Wiener Linien
| Wiener Linien GmbH & Co KG | ||||
|---|---|---|---|---|
| Basisinformationen | ||||
| Unternehmenssitz | Wien | |||
| Webpräsenz | www.wienerlinien.at | |||
| Bezugsjahr | 2024[1][2] | |||
| Eigentümer | Wiener Linien GmbH (Komplementär) Wiener Stadtwerke GmbH (Kommanditist) | |||
| Rechtsform | Kommanditgesellschaft | |||
| Sitz | Wien | |||
| Gründung | 01.07.1903 (als städt. Verkehrsbetriebe)[3] 23.03.1999 (in der aktuellen Rechtsform)[4] | |||
| Geschäftsführung | Alexandra Reinagl Vorsitz der Geschäftsführung (CEO) sowie Betrieb, Markt & Kunde Gudrun Senk technische Geschäftsführung sowie Bau- und Anlagenmanagement Petra Hums Finanzen, Recht, Personal und IT[5] | |||
| Verkehrsverbund | Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) | |||
| Mitarbeiter | 9500 (Stand Jänner 2026)[6] | |||
| Umsatz | 812,4 Mio. (2024)[7] | |||
| Linien | ||||
| Spurweite | 1435 mm | |||
| U-Bahn | 5 | |||
| Straßenbahn | 28 | |||
| Bus | 135 inkl. Auftragsverkehr und Nightline[1] | |||
| Anzahl Fahrzeuge | ||||
| U-Bahn-Wagen | 736 Triebwagen + 148 Beiwagen (2024)[1] | |||
| Straßenbahnwagen | 495 Triebwagen + 69 Beiwagen (2024)[1] | |||
| Omnibusse | 486 (2024)[1] | |||
| Statistik | ||||
| Fahrgäste | Gesamt: 872,7 Mio. U-Bahn: 404,8 Mio. Straßenbahn: 291,8 Mio. Bus: 176,2 Mio. (2024)[1] | |||
| Fahrleistung | Angaben in Mio. Platzkilometer: Gesamt: 20.869,2 U-Bahn: 13.153,9 Straßenbahn: 4277,1 Bus: 3438,2 inkl. Fremdbetrieb davon 2081,3 im Eigenbetrieb (2024)[1] | |||
| Haltestellen | Gesamt: 5724 U-Bahn: 109 Straßenbahn: 1146 Bus: 4469 (2024)[1] | |||
| Einzugsgebiet | 414,9 km² | |||
| Einwohner im Einzugsgebiet |
2 Mio. | |||
| Länge Liniennetz | ||||
| U-Bahn-Linien | 83,0 km (2024)[1] | |||
| Straßenbahnlinien | 227,4 km (2024)[1] | |||
| Buslinien | 892,5 km (2024)[1] | |||
| Betriebseinrichtungen | ||||
| Betriebshöfe | 1 Hauptwerkstätte 3 U-Bahn 4 Straßenbahn 3 Bus | |||
| Länge Gleisanlagen | U-Bahn: 253,7 km Straßenbahn: 418,5 km (2024)[1] | |||
| Weichen | U-Bahn: 814 Straßenbahn: 1119 (2024)[1] | |||
| Jahr | U-Bahn | Straßenbahn | Bus | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| 2003 | 409,7 Mio. | 203,8 Mio. | 108,6 Mio. | 722,1 Mio. |
| 2004 | 420,2 Mio. | 204,7 Mio. | 110,5 Mio. | 735,4 Mio. |
| 2005 | 427,4 Mio. | 207,7 Mio. | 111,7 Mio. | 746,8 Mio. |
| 2006 | 450,0 Mio. | 204,7 Mio. | 117,5 Mio. | 772,2 Mio. |
| 2007 | 476,6 Mio. | 200,4 Mio. | 116,0 Mio. | 793,0 Mio. |
| 2008 | 498,2 Mio. | 190,5 Mio. | 115,0 Mio. | 803,7 Mio. |
