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Vilsendorf

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Vilsendorf ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Bielefeld in Nordrhein-Westfalen und gehört zum Stadtbezirk Jöllenbeck. Bis zur Eingemeindung zum 1. Januar 1973 war Vilsendorf eine Gemeinde im Amt Jöllenbeck des Kreises Bielefeld. Der Ort liegt auf einer Höhe von 103 m ü. NN.

Die Stadt Bielefeld ist unterhalb der zehn Bezirke nicht weiter in administrative oder politische Einheiten gegliedert. Stadtteile sind in Bielefeld daher nur informelle Teilgebiete, deren Abgrenzung sich meist auf das Gebiet einer Altgemeinde bezieht. Zu statistischen Zwecken ist Bielefeld jedoch in 72 „statistische Bezirke“ eingeteilt. Die Altgemeinde Vilsendorf entspricht dabei in etwa dem statistischen Bezirk Vilsendorf, der heute in etwa die Grenzen des informellen Stadtteils Vilsendorf definiert.

Vilsendorf grenzt an die Bielefelder Stadtteile Brake, Schildesche, Theesen und Jöllenbeck sowie an den Herforder Stadtteil Laar. Die südliche Grenze des Stadtteils bildet der Johannisbach, der von Westen kommend hier zum Obersee gestaut wird. Am östlichen Rand des Stadtteils fließt die Jölle und bildet die Grenze zu Brake. Die Grenze zu Theesen im Westen bildet der Moorbach.

Die erste Erwähnung Vilsendorfs stammt aus dem Jahr 1151. Seit dem Mittelalter gehörte die Bauerschaft Vilsendorf zur Vogtei Schildesche im Amt Sparrenberg der Grafschaft Ravensberg.

Von 1807 bis 1810 gehörte Vilsendorf zum Kanton Schildesche im Distrikt Bielefeld des Königreichs Westphalen, das von Jérôme, dem Bruder Napoleons regiert wurde. Nach der Annexion großer Teile Norddeutschlands durch Napoleon Bonaparte im Jahre 1811 verlief die neue Staatsgrenze zwischen dem Königreich Westphalen und dem Kaiserreich Frankreich quer durch den Kanton Schildesche entlang des Johannisbachs. Vilsendorf gehörte nun bis 1813 zum Kanton Enger im Distrikt Minden des französischen Departements der Oberen Ems. Nach der Napoleonischen Zeit gehörte Vilsendorf seit 1816 zum Kreis Bielefeld und darin zunächst zum Verwaltungsbezirk Schildesche, aus dem 1843 das Amt Schildesche wurde.[1]

Als zum 1. Oktober 1930 der größte Teil des Amtes Schildesche nach Bielefeld eingemeindet wurde und das Amt Schildesche aufgelöst wurde, kam Vilsendorf zum Amt Jöllenbeck. Gleichzeitig wurde Vilsendorf um den nördlich des Johannisbachs und westlich der Jölle gelegenen Teil der Gemeinde Schildesche Bauerschaft erweitert.[2]

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung des Raums Bielefeld wurde Vilsendorf am 1. Januar 1973 nach Bielefeld eingemeindet[3] und gehört seitdem zum Stadtbezirk Jöllenbeck.

Einwohnerentwicklung

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Vilsendorf
Stadtbezirk Jöllenbeck
Stadt Bielefeld
Koordinaten: 52° 5′ N,  33′ OKoordinaten: 52° 4′ 44″ N,  32′ 52″ O
Höhe: 128 m
Fläche: 5,93 km²
Einwohner: 4346 (31. Dez. 2024)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Postleitzahl: 33739
Vorwahl: 0521
Karte
Lage von Vilsendorf in Bielefeld
Jahr Einwohner Quelle
1799485[4]
1822530[5]
1843795[6]
1864647[7]
1885658[8]
1910701[9]
19391091[10]
19501501[11]
19611890[3]
19661954[12]
19702013[3]
19722131[13]
20084043[14]
20144014[15]
20194269[16]
20224276[17]
20244346[18]

Vilsendorf besteht im Zentrum aus einem Wohngebiet. Zudem gibt es eine Grundschule, zwei Kindergärten, eine Kita, die Epiphaniaskirche, einen Supermarkt mit einer Bäckerei, einem Zahnarzt, eine Firma der Textilindustrie, einer Änderungsschneiderei und eine Wassermühle.

