein konstruktiv mitwirkender Editor dürfte allerdings auch mit größtem psychogogischem Fingerspitzengefühl nicht aus ProvoTrollHead werden. Auch bleibt das Risiko, dass ProvoTrollHead das auch mithilfe des Deliberationspädagogen erworbene Wissen nutzt, um die Wikipedia noch professioneller zu sabotieren.
Letztlich haben beide Vorgehensweisen Argumente für sich. Es scheint mir jedoch zu wenig beachtet, dass Variante B zwar kurzfristig einen Mehraufwand verursacht, jedoch plausible Annahmen im Sinne einer nachhaltigen Förderung der inneren Kultur und der äußeren Reputation der Wikipedia auf seiner Seite hat. Schützt man (kurzfristig?) die Ruhe durch strikte Exklusion echter (oder vermeintlicher) Störer oder investiert man noch mehr in eine offene, rational argumentierende Kultur, die auch nach außen an Sichtbarkeit gewinnt? Beide Wege haben ihre Kosten und Benefits. Die Annahme, dass möglichst restriktiver gleich möglichst effektiver Schutz vor Trollerei und Sabotage ist, dürfte jedoch falsch sein.
Dieser Artikel kommt wohl 10, 12, 15 Jahre zu spät – dies ist dem Verfasser bewusst, dennoch hat er ihn erst jetzt geschrieben. Ok, 6.1.
Vermisst, verstorben, vergessen, ver....!

Als ich vor über 20 Jahren in der Wikipedia anfing, begann gerade der große Boom der Wikipedia. Täglich kamen viele neue Autoren dazu. Manche waren schnell wieder verschwunden, andere blieben länger, manche blieben aufgrund ihrer Artikel, ihrer Aktionen, ihrer Diskussionen im Gedächtnis hängen.
Und dann merkte man, dass ein Benutzer schon eine ganze Zeit nicht mehr editiert hat und schnell entstand die Seite Wikipedia:Vermisste Wikipedianer, angelegt durch die inzwischen auch vermisste Elian. Mit der Zeit wurde die Liste natürlicherweise ziemlich lang. Da halt viele, aus welchen Gründen auch immer nicht dauerhaft dabeiblieben. Manchmal kam aber auch der eine oder andere Benutzer nach vielen Jahren wieder und dann war er nicht mehr vermisst. Diese Unordnung scheint aber einigen Bürokraten-Seelen in unserer Wikipedia nicht zu gefallen. Irgendwann wurden alte Vermissten-Einträge in ein Archiv abgeschoben, weil sie erledigt waren oder weil der Autor schon lange nicht mehr aktiv war und eine Rückkehr nicht mehr zu erwarten ist. Im Wesentlichen ist es der gleiche Geist, der dafür sorgt, dass auf deutschen Friedhöfen nach ca. 20 Jahren die Gräber abgeräumt werden.
Und da wir logischerweise, wie Drahreg01 auf der Diskussionsseite der Gedenkseite für verstorbene Wikipedianer, schrieb, alle sterben werden, werden über kurz oder lang auch viele Wikipedianer auf der Seite der Verstorbenen landen. Da es aber „komisch“ ist, Verstorbene ins Archiv zu schieben, soll in Zukunft selektiert werden. Nur wahrhafte und echte Wikipedianer sollen einen Platz in dieser „Ehrenhalle“ erhalten. Wer nur am Artikel über sich selbst editierte oder vielleicht mal als Vandale, Edit-Warrior oder einfach nur unbequem war, wird es in Zukunft schwer haben, dass er in der Erinnerung der Wikipedianer bleibt.
Am Ende laufen alle Bestrebungen der Wikimedia zur Autorengewinnung möglichst viele Autoren zu genieren, ins Leere, wenn derart kontraproduktiv Autoren nur als auswechselbare Schreibsklaven gesehen werden, deren man sich nicht erinnern sollte.
In diesem Sinne erinnere ich hier an die Benutzer Erwin E aus U, Bdk, AN, -jha-, WHell, Thomas Gerstner, Dickbauch, Bananeweizen, Anathema, Guandalug, Achates, Vicky petereit, Asthma, Geisslr, mnh, Peter200, Cornischong, Weissbier, SonniWP, Factumquintus, Redline is courtage, BS Thurner Hof, Sam Gamdschie, Kam Solusar, HaSee, Streifengrasmaus, Ulrich.fuchs, DasBee, Philipendula, Littl, Taube Nuss, Stephan Schwarzbold, Sansculotte, Dr. Shaggeman Ll, 5.1.
Das Projekt Wikinews ist es in seiner jetzigen Ausrichtung wahrscheinlich auch. Dabei ist das traurige Ereignis am Ostermontag nicht einmal die eigentliche Meldung. Problematisch ist vielmehr, dass unser Schwesterprojekt nichts über Papst Leo XIV. zu berichten weiß und seit dem 11. November (Artikel) bzw. seit einer Meldung am 17. November abgetaucht scheint.