| 2009 | 510,2 Mio. | 186,9 Mio. | 114,7 Mio. | 811,8 Mio. |
| 2010 | 534,4 Mio. | 189,9 Mio. | 114,4 Mio. | 838,7 Mio. |
| 2011 | 567,6 Mio. | 193,8 Mio. | 113,6 Mio. | 875,0 Mio. |
| 2012 1 | 444,4 Mio. 1 | 295,1 Mio. 1 | 167,1 Mio. 1 | 906,6 Mio. |
| 2013 | 428,8 Mio. | 293,6 Mio. | 177,6 Mio. | 900,0 Mio. |
| 2014 | 439,8 Mio. | 304,8 Mio. | 186,6 Mio. | 931,2 Mio. |
| 2015 | 440,0 Mio. | 298,0 Mio. | 201,1 Mio. | 939,1 Mio. |
| 2016 | 440,1 Mio. | 305,8 Mio. | 208,3 Mio. | 954,2 Mio. |
| 2017 | 453,6 Mio. | 305,8 Mio. | 202,3 Mio. | 961,7 Mio. |
| 2018 | 463,1 Mio. | 305,5 Mio. | 197,3 Mio. | 965,9 Mio. |
| 2019 | 459,8 Mio. | 304,8 Mio. | 196,1 Mio. | 960,7 Mio. |
| 2020 | 265,1 Mio. | 186,1 Mio. | 122,8 Mio. | 574,0 Mio. |
| 2021 | 271,9 Mio. | 200,6 Mio. | 123,3 Mio. | 595,8 Mio. |
| 2022 | 348,5 Mio. | 246,5 Mio. | 152,4 Mio. | 747,4 Mio. |
| 2023 | 352,4 Mio. | 273,4 Mio. | 166,2 Mio. | 792,0 Mio. |
| 2024[1][29] | 404,8 Mio. | 291,8 Mio. | 176,2 Mio. | 872,7 Mio |
(Quelle: Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien – Wien in Zahlen[30])
Streckennetz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Linienlänge ist jene Gesamtlänge, die sich ergibt, wenn man die Streckenlänge jeder Verkehrslinie addiert – benutzen also mehrere Straßenbahnlinien denselben Streckenabschnitt, so werden sie dennoch addiert. Die Betriebslänge gibt hingegen die Länge des gesamten fahrplanmäßig genutzten Gleisnetzes an, also ohne Mehrfachzählungen.
Die Passagierzahlen der Wiener Linien steigen seit 1995 stetig an und auch am Netzausbau wird laufend gearbeitet. Im Jahr 2024 gab es:
- 5 U-Bahn-Linien mit 83,0 Kilometern Linienlänge (83,9 km Betriebslänge, 253,7 km Gesamtgleislänge) und 404,8 Millionen Passagieren
- 28 Straßenbahnlinien mit 222,7 Kilometer Linienlänge (171,4 km Betriebslänge, 418,5 km Gesamtgleislänge) und 291,8 Mio. Passagieren
- 135 Buslinien (inkl. Auftragsverkehr und Nachtbusse) mit insgesamt 892,5 km Linienlänge und 176,2 Mio. Passagieren[1]
Die Linien mit den meisten Passagieren 2013 waren:
| Verkehrsmittel | U-Bahn | Straßenbahn | Linienbus |
|---|---|---|---|
| Platz 1 | 113 Mio. |
29,5 Mio. 11 | 13,0 Mio. 13A |
| Platz 2 | 112 Mio. |
26,5 Mio. 43 | 11,3 Mio. 11A / 11B |
| Platz 3 | 108 Mio. |
21,5 Mio. 26 | 9,9 Mio. 14A |
Im Auftragsverkehr werden Buslinien von Subunternehmen betrieben, die auch eigene Linien in und um Wien betreiben. Dazu kommen noch Rufbusse, die die früheren Anrufsammeltaxis ersetzen.
