Vickers Vildebeest
| Vickers Vildebeest | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
Vickers Vildebeest Mk.I | |||||||
| Typ | Doppeldecker-Torpedobomber | ||||||
| Entwurfsland | |||||||
| Hersteller | Vickers | ||||||
| Erstflug | April 1928 | ||||||
| Indienststellung | 1932 | ||||||
| Produktionszeit | 1931 bis 1937 | ||||||
| Stückzahl | 209 | ||||||
| Typ | |
|---|---|
| Type 132 | der erste Prototyp N230 mit einem Jupiter-VIII-Motor mit 460 PS |
| Type 192 | Prototyp N230 als Series II mit einem Jupiter XF mit 540 PS |
| Type 194 | Prototyp der Series III mit einem Jupiter XIF mit 500 PS |
| Type 204 | 1930, werkseigener zweiter Prototyp der Series IV mit Panther-IIA-Motor, später an RAF abgegeben |
| Type 209 | Prototyp Series V mit einem Jupiter-XIF-Motor |
| Type 214 | Prototyp Series VI mit einem Jupiter-XFBM-Motor |
| Type 216 | Werksprototyp G-ABGE Series VII mit einem Hispano-Suiza 12Lbr mit 595 PS, auch mit Schwimmern geflogen, als Musterflugzeug nach Spanien |
| Type 217 | geplanter Umbau des zweiten Prototyps auf Series-VII-Standard, der unterblieb |
| Type 245 | Series IX, Torpedobomber für die spanische Marine mit wassergekühltem 600-PS-V12-Motor (448 kW) Hispano-Suiza 12L, Lizenzbauten in Spanien |
| Type 263 | modifizierte Vildebeest Mk.I K2916 mit einem Pegasus-IM3-Motor und Schwimmern |
| Type 266 | dreisitzige Mehrzweckversion Vickers Vincent für den Einsatz in den Kolonien |
| Type 277 | zwölf Vildebeest für Neuseeland |
Produktion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Abnahme der Vickers Vildebeest durch die RAF:[7]
| Version | 1932 | 1933 | 1934 | 1935 | 1936 | 1937 | Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mk.I | 10 | 12 | 22 | ||||
| Mk.II | 30 | 30 | |||||
| Mk.III | 23 | 37 | 39 | 99 | |||
| Mk.IV | 17 | 17 | |||||
| Summe | 10 | 42 | 23 | 37 | 39 | 17 | 168 |
Einsatzgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als 1931 die Entscheidung zur Beschaffung der Vickers Vildebeest erging, verfügte die RAF nur über zwei landgestützte Torpedobomberstaffeln: die Staffel 36 in Singapur und die Staffel 100 in Donibristle (Schottland).

Die Staffel 100 erhielt ab November 1932 die ersten Vickers Vildebeest Mk.I, mit der sie ab Juli 1933 vollständig ausgestattet war. In den Monaten August/September erfolgte dann die Umrüstung auf die Version Mk.II. 1934 verlegte die Staffel nach Singapur, um die Verteidigung des britischen Hauptstützpunkts in Fern-Ost zu verstärken. Ab Dezember 1937 begann dann die Umrüstung auf die Version Mk.III, jedoch kam die letzte Mk.II erst im Januar 1941 außer Dienst. Es war beabsichtigt, 1941 die Staffel mit in Australien gebauten Bristol Beaufort auszurüsten. Als Ende des Jahres der japanische Angriff auf Singapur begann, war das Einsatzmuster der Staffel weiterhin der veraltete Doppeldecker. Die schweren Verluste der beiden in Singapur stationierten Staffeln führten im Februar zur Zusammenlegung der beiden Staffeln und es gab vorerst keine Staffel 100 mehr.[8]
Am 1. Mai 1934 wurde die Staffel 22 mit den 1932/1933 von der Staffel 100 eingesetzten Vickers Vildebeest Mk.I in Donibristle neu aufgestellt, um die nach Singapur gehende Staffel zu ersetzen. Ab Mai 1935 erhielt die Staffel dann die Version Mk.III, mit der die Staffel im Oktober 1935 wegen der Abessinienkrise nach Malta verlegte und erst im August 1936 zu ihrem Stützpunkt zurückkehrte. 1938 verlegte die Staffel nach Thorney Island an den Ärmelkanal und erhielt dort einige Maschinen der Version Mk.IV. Nachdem in den ersten Kriegsmonaten erneut einige Vickers Vildebeest Mk.I die Kriegsstärke der Staffel auffüllten, begann im November 1939 bis Februar 1940 die Umrüstung der Staffel auf den modernen zweimotorigen Torpedobomber Bristol Beaufort, mit dem die Staffel dann Mitte April ihre ersten Kampfeinsätze flog.[9]