Das gleich vorweg: Ein Angebot wie WikiNews braucht es ganz offensichtlich angesichts rückläufiger Abo-Zahlen bei etablierten Medien, angesichts überall hochfahrender Bezahlschranken und Fake News allerorten. Das Engagement der dort noch verbliebenen aktiven Benutzerinnen und Benutzer (die Statistik kennt 20, darunter mindestens 2 Bots) ist höchst ehren- und lobenswert. Gleichwohl kann man mit einem Blick auf die Abruf- und Beitragszahlen nicht daran vorbei, ein deutliches, strukturelles Problem zu erkennen.
Wahrscheinlich war der Projektstart schon schwierig: Wikinews scheint noch heute optisch zu sehr Wikipedia und zu wenig News-Seite, soll heißen: Die DNA des Projekts und die Software-Basis bräuchte eine strukturelle Verbesserung. Die Frage, was freies Wissen mit freien Lizenzen im Zusammenhang mit Nachrichten bedeuten kann, wenn jeder beitragen darf, kann und soll, müsste noch einmal ganz neu beantwortet werden. Daneben bräuchte es wahrscheinlich eine Seite mit klarer Policy, aber dafür mit anderer Optik, anderer Systematik und womöglich auch einer inhaltlichen Neuausrichtung.
Momentan finde ich dort viele Nachrichten, die schon andernorts veröffentlich wurden und die als Quelle genutzt werden. Das ist keine Nische, das ist ein Wettlauf, den ein Wiki-Projekt z. B. gegen News-Aggregatoren nicht gewinnen kann. Medium.com war in den Anfangstagen interessant: Jeder konnte beitragen, über Tags konnte man sich leicht zu einem Thema informieren und die neusten Meldungen sehen. Leider wurde das Projekt ab Beginn stark kommerzialisiert und damit abgewürgt.
Dieser Hinweis hier soll ein Impuls zur Diskussion sein; im Projekt selbst dürfte das wenig Aussicht haben (Disk.). Warum der Wikimedia-Verein z. B. Wikinews nicht als primäre Blog-Basis nutzt, lässt aktuell leider tief blicken. Paintdog (Diskussion), 3.1.
Wartungsbausteinstatistik zum 1. Januar 2026
| Datum | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Jan. 2024 | 29.451 | 9.021 | 46.134 | 15.638 | 8.616 | 1.042 | 193 | 91 |
| 1. Jan. 2025 | 32.579 (+10,62 %) | 8.723 (−3,30 %) | 48.657 (+5,47 %) | 15.975 (+2,16 %) | 9.438 (+9,54 %) | 1.012 (−2,88 %) | 214 (+10,88 %) | 95 (+4,40 %) |
| 1. Jan. 2026 | 37.483 (+15,05 %) | 8.970 (+2,83 %) | 51.361 (+5,56 %) | 15.949 (−0,16 %) | 9.048 (−4,13 %) | 1.050 (+3,75 %) | 177 (−17,29 %) | 87 (−8,42 %) |
| Petscan | [1] | [2] | [3] | [4] | [5] | [6] | [7] | [8] |
| Datum | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Jan. 2024 | 34 | 2.571 | 2.117 | 45 | 27 | 4.658 | 61.728 | 403.890 |
| 1. Jan. 2025 | 35 (+2,94 %) | 2.730 (+6,18 %) | 2.141 (+1,13 %) | 47 (+4,44 %) | 29 (+7,41 %) | 4.816 (+3,39 %) | 64.158 (+3,94 %) | 393.135 (−2,66 %) |
| 1. Jan. 2026 | 22 (−37,14 %) | 2.903 (+6,34 %) | 2.166 (+1,18 %) | 45 (−4,26 %) | 27 (−6,90 %) | 4.473 (−7,12 %) | 64.389 (+0,36 %) | 373.576 (−4,98 %) |
| Petscan | [9] | [10] | [11] | [12] | [13] | [14] | [15] | [16] |
Bisher nicht in der Statistik erfasst wurden folgende Kategorien (somit ohne Vergleich):
Wer noch weitere Kategorien vermisst, kann diese hier ergänzen. Die Aktualisierung in der Tabelle erfolgt (leider) händisch zum Monatsersten, weshalb die Zahlen zu früheren Jahren sehr lückenhaft sind.
Danke an alle, die bei den Wartungsarbeiten mitgeholfen oder die Wikipedia anderweitig verbessert haben! Frohes Neues, lupe, 1.1.