Die meisten Tages-Linien verkehren ca. von 5:00 bis 0:30 Uhr. Zur Hauptverkehrszeit werden viele Linien im Zwei- bis Fünf-Minuten-Intervall betrieben, in den Abendstunden verkehrt die U-Bahn im 7½-Minuten-Intervall, Straßenbahn- und Buslinien im Zehn- oder 15-Minuten-Takt. In der Zeit von 0:30 bis 5:00 Uhr verkehren die Nachtlinien im Abstand von 15 Minuten (U-Bahn in den Nächten vor Samstagen, Sonntagen und Feiertagen) beziehungsweise 30 Minuten (Nachtbusse). Seit Juli 2020 fahren auch die Nachtbuslinien N8, N25, N60 und N66 im 15-Minuten-Takt. Im Durchschnitt nutzen pro Nacht knapp 45.000 Fahrgäste die U-Bahn. Insgesamt haben sich die Fahrgastzahlen im Nachtbetrieb seit dem Start der Nacht-U-Bahn etwa verdreifacht. Die bisher meisten Fahrgäste verzeichnete die Nacht-U-Bahn in der Silvesternacht mit rund 145.000 Fahrgästen.
Tariflich sind die Wiener Linien integriert in den Verkehrsverbund Ost-Region (VOR). Das Netz der Wiener Linien liegt zur Gänze in dessen Kernzone (Zone 100). Schüler, Studenten, Sozialhilfeempfänger und Menschen ab 65 Jahren werden zu stark ermäßigten Tarifen befördert. Fahrräder werden kostenlos befördert. Allerdings ist deren Mitnahme nur in der U-Bahn zu bestimmten Zeiten erlaubt.
U-Bahn
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Wiener U-Bahn existiert unter dieser Bezeichnung seit 1976, als die zwischen 1898 und 1901 als Wiener Dampfstadtbahn eröffnete Wiener Elektrische Stadtbahn (ab 1925) zwischen den beiden Stationen Heiligenstadt und Friedensbrücke versuchsweise für den U-Bahn-Verkehr adaptiert wurde und als Linie U4 in Betrieb ging. Dem Bau der U-Bahn gingen jahrzehntelange politische Diskussionen voraus, da die sozialdemokratische Mehrheit in Wien vorerst andere Verkehrsmittel bevorzugte. Das erste Teilstück einer neu gebauten U-Bahn-Strecke wurde 1978 in Betrieb genommen (Linie U1 von Reumannplatz bis Karlsplatz). Das Wiener U-Bahn-Netz besteht zurzeit aus fünf U-Bahn-Linien, umfasst 109 Stationen[1] und ist rund 83 Kilometer lang:
Oberlaa ↔ Leopoldau
Seestadt ↔ Karlsplatz (28. Mai 2021 – 6. Dezember 2024: Seestadt ↔ Schottentor; 2030: Seestadt ↔ Matzleinsdorfer Platz)[31]
Ottakring ↔ Simmering
Hütteldorf ↔ Heiligenstadt- (ab 2030:
Frankhplatz – Altes AKH ↔ Karlsplatz)
Siebenhirten ↔ Floridsdorf
Straßenbahn
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Wiener Straßenbahn existiert seit 1865, als die erste Pferdetramway ihren Fahrbetrieb aufnahm; 1897 wurde die erste Linie elektrisch betrieben. Ursprünglich von privaten Verkehrsunternehmen geführt, wurde die Straßenbahn um 1900 von der Stadtverwaltung aufgekauft und in den folgenden Jahrzehnten unter dem Betriebsnamen Gemeinde Wien – Städtische Straßenbahnen massiv ausgebaut. 1925 wurde die auf Kosten der Stadt elektrifizierte Stadtbahn in das Verkehrsnetz integriert. Die Straßenbahn war bis zum U-Bahn-Bau Hauptträger des öffentlichen Verkehrs in Wien.
Nach 1945 wurden zahlreiche Linien zugunsten des Kraftfahrzeugverkehrs aufgelassen bzw. wegen Unwirtschaftlichkeit durch Buslinien ersetzt. Im Zuge des U-Bahn-Baues wurden ab 1978 Straßenbahnlinien, die parallel zu U-Bahn-Strecken verliefen, eingestellt. Trotzdem ist das Straßenbahnnetz in Wien auch heute noch eines der größten der Welt. Derzeit verkehren 28 Linien mit einer Linienlänge von 227,4 km.[1] Zwar kommt es aufgrund des U-Bahn-Ausbaus zu vereinzelten Einstellungen, es werden aber auch Neubaustrecken und neue Streckenabschnitte geplant.