Die am 1. Oktober 1928 aus dem Coast Defence Torpedo Flight in Donibristle entstandene Staffel 36 der RAF erhielt im Juli 1935 Vickers Vildebeest Mk.III als Ersatz für ihre Hawker Horsley. Die seit 1930 in Singapur stationierte älteste Torpedobomberstaffel der RAF war auch im Dezember 1941 noch mit diesem Typ ausgerüstet, als der Japanische Angriff erfolgte. Die schweren Verluste der beiden in Singapur stationierten Staffeln führte zu deren Zusammenlegung und die Reste der Staffel 36 wurden nach der Flucht aus Singapur noch von Java aus eingesetzt. Am 7. März 1942 verlor sie ihren beiden letzten Maschinen bei dem Versuch über Sumatra nach Burma zu entkommen, so dass auch diese Staffel nicht mehr bestand.[10]
Am 14. Dezember 1936 entstand durch die Neuaufstellung der Staffel 42 wieder eine zweite Torpedobomberstaffel in Donibristle. Den Kern der Staffel bildete der mit Vickers Vildebeest Mk.III ausgerüstete 'B' Flight der Staffel 22. In den ersten drei Monaten des Jahres 1937 füllten alte Maschinen der Version Mk.I die neue Staffel auf, die im März 1937 als erste Staffel auch Maschinen der letzten Version Mk.IV der Vildebeest erhielt. Ab Januar 1938 bis zum Kriegsbeginn war die Staffel 42 die einzige Staffel der RAF, die vollständig mit dieser Version ausgerüstet war. Ab September erhielt die Staffel wieder Maschinen der Version Mk. III zur Auffüllung der vollen Kampfstärke. Anfang 1940 begann dann die Umrüstung der Staffel auf Bristol Beaufort.[11]
Am 1. August 1939 entstand mit der neu aufgestellten Staffel 273 noch eine fünfte Vildebeest-Einheit. Die in China Bay bei Trincomalee auf Ceylon aufgestellte Staffel verfügte über sechs Vickers Vildebeest Mk.III-Torpedobomber und vier Fairey Seals des dortigen ‚Station Flight‘ und sollte die Küsten Ceylons sichern. Da keine feindlichen Aktivitäten festgestellt wurden, diente die Staffel dann hauptsächlich dem Training der Flugabwehreinheiten am Boden und auf den Schiffen. Im März 1942 wurde diese letzte aktive Einsatzstaffel mit der Vickers Vildebeest auf Fairey Fulmar-Jagdflugzeuge und Aufklärer umgerüstet, kurz bevor der Angriff der japanischen Trägerflotte am 9. April erfolgte.[12]
Nutzung durch andere Staaten
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Spanien- In Spanien wurden ab 1934 25 Maschinen in Lizenz bei CASA mit Reihenmotoren des Typs Hispano-Suiza HS 600 gebaut. Der von Vickers gelieferte Prototyp wurde als Vickers Vildebeest Mk.VII (Type 216) bezeichnet. Alle Maschinen befanden sich zur Zeit des Ausbruchs des Bürgerkriegs in den Händen der Republik. Zum Kriegsende waren nur noch zwei Maschinen vorhanden.
Neuseeland- Neuseeland bestellte 1934 zwölf Maschinen bei der Firma Fairey, die als Type 277 bezeichnet wurden und der Mk.III ähnelten. Die Maschinen hatten keine Vorrichtung zur Mitnahme von Torpedos, konnten aber wie die Vickers Vincent unter dem Rumpf einen Zusatztank tragen. Die erste Maschine wurde Ende Januar 1935 in Weybridge den neuseeländischen Behörden vorgeführt. Im April 1935 trafen die ersten Maschinen per Schiff in Neuseeland ein. Bis zum Ende 1937 waren alle Maschinen ausgeliefert. Alle Maschinen wurden zuerst der 2. FTS in Wigram zugewiesen. Die Maschinen sollten der Ausbildung von Personal dienen und im Krisenfall die Gewässer um Neuseeland überwachen. So wurden auch erst 1940 Einsatzstaffeln gebildet. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs waren drei Maschinen verloren gegangen. Ab 1940 erhielt Neuseeland zur Verstärkung und zur Ausbildung weiterer Piloten 27 gebrauchte Vildebeest[13] und schon vorher ab Juli bis Dezember 1939 60 fast identische Vickers Vincent aus RAF-Beständen im Mittleren Osten. Die beiden Vickers-Baumuster wurden zusammen von den neuseeländischen Staffeln eingesetzt.