Public Domain Day 2026
Wie jedes Jahr zum Jahreswechsel werden auch mit dem abgelaufenen Jahr 2025 und dem anlaufenden Jahr 2026 zahlreiche Werke gemeinfrei. Diese Gemeinfreiheit tritt in Deutschland 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers ein, auch wenn sie in einigen Ländern wie den USA noch über weitere Gründe eingegrenzt sein kann. Am 1. Januar feiert der Public Domain Day entsprechend die Werke derjenigen Urheberinnen und Urheber, deren Werke an diesem Tag in die Gemeinfreiheit übergehen, weil nach Ablauf der Regelschutzfrist der Schutz des Urheberrechts erloschen ist. Dementsprechend ist es immer spannend zu schauen, wessen Werke das eigentlich betrifft – einen Überblick bietet die automatisch auf der Basis von Wikidata erstellte Liste Wikipedia:Public Domain Day/2026 in Public Domain, die nach Anzahl von Artikeln in den verschiedenen Sprachversionen sortiert ist. Wie sieht das also 2026 aus?

Als allererstes fallen natürlich erstmal zwei große Namen aus den Naturwissenschaften und der Literatur auf: Albert Einsteins Schriften sind nun ebenso gemeinfrei wie die Werke von Thomas Mann. Es folgen etliche weitere Nobelpreisträger wie Alexander Fleming und James Batcheller Sumner und auch Schriftsteller wie Wallace Stevens oder Paul Claudel, aber da befinden wir uns bereits in einer anderen Liga. Unter den Musikern fallen mir persönlich Charlie Parker und George Enescu ins Auge, deren Werke nun in die Gemeinfreiheit übergehen. Persönlich und für meine eigene Wikipedia-Arbeit allerdings am spannendsten sind für mich Künstler, deren Werke ich nun in Artikel einbauen und auf commons bringen darf. Hier sind es vor allem Fernand Léger, Karl Hofer, Max Pechstein, Willi Baumeister und Rudolf Schlichter, die in mein „Beuteschema“ fallen; hinzu kommen mir bislang noch wenig bekannte Künstler wie Yves Tanguy, Maurice Utrillo, Charley Toorop oder Nicolas de Staël – hier gibt es sicher noch einiges zu entdecken. AR, 1.1.
Weitere Nachrichten
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WMDE-Jahresplanung 2026
Wikimedia Deutschland veröffentlicht regelmäßig zum Jahresbeginn eine umfassende Jahresplanung auf Meta. Dieses Jahr gibt es zusätzlich einen Überblick mit Angeboten, die sich direkt an die Wikipedia-Communitys richten. Das sind beispielsweise Veranstaltungsformate, veränderte Themenschwerpunkte, oder auch konkrete Unterstützungs- und Förderangebote. Außerdem gibt die Seite einen Einblick, wie die Jahresplanung bei Wikimedia Deutschland abläuft. NL (WMDE), 11.02.
Etherpads werden ab 1. März 30. April gelöscht
Ab 1. März werden wohl sämtliche Etherpads gelöscht. Die Datenbank ist mittlerweile zu groß und eine Teillöschung, z. B. nach Alter, ist offenbar nicht möglich. Dies betrifft unter anderem die Etherpads, die als Protokolle von WikiCon-Sessions und auf den AdminCons verwendet wurden. Siehe https://phabricator.wikimedia.org/T415237. Eine kurzfristige Archivierung, z. B. in Form von Onwiki-Seiten, ist dringend geboten, evtl. kann dies ein Bot übernehmen? H., 11.02. Update: ca. 1500 Links in dewiki verweisen auf etherpad.wikimedia.org.
Update 2: Nach ausgiebiger Kritik wurde das Löschdatum auf den 30. April verschoben. MGC, 11.02.
Banner-Spendenkampagne der Wikimedia Foundation in Luxemburg
Die jährliche Banner-Spendenkampagne der Wikimedia Foundation in Luxemburg findet vom 5. Mai bis zum 2. Juni 2026 statt. Generell könnt ihr uns vor und während der Kampagne auf der Diskussionsseite des Fundraising-Teams kontaktieren. Viele Grüsse, JBrungs (WMF) (Diskussion) 13:13, 9. Feb. 2026 (CET)
21.2.2026, Köln: Ausstellungsbesuch zum NSU-Anschlag auf der Keupstraße

Als Event des Wikipedia:Lokal K ist ein gemeinsamer Besuch der Ausstellung „Von der Nagelbombe bis zum Mahnmal“ in der Kölner Keupstraße geplant. Die Ausstellung beschäftigt sich mit den Folgen des rechtsterroristischen Nagelbombenanschlags vom 9. Juni 2004 und der jahrelangen Fehl-Ermittlungen in Richtung der migrantischen Community. Der Ausstellungsbesuch findet am 21. Februar 2026 in Köln-Mülheim statt und wird von Mitgliedern der Initiative „Keupstraße ist überall“ begleitet. Im Anschluss an die Ausstellung besteht die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Spaziergang über die Keupstraße. Dabei ist ein gemeinsames Essen in einem der dortigen Lokale vorgesehen (auf Selbstzahlerbasis). Eine Förderung des Ausstellungsbesuchs durch Wikimedia Deutschland ist beantragt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist nach vorheriger Anmeldung möglich. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich anzumelden und an der Veranstaltung teilzunehmen. SB, 5.02.