Bus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Autobuslinien wurden von der Stadt Wien in den 1920er Jahren eingeführt, größere Bedeutung erlangten sie erst, als die städtische Siedlungstätigkeit in Außenbezirken zusätzliche Verkehrsverbindungen verlangte und als viele Straßenbahnlinien im dicht bebauten Gebiet durch Autobusbetrieb ersetzt wurden.
Die 135 Stadtbuslinien inklusive der Nachtbuslinien (Stand 2024)[1] werden fast gänzlich von den Wiener Linien und von ihnen beauftragen Subunternehmen betrieben. Einige Linien verkehren gänzlich oder zu bestimmten Zeiten als Rufbus.
2013 wurden auf etwa 774 Kilometer Linienlänge 469 Busse eingesetzt, die 178 Millionen Fahrgäste beförderten.
Auf den Linien 2A und 3A verkehren seit Ende 2012 Batteriebusse. Im Zuge der Erneuerung wurde die Flotte der Wiener Linien von Flüssiggasbetrieb auf Dieselbetrieb umgestellt, derzeit werden alternative Antriebsformen getestet. Auf einigen Linien im Süden Wiens sind seit 2024 Elektrobusse des Modells eCitaro von Mercedes-Benz im Einsatz[32][33], auf der Buslinie 39A fahren seit 1. Dezember 2025 regulär ausschließlich Wasserstoffbusse von CaetanoBus.[34]
Zwischen 1946 und 1958 betrieben die WVB außerdem den Oberleitungsbus Wien (Linie 22), er verkehrte zwischen dem Währinger Gürtel und Salmannsdorf.
Laufender Betrieb
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kundenservice
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Kundenzentrum der Wiener Linien befindet sich seit 1994, zusammen mit der Direktion, in Erdberg in unmittelbarer Nähe zur gleichnamigen U-Bahn-Station. An mehreren wichtigen U-Bahn-Knotenpunkten befinden sich zudem Info- und Ticketverkaufsstellen.
Direktionsgebäude
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Direktionsgebäude steht im Eigentum der WIENER LINIEN Direktionsgebäude GmbH und wird auch von dieser verwaltet. Gesellschafter sind die WIENER LINIEN GmbH & Co KG sowie die WIENER LINIEN Verkehrsprojekte GmbH.[35]
Stationsnamen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bezeichnungen der Haltestellen aller Linien werden wiederholt angepasst, um die Verständlichkeit und klare Unterscheidbarkeit zu verbessern. Am 2. Februar 2026 wurden sogar 37 Stationsbezeichnungen geändert.[36]
Durchsagen an die Fahrgäste
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In allen Fahrzeugen werden nach einem Gong die nächste Station sowie die Umsteigemöglichkeiten (unter Franz Kaida auch Infrastruktureinrichtungen) angesagt. In den Stationen selbst werden überdies Störungsmeldungen und sicherheitsrelevante Informationen kommuniziert. Dies wurde erstmals in den 1960er Jahren in den damals auf schaffnerlosen Betrieb umgestellten Straßenbahnen eingeführt. Seit diesem Zeitpunkt war Franz Kaida die „Stimme der Wiener Linien“. Er war damals Leiter des sicherheitstechnischen Dienstes und ist mittlerweile pensioniert.