Museumsflugzeug
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein Vildebeest/Vincent-Rumpfteil wurde vom Royal New Zealand Air Force Museum in Wigram restauriert.
Technische Daten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Kenngröße | Type 207 M.1/30 | Vildebeest Mk.III | Vildebeest Mk.IV | Vincent | Type 253 G.4/31 |
|---|---|---|---|---|---|
| Besatzung | 2 | 3 | 2 | 3 | 2 |
| Länge | 13,29 m | 11,18 m | 11,48 m | 11,18 m (36 ft 8 in) | 11,28 m |
| Spannweite | 15,24 m | 14,94 m (49 ft) | 16,03 m | ||
| Höhe | 4,42 m | 4,47 m | 5,41 m (17 ft 9 in) | 3,81 m | |
| Flügelfläche | 67,3 m² | 67,63 m² (728 ft²) | 53,04 m² | ||
| Leermasse | 2359 kg | 2170 kg | 2142 kg | 1918 kg (4229 lb) | 2553 kg |
| Startmasse | 4354 kg | 3864 kg | 3856 kg | 3674 kg (8100 lb) | 3787 kg |
| Höchstgeschwindigkeit | 256 km/h | 230 km/h | 251 km/h | 229 km/h (142 mph) | 259 km/h |
| Dienstgipfelhöhe | 5800 m (19.000 ft) | 5182 m (17.000 ft) | |||
| Reichweite | 1014 km max. 2100 km | 1014 km max. 2615 km | 1006 km (625 mi) max. 2012 km | ||
| Triebwerk | Buzzard IIIMS, 825 PS | Pegasus IIM.3, 635 PS | Perseus VII, 825 PS | Pegasus IIM.3, 635 PS | Pegasus IIM.3, 690 PS |
| Bewaffnung | 2 MG | ||||
| Bombenlast | ein 457-mm-Torpedo oder bis 908 kg Bomben | ein 457-mm-Torpedo oder 500 kg Bomben | ein 457-mm-Torpedo oder 454 kg Bomben | 454 kg Bomben | 680 kg Bomben |
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- C.F. Andrews, E.B. Morgan: Vickers Aircraft since 1908. Putnam, London 1988, ISBN 0-85177-815-1.
- Philip Jarrett: By Day and By Night. Vildebeest and Vincent. In: Aeroplane Monthly. Volume 23, No. 2, Issue 262, Februar 1995, ISSN 0143-7240, S. 16–22.
- Peter Lewis: The Britisch Bomber since 1914. Putnam, London 1980, ISBN 0-370-30265-6.
- Kenneth Munson: Bomber 1919–1939. Orell Füssli, Zürich 1971.
- Owen Thetford: Aircraft of the Royal Air Force since 1918. Putnam, London 1979, ISBN 0-370-30186-2.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Lewis: British Bombers. S. 213.
- ↑ Owen Thetford: By Day and By Night – Vildebeest in Service. In: Aeroplane Monthly. April 1995, S. 42.
- 1 2 3 Jarrett: By Day and By Night. Vildebeest and Vincent. In: Aeroplane Monthly. Februar 1995, S. 19.
- 1 2 3 4 Andrews/Morgan: Vickers Aircraft. S. 516f.
- 1 2 3 4 Thetford: Aircraft of the RAF. S. 515.
- ↑ Beitrag zu verschiedenen Prototypen
- ↑ Halley, James J.: The K File. The Royal Air Force of the 1930s, Tunbridge Wells, 1995, S. 371 ff.; Thompson, Dennis: Royal Air Force Aircraft J1-J9999, Tonbridge 1987
- ↑ No 100 Squadron
- ↑ No 22 Squadron
- ↑ No 36 Squadron
- ↑ No 42 Squadron
- ↑ No 273 Squadron
- ↑ geliefert wurden
Mk.III: K4110, K4122, K4124/25, K4151, K4617, K4659–K4662, K4676, K4680, K4710, K4717–K4722, K4729, K4734, K4739/40, K4743–K4750, K4885
Mk.IV: K6326/27, K6329/30, K6333–K6336, K6338–K6345, K6348, K6351–K6357, K6360/61, K6368