EU-Forschungsprojekt untersucht Wikipedia im Wahlkontext
Ein europäisches Forschungsprojekt („DEM-Debate“) hat untersucht, wie Wikipedia während der Europawahl 2024 mit Desinformation umging. Im Fokus stand dabei, ob die gemeinschaftliche Arbeitsweise der Wikipedia-Autor:innen - etwa durch Belegpflicht, Diskussionsseiten und Seitenschutz - zur Verlässlichkeit von Informationen beiträgt. Die Ergebnisse zeigen, dass Wikipedia sich deutlich von sozialen Netzwerken unterscheidet und viele Probleme bereits durch transparente Aushandlungsprozesse löst. Die Studien sollen künftig auch EU-Politiker:innen bei der Ausgestaltung von Regeln gegen Wahlmanipulation unterstützen. Die Ergebnisse werden am 24. Februar in einer öffentlichen Anhörung im Europäischen Parlament vorgestellt, an der auch online teilgenommen werden kann. JB, 5.02.
Das World Factbook ist Geschichte :-(

Ich kann es gerade noch nicht so richtig glauben und habe eigentlich auch gerade keine Zeit für einen längeren Text dazu, was mir The World Factbook in Zeiten vor der Wikipedia bedeutet hat, will diese Neuigkeit aber trotzdem nicht gänzlich unkommentiert lassen: Gestern wurde das World Factbook aus dem Netz genommen, und es ist unwahrscheinlich, dass es jemals wiederkommt. Neben vielen anderen Gedanken dazu (vielleicht später mehr dazu auf der Disk) wollte ich hauptsächlich einen mit euch teilen: Wir haben aktuell noch gut 1000 Links auf nun nicht mehr vorhandene Länderseiten. Die müssen wir nun wohl nach und nach durch andere Quellen ersetzen. Tk, 5.02.
QN-Treffen in Präsenz Ende Februar

Erstmals treffen sich Queers und Questioning der deutschsprachigen Wikimedia-Projekte vom 27. Februar bis 1. März im Berliner Wikibär. Das lockere Netzwerk freut sich, wenn du dich als Teil der LGBTQI*-Gemeinschaft angesprochen fühlst oder noch unsicher bist, ob du dazugehörst. Wir wollen uns Kennenlernen, Austauschen, Freie Inhalte in den Blick nehmen und gegenseitige Unterstützungsmöglichkeiten ausloten. Das Treffen wird in Präsenz stattfinden. Die jeweils zuständigen Chapter deines Wohnorts fördern auf Anfrage die Reisekosten deiner Teilnahme.
Weitere Informationen findest du auf der Seite Wikipedia:Queeres Netzwerk/Treffen 2026.
Das wird ganz sicher ein großer Spaß, wir motivieren uns hoffentlich gegenseitig und verbessern die Inhalte. C (WMDE), 3.02.
Tova Friedman und Sven Schulze – neu macht neugierig
Was haben die Holocaust-Überlebende Tova Friedman und der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt Sven Schulze gemeinsam? Biografisch gesehen rein gar nichts. Historisch gesehen verbindet sie nun jedoch der 28. Januar 2026. Tova Friedman hielt eine emotional und historisch hochgeladene Gedenkrede im Deutschen Bundestag und Sven Schulze wurde zum neuen Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt gewählt. Die Ereignisse selbst haben sonst nichts gemeinsam, außer, dass sie bundespolitisch bedeutsam sind, zumindest für einen Tag, und von Personen handeln, die zuvor ziemlich unbekannt waren. Allerdings lässt sich noch eine weitere interessante Gemeinsamkeit entdecken und zwar, wenn man sich die Abrufzahlen beider Wikipediaartikel anschaut. Diese unterscheiden sich nur um 2,4 Prozent (37.264 bei Tova Friedman und 36.378 bei Sven Schulze). Das bedeutet, dass die Berichterstattung viele Menschen neugierig gemacht hat, auf diese „neuen“ Menschen in den Nachrichten. Demgegenüber haben die anderen, vergleichsweise bekannten Beteiligten der Ereignisse, wie die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und der scheidende Ministerpräsident Reiner Haseloff weniger neugierig gemacht (5.366 und 11.191 Artikelzugriffe). Man sieht, neu macht neugierig. --Berlinschneid (Diskussion) 23:53, 1. Feb. 2026 (CET)
Winter-Wartungswettbewerb
Die Wikipedia wurde am 15. Januar 2026 25 Jahre alt, und für die deutschsprachige Wikipedia ist es am 16. März 2026 soweit.