Im Rahmen einer neu zu schaffenden „akustischen Identität“ wurde ab 2012 der akustische Auftritt der Wiener Linien überarbeitet. Für sämtliche Durchsagen gibt es seit Jänner 2013 in der U-Bahn, seit Mai 2013 bei der Straßenbahn und seit Herbst 2013 in den Bussen nur noch eine Stimme. Da eine Umfrage ergab, dass die Mehrheit der Passagiere eine Frauenstimme wünscht, wurde in einem Auswahlverfahren, an dem auch die Fahrgäste teilnehmen konnten, eine neue weibliche Sprecherin gesucht. Ausgewählt wurde die Stimme der österreichischen Schauspielerin Angela Schneider. Sie spricht seitdem alle Stationsansagen und fallweise auch Störungsmeldungen sowie Werbekampagnen der Wiener Linien. Zudem wurden sämtliche Signaltöne, wie der Warnton an den U-Bahn-Türen oder der Haltestellengong, ersetzt.[37][38][39]
App
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von 2009 bis Ende Februar 2020 existierte die Software qando – nach italienisch quando als mobiler Fahrplanservice für alle öffentlichen Verkehrsmittel in Wien.[40] Die Fahrgäste konnten in der App neben den Planzeiten auch Echtzeitinformationen abrufen, Fahrkarten erwerben und ihre Reiseroute planen. Auf Straßenbahnrouten wurde auch angezeigt, ob auf der nächsten Fahrt ein ULF (Niederflurfahrzeug) eingesetzt wird.
In das System wurden auch aktuelle Störungsmeldungen eingespielt. Dieser Service wurde von den Wiener Linien und dem Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) kostenlos für mobile Endgeräte zum Download bereitgestellt. Entwickelt wurde die App von der Fluidtime Data Services GmbH, einem IT-Anbieter für Mobilitätslösungen aus Österreich.[41] Die App qando existierte auch im Salzburger Verkehrsverbund (SVV), bei Klagenfurt Mobil, den Linz Linien sowie den Graz Linien.
Die Software wurde mit März 2020 aus den App-Stores für iOS/Android entfernt und durch die neue App WienMobil ersetzt.[42][43][44]
Sicherheitsdienst
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Im Jahr 2017 wurde der Sicherheitsdienst Wiener Linien Security geschaffen, der die Einhaltung der Hausordnung vor allem im U-Bahnbereich überwacht. Im Jahr 2019 sollen insgesamt 120 Mitarbeiter beschäftigt sein, die zu ihrem Schutz mit Stichschutzwesten, Body-Cams und Pfeffersprays ausgerüstet sind.[45][46] Seit 2019 sind die Securities als Eisenbahnaufsichtsorgane auch mit dem Festnahmerecht ausgestattet.[47]
Weitere Informationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Betrieb am 1. Mai
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Von 1913 bis 1998 begann der Betrieb am 1. Mai erst um 13:30[48] oder 14:00 Uhr,[49] um den Arbeitnehmern die Möglichkeit zu geben, am Maiaufmarsch teilzunehmen, wenngleich dies der Betriebspflicht widersprach[49] und auch nicht im Fahrplan kommuniziert wurde. Das erste Fahrzeug jeder Linie fuhr dann, an der Vorderfront festlich geschmückt, mit grünen Girlanden, Blumen und Wiener Flagge aus. Unterbrochen wurde dies durch den Ersten Weltkrieg und von 1934 bis 1945 durch den Ständestaat, die Zeit des Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg. Am 1. Mai 1934 kämpften Tramwayfahrer gegeneinander, weil die einen am Vormittag fahren wollten, die anderen nicht.[50]
Im Jahr 1998 beschloss der Gemeinderat ganztägigen Betrieb, die Gewerkschaft legte sich jedoch quer. Dies führte zur historisch einmaligen Notlösung, dass die Verkehrsbetriebe vier private Busunternehmen beauftragten, den Verkehr an diesem Vormittag auf den Nachtbusstrecken durchzuführen.[51][52] Dies war auch das letzte Jahr, in dem die Fahrzeuge geschmückt wurden.[53]
Seit 1999 wird ganztägig der gewöhnliche Feiertagsfahrplan gefahren, nur auf der Ringstraße gibt es die bei Großveranstaltungen üblichen Umleitungen oder Kurzführungen.[54]
Tramwaytag
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit 1985 findet jährlich der Tramwaytag statt. Jedes Jahr veranstaltet ein anderer Betriebsbahnhof oder eine andere Betriebsgarage diesen Tag der offenen Tür. Im Rahmen einer Fahrzeugschau werden den Besuchern Alt- und Neufahrzeuge präsentiert und Oldtimer-Rundfahrten angeboten. Außerdem gibt es Einblicke in den jeweiligen Betriebsbereich des Veranstaltungsortes.