Außerhalb des Wohngebietes prägt die Landwirtschaft das Ortsbild, vor allem der Ackerbau sowie einige Reiterhöfe.

Von Vilsendorf aus bestehen die Busverbindungen der Linie 155/156 in Richtung Jöllenbeck bzw. zur Endhaltestelle Schildesche und zur Stadtbahn Linie 1 Richtung Senne und mit der Linie 53 in Richtung Herford, bzw. ab der Haltestätte „Limbrede“ auch in Richtung Endhaltestelle Schildesche und ebenfalls zu der Stadtbahn Linie 1 Senne.

In Vilsendorf ist der Fußballverein TuS Union Vilsendorf beheimatet. Die erste Mannschaft spielt in der Kreisliga B (Stand: Spielzeit 2026/2027).

Regelmäßige Veranstaltungen

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Jedes Jahr entzündet die Freiwillige Feuerwehr am Karsamstag am Feuerwehrhaus an der Laarerstr. 12 ein Osterfeuer.

Jährlich findet auf dem Vilsendorfer Kirchengelände ein Weihnachtsmarkt statt.

  • Einmarsch der Amerikaner 1945 in Jöllenbeck, Theesen und Vilsendorf. In: Jöllenbecker Blätter, Jg. 17 (1985), S. 1728–1729.
  • Presbyterium der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Vilsendorf in Bielefeld (Hrsg.): 1963–2013. Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum der Epiphaniaskirche Vilsendorf. Bielefeld 2013.

Einzelnachweise

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  1. Alfred Bruns (Hrsg.): Westfalenlexikon 1832–1835. (Nachdrucke zur westfälischen Archivpflege). Westfälisches Landesamt für Archivpflege, Münster 1978.
  2. Gesetz über die Erweiterung des Stadtkreises Bielefeld. (PDF; 7 kB) In: Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten. 11. Juni 1930, S. § 1, abgerufen am 14. April 2010.
  3. 1 2 3 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 320 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  4. Peter Florens Weddigen: Westphälischer historisch-geographischer National-Kalender. Kleinenbremen 1805, § 1 Das Amt Sparrenberg, S. 46 (google.de).
  5. Statistisch-Topographische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Minden 1821. In: Digitale Sammlungen ULB Münster. S. 41, abgerufen am 9. Januar 2025.
  6. Seemann: Geographisch-statistisch-topographische Übersicht des Regierungsbezirks Minden. (PDF) 1843, abgerufen am 23. April 2024.
  7. Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Minden. (Digitalisat) 1866, S. 12, abgerufen am 22. April 2010.
  8. Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1871–1961. Düsseldorf 1966
  9. Landkreis Bielefeld. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 6. April 2023.
  10. Michael Rademacher: Bielefeld. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
  11. Regionales Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen)
  12. Landkreis Bielefeld (Hrsg.): 150 Jahre Landkreis Bielefeld. 1966, S. 60.
  13. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 97 f.
  14. Sozialleistungsbericht 2008. (PDF; 9,5 MB) Stadt Bielefeld, 31. Dezember 2008, S. 186, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 31. Januar 2012; abgerufen am 25. Mai 2010: „Einwohnerzahl des Statistischen Bezirks 559 Vilsendorf“  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  15. Statistischer Bezirk Vilsendorf. Stadt Bielefeld Amt für Demographie und Statistik, abgerufen am 13. Oktober 2015.
  16. Daten der Stadt Bielefeld
  17. Daten der Stadt Bielefeld
  18. Stadt Bielefeld: Demographie und statistische Gebietsgliederung