Da bietet es sich doch gerade an, genau zwischen diese beiden Termine den Winter-Wartungsbausteinwettbewerb 2026 zu legen und die Kategorie:Strukturierte Information, wozu ja auch die Wikipedia gehört, zu einer der drei Bonus-Kategorien dieses Wettbewerbes zu machen.
Die weiteren Bonus-Kategorien sind die Kategorie:Bayern anlässlich der dortigen Kommunalwahlen am 8. März und die Kategorie:Wintersport anlässlich der olympischen Winterspiele vom 6. bis 22. Februar und der Winter-Paralympics vom 6. bis 15. März. (Sie enden also einen Tag vor dem Geburtstag der deutschsprachigen Wikipedia.)
Der Winter-Wettbewerb beginnt in diesem Jahr am 14. Februar, dauert wie immer 15 Tage und endet somit am 28. Februar 2026, 23.59 h.
Aber auch jede Verbesserung eines Artikels mit einem anderen Baustein oder außerhalb der genannten Bonus-Kategorien bringt Punkte. Das gleiche gilt auch für Mini-Verbesserungen.
Bitte beachtet bei denen, dass die Einbindung vorhandener Bilder ab diesem Wettbewerb geringer bewertet wird. Für das erste Bild gibt es künftig drei Punkte, für das zweite zwei Punkte und für das dritte einen Punkt. Bei Listen werden weitere Bilder künftig mit je 0,5 Punkten bewertet.
Wer mitmachen will, einfach unter Wikipedia:Wartungsbausteinwettbewerb/Winter 2026 als Teilnehmer eintragen oder ein Team bilden und dies eintragen oder fragen, ob man sich einem Team anschließen darf und dann möglichst viele Artikel verbessern (egal, ob Wartungsbaustein oder Minibaustein) und in die Übersicht eintragen. Eine Anmeldung ist auch jederzeit noch während des laufenden Wettbewerbes möglich.
Wer möchte, kann den Wettbewerb auch als Schiedsrichter unterstützen: Je mehr sich dazu bereit erklären, desto geringer ist der Aufwand für jeden der Schiedsrichter. Diese dürfen zum Ausgleich dieses Aufwands einen Tag vorher mit dem Wettbewerb beginnen. N., 1.2.2026
DTA: Die Jungwikipedianer:innen stellen sich vor

Wie jedes Projekt mit Zukunft ist auch die Wikipedia auf engagierten Nachwuchs angewiesen. In der deutschsprachigen Community gibt es dafür ein eigenes Angebot: die Jungwikipedianer:innen (JWP). Die Initiative richtet sich an junge Autorinnen und Autoren ebenso wie an alle, die sich für eine Mitarbeit interessieren – und wird von Jugendlichen und jungen Erwachsenen selbst getragen.
Im Rahmen eines digitalen Themenstammtischs am 19. Februar geben Mitglieder der JWP Einblicke in ihre Arbeit. Vorgestellt werden die Organisation der Gruppe, typische Aktivitäten sowie Veranstaltungen und Treffen, bei denen gemeinsam geschrieben, diskutiert und gelernt wird. Auch die besonderen Arbeitsweisen der jungen Community stehen im Fokus – vom Einstieg ins Editieren bis zum kollektiven Feinschliff an Artikeln.
Darüber hinaus wird thematisiert, wie junge Menschen bestmöglich unterstützt und langfristig für eine aktive Mitarbeit in der Wikipedia gewonnen werden können. Welche Hürden gibt es am Anfang? Was motiviert zum Dabeibleiben? Und welche Rolle spielen Austausch und Mentoring?
Im Anschluss an die Präsentation ist ausreichend Zeit für Fragen und offenen Austausch vorgesehen. Interessierte erhalten so die Gelegenheit, direkt mit den Jungwikipedianer:innen ins Gespräch zu kommen. Die Anmeldung erfolgt wie immer unter WP:DTA.
Erinnerung: am 2. Februar geht es beim Themenabend um „KI einfach erklärt: Wie ChatBots funktionieren und warum es immer noch zu Halluzinationen kommt“. Salino01 29.1.
Teilnahmestipendien für den Wikimedia Hackathon 2026

Du entwickelst gern neue hilfreiche Tools für Wikipedia und die Schwesterprojekte, tüftelst an technischen Lösungen für Vorlagen, Skripte und Gadgets oder bringst dich gern in die Weiterentwicklung der MediaWiki-Software ein?
Dann bist du beim Wikimedia Hackathon genau richtig: Vom 1. bis 3. Mai 2026 findet die diesjährige Ausgabe in Mailand statt. Hier kannst du dich mit Engagierten aus der globalen Tech-Community austauschen, dein Wissen teilen, Neues dazulernen und gemeinsam mit anderen Interessierten Dinge weiterentwickeln. Denn im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen gemeinsames Arbeiten an Projekten, der Austausch zu technischen Themen sowie das Kennenlernen anderer Mitwirkender.