Verkehrsmuseum Remise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im ehemaligen Betriebsbahnhof Erdberg wurde 1992 als Nachfolger des Wiener Tramwaymuseums das Wiener Straßenbahnmuseum, das heutige Verkehrsmuseum Remise, eröffnet. Das Museum war und ist dem öffentlichen Stadtverkehr gewidmet und das größte Straßenbahnmuseum der Welt, das sich mit dem öffentlichen Verkehr einer einzigen Stadt beschäftigt. Der Schwerpunkt der Sammlung des Verkehrsmuseums liegt in einer möglichst kompletten Dokumentation originaler historischer Straßenbahnfahrzeuge und Autobusse, die in Wien eingesetzt worden sind. Das Museum zählt zu den umfangreichsten Originalsammlungen weltweit. 2013 wurde das Straßenbahnmuseum geschlossen und am 13. September 2014 als Verkehrsmuseum Remise mit neuer Gestaltung (Museum des öffentlichen Verkehrs) wiedereröffnet.
Kritik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2005 erhielt das Unternehmen den Negativpreis Big Brother Award in der Kategorie „Volkswahl“ wegen „populistischer“ Überwachungspolitik mit Kameraüberwachung.[55][56][57] Die Überwachungskameras entsprechen jedoch den gesetzlichen Bestimmungen.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Walter Farthofer: Tramway Geschichte(n). Die Wiener Straßenbahner im Kampf gegen den grünen und braunen Faschismus. 3. Auflage. ÖGB-Verlag, Wien 2015, ISBN 978-3-99046-135-8.
- Walter Farthofer: „Menschenmaterial: unbefriedigend“. Zwangsarbeit bei den Wiener Verkehrsbetrieben. echomedia, Wien 2017, ISBN 978-3-903113-25-1.
- Walter Farthofer: Im Rückspiegel. Die Chronik der Wiener Linien. echomedia, Wien 2019, ISBN 978-3-903113-40-4.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website der Wiener Linien
- bildstrecke.at – Bildarchiv der Wiener Linien
- Wiener Verkehrsbetriebe im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
- Wiener Linien im Stadtverkehr-Austria-Wiki
- Wiener Linien auf strassenbahnreisen.de
- Bericht zu den Cross-Border-Leasing-Geschäften
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 Zahlen & Fakten – Betriebsangaben 2024. (PDF; 1,7 MB) In: wienerlinien.at. Wiener Linien GmbH & Co KG, abgerufen am 19. Januar 2026.
- ↑ Geschäftsbericht Wiener Stadtwerke 2022. (PDF; 6,8 MB) In: wienerstadtwerke.at. Wiener Stadtwerke GmbH, 2022, abgerufen am 20. Januar 2026 (alternativer Link: Berichte auf wienerstadtwerke.at).
- 1 2 3 4 5 6 7 8 Wiener Verkehrsbetriebe im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien, abgerufen am 6. Februar 2026.
- 1 2 WIENER LINIEN GmbH & Co KG, FN 181593z. In: firmenabc.at, abgerufen am 6. Februar 2026.
- ↑ Impressum. In: wienerlinien.at. Wiener Linien GmbH & Co KG, abgerufen am 16. Januar 2025.
- 1 2 Die Wiener Öffis in Zahlen. Über Uns – Zahlen Daten Fakten. In: wienerlinien.at. Wiener Linien GmbH & Co KG, abgerufen am 19. Januar 2026.
- ↑ Finanzsbericht Wiener Stadtwerke 2024. (PDF; 2,1 MB) In: wienerstadtwerke.at. Wiener Stadtwerke GmbH, 2024, S. 31, abgerufen am 20. Januar 2026 (alternativer Link).
- 1 2 WIENER LINIEN GmbH & Co KG, FN 181593z in der Elektronischen Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes (EVI), abgerufen am 6. Februar 2026.
- 1 2 Wiener Stadtwerke im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien, abgerufen am 6. Februar 2026.
- ↑ Verordnungs- und Amtsblatt für den Reichsgau Wien vom 28. November 1942, Verordnung Nr. 165.