Wikimedia Deutschland unterstützt die Teilnahme am Hackathon mit fünf Teilnahmestipendien für ehrenamtlich Engagierte aus diesem Themenfeld mit Hauptwohnsitz in Deutschland. Alle Informationen zu diesem Förderangebot sind unter Wikipedia:Förderung/Wikimedia Hackathon 2026 zu finden. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 8. Februar 2026. sandro (wmde), 26.1.
KI-Gemauschel: Das Zusammenspiel von ChatGPT und Grokipedia
Das Thema Künstliche Intelligenz bzw. die problematische Verwendung von Large Language Models (LLM) war und ist regelmässiges Thema hier im Kurier und ich möchte hier auch nicht erneut die ganz große Box aufmachen. Auf eine Nachricht, die ich heute aus einem KI-Newsletter gepickt habe, möchte ich doch hinweisen – denn sie betrifft das Wissensthema ganz konkret: Wie der Guardian berichtet, wurden sowohl ChatGPT wie auch Claude in ihren neuesten Versionen erwischt, dass sie sich an Elon Musks KI-generierter Enzyklopädie-Alternative Grokipedia als Quelle bedienen und auf diese Weise teilweise recht schwierige und politisch verfärbte Inhalte als Wissen verkaufen.
Laut dem Guardian „zitierte GPT-5.2 die Grokipedia neun Mal als Antwort auf mehr als ein Dutzend verschiedene Fragen. Dazu gehörten Fragen zu politischen Strukturen im Iran, wie beispielsweise die Gehälter der paramilitärischen Basij-Miliz und die Eigentumsverhältnisse der Mostazafan-Stiftung, sowie Fragen zur Biografie von Sir Richard Evans, einem britischen Historiker und Sachverständigen gegen den Holocaustleugner David Irving in dessen Verleumdungsprozess.“ Dass die Antworten von Grokipedia gerade in politisch sensiblen Themen mit Vorsicht zu geniessen sind und in etlichen Bereichen rechte Narrative zu verschiedenen Themen verbreitet, macht die Sache heikel – denn so geraten diese auch in andere Systeme und „vergiften“ diese, wie heise schreibt. Hinzu kommt, dass ChatGPT die Grokipedia auch nicht klar als Quelle seiner Antworten ausgewiesen habe, obwohl die Herkunft klar ist.AR 26.01.
Ein Mythos, seine Inszenierung und die Hintergründe

Fantasy ist besonders in unsicheren Zeiten immer ein wichtiges Element der Kultur. Die Beschäftigung mit dem Fiktiven bietet zahllose Möglichkeiten für kreative Menschen. Alle möglichen Fabelwesen bevölkern nicht nur die Literatur, den Film und die Bildende Kunst, vor allem aber die Alltagskultur. Das beliebteste Element dieser fantastischen Tierwelt ist jedoch seit über 2000 Jahren das Einhorn. Diesem besonderen Wesen widmete das Potsdamer Museum Barberini eine umfangreiche Ausstellung. Wer die Ausstellung besucht, wird durch alle Kunstepochen hindurch diesem edlen, manchmal aber auch bösartigen Geschöpf in allen Variationen begegnen. Wikipedia hatte sich in einer GLAM digital/Einhorn auf diese „Wikipedianischen KulTour“ vorbereiten können um nun live den faszinierenden Mythos Einhorn näher kennen zu lernen. Eine professionelle kunsthistorische Führung von Peter Eurlings durch die hoffnungslos überfüllten Ausstellungsräume brachte Erstaunliches über das Einhorn zu Tage; fast neigte man sogar dazu, an dieses fantastische Wesen zu glauben und sich wie viele Kinder neben das Wärme ausstrahlende präparierte pferdeähnliche Einhornexponat mit echtem Fell zu legen, schließlich werden ihm alle möglichen Wunderkräfte zugeschrieben. Zurück auf den Boden der Tatsachen holte einen dann doch der Vortrag der Kuratorin Valentina Plotnikova, die genau darlegte, wie solch eine aufwendige Ausstellung mit vielen internationalen Leihgaben organisiert, geplant und durchgeführt wird. Es war ein informativer Blick hinter die Kulissen eines äußerst angesehenen Museums, das mit dieser Ausstellung einen echten Publikumsmagnet, nicht nur für abgehobene Kunstinteressierte, geschaffen hat. Es ist zu wünschen, dass sich mit der Zeit die Dokumentationsseite weiter füllt. Sc ergänzt durch W
Zieht den Bayern die Lederhosen aus! Lederhosen aus!

Gestern hat es in der Fußball-Bundesliga der FC Augsburg vorgemacht und den FC Bayern besiegt. Doch wie sieht es bei Wiki Loves Folklore (WLF) in Deutschland aus? Schafft es dieses Jahr ein nicht bayrisches Foto in die Top 3? Im vergangenen Jahr waren drei Fotos aus Bayern auf dem Siegertreppchen - Perchtenlauf, Almabtrieb und eine Trachtengruppe. Nur das Töpfern in Niedersachsen, ein Martinsumzug und die Nubbelverbrennung in Köln hielten der bayrischen Übermacht in den Top 10 stand.
Bekommen wir 2026 einen Sieger aus Ostfriesland, aus Hessen, dem Rheinland oder Brandenburg? Du kannst mit deinen Fotos helfen, diese Änderung zu bewirken. Vor allem aber kannst du kulturelles Erbe dokumentieren.
Wir weisen immer wieder gern darauf hin, dass WLF viel mehr ist, als man sich im ersten Augenblick vorstellt: Immaterielles Kulturerbe wie Schmiedekunst, die Herstellung des Viez oder die Technokultur können an WLF teilnehmen. WLF macht in erster Linie Spaß. Hab Spaß und entdecke spannende alte und neue Traditionen in deiner Region.
Natürlich kannst du auch dafür sorgen, dass wieder ein bayrisches Foto den Wettbewerb gewinnt (so wie der FC Augsburg) – zum Beispiel mit Fotos von handwerklichem Bierbrauen, der Eichenwirtschaft im Spessart oder vom Laudenbacher Osternachtsingen. Wir freuen uns auf eure Fotos überall aus Deutschland.
Wir suchen auch Teilnehmer für die Vorjury und Hauptjury. Du kannst dort mitwirken und helfen, den Wettbewerb zu einem tollen Erfolg zu machen. Dieses Jahr gibt es eine kleine Änderung bei allen WLX-Wettbewerben (also auch bei Wiki Loves Earth und Wiki Loves Monuments). Nur eine begrenzte Anzahl der Fotos eines Fotografen werden die Vorjury überstehen. Diese Anzahl wird pro Wettbewerb individuell festgelegt. Bei WLF starten wir mit 50 Bildern. (Mehr Infos gibt es hier.)
Und noch eine Info: Die Themen für die Sonderpreise für WLX 2026 und 2027 sind festgelegt und unter Wikipedia:WLX/Sonderpreis veröffentlicht.
Vom 1. Februar bis 31. März 2026 kannst du Bilder hochladen. Z t 25.01.
NFL 1 : 0 Wikipedia
Bei der diesjährigen NFL-Wette zeigt sich wieder einmal, wer Ahnung von der NFL hat. Wir nicht. Von 23 Teilnehmern hat niemand einen der beiden Superbowl-Teilnehmer, die schlechteste Mannschaft oder den MVP richtig vorhergesehen. Da die Teilnehmer am Tippspiel – einschließlich dem Autor – wohl keine Ahnung von Football oder Wahrscheinlichkeitsrechnung haben, hat der Autor Gemini gefragt, wie wahrscheinlich dieses Ergebnis sei: „Das entspräche einer Chance von 1 zu 3,3 Milliarden.“ – Naja, Gemini scheint ein ähnliches Verhältnis zur Wahrscheinlichkeitsrechnung zu haben wie der Autor zu NFL-Prognosen...... Aber wie unwahrscheinlich ist es wirklich? 🧀cro 19.01.
Grüße aus dem Deutschen Quiz-Verein
Seit Sommer 2025 betreue ich (Steffen) die Rubrik „10 der Woche“ bzw. „10 am Donnerstag“ auf der Website des Deutschen Quiz-Vereins e. V., in der zweimal pro Woche jeweils zehn von den Vereinsmitgliedern verfasste Übungsfragen präsentiert werden. Zum heutigen Wikiläum habe ich ein kleines Geburtstagsquiz rund um die Wikipedia gebastelt. Jede der zehn Fragen bezieht sich auf eine der zehn Kategorien (Geschichte; Politik und Wirtschaft; Kunst und Kultur; Literatur und Medien; Musik; Film und Fernsehen; Lifestyle und Technik; Sport und Spiele; Welt und Natur; Wissenschaft), in die die DQV-Quizze eingeteilt sind. Das Quiz soll natürlich nicht zuletzt ein kleines Dankeschön aus einer Community an eine andere sein, die in ihrem Bedürfnis nach Wissen und Wahrhaftigkeit gerade im Jahr 2026 sicherlich stärker als je vereint sind. Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank an uns alle! slg 15.01.
DTA: KI einfach erklärt

Die Präsentation zeigt, warum KI-Texte oft erstaunlich flüssig und überzeugend klingen, obwohl dahinter kein echtes „Verstehen“ steckt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf sogenannten Halluzinationen: Antworten, die sprachlich sicher wirken, aber inhaltlich falsch sind. Anhand anschaulicher Beispiele wird erklärt, warum solche Fehler systembedingt ganz normal sind, weshalb KI keine verlässlichen Quellen ersetzt – und welche Ansätze es gibt, dieses Problem künftig zu entschärfen.