- ↑ Am Beispiel der Straßenbahnlinie 13: Harald A. Jahn unter Mitarbeit von Bernhard Schandl und Martin Niegl: Visionen für Wien: Der neue 13er. In: tramwy.at. 19. Februar 2024, abgerufen am 6. Februar 2026 (Artikel ursprünglich von ca. 2001): „Der ‚13er‘ war schon mal eine Straßenbahn – damals aber in ihrem veralteten Zustand eher berüchtigt. Altersschwache Fahrzeuge quälten sich bis 1961 durch enge Straßen und Bögen. Damals modernere Fahrzeuge wurden absichtlich nicht eingesetzt, um die Linie leichter auf Bus umstellen zu können.“
- ↑ Erich Witzmann: Der 13er – das raunzende Tramwayungetüm. In: Die Presse. 12. Februar 2011, abgerufen am 6. Februar 2026.
- ↑ Michael Matzenberger: Straßenbahn 13 statt Bus 13A: Machbar, aber nicht gewollt. 23. August 2013, abgerufen am 6. Februar 2026.
- ↑ Im ersten Stock durch Wien. In: Arbeiter-Zeitung. Wien, 16. April 1960, S. 4, Mitte.
- ↑ Linie 13A (Wien) – Linienchronik. In: Stadtverkehr-Austria-Wiki. Abgerufen am 6. Februar 2026.
- ↑ Linie 13. In: Straßenbahnjournal-Wiki. Abgerufen am 6. Februar 2026.
- ↑ Barbara Novak wird Finanzstadträtin. In: wien.ORF.at. 4. Juni 2025, abgerufen am 20. Januar 2026.
- ↑ Öffi-Denkwerkstatt: Gemeinsam entwickeln wir die Öffis weiter. In: wienerlinien.at. Abgerufen am 3. Dezember 2023.
- ↑ WIENER STADTWERKE GmbH, FN 127783t (Eintragungsdatum 1. Dezember 1994) in der Elektronischen Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes (EVI), abgerufen am 18. April 2025.
- ↑ FN 127783t WIENER STADTWERKE Holding AG, […] nun WIENER STADTWERKE GmbH. Eingetragen im Handelsgericht Wien am 20. Dezember 2017. Veröffentlicht am 15. Februar 2018 im Amtsblatt zur Wiener Zeitung, Ausgabe Nr. 032. In: Elektronische Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes (EVI), abgerufen am 6. Februar 2026.
- ↑ WIENER LINIEN GmbH, FN 174296v in der Elektronischen Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes (EVI), abgerufen am 18. April 2025.
- ↑ WIENER LINIEN GmbH, FN 174296v. In: firmenabc.at, abgerufen am 6. Februar 2026.
- ↑ WIENER LINIEN Direktionsgebäude GmbH, FN 164492a in der Elektronischen Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes (EVI), abgerufen am 18. April 2025.
- ↑ WIENER LINIEN Direktionsgebäude GmbH, FN 164492a. In: firmenabc.at, abgerufen am 6. Februar 2026.
- ↑ WIENER LINIEN Verkehrsprojekte GmbH, FN 241867m in der Elektronischen Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes (EVI), abgerufen am 18. April 2025.
- ↑ WIENER LINIEN Verkehrsprojekte GmbH, FN 241867m. In: firmenabc.at, abgerufen am 6. Februar 2026.
- ↑ Geschäftsbericht der Wiener Stadtwerke 2015 (PDF; 7,8 MB).
- ↑ Wien hat die fünftgrößte U-Bahn der EU auf vienna.at vom 8. August 2010, abgerufen am 1. März 2016.
- ↑ Wiener Linien mit 1,3 Mio. Stammkunden. In: wien.ORF.at. 3. April 2025, abgerufen am 3. April 2025.
- ↑ Statistische Jahrbuch der Stadt Wien 2023. (PDF) In: wien.gv.at. S. 46, abgerufen am 25. Juni 2024.
- ↑ U2 Update: Wir machen die U2 fit für die automatische U-Bahn-Zukunft. In: wienerlinien.at. Wiener Linien, abgerufen am 3. Dezember 2023.
- ↑ E-Busse auf vier weiteren Buslinien in Wien – electrive.net. 6. Mai 2024, abgerufen am 12. April 2026.
- ↑ Immer mehr Elektrobusse rollen über Wiens Straßen. Abgerufen am 12. April 2026.
- ↑ Wiener Linien: Linie 39A ab 1. Dezember 2025 emissionslos mit Wasserstoff-Bussen unterwegs. Abgerufen am 12. April 2026.
- ↑ Gesellschaftsvertrag der WIENER LINIEN Direktionsgebäude GmbH vom 30. Mai 2018, FN 164492a.
- ↑ Wiener Linien : 37 Haltestellen mit neuen Namen. In: wien.ORF.at. 2. Februar 2026, abgerufen am 2. Februar 2026.
- ↑ Die Stimme der Wiener Linien wird weiblich. In: Die Presse, 24. August 2012.
- ↑ Endstation für die U-Bahn-Stimme. In: Kurier, 24. August 2012.
- ↑ Neue Öffi-Stimme: Wiener Linien werden weiblich. In: Der Standard, 3. Oktober 2012.
- ↑ Sophie Brandl: Ende Februar wird die Wiener Linien App „qando“ eingestellt. Stattdessen soll auf die App "WienMobil" gewechselt werden. In: meinbezirk.at. Wiener Bezirkszeitung GmbH, 18. Februar 2020, abgerufen am 27. Mai 2026: „WIEN. 2009 startete die digitale Fahrplanauskunft „qando“. Nach elf Jahren wird diese Ende Februar von "WienMobil" abgelöst.“
- ↑ Mitterlehner zeichnet Wiener Linien, VOR und „Fluidtime“ mit Staatspreis Consulting 2010 aus. In: APA-OTS-Aussendung. 3. Dezember 2010, abgerufen am 16. September 2025.
- ↑ Fahrplan-App qando Wien ist nun endgültig Geschichte. In: furturezone.at. Abgerufen am 8. März 2020.
- ↑ WienMobil: mit einer App die Stadt im Griff. In: Wiener Linien. Wiener Linien GmbH & Co KG, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 28. November 2020; abgerufen am 27. Mai 2026.
- ↑ Mit WienMobil kannst du alles erreichen. In: Wiener Linien. Wiener Linien GmbH & Co KG, abgerufen am 27. Mai 2026.
- ↑ Neues Sicherheits- und Servicepaket für die Öffis. Website der Wiener Linien.
- ↑ Öffi-Securities: Was darf das neue Sicherheitsteam der Wiener Linien? In: vienna.at.
- ↑ U-Bahn-Securitys dürfen festnehmen. In: wien.ORF.at.
- ↑ „Hoch der 1. Mai!“. In: Schienenverkehr aktuell, Juni 1992, S. 29.
- 1 2 Stadtrundfahrt – fast zum Nulltarif. In: Schienenverkehr aktuell, Juli 1990, S. 32.
- ↑ Österreichischer Arbeiterkammertag, Österreichischer Gewerkschaftsbund (Hrsg.): Arbeit und Wirtschaft. Band 52, Verlag des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, 1998, S. 36.
- ↑ 01. 05. 1998: Privatbusbetrieb am 1. Mai 98. In: strassenbahnjournal.at.
- ↑ Busverkehr Vormittag 1. Mai 1998 (Wien). In: Stadtverkehr Austria Wiki.
- ↑ Martin Ortner, Michael Sturm: Autobus Type LU. Themensonderfahrt vom 1. Mai 2008. In: strassenbahn-europa.at.
- ↑ Wiener-Linien-1999: Vollbetrieb am 1. Mai. In: strassenbahnjournal.at.
- ↑ Big Brother Awards Austria (nicht nur) für österreichische Datenkraken. In: Heise online, 26. Oktober 2005.
- ↑ Preisträger der Big Brother Awards 2005. In: Website der Big Brother Awards, 2005.
- ↑ Videomaterial unverschlüsselt und zu lange gespeichert. In: Wikinews mit weiteren Links und Quellen, 2005.
Koordinaten: 48° 11′ 23″ N, 16° 24′ 52″ O