Gerade im Wikipedia-Kontext wird deutlich: ChatBots können beim sprachlichen Formulieren unterstützen, beim Recherchieren und Belegen oder beim Schreiben von Artikeln stoßen sie jedoch schnell an ihre Grenzen. Die Anmeldung erfolgt wie immer auf der Seite WP:DTA. Vorschau: Am 19. Februar stellen sich die Jungwikipedianer bei einem Digitalen Themenabend vor. Salino01 11.01.
Wikiliebe im Jahr 2025
Wir alle wissen, dass sich Wikiliebe eigentlich nicht messen lässt und dass es oftmals kleine unbemerkte Gesten sind, mit denen wir der einen Mitstreiterin oder dem anderen Mitstreiter unsere Wertschätzung entgegenbringen.
Es gibt zwei Projekte innerhalb der Wikipedia, in denen im letzten Jahr viele Artikel von Benutzern für andere Benutzer geschrieben wurden; diese sind „Drei Wünsche frei“ und WP:Weihnachten. Die Motivation hinter der Wunscherfüllung kann ganz unterschiedlich aussehen, so kann es ein gezieltes Geschenk für jemand anderes sein, ein interessanter Artikelwunsch, den man in der Liste entdeckt hat, oder einfach purer Zufall, dass zwei Benutzer sich für dasselbe Thema interessieren und sich einer einen Artikel wünscht, der anderenorts verfasst wird, ohne dass von dem Wunsch gewusst wurde.
Durch Erfüllung solcher Artikelwünsche sind im Jahr 2025 in beiden Projekten 158 Artikelwünsche erfüllt worden (133 Artikel bei Drei Wünsche frei und 25 Weihnachtsgeschenke bei WP:Weihnachten). Meine persönliche Meinung ist, dass dies eine sehr schöne Anzahl an Artikeln ist, über die sich sicherlich die meisten Beschenkten sehr freuen durften, sofern sie noch in der Wikipedia aktiv sind. Auch in diesem Jahr kann hieran weiter angeknüpft werden, beziehungsweise wurde gestern zu meiner Freude mit Ximenia americana bereits der erste Artikelwunsch dieses Jahres erfüllt. In diesem Sinne wünsche ich allen ein glückliches Jahr 2026, auch voller Wikiliebe. ef, 3.1.
Wikimania 2026: Bewerbungsfrist endet am 4. Januar/Jänner

Kleine Erinnerung: Noch bis zum 4. Januar/Jänner ist die Bewerbung für Teilnahmeförderungen für die Wikimania 2026 in Paris bei Wikimedia Österreich und Wikimedia Deutschland möglich. Alle Informationen zum Bewerbungsprozess gibt wie gewohnt es auf Wikipedia:Wikimania 2026/Teilnahmeförderung. Wikimedia Österreich vergibt 6 Teilnahmeförderungen, Wikimedia Deutschland vergibt 20 Einzel- und 5 Tandemstipendien. sandro (wmde), 2.1.
2026 ist da
Das Rennen um den ersten Artikel des Jahres verlief weit weniger aktiv, so glaubt der Beobachter, da nur zwei Artikel mit der Uhrzeit 23:59 Uhr um wahrscheinlich nur Sekunden zu früh eingegangen sind, nämlich zum Historiker Matthias Bähr von Benutzer:Armin P. und zum Ortsartikel Sparbu von Benutzerin:CaroFraTyskland (beide genau 23:59:59 Uhr veröffentlicht). Harmonischer Analysator von Benutzer:PaulT ist der erste Artikel des Neuen Jahres (genau 00:00:00 Uhr). Mit dem Zeitstempel 0:00 Uhr gingen noch vier weitere Artikel ein, in der folgenden Reihenfolge: Ihr seid doch auch nicht besser(ebenfalls 00:00:00 Uhr) und Stresz (genau 00:00:03 Uhr), beides Musikartikel von Benutzer:Gripweed sowie zur Pilotin Maria Wardasówna von Benutzer:1rhb (genau 00:00:09 Uhr), der Ortsartikel Erdőtelek von Benutzer:JasN folgte (genau 00:00:33 Uhr). Die Seite Wardas war die erste Begriffsklärungsseite des Jahres, ebenfalls durch 1rhb (genau 00:00:42 Uhr).
Allen Wikipedianern sei ein gesundes und glückliches neues Jahr gewünscht. Auf daß sich Wünsche erfüllen und Erfolg einstellt, immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel bleibt und ein paar Münzen im Geldbeutel. Früher dienten diese zum Telefonieren in der Not, aber wo zum Teufel gibt es noch Telefonzellen? Meine Oma würde hier nicht schließen ohne den Wunsch, daß der Frieden erhalten bleiben soll, aber ich bin mir da leider nicht so sicher, ob das realistisch ist. Hoffen wir das Beste! MaB 1.1.
Sekundengenaue Zahlen nachgetragen. DerHexer, 2.1